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Gedächtnistraining

So helfen Sie Ihren grauen Zellen auf die Sprünge

Immer beliebter werden Quiz-Shows, bei denen die Fernseh-Zuschauer mit den Tausender- oder Millionen-Kandidaten mitfiebern. Die Abfrage von Wissen beansprucht allerdings nur einen Teil unseres Gedächtnisses. Dieses leistet nämlich weitaus mehr: Es verschlüsselt eingehende Informationen und speichert sie, so dass sie bei Bedarf abgerufen werden können.

Knoten im Tuch

Eine von vielen klassischen Merkhilfen

Gedächtnis-Cracks bringen es zu hohen Leistungen. Seit 1991 messen sich Gedächtniskünstler auf internationaler Ebene. 1997 fand die erste Deutsche Gedächtnismeisterschaft statt. Um einen Meistertitel zu gewinnen, muss man sich z. B. in enorm kurzer Zeit die richtige Reihenfolge eines 52-teiligen Kartenspiels merken Der deutsche Weltrekordhalter Simon Reinhard benötigte dafür 2011 nur 12,19 Sekunden. Otto Normalverbraucher brauchen gut und gerne die 60-fache Zeit. Das Verblüffende ist, dass diese Gedächtnis-Genies nicht etwa eine besondere Begabung haben - Sie wenden die verschiedenen Erinnerungs- bzw. Memoriertechniken nur richtig an und beherrschen diese aus dem Effeff. Dafür trainieren sie wie Leistungssportler hart und jeden Tag. Sie selbst können es etwas gelassener angehen, wenn Sie Ihren grauen Zellen auf die Sprünge helfen wollen. Wir geben Ihnen hierzu einige Tipps. Viel Spaß beim Gehirnjogging!

 

Die Fantasie frei entfalten

Die Gesamtheit aller Methoden, mit denen Sie sich eine große Anzahl Informationen auf einfache und wirkungsvolle Weise merken können, bezeichnet man als „Mnemonik“. Dieser Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Gedächtniskunst“.

Das wichtigste Hilfsmittel für die Erinnerung ist unsere Fantasie. Das Gehirn kann sich nämlich die Dinge am besten merken, die wir mit Bildern und Geschichten assoziieren. Immerhin speichert der Mensch gut und gerne 10 000 Bilder in seinem Gedächtnis. Diese zum richtigen Zeitpunkt wieder abzurufen, ist dann nur noch eine Frage des Trainings. Lassen Sie Ihrer Fantasie also freien Lauf - je verrückter, bunter und bewegter sie arbeitet, desto leichter fällt es Ihnen, sich zu erinnern.

Dazu können Sie beispielsweise

  • ... Ihre Bilder ins Absurde oder gar Groteske steigern. Wenn Sie z. B. immer wieder vergessen, Ihr Auto abzuschließen, stellen Sie sich von nun an Ihr Auto mit einem Riesenschlüssel auf dem Gepäckträger vor. So werden Sie unbewusst immer daran erinnert, Ihr Auto abzuschließen, sobald Sie es vor Augen haben.
  • ... stark übertreiben. Wenn Sie z. B. nicht vergessen wollen, Ihre Schuhe endlich zum Schuhmacher zu bringen, stellen Sie sich doch folgende Situation vor: Sie haben ein großes Loch in der Schuhsohle, durch das Sie bei Regen nasse Füße bekommen, sobald Sie sich auf den Weg in die Stadt begeben.
  • ... Rollentausch betreiben. Sie müssen Ihrem Stubentiger beim nächsten Einkauf neue Katzenstreu mitbringen? Stellen Sie sich nun vor, wie Ihre Katze Ihnen den Weg zur Toilette versperrt, obwohl es doch pressiert. Stellen Sie sich vor, wie diese Katze Ihnen vor Ihren Augen den Toilettenschlüssel entführt und dabei schadenfroh grinst. Mithilfe dieser Vorstellung werden Sie die Katzenstreu sicherlich nicht vergessen.
  • ... in bewegten Bildern denken. Das menschliche Gehirn kann sich an bewegte Bilder grundsätzlich besser erinnern als an Standbilder.
  • ... System in Ihre Informationen bringen. Bilden Sie Gedankenkategorien. Zum Beispiel: Die belgische Flagge enthält die gleichen Farben wie die deutsche, nur in einer anderen Reihenfolge und senkrecht gestreift.
  • ... auf mehreren Sinnesebenen denken. Müssen Sie beispielsweise noch Wein für das gemütliche Dinner einkaufen, stellen Sie sich nicht nur die Flasche oder das Etikett vor, sondern fühlen Sie den samtigen Geschmack des Weins auf der Zunge, denken Sie an sein blumig duftendes Bouquet und an die Person, mit der Sie den Wein genießen wollen. Wetten, dass Sie den guten Tropfen bei Ihrem Einkauf nicht vergessen werden!?
  • ...sich Ihre Fantasiebilder dreidimensional vorstellen. So fällt es dem Gedächtnis noch leichter, sich zu erinnern. Wenn Sie von Ihren Freunden oder dem Partner beauftragt wurden, im Reisebüro vorbeizufahren, um die gemeinsame Ferienwohnung zu buchen, stellen Sie sich den Strandbungalow am besten gleich dreidimensional vor, von allen Seiten also, von innen und außen und mit den einzelnen Zimmern. So vergessen Sie sicher nicht, diese Buchung vorzunehmen.

