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Großbritannien und die Englische Sprache

Wo erhalte ich Informationen über Englischkurse?

Eine Liste privater Sprachschulen, die vom British Council anerkannt sind, ist in der Berliner Niederlassung des British Council erhältlich. Der British Council veröffentlicht ebenfalls Informationsblätter zu Englischkursen, die vom English Studies Information Service (ESIS) veröffentlicht werden. Adresse:

The British Council
Hackescher Markt 1
10178 Berlin
Tel: (030) 311 0990
Fax: (030) 311 09920
www.britishcouncil.de

oder:

The British Council Information Centre,
Bridgewater House, 58 Whitworth Street,
Manchester M1 6BB, UK
Tel: +44 161 957 7000
Fax: +44 161 957 7111
Education Information Service,
The British Council,
10 Spring Gardens,
London SW1A 2BN, UK
Tel: +44 207 930 8466
Fax: +44 207 839 6347

Wie viele Menschen auf der Welt sprechen Englisch?

Englisch ist eine der am meisten benutzten Sprachen auf der Welt. Aus jüngsten Schätzungen geht hervor, dass mehr als 337 Millionen Menschen Englisch als Hauptsprache, und etwa 350 Millionen Englisch als Zweitsprache benutzen. Die größte Zahl Englischsprecher gibt es in Amerika, wo Englisch die Muttersprache von mehr als 226 Millionen Menschen ist. Etwa 3000 englischsprachige Zeitungen erscheinen in Indien, wo Englisch neben Hindi Amtssprache ist.

Englisch ist auch die bevorzugte Sprache des internationalen Geschäftsverkehrs. Über 80% aller elektronisch gespeicherten Informationen auf der Welt sind in englischer Sprache, etwa zwei Drittel aller Wissenschaftler auf der Welt lesen Fachliteratur in Englisch. In mehr als 75 Territorien der Welt ist Englisch Amtssprache oder genießt einen Sonderstatus.

Wenn auch die übrigen Länder der Welt kein Englisch sprechen, übernehmen sie aber Wörter aus dem Englischen in ihre Sprache: So gehen die Japaner auf ein „pikunikku" (picnic), die Italiener programmieren ihre Computer mit „il software", die Deutschen sprechen über ein „Image-Problem", die Franzosen freuen sich auf "le weekend" und an Stelle von „hello" benutzen die Tschechen „ahoi!", was besonders interessant ist, da dies der traditionelle Gruß englischer Seeleute ist, die Tschechen aber an keiner Küste Anteil haben!

Warum werden so viele englische Wörter ganz anders ausgesprochen als geschrieben?

Beware of heard, a dreadful word,
That looks like beard and sounds like bird,
And dead: its said like bed, not bead,
For Goodness sake, dont call it deed!
Watch out for meat and great and threat,
They rhyme with suite and straight and debt.
(Unbekannt)

Die englische Rechtschreibung ist bestenfalls unberechenbar und manchmal total chaotisch - eine Auffassung, der sich zweifellos britische Schulkinder ebenso anschließen würden wie Englischschüler in aller Welt. Aus Untersuchungen der Sprache hat sich ergeben, dass es im Englischen nur etwa 400 Wörter gibt, deren Schreibung vollkommen unregelmäßig ist. Leider gehören viele davon zu den am häufigsten gebrauchten Wörtern der englischen Sprache. Das Problem mit der englischen Orthographie entstand im Zuge der Sprachentwicklung über einen Zeitraum von 1000 Jahren. Manche Komplikationen ergaben sich schon früh, als die Römer versuchten, mit den 23 Buchstaben des lateinischen Alphabets das Altenglische - mit seinen nahezu 40 Vokalen und Konsonanten - schriftlich festzuhalten.

Auch der Einfluss der französischen Sprache wirkte sich in der Zeit nach der Eroberung des Landes durch die Normannen auf die englische Orthographie aus. Französische Sekretäre ersetzten neben anderen Änderungen das altenglische „cw“ durch „qu“, vgl. queen, und „h“ durch „gh“, vgl. night.

