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Gesunde Haarpflege

Erst die Pflege macht den Unterschied zwischen Strubbelköpfchen und Glamourhead. Eine riesige Produktpalette stellt uns zwar vor die Qual der Wahl - aber die Beherrschung einiger Grundregeln ist wichtiger als der Griff zur richtigen Tube.

Waschen

Ob Hochpreisprodukt oder Discountware: beim Shampoo ist weniger mehr. Ein kleiner Klecks und ein Waschgang genügen. Auch bei langem Haar nur den Kopf einseifen, die Spitzen kriegen beim Abspülen genug ab. Wirklich schmutzig wird unser Haar nur selten, und Staub und lose Partikel werden durchs Bürsten entfernt.

  • Nur milde Shampoos verwenden, Spezialpflege gegen Schuppen oder Fett nicht dauerhaft. Öfter mal das Shampoo wechseln und gelegentlich, vor allem vor dem Färben oder Tönen, ein Peeling-Shampoo einsetzen.
  • 2-in-1-Shampoos sind praktisch für Eilige, lagern sich aber recht stark ab und sind daher nur für kräftiges bis trockenes Haar zu empfehlen.
  • Alle Rückstände müssen gut ausgespült werden, wenn die Frisur nach dem Trocknen optimal fallen soll.
  • Nicht zu heiß waschen. Der letzte Spülgang sollte kühl sein, damit sich das beim Waschen aufquellende Haar wieder etwas zusammenzieht.

Zusatzpflege

Spülungen sind tatsächlich hilfreich, um die Schuppenschicht der Haare zu glätten und sie dadurch besser kämmbar und glänzender zu machen. Alle Spülungen sollten nach kurzer Einwirkzeit gründlich mit klarem Wasser ausgespült werden, um das Haar nicht zu "beschweren".

  • Bei normalem oder sehr kurzem Haar ist eine Spülung nach jeder Wäsche keineswegs erforderlich. Bedenken sollte man auch, dass die enthaltenen Konservierungs- und Farbstoffe eine Belastung für die Umwelt darstellen.

Haarkuren haben einen leicht sauren pH-Wert (3) und wirken daher nach dem alkalischen Färben und Dauerwellen (7-9) neutralisierend. Ihre Inhaltsstoffe ziehen den Haarschaft etwas zusammen und binden Feuchtigkeit. Insbesondere trockene und spröde Spitzen wirken glatter, glänzender und elastischer.

  • Eine Alternative ist die gelegentliche Sauerspülung "Marke Eigenbau" mit Zitronensaft oder Essig (im Verhältnis 1:4 mit Wasser verdünnt).
  • Kurpackungen sollte man länger einwirken lassen, wobei Wärme (vorgewärmte Handtücher um den Kopf wickeln) das tiefe Eindringen ins Haar noch begünstigt.
  • Praktische Nicht-Ausspül-Kuren können die Frisierbarkeit erschweren. Die enthaltenen Harze und Silikone lagern sich recht hartnäckig auf dem Haar ab. Wenn es schlapp und kraftlos erscheint, liegt das häufig an zu gut gemeinter Pflege!

Trocknen, Styling und Finish

© Schwarzkopf & Henkel

Nasses Haar ist empfindlicher, da vom Waschen etwas aufgequollen. Also nicht rubbeln und nicht sofort bürsten. Sanft mit dem Handtuch ausdrücken und vorsichtig mit einem breiten Kamm von unten her entwirren. Vor allem sprödes, gesplisstes Haar nicht mit heißem Föhn und Heizwicklern traktieren. Generell gilt für alle Haartypen: Handtuchtrockenes Haar mäßig warm in Wuchsrichtung föhnen.

Richtiges Zubehör ist das A und O. Jenseits des Bürstenschnitts braucht man Klettwickler und Papilloten für weiche Locken, elektrisch aufheizbare Wickler für schnelles Styling und eventuell einen Lockenstab für Korrekturen. Minimum ist eine Rundbürste mit Metallkern für das Föhnen von Innen- wie Außenwellen.
Bürsten und Kämme aus Naturmaterialien reißen weniger als andere und verhindern eine elektrostatische Aufladung der Haare. Versteht sich von selbst, dass man auch das Haar-Zubehör regelmäßig mit etwas Shampoo auswäscht.

Bürsten wird heute nicht mehr besonders groß geschrieben. Es kann aber eine sanft massierende, anregende Wirkung auf die Durchblutung der Kopfhaut haben. Bei fettigem Haar verteilt sich das Fett so besser auf alle Haare. Wenn Sie nicht gerade ein wichtiges Date haben, sollten Sie Ihrem Haar diesen natürlichen Schutz ruhig mal gönnen.

  • Für den Fall, dass Sie ganz schnell "entfetten" müssen, hilft Trockenshampoo - eigentlich nichts anderes als Puder, der allerdings empfindliche Kopfhaut reizen kann. Vorsichtig im Haar verteilen, kurz einwirken lassen und dann gründlich ausbürsten.

Echte Innovationen für das Frisurenfinish sind Glanzsprays und Wet Gels - die Schaumfestiger, mit denen man sogar Farbreflexe ins Haar schleusen kann. Die Zeit der Betonköpfe ist vorbei, trotzdem will das Dosieren auch bei leichten Haarsprays geübt sein. (Pump-) Spray ist nach wie vor das beste zum Fixieren der fertigen Frisur. Vorher mit flüssigem oder Schaumfestiger in Form bringen. Haarwachs ist eher etwas für dicke Lockenköpfe oder Naturkrause, bei feinem Haar klebt es zu stark.

Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten

Allergiker und kritische Verbraucher wollen zunehmend wissen, welche Substanzen sie eigentlich Haut und Haaren zumuten. Auf jedem Produkt müssen die Inhaltsstoffe in der so genannten INCI Nomenklatur (beginnend mit den größten Anteilen) aufgelistet sein. Um dieses Kauderwelsch besser zu verstehen, können Sie sich bei Verbraucherschutz-Institutionen oder Testzeitschriften wie Verbraucherministerien oder Öko-Test informieren, ob die in Ihren Pflegeprodukten (oder auch Lebensmitteln oder Kosmetika) enthaltenen Stoffe als "empfehlenswert" gelten oder nicht.

Gesa Gunturu
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