 

Die „Klassiker“

Die unbestrittenen Klassiker unter den Memoriertechniken sind die Assoziationssysteme. Bereits die Römer verwendeten sie für Ihre oft stundenlangen Reden im Kapitol. Hier präsentieren wir Ihnen drei Assoziationsmodelle, mit denen Sie sich leicht und effektiv eine große Zahl von Einzeldaten schnell und in der richtigen Reihenfolge merken können.

 

Kettengeschichten

Diese Methode bildet die Grundlage aller Assoziationssysteme, nämlich das kettenartige Verknüpfen von Einzelinformationen. Zu dieser Aneinanderreihung erdenken Sie sich am besten eine geeignete Geschichte. Auch hier gilt wieder: Je abgefahrener und verrückter, desto besser! Wenn Sie zum Beispiel für das Abendessen mit Ihren Gästen noch Käse, Milch und Brot kaufen müssen, könnte die Geschichte folgendermaßen aussehen: Eine Maus geht in die Küche und findet einen Käse. Diesen knabbert sie voller Genuss an und bemerkt dabei gar nicht, wie die fette Kuh - Wächterin über alle Milchprodukte - in die Küche kommt. Vor lauter Schreck versteckt sich die kleine Maus im Brotkasten. Schließen Sie nun die Augen und überlegen Sie, ob Sie die Einkaufsliste im Kopf behalten haben.

 

An den Haken hängen

Wenn Sie sich eine längere Reihe von schwierigen Wörtern merken sollen, ist diese Methode vielleicht hilfreicher für Sie. Dazu legen Sie sich eine „geistige Garderobe“ zurecht, an der Sie die einzelnen Wörter dann nur noch aufhängen müssen. Die Garderobe besteht aus den Zahlen Eins bis Zehn und Begriffen, die sich auf diese Zahlwörter reimen, z. B. Eins ist Heinz, Zwei ist Heu, Drei ist Brei, Vier ist Stier usw. Dieses Muster merken Sie sich gut und verändern es nicht mehr. Wenn Sie sich nun verschiedene Begriffe merken müssen, brauchen Sie diese nur noch an der „geistigen Garderobe“ aufzuhängen. Ein Beispiel: Sie wollen sich die Reihenfolge merken, in der Sie die Zutaten für ein Backrezept miteinander vermengen sollen. Erst das Mehl, dann die Butter, anschließend die Eier und dann den Zucker. Eine passende Geschichte dazu könnte wie folgt lauten: Das Mehl wurde heute geliefert vom Heinz. Er hat es in den Stall zur Butter gestellt, die neben dem Heu steht. Der Zucker steht noch in der Küche zum Süßen des Kinderbreis. Die Eier liegen im Hühnerstall neben dem Stierstall. Die richtige Reihenfolge lautet daher eindeutig Mehl, Butter, Zucker, Eier.

Sollten Sie mehr als zehn Begriffe in einer bestimmten Reihenfolge miteinander verknüpfen wollen, verbinden Sie Ihre Garderobe zusätzlich mit Farben. Zum Beispiel Gelb für die Zehner, Rot für die Zwanziger, Grün für die Dreißiger usw. Dann stünde rotes Heu für 22, grüner Heinz für 31 usw.

