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Geotope

Natürliche Architektur

Sie sind einzigartig, wunderschön und meist die Wahrzeichen einer Region. Die Architektin dieser Gebilde ist immer die Gleiche: die Natur. Und deshalb haben Geotope eine besonders große und wichtige geowissenschaftliche Bedeutung. Sie sind Zeugnisse der Erdgeschichte und der Entstehung einer Landschaft. Zum Tag des Geotops am dritten Sonntag im September werden die natürlichen Kunstwerke von uns gewürdigt und drei der bekanntesten vorgestellt.

Externsteine

Bei den Externsteinen im Teutoburger Wald (Nordrhein-Westfalen) handelt es sich um eine Gruppe von 13 freistehenden Sandsteinfelsen (bis 38 m hoch); vielleicht war das einmal eine germanische Kultstätte. In einem Felsen ist eine Reliefdarstellung der Kreuzabnahme eingehauen. Im Mittelalter war diese Stätte ein Wallfahrtsort, heute ist es ein Naturschutzgebiet.

Topmodels in Naturlandschaften

Geotope haben eines gemeinsam: Sie sind Objekte von besonders auffälliger, natürlicher Ästhetik und gleichzeitig sind sie aussagekräftig für die Entstehung der Landschaft, in der sie sich befinden. Sie sind Wissenschaftsobjekt, Naturdenkmal und Kulturgut in einem und häufig sagenumwoben. Geotope können dabei aber ganz unterschiedlicher Herkunft, Größe und Optik sein. Der kleine Markgrafenstein, der größte Findling in Norddeutschland, wird ebenso als Geotop bezeichnet wie die gesamte Feldberger Seelandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings wird zwischen Geotopen, Geotop-Ensembles und Geotop-Landschaften unterschieden. Innerhalb dieser Kategorien differenzieren Fachleute zwischen Aufschlüssen (z. B. Fossilien und Gesteine), Formen (z.B. Seen- und Moorbildungen) und Quellen (z .B. Mineral- oder Solequellen).

Ob und warum ein Geotop als Geotop ausgezeichnet wird, das entscheidet die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e. V., die auch den Tag des Geotops ins Leben gerufen hat. Drei der bekanntesten und bedeutendsten Geotope Deutschlands sind:

Kreidefelsen auf der Insel Rügen

Rügen ist die größte deutsche Insel. Sie liegt in der Ostsee und wird durch den Stralsund von Vorpommern getrennt. Rügen gehörte mit der dänischen Insel Mon zu einem größeren Plateau aus Muschelkalk, das durch tektonische Bewegungen an die Erdoberfläche gedrückt worden war. Der größte Teil dieser Landmasse ist durch Erosion und Verwerfungen wieder verschwunden, übrig blieben die beiden Inseln mit ihren charakteristischen Kreidefelsen.

- die Kreideküste auf Rügen: Caspar David Friedrich hat sie in einem seiner berühmtesten Gemälde verewigt und das nicht ohne Grund. Beeindruckende 120 Meter hoch ragen die weißen Kreidefelsen aus dem Meer und erstrecken sich über acht Kilometer entlang der Küste Rügens. Bei der Kreide handelt es sich um schwach verfestigte Karbonate mit eingelagerten Feuersteinen und etwa 1.400 verschiedenen fossilen Organismen.

Weinfelder Maar in der Eifel

Ein Maar ist eine durch vulkanische Gasexplosionen entstandene kraterartige Vertiefung in der Erdoberfläche. Maare finden sich besonders in der Eifel und in der Auvergne (Frankreich).

- die Vulkaneifel: Dass es auch in Deutschland Vulkanismus gab, davon zeugt die Eifel und in ihr zum Beispiel der Windsborn-Bergkratersee, die Dauner Maare und das Ulmener Maar. Ein Maar ist eine ovale oder kreisförmige, trockene oder mit Wasser gefüllte Mulde, die durch einen Vulkanausbruch entstanden ist. Das Ulmener Maar ist Deutschlands jüngster Vulkan und vor rund 10.000 Jahren zuletzt ausgebrochen.

Helgoland aus der Luft

Die Nordsee-Insel Helgoland liegt in der Deutschen Bucht.

- Helgoland: Leuchtend rot ragen die Felsen der Insel Helgoland aus dem Wasser. Die Hauptinsel besteht aus Buntsandstein und die „Düne“ aus eiszeitlichen Ablagerungen wie Muschelkalk und Kreide. Beide entstanden über einem Salzstock in den Tiefen der Nordsee und bilden zusammen eines der berühmtesten Naturlandschaften und Wahrzeichen Deutschlands.

 

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wissen.de-Autorin Lena Riemenschneider, Sept. 2012
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