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Gesunder Schlaf im Alter – Wovon erholsame Nächte abhängen

Viel Energie verlangt das alltägliche Leben nicht nur jungen Menschen ab. Auch im Seniorenalter ist ein vitales Lebensgefühl wichtig, um den tagtäglichen Aufgaben gewachsen zu sein. Nebst gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung spielt hier auch der Schlaf eine entscheidende Rolle. Für viele Senioren beginnt mit dem abendlichen Zubettgehen jedoch ein Kampf um Minuten. Fällt das Ein- oder Durchschlafen schwer, wirkt sich das auf die Lebensqualität aus. Grund genug, das eigene Schlafverhalten genauer zu betrachten und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Ab Fünfzig sinkt die Schlafqualität

Ist die anfängliche Zeit der schlaflosen Nächte einmal überwunden, reguliert sich das Schlafbedürfnis des Menschen schnell. Schon Kinder und junge Erwachsene finden am Abend leichter in den Schlaf und haben auch mit dem Durchschlafen weniger Probleme. Dies ändert sich jedoch mit zunehmendem Alter wieder. Insbesondere Menschen ab fünfzig Jahren klagen zunehmend über Schlafstörungen. Wie eine Statistik verrät, leiden 35,8 Prozent aller Frauen zwischen fünfzig und 59 Jahren hierunter. In der gleichen Altersgruppe betroffen ist mit 27,2 Prozent der Männer eine ebenso beträchtliche Personenzahl. Bei Frauen und Männern zwischen sechzig und 69, sowie siebzig und 79 verschlimmert sich die Lage noch.

Balkendiagramm
Anteil der Menschen mit Schlafstörungen im Alter
Doch auch ein verändertes Schlafbedürfnis stellt sich bei Senioren ein. „Im Alter verringert sich die zum Schlafen benötigte Zeit weiter. Zwischen sieben und acht Stunden benötigen die meisten Menschen. Einige brauchen noch neun Stunden, andere fühlen sich auch mit fünf bis sechs Stunden ausgeruht.“ (Quelle: https://www.welt.de/wissenschaft/article153770727/So-viel-Schlaf-braucht-ein-Mensch-wirklich.html) Dass der Schlafbedarf grundsätzlich sinkt, sollte jedoch nicht zu der Annahme verleiten, dass der individuelle Mensch tatsächlich weniger Schlaf braucht. Wer sich am Morgen schlapp und müde fühlt und über den Tag verteilt immer wieder mit starker Erschöpfung kämpft, findet während der Nachtstunden keine ausreichende Erholung.

Viele Senioren, die Probleme mit dem Schlafen haben, versuchen dieses Problem zunächst durch Verhaltensänderungen in den Griff zu bekommen. Ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten, kein übermäßiger Kaffeekonsum und auch die Umstellung der eigenen Ernährung sind Punkte, die bereits für eine Verbesserung sorgen können. Senioren, die am Abend im Bett mit dem Tablet lesen, sollten dies ebenfalls überdenken, da solche elektrischen Geräte zu Einschlafproblemen führen können. Viele E-Reader und auch Tablets verfügen inzwischen über eine spezielle Funktion, die die Displaybeleuchtung an das abendliche Lesen anpasst. Wer nicht ohne Tablet ins Bett geht, sollte daher wenigstens eine solche Funktion nutzen.

Oft stellt sich auch nach großen Veränderungen des alltäglichen Lebens keine nennenswerte Besserung des eigenen Nachtschlafes ein. Haben die Schlafstörungen zu diesem Zeitpunkt ein immer ausgeprägteres Maß erreicht, sollte auch der Hausarzt einmal nachsehen. Mögliche Ursachen wie Schlafapnoe oder Bluthochdruck und Herz-Rhythmus-Störungen können dann unter Umständen behandelt werden.