 

Die Loci-Methode  der geistige Spaziergang

Dies ist eine der ältesten Mnemotechniken - auch Ort-Assoziation genannt. Dinge oder Begriffe, die Sie auf keinen Fall vergessen wollen - ganz gleich ob auf der Einkaufsliste oder während eines Vortrags - verknüpfen Sie im Geiste ganz einfach mit Ihnen vertrauten Stellen. So müssen Sie diese Stellen dann nur noch in Gedanken durchspazieren und schon erinnern Sie sich an jedes Detail, das Sie sich merken wollten.

Stellen Sie sich z. B. Ihr Wohnzimmer vor. Sicher haben Sie dort markante Gegenstände wie Fenster, Sessel, Sofa, Couchtisch, Fernseher, Stereoanlage usw. An diesen Punkten setzen Sie nun in Gedanken die Begriffe, die Sie erinnern wollen. Diese „innere Landkarte“ können Sie jederzeit abrufen.

Die Loci-Methode erfordert anfangs etwas Übung, aber Sie werden sie sicher schnell beherrschen.

 

Landkarte der Gedanken

Die meisten Menschen verwenden im Alltag vorwiegend ihre linke Gehirnhälfte. Diese ist für logisches und analytisches Denken verantwortlich. Die Funktionen der rechten Gehirnhälfte, die für Fantasie, Kreativität, Intuition, Farben und Poesie zuständig ist, kommen dagegen oft zu kurz. Der Engländer Tony Buzan schuf vor einigen Jahren eine Methode, mit der Sie Ideen zu einer Fragestellung oder einem Problem sinnvoll ordnen sowie die Assoziationsfähigkeit und Kreativität fördern können. Dazu nehmen Sie ein weißes linienfreies Blatt Papier, auf dessen Mitte Sie den Hauptgedanken schreiben. Von diesem Zentrum zweigen Sie nun Äste ab, die Sie jeweils mit einen Schlüsselbegriff zum zentralen Thema versehen - und zwar spontan und egal, wie absurd es bei näherer Betrachtung vielleicht wirken mag. Von diesen Ästen gehen dann weitere Verzweigungen ab, auf die Sie wiederum Begriffe schreiben, die Sie damit assoziieren usw.

Probieren Sie Mind Mapping mehrmals aus und Sie werden sehen, dass mit etwas Übung Ihre Gedächtnislandkarten übersichtlicher werden und diese Methode Ihnen in vielen Bereichen des täglichen Lebens eine große Hilfe sein wird. Bei Planungen jeglicher Art, Zusammenfassungen von Texten, zur Ideenfindung, zum Brainstorming in der Gruppe, für Gliederungen, als Notizen für wichtige Gespräche wird Ihnen die Gedächtnislandkarte einen großen Dienst erweisen.

 

Trainieren Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit

Eine gute Konzentration ist bekanntlich eine „Freikarte“ zum Gedächtnis. Doch viele Dinge lenken uns im Alltag ab. Darunter leidet unsere Konzentration und damit auch unser Gedächtnis. Zwar kann unser Gehirn viele Eindrücke auf einmal verarbeiten. Werden es jedoch zu viele, können wir uns keiner Aufgabe mit der nötigen Konzentration widmen.

Doch nicht verzagen – auch Ihre Konzentrationsfähigkeit können Sie trainieren. Im Folgenden einige Übungen:

  • Versuchen Sie, bei bestimmten Fragen oder Problemen Ihren Blick auf das Wesentliche zu richten. Der Trick heißt „fokussieren“. Sie sollten lernen, sich nur auf die momentane Aufgabe oder Tätigkeit zu konzentrieren und alle ablenkenden Gedanken, Geräusche und Störungen zu ignorieren. Mit der Zeit geht das sicher leichter als am Anfang.
  • Wenn Sie sich Namen schwer merken können: Lernen Sie jemanden kennen, achten Sie genau auf seinen Namen. Das verhindert, dass Sie im Laufe des Gesprächs nochmals danach fragen müssen, weil er Ihnen inzwischen wieder entfallen ist.
  • Finden Sie Ihr geparktes Auto leichter wieder, indem Sie sich Fixpunkte in der unmittelbaren Umgebung merken – eine Plakatwand, ein Kiosk oder ein Brunnen.
  • Schärfen Sie Ihre Sinne, indem Sie beim Genuss von Musik einmal genau auf den Rhythmus und die verschiedenen Instrumente achten. Oder schauen Sie aus dem Fenster und versuchen Sie, draußen so viele Details wahrzunehmen, wie nur eben möglich.
  • Nehmen Sie eine alte Zeitung und streichen Sie zügig bestimmte Buchstaben an - z. B. jedes “M“ oder “B“. Sie werden gerade anfangs sicher einige Buchstaben auslassen- aber das ist normal. Mit jedem Üben werden Sie besser!

