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Herbstgefahr - Achtung, Wildwechsel

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Wildschweine
Bei Tempo 50 wird das Wildschwein zum Nashorn: Ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein prallt dann mit rund zwei Tonnen auf ein fahrendes Auto auf.

 


Ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein pralle mit rund zwei Tonnen auf ein 50 km/h fahrendes Auto auf.

Keine riskanten Ausweichmanöver

Doch was, wenn ein Tier so unvermittelt auftaucht, dass ein Zusammenstoß unvermeidbar scheint? In einem solchen Fall empfiehlt der ADAC, das Lenkrad gut festzuhalten und eine kontrollierte Vollbremsung durchzuführen. Dabei sollten Autofahrer versuchen, auf ihrer Spur zu bleiben. Wer ein Tier durch Ausweichmanöver schützen will, bringt sich und andere Verkehrsteilnehmer nur unnötig in Gefahr. Denn auch wenn bei einer Kollision mit einem Wildtier starke Kräfte wirken, ist das Verletzungsrisiko dabei immer noch geringer, als wenn man stattdessen mit einem anderen Auto oder einem Baum kollidiert.

Totes Reh am Straßenrand
Schätzungsweise eine Viertelmillion größere Wildtiere gerät alljährlich unter die Räder - darunter besonders viele Rehe.

Der Zusammenprall mit einem Reh, Hirsch oder Wildschwein ist für Autofahrer ein Schreckmoment. Trotzdem sollte man nach einem Wildunfall versuchen, Ruhe zu bewahren. Es ist jetzt wichtig, das Auto sicher zum Stillstand zu bringen, die Warnblinkanlage einzuschalten und die Unfallstelle zu sichern. Unter Umständen gibt es auch Verletzte, die Hilfe brauchen. Anschließend sollte so schnell wie möglich die Polizei informiert werden. Wer das nicht tut und ein verletztes oder totes Tier einfach mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.

Immer die Polizei verständigen

Bis die Beamten eintreffen, können Autofahrer schon einmal Fotos von der Unfallstelle und dem angefahrenen Tier anfertigen. Aber Achtung: Ein verletztes Tier sollte wenn möglich nicht angefasst werden. Es könnte Schmerzen haben, in Panik zubeißen und dabei möglicherweise Tollwut übertragen.

Wichtig zu wissen: Auch wenn keine Menschen zu Schaden gekommen sind und das verletzte Wildtier wieder im Wald verschwunden ist, sollte die Polizei verständigt werden. Diese informiert dann den Revierinhaber, der nicht nur eine Unfallbescheinigung für die Versicherung ausstellt. Er muss das angefahrene Tier auch aufspüren und je nach Schwere der Verletzung von seinem Leid erlösen.

DAL, 08.11.2017
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