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Jobwechsel – Wege der Veränderung

Sie sind unzufrieden mit Ihrer beruflichen Situation. Sie glauben, in einem anderen Unternehmen besser aufgehoben zu sein? Oder gefällt es Ihnen bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber, nur die Aufgaben befriedigen Sie nicht mehr? Sie wünschen sich mehr Verantwortung oder einen gänzlich neuen Arbeitsbereich? Oder denken Sie, dass Sie am besten Ihr eigener Chef sein sollten?
Zunächst sollten Sie sich diesen und allen weiteren Fragen rund um Ihre berufliche Situation offen und mutig stellen. Lassen Sie sich Zeit und finden Sie Ihre persönlichen Antworten. Erst dann sollten Sie sich entscheiden, auf welche Weise Sie Ihren Arbeitsplatz, Ihre Arbeitssituation oder Ihre Tätigkeit passend verändern können.

Unternehmenswechsel oder innerbetriebliche Veränderung?

Können Sie sich nicht vorstellen, längerfristig bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber beschäftigt zu sein? Bevor Sie den entscheidenden Schritt vollziehen und die Kündigung aussprechen, sollten Sie sich nochmals folgendes vergegenwärtigen: Warum sehen Sie keine Perspektiven in diesem Unternehmen für sich? Haben Sie von Ihrer Seite aus das Beste gegeben? Haben Sie alles versucht, die berufliche Situation im Hinblick auf eine größtmögliche Zufriedenheit für alle Beteiligten zu verändern? Überprüfen Sie anhand der folgenden Checkliste, ob Sie wirklich Ihr Potential ausgeschöpft haben:

Checkliste

  1. Haben Sie Ihre Vorgesetzten frühzeitig über Ihre berufliche Unzufriedenheit informiert?
  2. Haben Sie zusammen mit Ihren Vorgesetzten mögliche Lösungswege erarbeitet?
  3. Sind diese Möglichkeiten gescheitert oder gibt es keine befriedigenden Lösungen für beide Seiten?
  4. Wissen Sie genau, was Ihre berufliche Tätigkeit beinhalten soll?
  5. Wissen Sie genau, wie Ihr Arbeitsplatz und das Unternehmen aussehen sollen?

Sollten Sie alle Fragen mit "ja" beantwortet haben, so ist es wirklich der richtige Zeitpunkt, das Unternehmen zu wechseln. In der aktuellen beruflichen Situation werden Sie Ihre Fähigkeiten und Ihr Potential nicht ausschöpfen können. Schließlich sind Sie dann nicht nur mit einer unbefriedigenden beruflichen Situation konfrontiert, sondern Sie hemmen ebenso Ihre weitere Entwicklung und verkaufen sich "unter Wert". Also Leinen los! Beobachten Sie die Stellenanzeigen und informieren Sie sich über die Unternehmen, die für Sie interessant sein könnten. Pflegen Sie Ihre beruflichen Kontakte und strecken Sie Ihre Fühler in alle Richtungen aus. Falls Sie wissen, was Sie können und wie Ihre zukünftige berufliche Herausforderung aussehen soll, werden Sie sich sicherlich verbessern und eine neue passende Stelle antreten können.

Haben Sie die Fragen der Checkliste eindeutig mit "nein" beantwortet? In diesem Fall sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihrem Arbeitgeber nicht weiterhin treu bleiben wollen. Sie haben die Möglichkeiten innerhalb Ihres Unternehmens noch nicht ausgeschöpft. Falls keine gravierenden persönlichen Unstimmigkeiten bestehen und das Betriebsklima Ihre Entscheidung zum Wechsel des Unternehmens nicht beeinflusst, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, die Fragen der Checkliste mit Ihrem Vorgesetzten zu besprechen.

In der Regel versuchen die Vorgesetzten, Ihre Mitarbeiter so lange wie möglich und motiviert im Unternehmen zu halten. Sie haben also gute Karten, Ihre beruflichen Wünsche weitgehend umzusetzen und innerhalb des Betriebes zu wechseln. Derartige Entscheidungen und Umstrukturierungen müssen mit Bedacht vorgenommen werden. Lassen Sie Ihren Vorgesetzten genügend Zeit, um Ihre Stelle möglicherweise zu verändern oder zu erweitern. Normalerweise ist von solchen Veränderungen das gesamte Arbeitsteam betroffen, denn die Neuerungen müssen von Ihren Kollegen letztendlich mitgetragen werden. Auch wenn Sie in eine andere Abteilung wechseln, ist der geeignete Zeitpunkt und die Integration Ihrer Kollegen in den Umstieg wichtig, um die berufliche Zufriedenheit aller zu gewährleisten. Ein Jobwechsel oder Aufstieg innerhalb des Unternehmens ist ein sensibler Prozess, bei dem Fingerspitzengefühl gefragt ist.