 

Brain-Fitness

Ab dem dreißigsten Lebensjahr verlangsamt sich das Denken. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit abnimmt, mit der wir erfassen und lernen. Diese Fähigkeit können Sie allerdings auch trainieren und somit geistiges Anti-Aging betreiben.

Eine Übung für die geistige Fitness: Nehmen Sie sich eine alte Zeitung und streichen Sie dieses Mal alle Wörter an, in denen ein Buchstabendoppel (z. B. „mm“ oder „nn“) auftritt oder in denen zweimal der gleiche Buchstabe vorkommt (z. B. das „a“ in Waschlappen). Grundvoraussetzung ist natürlich, dass Sie hier auf Zeit trainieren und versuchen, allmählich schneller zu werden. Verlieren Sie Ihren Ehrgeiz dabei nicht – es wird sich bezahlt machen.

 

Relax! Entspannen Sie sich

Viele Menschen, die Konzentrations- und Gedächtnis-Defizite aufweisen, sind keineswegs krank oder leiden unter einer Gehirnstörung. Im Gegenteil stellt es sich immer wieder heraus, dass Gedächtnisschwächen oft nur ein Symptom von zu viel Stress, beruflicher Überlastung, Übermüdung, Frustration oder des Burn-Out-Syndroms darstellt. Die gesundheitlichen Folgen von (Dauer-)Stress sind hinlänglich bekannt: Magengeschwüre, Herzrhythmusstörungen, Hörsturz.

Sollten diese Symptome auch Sie betreffen, müssen Sie etwas tun. Sie können klärende Gespräche führen, Entspannungsübungen durchführen, die Stressfaktoren so gut es geht vermeiden oder auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Lernen Sie, im richtigen Moment abzuschalten und loszulassen - auch wenn Ihnen das anfangs schwer fallen mag. Auch Ihr Gedächtnistraining sollten Sie immer entspannt beginnen. Schließen Sie dazu beispielsweise Ihre Augen, denken an etwas Schönes und zählen beim Ein- und Ausatmen jeweils langsam bis fünf. Oder greifen Sie auf alt bewährte Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Meditation zurück.

 

Setzen Sie ihren Lerntyp ein

Um Ihre Gedächtnisleistung zu optimieren, sollten Sie auch Ihrem Lerntyp entsprechend vorgehen. Nur so kann Ihr Gehirn die eingehenden Informationen auch richtig verschlüsseln, speichern und jederzeit wieder aufrufen. Je nach Veranlagung und Gewohnheit bevorzugt jeder Mensch zum Lernen andere Sinnesorgane. Es gibt daher drei verschieden Arten von Lerntypen:

  • Der visuelle Lerntyp lernt hauptsächlich durch Sehen und Beobachten.
  • Der auditive Lerntyp lernt am besten über das Hören.
  • Der motorische Lerntyp lernt am ehesten über Bewegungserfahrungen, z. B. beim Gehen.

Versuchen Sie herauszufinden, welchem dieser Lerntypen Sie zuzuordnen sind. Beachten Sie aber, dass kaum jemand ein rein visueller, auditiver oder motorischer Typ ist. Achten Sie in nächster Zeit einmal bewusst darauf, welche Sinne Sie bevorzugen. Verstehen Sie Texte besser, wenn Sie mit Illustrationen versehen sind? Ist es Ihnen lieber, wenn Ihnen jemand einen Zeitungsartikel vorliest, oder lesen Sie diesen lieber selbst? Sind Sie sich erst Ihrer Stärken bewusst, können Sie sie auch besser für Ihr ganz persönliches Gedächtnistraining einsetzen:

  • Sind Sie der visuelle Typ, behalten Sie Informationen am besten, wenn Sie sich diese bildlich vorstellen und in Ihrer Fantasie so drastisch wie möglich ausschmücken.
  • Als auditiver Typ nutzen Sie Sprache und Klänge zum Lernen. Verwenden Sie Reime und lassen sich Texte laut vorlesen.
  • Der motorische Typ lernt am besten, indem er selbst etwas tut. Nutzen Sie daher Körperbewegungen oder gestalten das „Problem“ rhythmisch. Eine Telefonnummer können Sie sich z. B. besser über die Bewegungen auf der Eingabetastatur einprägen. Laufen Sie zum Lernen eines Textes im Zimmer auf und ab. Einen langen Bankcode prägen Sie sich am besten über rhythmisches Sprechen ein.

