Wie die Indianer zu ihrem Namen kamen

Vor etwa 500 Jahren wollte Christoph Kolumbus nach Indien. Den Landweg Richtung Osten kannte man schon. Er aber dachte sich: Die Erde ist rund. Wenn ich also in die andere Richtung übers Meer fahre, dann komme ich auch hin. So fuhr er mit dem Schiff los. Und er erreichte tatsächlich ein Land. Er dachte, das sei Indien. Aber das stimmte nicht. Es war ein damals unbekanntes Land. Man nannte es später Amerika. Seine Bewohner heißen aber noch heute Indianer. Richtiger wäre Ureinwohner Amerikas oder eingeborene Amerikaner.
Die Indianer sehen den Menschen aus Asien ähnlich. Man nimmt an, dass sie von dort vor etwa 25 000 Jahren eingewandert sind. Zu dieser Zeit gab es zwischen Asien und Amerika nämlich einen Landweg. Denn das Meer war um etwa 90 Meter niedriger. Diese Einwanderer bildeten im Laufe der Zeit sehr viele einzelne Gruppen oder Stämme. Jede dieser Gruppen entwickelte sich eigenständig weiter. Bei uns spricht man hauptsächlich von den Apachen, Irokesen, Sioux, Comantschen, Inuit, Azteken, Inka und in letzter Zeit auch von den Yanomami. Und nur ganz wenige entsprechen unserem Indianerbild mit Federschmuck und Friedenspfeife. Die gesamte indianische Bevölkerung umfasst noch heute mehr als 400 verschiedene Gruppen. Alle sprechen ihre eigene Sprache oder ihren eigenen Dialekt.
Indianer in früheren Zeiten
Von der Jagd in der Prärie lebten vor allem die Comantschen, die Cheyenne und die Sioux. Die Pferde, die sie um das Jahr 1630 von den Spaniern bekamen, waren bei der Büffeljagd eine große Hilfe. Die Büffel lieferten diesen Stämmen Frisch- und Dörrfleisch, Lederkleidung, Zelte, Waffen und Knochenwerkzeuge. Die Zeltstangen, zwischen die sie die Büffelhäute spannten, konnten beladen und von den Pferden gezogen werden. So waren die Indianer in der Lage den großen Büffelherden leichter zu folgen.
Viele Indianerstämme wurden auch als kriegerisch bekannt, vor allem nachdem sie im 18. Jahrhundert von Pelzjägern Feuerwaffen erhalten hatten. Unter der Führung von Kriegerhäuptlingen mussten sich die Krieger durch tapfere Taten auszeichnen. Der Federschmuck zeigte an, welchen Ruhm sein Träger erreicht hatte.
Die Indianer glaubten an Schutzgeister und Naturzauberkräfte. Der Sonnentanz sollte die Fruchtbarkeit der Jagdtiere erhalten. Durch einen Geistertanz wollte man das Vordringen der Weißen aufhalten.
Die Mitglieder der Sammlerstämme in Kalifornien sammelten Nüsse, Beeren, Wurzeln und Samen, die sie zu Brot verarbeiteten. Sie wohnten in Kuppelhütten und Erdhäusern. Im Nordwesten lebten Stämme, die sich durch die Jagd ernährten. Im Winter wohnten sie in großen Häusern, vor denen die kunstvoll geschnitzten Totempfähle standen.
Indianer heute
Für die Indianer war die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus eine bis heute andauernde Katastrophe. Ihr Land wurde ihnen weggenommen. Viele starben an eingeschleppten Krankheiten, durch Hungersnöte, bei Kriegen oder Zwangsarbeit (Arbeit, die sie unter Zwang für die Weißen verrichten mussten).
Heute leben die Indianer in Nordamerika meist verarmt in Reservaten. Das sind Gebiete, die ihnen von der Regierung zugewiesen wurden. In Südamerika blieben ihnen als Bauern nur die unfruchtbarsten Böden. Davon können sie oft nicht mehr leben. Sie müssen jede noch so schlecht bezahlte Arbeit annehmen. Sogar Kinder müssen dort oft Schwerstarbeit verrichten. Ganz wenige Stämme lebten lange Zeit ungestört in der Tiefe der Regenwälder. Auch sie sind heute durch Goldsucher, Holzfäller und neue Siedler bedroht.









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