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Gleich nur auf dem Papier?

Der Kampf der Frauen um Gleichberechtigung begann vor weit über 100 Jahren. Vorbei ist er noch immer nicht.

Kein Wahlrecht, keine Berufsausbildung, keine öffentliche Beteiligung – was Frauen noch vor 150 Jahren bedingungslos hinnehmen mussten, kommt Mädchen wie Jungen im 21. Jahrhundert nur noch absurd vor. Selbstbewusste junge Frauen lassen sich eine gute Ausbildung nicht nehmen, die Stimme nicht verbieten, und auf dem Papier herrscht sowieso Gleichberechtigung. Aber der Schein trügt: Gelebte Gleichstellung haben wir noch längst nicht erreicht.

Der kleine Unterschied in Zahlen und Fakten

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Frau am Herd?
Die Zeiten, in denen Jungen aufs Gymnasium und Mädchen auf die Volksschule geschickt wurden, sind lange vorbei. Frauen sind die Bildungsgewinner der vergangenen Jahrzehnte und haben die Männer heute in vielen Bereichen sogar überholt. 47 Prozent der jungen Frauen zwischen 20 und 29 Jahren konnten 2011 eine Fachschulreife oder ein Abitur vorweisen – in derselben Altersklasse verfügen nur 40 Prozent der Männer über die begehrte Studienberechtigung. Auch bei den weiterführenden Abschlüssen steht das angeblich schwache Geschlecht stark da: 27 Prozent der 25- bis 34jährigen Frauen, aber nur 25 Prozent der gleichaltrigen Männer besitzen in Deutschland einen (Fach-)Hochschulabschluss oder einen Meisterbrief – beste Voraussetzungen für eine steile Karriere.

Genau an diesem Punkt aber wird aus dem kleinen Unterschied ein ziemlich großer Graben, denn trotz aller gesetzlich bescheinigten Gleichberechtigung sind es noch immer vor allem die Frauen, die neben ihrer Karriere auch die Kinderbetreuung in die Hand nehmen. Nur knapp acht Prozent der erwerbstätigen Männer, aber fast 40 Prozent der Frauen arbeiteten 2010 in Deutschland in Teilzeit. Keine Überraschung: Fast 62 Prozent der Teilzeitarbeiterinnen waren Mütter mit Kindern – so die Erkenntnis der OECD-Studie „Closing the Gender Gap“.

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von wissen.de-Redakteurin Alexandra Mankarios, März 2013
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