In Deutschland gibt es rund 82 Millionen Menschen und fast 55 Millionen Kraftfahrzeuge - Autos, Lastwägen, Motorräder. Die brauchen jede Menge Platz. Aber auch Grasfrösche, Wildschweine oder Luchse wollen leben. Und weil diese Tiere sich in der Stadt gar nicht wohl fühlen, müssen wir ihnen eine Ecke oder Nische in der Natur freihalten.
Kein Platz zum Leben
Spatzen finden fast überall ein Körnchen zum Picken und manches Grünzeug bahnt sich sogar einen Weg durch Teerstraßen. Doch nicht jeder ist ein Anpassungskünstler.
Viele Tiere und Pflanzen finden nichts mehr zu fressen bzw. können nirgends mehr wachsen, weil ihr natürlicher Lebensraum umgepflügt oder zubetoniert wurde.
Rote Liste
Weltweit stellen Wissenschaftler regelmäßig fest, welche Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Ihre Namen werden alle auf der so genannten Roten Liste festgehalten. Diese zeigt so ähnlich wie die rote Karte im Fußball: „Stop, so gehts nicht weiter!“
Leider ist die „Liste“ ein ziemlich dickes Buch, in dem über 12.000 Tier- und Pflanzenarten genannt werden.
In manchen deutschen Bundesländern steht bereits die Hälfte aller frei lebenden Tierarten auf der Roten Liste.
Wildnis in Deutschland
Früher wurden manche Tierarten regelrecht ausgerottet. Heute haben jedoch viele Menschen eingesehen, dass die Welt ohne Artenvielfalt ein ganzes Stück ärmer wäre. Deswegen werden Luchs und Biber nicht mehr verfolgt, sondern wir freuen uns, wenn sie wieder ein Plätzchen zum Jagen und Nagen finden können.
Naturschutzgebiete sind oft die letzten Rückzugsräume für seltene Tiere und Pflanzen. In ganz Deutschland gibt es viele solche Gebiete - je nach Größe und Beschaffenheit nennt man sie auch Naturparks, Biosphärenreservate oder Nationalparks.
Natur in Deutschland hat ganz unterschiedliche Gesichter:
- Hohe Berge und tiefe Wälder wie im Bayerischen Wald,
- weite Küsten wie am Norddeutschen Wattenmeer ,
- Jahrhunderte alte, von Menschen geprägte Kulturlandschaften wie die Lüneburger Heide.
Zu Gast in der Natur
Wenn ihr ein Naturschutzgebiet besucht, denkt daran: Das ist das Wohn- und Schlafzimmer für viele Lebewesen. Bitte benehmt euch entsprechend - es gehört nun mal nicht zum guten Ton, Müll in der Wohnung fremder Leute liegen zu lassen.
Achtet auf Gebotsschilder. Regeln sind wichtig, damit Tiere und
Pflanzen sich möglichst ungestört entwickeln können.
Deshalb
ist es in vielen Naturparks nicht gestattet, die ausgeschilderten Wege zu
verlassen oder Pflanzen zu pflücken.
Forschen und Entdecken
In der Natur gibt es viel zu entdecken. Mit der richtigen Forscherausrüstung macht ein Ausflug in die Wildnis noch mehr Spaß:
- Ein Tier- und Pflanzenbestimmungsbuch verrät euch, was hier alles grünt und blüht oder kreucht und fleucht.
- Wildlebende Tiere sind ja meist ziemlich scheu, aber vielleicht findet ihr Spuren: Federn, Haare, Fußabdrücke oder Kot.
- Mit einer Lupe oder einem Fernglas könnt ihr vieles genauer sehen.
- Ein Taschenspiegel zeigt euch, ob sich unter Blättern Insekten verstecken.
- Vielleicht wollt ihr mit einem Mikrofon Vogelstimmen aufnehmen.
Auf der Webseite „Naturdetektive“ gibt es noch mehr Forschertipps und Mitmach-Spiele.
Eltern-Tipp
Kinder sollten so viel wie möglich draußen sein. Durch Bewegung bekommen sie unersetzliche Anreize für ihre Sinne.
Halten Sie Ihr Kind bewusst an, alle Sinne einzusetzen: Schließen
Sie die Augen. Was hören Sie, was riechen Sie?
Spielen Sie Gullivers
Reisen und betrachten Sie die Welt aus verschiedenen Perspektiven. Mal sind
Sie Riese im Land der Ameisen, mal Zwerg unter hohen Bäumen.
Sie können auch einen bestimmten Baum, einen Strauch oder eine Hecke und im Lauf eines Jahres immer wieder besuchen. Was hat sich verändert?
Vielleicht führen Sie ein Tagebuch über Ihre großen
und kleinen Entdeckungen. Kleben Sie Fundstücke oder Fotos ein, zeichnen
oder schreiben Sie.
Sicher haben Sie später Spaß am gemeinsamen
Durchblättern.
Natur erleben Sie jedoch nicht nur beim Sonntagsspaziergang. Natur ist auch der Kräutertopf auf der Fensterbank oder der Laubhaufen im Vorgarten.
So vermitteln Sie Ihrem Kind die wichtige Erkenntnis, dass wir alle Teil eines großen Kreislaufs sind, den wir bewahren müssen.
Der senegalesische Häuptling Baba Dioum sagte:
„Letztendlich
werden wir nur erhalten was wir lieben.
Wir lieben aber nur, was wir kennen.
Wir
kennen aber nur, was wir selber gesehen haben.“
Buch-Tipps
Michael Scott
Young Oxford - Die Natur
Beltz
Januar 2000
160 Seiten
19,00 €
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Der große Ravensburger Naturführer
Ravensburger Buchverlag
Februar 2001
159 Seiten
14,95 €
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Valerie Tracqui
Im Wald
Ensslin
Dezember 2002
96 Seiten
7,95 €
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Angelika Lenz
Am Meer
Ensslin
März 2002
96 Seiten
7,95 €
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Christian Bouchardy
Am Teich
Ensslin
Februar 2001
96 Seiten
7,95 €
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