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Implantologie

Von unechten "Beißerchen"

Schon früh haben Menschen versucht, verloren gegangene Zähne durch Menschen- oder Tierzähne, geschnitzte Knochen oder zum Beispiel Perlmuttstücke zu ersetzen. Der Zweck dieses Zahnersatzes war jedoch eher kosmetischer Art, denn kauen konnte man damit nicht.

Das seit dem Mittelalter bekannte "Wiedereinpflanzen" heraus gefallener Zähne und deren Befestigung an den benachbarten Zähnen wurde im 16. Jahrhundert wieder entdeckt. Dafür wurden hin und wieder auch Zähne anderer Personen benutzt, die sich dafür zur Verfügung stellten oder für diese Leistung bezahlt wurden.

In seinem mehrbändigen Werk der chirurgischen Zahnheilkunde "Le chirurgien-dentiste ou traité des dents" aus dem Jahr 1746 hat Pierre Fauchard über die "Zahnüberpflanzung" berichtet und dabei das Alter der Spender und Empfänger festgelegt.

Bis in das 18. Jahrhundert war es in gehobenen Kreisen Englands üblich, Zähne, die zuvor jungen Menschen gegen Entgelt entnommen worden waren, in entstandene Lücken einzusetzen. Um ein Infektionsrisiko zu vermeiden, solle man die Zähne laut der Literatur aus jener Zeit für einige Stunden in lauwarmes Wasser legen und etwa "entartetes Blut oder Eiter in einem Stück alten, weichen Leinen abreiben".

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Alexander Stahr
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