 

„Alltägliches“

Sie kennen das: Wann war noch mal ...? Wo hab ich nur ...? Wie hieß er noch ...? Für die vielen Fälle des „alltäglichen Vergessens“ gibt es ebenso viele Hilfen für das Gedächtnis.

 

Die liebe Müh mit den Zahlen

Sie können sich Zahlen bzw. Zahlenkombinationen partout nicht merken? Telefonnummern können Sie sich beispielsweise im Zweier- oder Dreierrhythmus einprägen. So wird aus der langen Nummer 621943 schnell ein leichter zu merkendes 62-19-43 bzw. 621-943.

Wenn Sie eher zu der „mathematikbegeisterten“ Sorte Mensch gehören bzw. einfach gerne rechnen, versuchen Sie, in langen Zifferreihen oder Telefonnummern ein mathematisches Schema zu entdecken. So wird z. B. die Nummer 47 28 256 zu 4 x 7 = 28 x 2 = 56. Manchmal finden sich auch einfache Zahlenkombinationen wieder wie auf- oder absteigende Zahlenreihen. Andere Nummern enthalten Spiegelungen, z. B. die Zahlenreihe 836 638. Die Fantasiebegabten können sich Zahlenkombinationen auch anhand einer kleinen Geschichte merken. Nehmen Sie zum Beispiel die Zahl 11 90 00: Wenn 11 Männer 90 Minuten lang unentschieden spielen, dann steht es am Ende 0 : 0. Oder: Wenn man zwei Liebende für fünf Minuten allein lässt und sie nicht Acht geben, wissen sie zwei Wochen später, dass sie in neun Monaten zu dritt sind. Die Zahlenkombination zu dieser Geschichte ist 258 293.

Ganz raffinierte Leute merken sich Zahlen anhand von Symbolen. Dazu werden Bilder gewählt, die von der Form her an die jeweilige Zahl erinnern. Ein Schwan könnte somit für die Zwei, eine Sanduhr für die Acht und ein vierblättriges Kleeblatt für die Vier ausgesucht werden. Wenn Sie sich dann Ihren EC-Karten-Code (z. B. 5482) merken wollen, denken Sie doch einfach, dass Sie mit Ihrer Hand ein vierblättriges Kleeblatt pflücken, wofür Sie sich allerdings beeilen müssen, da hinter Ihnen ein Schwan her ist. Sie wissen ja: Je ausgefallener die Geschichte ist, desto besser können Sie sich diese einprägen.

 

Wann war mein Termin doch gleich?

Gehören Sie etwa auch zu den Menschen, die immer wieder in Stress geraten, weil es Ihnen nicht selten passiert, dass Sie einen Termin verpassen oder gar ganz vergessen? Hier eine Trick, wie Sie garantiert keinen Termin mehr versäumen:

Verwenden Sie Zahlenbilder, wie im vorhergehenden Absatz beschrieben. Nehmen Sie diese „Zahlen“ als volle Stunden. Wenn Sie also zum Beispiel um ein Uhr zum Mittagessen verabredet sind, wickeln Sie gedanklich einen Spagetti (= ein Uhr) um eine Gabel. Die viertel und halben Stunden können Sie mit einer Torte im Gedächtnis behalten, je nach Bedarf ein viertel, ein halbes oder drei viertel Stück. Wenn Sie also um 17.15 Uhr Ihre Tochter vom Ballettunterricht abholen sollen, stellen Sie sich gedanklich vor, wie Sie auf Ihrer Hand (= fünf) balancierend eine viertel Torte mitbringen.

