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Glaube und Religionen

Warum glauben die Menschen an Gott?

Solange es Menschen gibt, gibt es auch den Glauben an eine höhere Macht. Der Glaube an höhere Mächte, an einen Gott oder etwas Heiliges, das über allem anderen steht - und der Welt und dem Leben einen Sinn gibt, das ist vereinfacht gesagt, Religion. Zu Beginn der Menschheitsgeschichte verehrten die Menschen viele verschiedene Götter, vor etwa 3500 Jahren begannen die Juden als Erste an einen einzigen Gott zu glauben. Heute gibt es auf der Welt fünf große Religionen, zu denen sich die meisten Menschen bekennen: das Judentum, das Christentum, der Islam, der Hinduismus und der Buddhismus.

Welche Religion ist die Älteste?

Das Judentum ist die älteste Religion, die wir kennen. Auf ihr begründen sich auch die beiden anderen großen Weltreligionen - das Christentum und der Islam. Die meisten Juden, die sich selbst das „Volk Israel" nennen, leben heute im Staat Israel oder in Nordamerika. Der wichtigste Grundsatz dieser Religion ist der Glaube an den Messias, einen Gesandten Gottes, der auf die Welt kommt, um Frieden zu stiften. Das Gotteshaus der Juden ist die Synagoge, zu ihren heiligsten Stätten gehört die Klagemauer in Jerusalem.

Woher kommt das Christentum?

Das Christentum hat seine Wurzeln im Judentum und entstand etwa vor 2000 Jahren in den Ländern des römischen Reiches. Ähnlich wie die Juden glauben die Christen an einen Erlöser; im Hebräischen heißt Erlöser Messias - im Griechischen Christus. Der Glaube an den Erlöser (Christus) gab der Religion ihren Namen. Das Lehrbuch des Glaubens ist die Bibel. Die Geschichten aus der Bibel kennt jedes Kind, ganz gleich, welcher christlichen Kirche es angehört. Denn das ist das Besondere am Christentum: Es gibt mehrere Konfessionen (Kirchen), die gleichermaßen den christlichen Glauben vertreten. Hierzulande gibt es unter anderem die katholische und die evangelische Konfession, in anderen Ländern gibt es unterschiedliche, orthodoxe Kirchen, die sich auch zum christlichen Glauben bekennen. Damit ist das Christentum am Weitesten verbreitet.

Warum beten Muslime auf dem Teppich?

Die zweitgrößte Weltreligion ist der Islam. Das Wort bedeutet „Hingabe an Gott". Der Freitag ist der Feiertag der Muslime. Alle Betenden knien gen Mekka nieder. Der Islam ist nicht nur ein Glaube, sondern eine Lebensweise. Er regelt alle Bereiche des Lebens: die Essgewohnheiten und die Kleidung, die Erziehung und die Wirtschaft. Die Muslime verehren einen Gott: „Allah" - und Mohammed war sein Prophet. Das Gotteshaus der Muslime ist die Moschee und dort wird freitags gebetet. Um die täglichen Gebete, die jeder Muslim fünf mal verrichten muss, an einem würdigen Ort abzuhalten, benutzen die Gläubigen einen Gebetsteppich. Dieser soll immer nach Mekka (dem heiligen Ort der Muslime) ausgerichtet sein. Damit die Gläubigen wissen, wo das liegt, ist in vielen Gebetsteppichen ein Kompass eingenäht.

Wo leben Hindus?

Menschen, die sich zum Hinduismus bekennen, leben überwiegend in Indien. Sie glauben an mehrere Götter, die wichtigsten sind jedoch Vishnu und Shiva. Der Glauben der Hindus ist vielfältig und ziemlich kompliziert, das Schönste daran ist aber wahrscheinlich der Glaube an die Wiedergeburt. Es gibt also nicht nur ein Leben nach dem Tod, sondern - je nachdem wie das vergangene Leben verlaufen ist - mehrere Chancen, ein gottgefälliges Leben zu führen. Weil man im neuen Leben durchaus auch als Tier wiedergeboren werden kann, essen viele Hindus kein Fleisch.

Ist Buddha ein Gott?

In Asien leben besonders viele Menschen nach den Lehren Buddhas. Diese Religion hat keinen Gott. Buddha, der Begründer dieser Religion, forderte keinen Glauben, sondern Einsicht und Erkenntnis. Die Buddhastatuen, die angebetet werden, gelten als Vorbilder, die den Menschen helfen sollen, auf den richtigen Weg zu finden. Der bekannteste Buddhist ist der 14. Dalai-Lama Tenzin Gyatso. Er ist das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Er gilt als göttliche Wiedergeburt und sollte er einmal sterben, so geht seine Seele auf ein neugeborenes Kind über, das ihm in seinem Amt als Oberhaupt nachfolgen wird.

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