Erwartungen an Ihre neue Tätigkeit in einem anderen Unternehmen

Sie möchten den beruflichen Neustart wagen. Mitunter haben Sie schon innerlich gekündigt und sich von Ihrer aktuellen Tätigkeit und dem Unternehmen gelöst. Dann ist es höchste Eisenbahn, sich um Ihre weitere berufliche Entwicklung zu kümmern. Zunächst steht die kritische Analyse Ihrer bisherigen Tätigkeit und Position im Unternehmen im Vordergrund. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um die Dinge schriftlich zu fixieren, die Sie gern gemacht haben, die Ihren Neigungen, Interessen und Fähigkeiten entsprechen. Was hat Sie innerhalb Ihres Berufsweges begeistert? Was waren die positiven Herausforderungen? Der schonungslose Rückblick auf Ihre berufliche Karriere ist entscheidend für den weiteren Schritt in die Zukunft. Ohne Fachkompetenz und echte Begeisterung für eine Aufgabe kann es keinen wirklichen Erfolg geben. Die kritische Retrospektive wird Ihnen klare Hinweise auf die künftige neue Tätigkeit geben.

Doch wie genau soll Ihr neuer Job aussehen? Welche Tätigkeiten möchten Sie ausüben? Wieviel Verantwortung möchten Sie in Zukunft übernehmen? Wie soll das künftige Unternehmen sein? Der folgende Test gibt Ihnen Aufschluss über die Erwartungen, die Sie an den künftigen Job stellen. Kreuzen Sie pro Themenblock zwei bis drei Möglichkeiten an. Sie erhalten einen Überblick über die vorrangigen beruflichen Erwartungen. Diese Liste hilft Ihnen, Ihre Vorstellungen nicht aus den Augen zu verlieren. Bei Vorstellungsgesprächen könnte die Checkliste die Grundlage Ihrer Verhandlungsführung sein.

Checkliste: Erwartungen an den neuen Job

Welches Unternehmen ist das Passende?

  1. Hat das Unternehmen und die Branche positive Prognosen?
  2. Wie offen oder wie hierarchisch soll das Unternehmen strukturiert sein?
  3. Soll es ein mittelständischer Betrieb oder ein internationaler Konzern sein?
  4. Darf es ein junges Unternehmen sein oder eher ein etabliertes und renommiertes Unternehmen?
  5. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bietet das Unternehmen?

Anforderungen an den Arbeitsplatz:

  1. Soll es ein Großraumbüro sein oder ein Einzelbüro?
  2. Welche Arbeitszeitregelungen sind möglich?
  3. Wird im Team gearbeitet?
  4. Welche Aufstiegsmöglichkeiten bietet die Position?
  5. Soll es eine Führungsposition sein?

Erwartungen an die Tätigkeit:

  1. Weiterentwicklung Ihrer beruflichen Qualifikation
  2. Die Tätigkeit soll Spaß machen
  3. Ihre Aufgabe soll erfolgsorientiert sein
  4. Der Job soll abwechslungsreich sein
  5. Soll mit der Position Personal- oder Projektverantwortung verbunden sein?

Neue Möglichkeiten durch Weiterbildung

Ein Jobwechsel bedeutet nicht unbedingt einen Wechsel des Arbeitgebers. Durch eine geeignete Fort- oder Weiterbildung können Sie innerhalb Ihres Unternehmens eine neue Aufgabe und Position erreichen. Häufig erfüllen Arbeitgeber den Wunsch Ihrer Angestellten nach Fort- und Weiterbildung. Sie sind schließlich an gut ausgebildeten und engagierten Mitarbeitern interessiert, die oft auf dem Arbeitsmarkt schwer zu finden sind. Zudem sind Fort- und Weiterbildung beliebte Instrumente der Mitarbeitermotivation.

Wer sich neues Wissen aneignet, bleibt am Ball, ist fachlich kompetent und auf dem neuesten Stand. Damit ist er auch für andere Unternehmen attraktiv. Tatsächlich erhalten laut Umfragen des Deutschen Industrie- und Handelstages etwa zwei Drittel der Wissensdurstigen eine bessere Position. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer von Weiterbildungsprogrammen erhalten höhere Gehälter.