 

Texte lesen und behalten

Damit Sie Texte besser behalten können, sollten Sie drei Lerntechniken miteinander kombinieren:

  • Wiederholen
  • Auf das Wesentliche reduzieren
  • Assoziieren

Schrittweise sieht das folgendermaßen aus:

  • Lesen Sie den Text zweimal durch.
  • Das erste Mal überfliegen Sie ihn nur; das zweite Mal lesen Sie ihn aufmerksamer durch.
  • Versuchen Sie nach dem zweiten Lesen, die einzelnen Hauptargumente des Textes zu erfassen und versuchen Sie diese zentralen Punkte auf einem separaten Blatt Papier so kurz und prägnant wie möglich zu formulieren.
  • Jetzt kommt der „spannende“ Teil: Stellen Sie sich diese von Ihnen herausgeschriebenen Begriffe bildlich vor und verbinden Sie diese in der Reihenfolge, wie sie auch im Text vorkommen, den Sie gelesen haben.
  • Markieren Sie sich die Kernaussagen des Originaltextes zusätzlich mit einem Highlighter oder machen Sie sich eine Randnotiz.

Das klingt komplizierter und langwieriger als es ist - und vor allem: So behalten Sie garantiert viel mehr von dem was Sie lesen.

 

Noch mehr „alltägliches Vergessen“

  • Wenn Ihnen nachts im Bett noch etwas Wichtiges für den nächsten Tag einfällt, sollten Sie ein Buch auf den Boden legen oder Ihre Pantoffel verkehrt herum drehen. Wenn Sie am Morgen darüber stolpern, wird Ihnen wieder einfallen, worüber Sie in der Nacht nachgedacht haben.
  • Wenn Sie befürchten, etwas Wichtiges wie ein Termin oder eine Besorgung zu vergessen, schreiben Sie es auf einen Notizzettel und kleben Sie diesen an eine Stelle, an der Sie garantiert oft vorbeigehen: an den Badezimmerspiegel, die Wohnungstür oder an die Kaffeemaschine.
  • Damit Sie beim Verlassen der Wohnung wichtige Dokumente oder Bücher nicht vergessen, legen Sie sich einen Gegenstand auf Tasche oder Jacke, der Sie daran erinnert, die betreffenden Unterlagen mitzunehmen. Oft reicht für diesen Zweck sogar schon eine einfache Büroklammer.

 

Ohren waschen ist nicht alles

Wahrscheinlich ist es Ihnen auch schon einmal passiert, dass ein Vortrag völlig an Ihnen vorbeigerauscht ist und Sie sich an nichts mehr erinnern konnten. Denn auch Zuhören will gelernt sein. Wie langweilig kann es doch werden, einem zwar durchaus interessanten, aber monotonen und ausschweifenden Redner zuzuhören. Da drehen die Gedanken schon gern einmal ab. Damit Ihnen das beim nächsten Mal nicht passiert, hier einige Tipps für „aktives“ Zuhören.

Denken Sie mit, wenn Sie einem Vortrag lauschen. Hinterfragen Sie, ob die Äußerungen mit Ihrer eigenen Meinung übereinstimmen. Versuchen Sie herauszufinden, worauf der Redner hinauswill. Auch zwischen den Zeilen zu hören, kann die „Langeweile“ verkürzen. Stellen Sie sich Fragen zum Gesprächsinhalt und ziehen Sie in Redepausen Resümee über das gerade Gehörte.

 

Frei reden ohne Panik

Viele Menschen haben Angst, bisweilen gar Panik, vor Publikum frei zu reden. Einer der Hauptgründe dafür ist die Furcht, etwas zu vergessen, den Faden zu verlieren und dann ratlos am Rednerpult zu stehen. Allein bei dem Gedanken daran kriegt der eine oder andere schon verschwitzte Hände. Damit keine Erinnerungslücken entstehen und sich das Lampenfieber in Zukunft in Grenzen hält, hier einige wertvolle Tipps:

  • Notieren Sie alle wichtigen Aussagen, Ideen und Zitate zu Ihrem Vortrag.
  • Bringen Sie Ihre Gedanken in Form einer kurzen Gliederung zu Papier.
  • Zu jedem Punkt der Gliederung notieren Sie sich einige Stichworte auf Karteikarten (maximal zehn Karten).
  • Bei der Aufzählung von Fakten können Sie auf eine der weiter oben genannten Assoziationsmethoden zurückgreifen.
  • Lernen Sie die ersten Sätze und den Schluss Ihres Vortrags auswendig. Das nimmt das Lampenfieber etwas weg und gibt Ihnen ein sicheres Gefühl.
  • Üben Sie Ihre Rede mit lauter Stimme mehrmals vor dem Spiegel.
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Es ist unglaublich, wie stark die Gedächtnisleistung nachlässt, wenn man nicht ausreichend trinkt.
Am eigenen Leibe erfahren.