Die Einführung der Druckerpresse im Jahre 1476 führte allmählich zur Standardisierung der Rechtschreibung. Das System orientierte sich an der Sprechweise im Londoner Raum. Die Aussprache der Vokale erlebte weitere Veränderungen im 15. Jahrhundert, aber wegen der Verbreitung der Druckerpresse kam die Rechtschreibung nicht mehr nach.

In früheren Zeiten hätten Schreibkundige einfach die veränderte Aussprache durch eine neue Schreibweise zum Ausdruck gebracht. Die moderne englische Rechtschreibung spiegelt also bei manchen Wörtern eine bis aufs Mittelalter zurückgehende, veraltete Aussprache wider.

Trotz zahlreicher Versuche, in Großbritannien eine Rechtschreibreform durchzuführen, hat sich bisher nichts geändert - und das schon seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr. In erster Linie liegt das daran, dass man sich nicht darüber einigen kann, welche Alternative vorzuziehen wäre.

Haben Wales, Schottland und Nordirland eine eigene Landessprache?

Am Anfang des 20. Jahrhunderts konnte die Hälfte der Bevölkerung von Wales das zur keltischen Sprachfamilie gehörende Walisisch sprechen. Aber die Zahl der Walisischsprechenden ist ständig zurückgegangen, und heute beherrscht nur noch jeder fünfte Waliser die Sprache.

Sowohl die Regierung als auch ehrenamtliche Gruppen haben sich bemüht, die walisische Sprache wieder zu beleben. In den Schulen wird der zweisprachige Unterricht gefördert, und auch in Radio- und Fernsehprogrammen wird jetzt mehr Walisisch gesprochen.

Gälisch, eine weitere keltische Sprache, wird in Schottland von ungefähr 70000 Menschen gesprochen - wobei die meisten Gälischsprechenden auf den Hebrideninseln zu finden sind. Das Wort „whisky“, das ein berühmtes alkoholisches Getränk aus Schottland bezeichnet, leitet sich vom gälischen uisce beatha (Wasser des Lebens) ab.

Im schottischen Tiefland sprechen die Menschen seit Jahrhunderten Scots (Schottisch), einen Dialekt, der sich von der in Northumbria gängigen Variante des Altenglischen ableitet und mit dem Gälischen nichts gemeinsam hat. Es gibt eine anerkannte literarische Tradition, in der auch die Lyrik von Robert Burns steht, und im 20. Jahrhundert kam es zu einer Wiederbelebung der schottischen Dialektdichtung.

Auch die Iren sprechen Gälisch, und die Sprache wird heute noch in Nordirland und der Republik Irland unterrichtet. Bei der Volkszählung von 1991 wurden in Nordirland 142'000 Personen ermittelt, die die irische Variante von Gälisch sprechen.

Warum wird Englisch mit verschiedenen Akzenten gesprochen?

Viele Briten können die Herkunft eines Gesprächspartners am Akzent erkennen. In jeder Region werden die Worte und Sätze der englischen Sprache auf ganz charakteristische Weise ausgesprochen, so dass die Sprecher einer ganz bestimmten geographischen Region zugeordnet werden können. Diese Unterschiede entstanden während des Mittelalters, als es mehrere verschiedene Varianten der englischen Sprache gab - Nordenglisch (das sich aus dem in Northumbria gesprochenen Altenglisch entwickelt hatte), das Englisch der West- und East Midlands (das sich von dem im Königreich Mercia gesprochenen Altenglisch abgespalten hatte), Südwestenglisch (Westsächsisch) und Südostenglisch (Kentisch).

Nach 1500 entwickelte sich das in London gesprochene Englisch zur dominanten Form, und heute wird der Londoner- bzw. südenglische Dialekt meist als korrektes Englisch akzeptiert. Manchmal spricht man auch von „BBC Englisch“, weil früher alle Ansager im BBC Radio und Fernsehen diesen Dialekt sprechen mussten.

Doch regionale Akzente haben sich über die Jahrhunderte erhalten, und die Unterschiede sind nun noch stärker ausgeprägt. Heute kann ein Sprecher durch seinen Akzent entweder ganz allgemein einer Region zugeordnet werden - wie z.B. Westengland oder Südwales - oder auch ganz spezifisch einer einzelnen Grafschaft oder Stadt, z.B. Liverpool, Yorkshire oder Glasgow.