Das Bett als zentraler Punkt

Hat der behandelnde Arzt keine körperlichen Ursachen für die Schlafprobleme finden können und sind bisherige Bemühungen zur Verbesserung der eigene Situation nicht von Erfolg gekrönt, kann auch das Schlafzimmer selbst Verursacher der Störungen sein. Vor allen Dingen das eigene Bett sollten Senioren dann genauer unter die Lupe nehmen. Oftmals nämlich entsprechen Matratze und Bettrahmen nicht mehr den persönlichen Bedürfnissen und hindern Körper und Geist am Finden entspannter Ruhe.

Schlafzimmer mit Doppelbett
Boxspringbetten eignen sich dank ihrer Höhe und ihres Aufbaus auch für Senioren.
Das alte Bett aus dem Schlafzimmer zu verbannen und gegen ein geeigneteres Modell auszutauschen, kann im Kampf gegen Schlafprobleme sinnvoll sein. Immer wieder empfohlen werden hier Boxspringbetten, da diese den Bedürfnissen von Senioren in besonderem Maße entsprechen.

Dies liegt vor allem an der Höhe eines solchen Bettes. Während gewöhnliche Bettrahmen inklusive Matratze für Senioren zu niedrig sind und Probleme beim Aufstehen oder Hinlegen verursachen, kommt ein Boxspringbett seinem Besitzer im wörtlichen Sinne entgegen. Mit einer Liegehöhe zwischen fünfzig und siebzig Zentimetern ist es auch dann die richtige Wahl, wenn das Aufstehen im Alter schwerer fällt.

Was die Schlafqualität betrifft, weisen Boxspringbetten ihren konventionellen Verwandten gegenüber Vorteile auf. Die Zusammensetzung von

  • Box,
  • Matratze
  • und Topper

sorgt einerseits für angenehmeren Liegekomfort und fördert andererseits ein gesundes Schlafklima.  Senioren haben hier die Wahl zwischen Toppern aus Visco-Schaum und solchen aus Kaltschaum. Vor allem, wenn Gelenk- und Rückenschmerzen die Nachtruhe stören, kann die entlastende Wirkung eines Visco-Toppers Linderung verschaffen. Um das richtige Boxspringbett zu finden, sollten sich Senioren vorab mit ihren Wünschen und Vorstellungen beschäftigen. Schläft ein Paar gemeinsam in einem Bett, ist die Auswahl des passenden Härtegrades und einer ausreichend großen Liegefläche ebenfalls wichtig.

Klima und Gestaltung im Schlafbereich

Gesunder Lebensstil und angenehmes Liegegefühl im Bett sind bereits zwei wichtige Faktoren, wenn es um erholsamen Schlaf geht. Entscheidend ist jedoch auch, wie die Schlafumgebung aussieht und in welchem Klima sich Frauen und Männer betten.

Bett mit aufgeschlagenem Buch
Ruhige und helle Farben fördern erholsamen Schlaf während der Nacht.
So ist es grundsätzlich empfehlenswert, das Schlafzimmer nicht zu stark zu beheizen. Offizielle Empfehlungen zur Raumtemperatur belaufen sich auf 16 bis 18 Grad. Abendliches Lüften vor dem Schlafen sorgt dann für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit und schont somit die Schleimhäute. Wer die Luftfeuchtigkeit während der Nacht unterstützen möchte, kann ein feuchtes Handtuch aufhängen oder Zimmerpflanzen im Schlafbereich aufstellen. Gartenlexikon.de empfiehlt Grünpflanzen mit großen Blättern, da diese das Raumklima positiv beeinflussen.

Soll das Schlafzimmer auch optisch schlaffördernd wirken, empfehlen sich besonders helle und ruhige Farbtöne für Boden und Wände. Creme, Beige, Pastellfarben und Hellgrau schaffen eine freundliche Atmosphäre, in der abendliches Entspannen leichter fällt. Auch Heimtextilien und Accessoires wie Kissen, Tagesdecken und Vorhänge sollten in ruhigen Tönen gehalten sein und nicht über starke Muster verfügen. Und wer sich während der Nachtstunden von Straßenlaternen vor dem Fenster gestört fühlt, verdunkelt das Schlafzimmer mit einem blickdichten Vorhang oder Rollo.

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