Größere Betriebe bieten Ihren Arbeitnehmern ein firmeninternes Weiterbildungsprogramm, das sich an den Bedürfnissen des Unternehmens, der Beschäftigten und der Branche orientiert. Meist sind die angebotenen Programme fachlich bezogen oder es werden spezielle persönliche Fähigkeiten wie Führungskompetenz oder Konfliktbewältigung vermittelt. Mit Hilfe der folgenden Checkliste können Sie Ihren persönlichen Bildungsbedarf bestimmen. Falls innerhalb Ihres Unternehmens die passenden Seminare nicht angeboten werden, können Sie auf das umfangreiche Bildungsangebot der Industrie- und Handelskammern oder weiterer privater Weiterbildungsträger zurückgreifen.

Checkliste Weiterbildung

  1. Können die derzeitigen Aufgaben problemlos erfüllt werden?
  2. Sind die fachlichen Qualifikationen für die Bewältigung der Aufgaben ausreichend?
  3. Welches Zusatzwissen ist dringend erforderlich?
  4. Welche Fortbildungen sind für die angestrebte Position notwendig?
  5. Gibt es firmeninterne Schulungen?
  6. Wie ist das Angebot an externen Weiterbildungsmöglichkeiten?

Alternative: Der Weg in die Selbstständigkeit

Das Abenteuer, sein eigener Chef zu sein, bringt viele Vorteile mit sich, ist jedoch auch mit gewissen Risiken verbunden. Dieser Schritt führt zu enormen Veränderungen im beruflichen und privaten Bereich. Bevor Sie die Selbstständigkeit beginnen, sollten Sie sich auf jeden Fall über die Vor- und Nachteile im Klaren sein. Eine Existenzgründung ist bei weitem nicht für jeden geeignet. Diese Entscheidung erfordert in jedem Fall Mut, Einsatz, Geduld und viel Selbstmotivation fordern. Sie haben meist nur dann eine Chance, sich erfolgreich auf dem Markt zu behaupten, wenn Sie neben Engagement, Durchhaltevermögen und finanziellem Rückhalt auch fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in Ihrer Branche besitzen. Trotzdem, es gibt kaum eine geeignetere Möglichkeit, sich beruflich selbst zu verwirklichen und genau das zu tun, was Sie am Besten können. In Ihren Händen liegt der Schlüssel zu Erfolg oder Misserfolg. Sie sehen die direkten Auswirkungen Ihrer Leistungen auf das Unternehmensergebnis und können den zukünftigen Kurs selbst bestimmen.

Sie denken nach wie vor, dass die Selbstständigkeit genau die richtige Herausforderung für Sie ist? Dann gilt es jetzt, Schritt für Schritt sorgfältig die nötigen Vorbereitungen zu treffen, damit Sie schon bald Ihr eigener Chef sind. Zunächst sollten Sie Ihre Stärken und Schwächen kennen, um nicht umsonst Zeit, Energie und Geld zu investieren. Erforschen Sie Ihre Persönlichkeit. Das ist nicht nur für eine Existenzgründung wichtig, sondern auch eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Klären Sie Ihre persönlichen Voraussetzungen im folgenden Test. Zur Analyse Ihrer Stärken und Schwächen gehört neben einer realistischen Selbsteinschätzung eine kritische Fremdeinschätzung. Bitten Sie Ihren Partner oder Freunde darum, Ihre Schwächen und Stärken zu bewerten. Besprechen Sie die Ergebnisse anschließend mit dem Partner oder Freunden. Sie werden nicht nur viel über sich selbst und Ihre Außenwirkung erfahren, sondern insgesamt ein präziseres persönliches Profil im Hinblick auf Ihre berufliche Selbstständigkeit entwickeln können.

Der Entschluss ist gefasst: Sie möchten Ihr eigener Chef sein. Sie stehen vor dem Schritt, Ihre Existenzgründung konkret zu planen. Welche Fragen sollten Sie sich jetzt grundsätzlich stellen? Die folgende Checkliste hilft Ihnen, die wichtigsten Aspekte im Vorfeld Ihrer Selbstständigkeit im Blick zu haben. Die Fragen, die Sie schon beantwortet haben, können Sie auf dem Ausdruck Ihrer Checkliste einfach abhaken.

Checkliste Selbstständigkeit

  1. Werden Kooperationspartner benötigt?
  2. Sind genügend Kontakte und Beziehungen vorhanden?
  3. Wie sind die Chancen für Ihr Unternehmen auf dem Markt?
  4. Wie sieht die Wettbewerbssituation auf dem Markt aus?
  5. Wie sind die langfristigen Prognosen für diese Branche?
  6. Welche Fachkompetenzen müssten von weiteren Mitarbeitern abgedeckt werden?
  7. Wo ist der optimale Standort für das Unternehmen?
  8. Welche Infrastruktur wird benötigt?
  9. Sind ausreichend finanzielle Reserven vorhanden, um auch eine längere Durststrecke zu überwinden?
  10. Steht die Familie hinter der Existenzgründung?
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