Früher wurde bei öffentlichen Reden oder Radio- und Fernsehsendungen ausschließlich sogenanntes „Standard English“ gesprochen, aber heute hört man in den Medien vielfach auch regionale Akzente.

Was versteht man unter „Cockney rhyming slang“?

Echte „Cockneys“ waren früher eigentlich nur in einem eng begrenzten Teil Londons zu finden. Traditionell konnten sich nur diejenigen, die in Hörweite der Bow Bells, der Glocken der Kirche St. Mary-le-Bow in Cheapside in der Londoner City, geboren wurden, als waschechte „Cockneys“ bezeichnen. Aber die wahre Heimat der Cockneys ist das Londoner East End.

Wie viele andere kleine Bevölkerungsgruppen hatten die Cockneys zahlreiche Wörter und Ausdrücke, die innerhalb der Gruppe eine besondere Bedeutung hatten. Aber sie trieben das ganze auf die Spitze, indem sie einen komplett neuen Dialekt entwickelten - den so genannten „rhyming slang“, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Umlauf ist. Dabei wird ein Wort durch einen anderen Begriff ersetzt, der sich darauf reimt. Aus „stairs“ (Treppe) wird zum Beispiel „apples and pears“ (Äpfel und Birnen), „phone“ (Telefon) wird „dog and bone“ (Hund und Knochen) und „word“ (Wort) wird „dicky bird“ (Vögelchen). Noch verwirrender wird das ganze für Uneingeweihte dadurch, dass der reimende Teil des Begriffes oft noch weggelassen wird: „daisies“ (Gänseblümchen) bedeutet zum Beispiel „boots“ (Stiefel) von „daisy roots“.

Manche Leute klagen, dass der sich reimende Slang nur dazu dienen soll, dem Cockney einen Vorteil im Umgang mit Fremden zu geben - der gewiefte Cockney erblickt einen aufmerksamen oder neugierigen Fremden und verfällt in rhyming slang, damit man ihn nicht versteht!

Aber viele umgangssprachliche Ausdrücke sind vom rhyming slang abgeleitet, und sogar in den heiligen Hallen des Unterhauses wurde der eine oder andere Ausdruck schon vernommen, z.B. „lets get down to brass tacks“ will heißen „lets talk facts“ - kommen wir zur Sache!

Was sind die wichtigsten Minderheitensprachen?

Die afrokaribische Bevölkerung Großbritanniens hat keine eigene Sprache, obwohl viele Westindier der zweiten und sogar der dritten Generation einen englischen Dialekt sprechen, das so genannte Kreolisch bzw. jamaikanische Kreolisch (eine Mundart).

Die asiatischen Bevölkerungsgruppen in Großbritannien sprechen eine Reihe von verschiedenen Sprachen - wobei die Schriftsprache sich oft von der gesprochenen Sprache unterscheidet. Die Sprachen Indiens und Pakistans sind Hindi und Urdu. Auch nordindische Sprachen werden in Großbritannien vielfach gesprochen - Pandschabi, Gudscharati und Bengali. Diese drei Sprachen gehen alle auf Sanskrit zurück, die klassische Sprache des alten Indien, aber das heißt nicht unbedingt, dass die eine von den Sprechern der anderen verstanden werden kann. Die am weitesten verbreitete Minderheitensprache in Großbritannien ist Pandschabi, gefolgt von Urdu, Bengali und Gudscherati.

Zwei der wichtigsten chinesischen Dialekte, die von den in Großbritannien ansässigen Chinesen gesprochen werden, sind Kantonesisch - die Sprache der Stadt Hongkong und der Provinz Guangdong - und Hochchinesisch, das von den Bewohnern des chinesischen Festlands gesprochen wird.

Danksagung

Die hier präsentierten Texte sind uns mit freundlicher Genehmigung der Britischen Botschaft auf nicht-kommerzieller Basis zur Verfügung gestellt worden.Weitere Informationen über Großbritannien finden Sie auf den unten genannten Webseiten der Britischen Botschaft.
Kontakt: Britische Botschaft, Wilhelmstr. 70-71,
10117 Berlin, Germany Tel +49 (0)30 20457-0

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