Lexikon: Ramadan
Der Koran, die Bibel der Muslime, schreibt den 9. Monat des muslimischen Mondjahres (354 Tage), Ramadan, als 30-tägigen Fastenmonat vor. Als Mondmonat wandert Ramadan (lailat al-qadr - "Nacht der Macht") durch alle Jahreszeiten. Ramadan wird ausgerufen, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals wieder mit bloßem Auge sichtbar ist. In der 27. Nacht des Monats Ramadan soll Mohammed (570-632), der Begründer des Islams, seine erste Offenbarung durch den Engel Gabriel empfangen haben.
Lexikon: Fasten und Beten im Ramadan
Das Fasten gehört zu den fünf heiligen Pflichten der Moslems (Glaubensbekenntnis, die fünf täglichen Gebete, Pilgerfahrt nach Mekka und Hilfe für die Armen). Das Fasten, das während dieses Monats vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang dauert, verlangt vom Moslem einen eisernen Willen. Zum Fasten verpflichtet sind alle Moslems. Kranke Menschen, Schwangere, stillende Mütter, Kinder unter zwölf Jahre, Reisende und Soldaten im Krieg sind vom Fastengebot ausgenommen. Ältere Menschen und menstruierende Frauen brauchen ebenfalls nicht zu fasten. Ihnen wird aber nahe gelegt, die Fastentage nachzuholen. Zum Fasten gehört auch der Verzicht auf jegliche flüssige Nahrung sowie der Verzicht auf Genussmittel (Tabak) und körperliche Liebe. Mahlzeiten werden ausschließlich in der Nacht eingenommen.
Wer die Fastenregel bewusst übertritt, kann diese Sünde durch das Geben von Almosen oder durch die Speisung von Armen wieder gut machen. Den heiligen Monat nutzen die Gläubigen für das Studium des Korans. Nach Sonnenuntergang treffen sich Verwandte und Freunde zum gemeinsamen Essen und Beten. Der Ramadan gilt auch als der Monat der Nächstenliebe und der guten Taten und dient der religiösen Erneuerung. Er soll den Gläubigen helfen, sich nicht allzu sehr an weltliche Dinge und körperliche Bedürfnisse zu binden. Darüber hinaus lehrt das Fasten den Moslem, seinen Körper zu beherrschen und die Leiden der Armen zu verstehen. Dadurch wird der Mensch den Engeln ähnlich, kommt Gott näher und gewinnt Gottes Anerkennung, was als das höchste Ziel des Menschen im Islam gilt. Grundsätzlich sind während des Ramadans keine Kriegshandlungen erlaubt. Im Krieg des Irak gegen den Iran haben beide Länder diese Vorschrift jedoch ignoriert.
Das Fasten im Ramadan hat in der gesamten islamischen Welt starke Auswirkungen auf den gesamten Tagesablauf. So wird tagsüber weniger gearbeitet, und die Ämter schließen früher. Das Leben findet mehr in der Nacht statt, wenn ausgiebig getrunken und gegessen wird. Das Ende der Fastenzeit wird mit dem Fest des Fastenbrechens (id al fitr - "kleines Fest oder "Zucker-Fest") gefeiert, das bis zu drei Tage dauern kann.
Lexikon: Mohammed (570–632)
Über das Leben Mohammeds gibt es leider nur wenige historisch verlässliche Fakten. Mohammed, mit vollem Namen Abul Kasim Muhammed Ibn Abd Allah, wurde um 570 in Mekka geboren und gehörte dem Stamm der in Mekka herrschenden Quaris an. Früh verwaist wuchs er in der Familie seines Oheims Abu Talib auf und lebte in ärmsten Verhältnissen. 590 heiratete er eine ältere Kaufmannswitwe. Nach deren Tod soll Mohammed noch mindestens neun Mal geheiratet haben. 610 begannen Mohammeds visionsähnliche Erlebnisse, die er als göttlichen Auftrag verstand, den Arabern die Botschaft von Allah, dem einzigen Gott zu verkünden. Mohammeds Erfolg als Prophet war zunächst bescheiden, da die wohlhabende Schicht des Volkes mit der drohenden Abschaffung der Vielgötterei eine Machtminderung befürchtete. Auf der Flucht vor den Nachstellungen dieses Personenkreises trat Mohammed 622 (Beginn der islamischen Zeitrechnung) mit seiner Gefolgschaft die Flucht nach Medina an. Aus den untereinander zerstrittenen Wüstenstämmen formierte Mohammed eine schlagkräftige, für die islamische Idee kämpfende Truppe. 630 konnte er im "heiligen Krieg" den Angriff auf das zum Heiligtum erklärte Mekka wagen und siegreich in seine Heimatstadt einziehen, die zum Mittelpunkt und Pilgerziel einer Weltreligion avancierte.
Lexikon: Islam
Der Islam ist eine Gesetzesreligion. Man geht davon aus, dass am Ende des Lebens die guten und die bösen Taten gegeneinander aufgewogen werden. Allerdings gibt es für einen guten Moslem keine Gewissheit, nach dem Tod ins Paradies zu kommen. Den Moslems ist es per Gesetz verboten, ihre Religion zu ändern. Als Gründungsjahr des Islam gilt das Jahr 622 n.Chr., als Mohammed mit seinen Getreuen von Mekka nach Medina floh und dort den ersten islamischen Staat gründete "Islam" bedeutet Unterwerfung, Ergebung unter Gottes Willen. Die Anhänger des Islam heißen Muslime. Ein Muslim ist jemand, "der sich unterworfen hat".
Der Islam gründet sich auf die Offenbarungen, die Mohammed vom Engel Gabriel empfangen hat und die in ihrer Gesamtheit die Suren (Kapitel) der islamischen Bibel, des Korans, bilden. Der Koran ist in Arabisch geschrieben und gilt als nicht übersetzbar.
Lexikon: Die fünf Säulen des Islam
Der Islam besteht u.a. aus "5 Säulen", die jeder Moslem streng einzuhalten hat:
- 1. Das Rezitieren des Glaubensbekenntnisses (Shahada) an den einen Gott und Mohammed als dessen Propheten.
- 2. Das 5-malige rituelle tägliche Gebet (Salat) in Richtung Mekka. Hierbei müssen bestimmte Waschungen eingehalten werden. Fester Bestandteil des Gebets ist die Rezitierung der ersten Sure (Fatiha).
- 3. Die Almosensteuer (Zakat), die den Armen zur Verfügung stehen sollen.
- 4. Das 30-tägige Fasten im Monat Ramadan (Saum, Ramasan) von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
- 5. Die Pilgerreise nach Mekka (Hadj). Jeder Moslem soll einmal in seinem Leben nach Mekka pilgern.









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