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G20: Die wichtigsten Fakten zum Mitreden

Schon seit Wochen scheint es kaum ein anderes Thema zu geben als den G20-Gipfel in Hamburg. Heute nun beginnt das Treffen der Staats- und Regierungschefs. Was aber hat es mit diesem Gipfel auf sich? Wozu sind diese Treffen gut, wie sind sie entstanden und was können sie überhaupt bewirken? Wir liefern die wichtigsten Fakten zum G20-Gipfel.

Landungsbrücken in Hamburg
Die Landungsbrücken im Hamburger Hafen und Stadtteil St. Pauli
Wer ist überhaupt "G20"?

Die G20 ist ein informeller Zusammenschluss der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Welt - eigentlich. Denn welche 20 Staaten dazugehören, wurde im Jahr 1999 einmal ermittelt und festgelegt. Seither hat sich die Riege der Mitglieder nicht mehr geändert. Zur G20 gehören die Europäische Union (EU) und die 19 wirtschaftsstärksten Ländern aller Kontinente.

In Europa sind dies Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Dazu kommen Russland und die Türkei. Aus Asien sind China, Indien, Japan, Südkorea und Indonesien dabei. Die Neue Welt ist durch die USA, Kanada, Mexiko, Argentinien und Brasilien vertreten. Australien und Südafrika runden die Riege ab. Zusammen erwirtschaften sie mehr als vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und decken rund drei Viertel des Welthandels ab. Fast zwei Drittel der Weltbevölkerung lebt in einem der G20-Staaten.

Karte mit den G20-Mitgliedsstaaten
Blau markiert sind die G20-Mitglieder, hellblau die Länder, die durch die EU repräsentiert werden. Spanien als permanentes Gastland ist lila gekennzeichnet.
Warum einige Staaten nur "Gäste" sind

Allerdings: Es bleiben einige Länder außen vor, deren Volkswirtschaft inzwischen größer ist als die mancher Mitgliedsstaaten. So müssten beispielsweise die Schweiz, Spanien und die Niederlande heute dazu gehören, weil ihr Bruttoinlandsprodukt höher ist als das der Mitgliedsländer Argentinien oder Saudi-Arabien. Dieses Problem löst man auf den G20-Gipfeln teilweise dadurch, dass die Vertreter dieser Staaten als Gäste dazugeladen werden. In diesem Jahr ist sind dies neben dem permanenten Gastland Spanien auch Norwegen, die Niederlande und Singapur.

Wer nimmt noch teil?

Neben den Vertretern der Mitgliedsländer und Gastländer nehmen an den G20-Gipfeln auch regelmäßig internationale Organisationen teil. Dazu gehören unter anderem der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Welthandelsorganisation (WTO). Aber auch die Vereinten Nationen (UN) und die Internationale Arbeitsorganisation sitzen mit am G20-Tisch.

Wie und wann sind die G20-Gipfel entstanden?

Zwar gibt es die G20 als feste Gruppe schon seit 1999. Aber die regelmäßigen G20-Gipfel finden erst seit dem Jahr 2008 statt. Auslöser dafür war die weltweite Finanzkrise. Die Politiker erkannten, dass es wohl nicht mehr ausreicht, nur die Finanzminister und Notenbankchefs miteinander verhandeln zu lassen. Um die Krise zu bewältigen, mussten die Regierungschefs selber ran – denn nur sie konnten die nötigen Entscheidungen treffen.

Der erste echte G20-Gipfel fand daher 2008 in der US-Hauptstadt Washington statt. Damals wurden die Weichen für die größte Weltfinanzreform seit mehr als 60 Jahren gestellt. In Absprache der G20-Mitglieder wurden unter anderem strengere Regeln für die Finanzaufsicht, Hedgefonds und weitere Akteure und Prozesse der Finanzwelt beschlossen.

Teilnehmer des ersten G20-Gipfels im Jahr 2008 in Washington.
Teilnehmer des ersten G20-Gipfels im Jahr 2008 in Washington.
Warum ist der G20-Gipfel in diesem Jahr in Hamburg?

Die Präsidentschaft über die G20 übernehmen die Mitgliedsländer jeweils für ein Jahr – seit 1. Dezember 2016 ist Deutschland dran. Deshalb findet der diesjährige G20-Gipfel auch in Deutschland statt. Dass die Stadt Hamburg der Gipfelort sein soll, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in Absprache mit dem Hamburger Bürgermeister beschlossen.

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NPO, 07.07.2017
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