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Oelberg, Mittelgebirge
Stephan Mense
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Lüneburgerheide
Waldgaertner
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Ammersee
NASA, Washington DC
Versperrter Weg
Beim Abschmelzen der Eismassen wurden gewaltige Mengen Wasser freigesetzt. Das natürliche Gefälle hätte einen Abfluss nach Norden zur Folge gehabt. Diese Richtung wurde jedoch durch die Gletscher versperrt. Deshalb suchte sich das Wasser seinen Weg zumeist nach Westen und grub sich, verstärkt durch die Flüsse aus dem Mittelgebirge, mit der Zeit tief in den Boden ein. Diese Täler sind heute noch auf jeder topographischen Karte gut sichtbar. Die Elbe folgt beispielsweise nördlich von Magdeburg einem solchen Urstromtal. Der Weg, den sich die Aller gesucht hat, markiert ebenfalls ein Urstromtal. Und auch die Weser wird auf diese Weise nach Westen abgelenkt, bevor sie in die Nordsee mündet.
Starke Veränderung
Jeder Gletscher schiebt in seinen Wachstumsphasen eine große Menge Geröll vor sich her. Zieht sich der Gletscher zurück, bleibt die so genannte Endmoräne liegen. Diese Erhebungen bilden nun beispielsweise in der Lüneburger Heide einen breiten, teilweise in sich noch gegliederten Höhenzug. Ein anderer Landrücken folgt in einigem Abstand dem Verlauf der Ostseeküste, er kennzeichnet den Höchststand der jüngsten Eiszeit. Die Eismassen der Gletscher veränderten die ursprüngliche Landschaft sehr stark. Sie schürften tiefe Mulden aus und bedeckten weite Teile mit den Geröllmassen, die sie mit sich führten. Nach dem Abschmelzen hinterlässt der Gletscher eine hügelige Moränenlandschaft. Die ausgeschürften Becken wurden mit Wasser gefüllt, daraus entstanden zahlreiche Seen. Die Kuppen der Moränen sind heute mit Laubmischwald bestanden und bilden zusammen mit den Seen eine liebliche und abwechslungsreiche Landschaft. Derartige Seenplatten finden sich in Holstein bei Plön, bei Mecklenburg und auch östlich der Oder auf polnischem Gebiet.
Mittelgebirge entstehen
Nach ihrem Rückzug hinterließen die Gletscher eine aufgewühlte, vegetationslose Landschaft. Der Wind, der über diesen ungeschützten Boden wehte, trug alle feinen Anteile fort und lagerte sie entlang der Mittelgebirge wieder ab. Dieser wechselnd breite, zum Teil meterhohe Lößstreifen verwischt teilweise den Übergang zu den Mittelgebirgen. Der nördliche Teil der Lößzone, in dem der Löß nur oberflächlich verlehmt ist, bildet in Sachsen die Pflegen. Auch südlich von Hannover verläuft in West-Ostrichtung ein Lößstreifen. Diese sehr fruchtbaren Böden werden heute größtenteils landwirtschaftlich genutzt.
Viel Schotter bei München
Jeder weiß, dass in den Alpen Gletscher zu finden sind. Allerdings hat auch das Alpenvorland sein jetziges Erscheinungsbild den Gletschern der Eiszeiten zu verdanken. Wie in Norddeutschland traten im Pleistozän, also vor etwa 1,8 Millionen Jahren, die Gletscher mehrmals aus den Tälern der Alpen heraus und bildeten ausgedehnte Vorlandgletscher. Die maximale Ausdehnung ist auch hier durch Endmoränenwälle gekennzeichnet, die in Deutschland einen Bogen vom südlichen Ende der Schwäbischen Alb nach München schlagen. Die Schmelzwässer der Gletscher führten große Mengen Schotter mit sich. In Zonen, in denen sich die Fließgeschwindigkeit verlangsamte, wurde der Schotter schließlich abgelagert. Durch den sich immer wieder verändernden Flusslauf bildeten sich so mit der Zeit große, ebene Flächen mit Schotter. Das bekannteste Beispiel ist die Münchner Hochebene, ein Schotterfeld der letzten Eiszeit.
Land der langen Seen
Auf ihrem Weg ins Alpenvorland schürften die Gletscherzungen tiefe Mulden aus. Nach dem Abschmelzen entstanden daraus viele bayerische Seen, wie etwa der Bodensee, der Starnberger See und der Ammersee. Sie haben durch die Ausschürfung alle eine längliche Form, und man kann sich daher gut vorstellen, auf welchem Weg die Eismassen über das Gebiet hinwegzogen. Wie in Norddeutschland lagerten auch hier die Gletscher bei ihrem Rückzug den mitgeführten Schutt ab. Durch die Kombination von Ausschürfung und Ablagerung entstand entlang des Alpenrandes eine hügelige und sehr abwechslungsreiche Landschaft, die heute ebenso wie die Seenplatten in Norddeutschland viele Touristen anzieht.
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