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Hurrikan Harvey

Wie entstehen tropische Wirbelstürme?

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Überschwemmungsgebiet in New Orleans, 4.9.2005
Der Wind war schlimm, aber der Regen war schlimmer: Halb New Orleans versank 2005 in den Fluten.

Faktor Klimawandel

Ein Beispiel für einen Hurrikan der höchsten Kategorie war Katrina. Dieser Wirbelsturm hinterließ im August 2005 besonders in den US-Bundesstaaten Florida, Louisiana, Mississippi, Alabama und Georgia Schäden von umgerechnet mehr als 125 Milliarden Euro. 1.800 Menschen starben, fünf Millionen waren tage- bis wochenlang ohne Strom, eine Million Menschen wurden obdachlos. Der Hurrikan gilt bis heute als eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA.

Bisher galten solche Wirbelstürme eher als die Ausnahme: Im 20. Jahrhundert ereignete sich ein Sturm dieser Intensität nur alle 20 Jahre. Durch den Klimawandel könnten Wirbelstürme dieser Kategorie jedoch häufiger werden. Der Grund: Werden die tropischen Meere wärmer, entsteht mehr Wasserdampf und somit auch mehr potenzielle Energie für die daraus entstehenden Stürme.

In Zukunft mehr Katrinas?

Bereits in den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Zahl solcher Superstürme zugenommen und Klimamodelle lassen für die Zukunft eine weitere Verstärkung dieses Trends erwarten. Steigen die globalen Temperaturen um zwei Grad an, könnte ein Katrina-Sturm jedes zweite Jahr auftreten. Gleichzeitig könnten sich auch die Begleiterscheinungen solcher Wirbelstürme verstärken. Denn wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern, die dann in Form von extremen Niederschlägen abregnet.

Aus diesem Grund werden Wissenschaftler in Zukunft wohl noch mehr in Hurrikanprognosen investieren müssen als jetzt schon. Bereits heute stecken Länder wie die USA viel Zeit, Geld und Manpower in die Vorhersage der Wirbelstürme. Das US-National Hurricane Center in Miami überwacht beispielsweise die Wirbelstürme des tropischen Atlantiks, des Ostpazifiks und des Golfs von Mexiko mit Satelliten und Flugzeugen.

Eyewall des Hurrikans "Katrina" (2005)
Die "Hurricane Hunters" der US-Luftwaffe fliegen sogar ins Zentrum der riesigen Tiefdruckwirbel. Das sogenannte Auge ist von hochreichenden Quellwolken, dem "Augenwall" (eng.: Eyewall), umgeben.

Die Hurrikan-Beobachter

Um möglichst genaue Informationen zu erhalten, werden nach der Lokalisierung eines Wirbelsturms zusätzlich Spezialflugzeuge entsandt. Seit 1943 fliegen die "Hurricane Hunters" der US-Luftwaffe ins Zentrum der riesigen Tiefdruckwirbel, um Windgeschwindigkeiten und -richtungen, Lage und Größe des Auges sowie Luftdruck und thermische Verhältnisse innerhalb des Sturmes zu bestimmen.

In der Kommando-Zentrale am Boden werten Meteorologen die Daten aus. Eine Warnung an die Bevölkerung wird veröffentlicht, wenn eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein Hurrikan in den folgenden 36 Stunden ihren Wohnort erreichen könnte. Nur eine rechtzeitige Ankündigung stellt sicher, dass die Menschen vor der drohenden Katastrophe fliehen können.

DAL, 30.08.2017
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