Ein Geschenk des Himmels ist sie, die Schokolade. So will es zumindest die Legende: Der gefiederte Gott des Windes - Quetzalcóatl - war es, der die Kakaobohne zu den Azteken auf die Erde brachte, den Indios galt der Kakao daher als heilige Pflanze. Sie diente als Opfergabe für Götter und Könige. Der Herrscher der Azteken soll Schokolade täglich genossen, das heißt getrunken haben. Außerdem waren die Kakaobohnen bei den Indios offizielles Zahlungsmittel: Ein Hase kostete zehn, hundert war der Preis für einen Sklaven.
Kolumbus verschmähte die Gabe

Abbildung aus dem Codes Borbonicus, 18. Jahrhundert: Quetzalcoatl ist eine Gottheit mehrerer mesoamerikanischer Kulturen Meist wurde Quetzalcoatl als große Klapperschlange mit Federn des heiligen Vogels Quetzal dargestellt. Der abgebildte Tezcatlipoca war der Gott der Nacht und der Materie.
Cortés brachte Kakao nach Europa

Zubereitung von flüssiger Schokolade bei den Maya und Azteken. Das Getränk wurde von einem Gefäß in ein anderes gegossen; so entstand der besonders geschätzte Schaum.
Die Kolonialherren ließen in den folgenden Jahrzehnten Kakaoplantagen in Mexiko und Ecuador angelegen, in Venezuela, Peru, auf Jamaika und Haiti. Bei der Zubereitung ging die alte Welt allerdings eigene Wege.
Durch den Zusatz von Zucker, Vanille oder anderen Gewürzen wurde aus der bitteren aztekischen tchocolatl die süße spanische chocolate. Vor allem Klosterküchen waren in der Entwicklung neuer Rezepte führend. Die Kakaobohnen waren den Spaniern so wertvoll, dass es fast ein Jahrhundert und die Heirat der spanischen Prinzessin Maria Theresia mit Ludwig XIII. brauchte, bis das Geheimnis des köstlichen Göttertranks nach Frankreich gelangte. 1657 schließlich kam die Schokolade nach England, und bald avancierten Schokoladehäuser in ganz Europa zu Zentren des geselligen Lebens der oberen Klassen.
1847 - die erste Essschokolade

In Deutschland gehörten der Aachener Apotheker Leonard Monheim und Franz Stollwerck zu den ersten, die sich mit der Schokoladen-Herstellung beschäftigten. Monheim – aus dessen Firma später die Ludwig Schokoladen GmbH & Co.KG wurde – begann 1857 mit der Produktion seiner „Gesundheitsschokolade“. In Holland waren es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Droste, Suchard in der Schweiz und Baker in den USA, die mit immer neuen Techniken und Mixturen produzierten. Daniel Peter und Henri Nestlé erfanden 1875 die Milchschokolade, 1913 präsentierte Séchaud in Montreux die erste gefüllte Schokolade.
Heute werden weltweit jährlich einige Millionen Tonnen Rohkakao zu Schokoladen, Pralinen oder Schokoriegeln verarbeitet. Mehr als neun Kilo nascht jeder Bundesbürger davon im Jahr (Stand: Ende 2007). Als Weltmeister im Schokoladenverzehr werden immer wieder die Schweizer und die Belgier genannt. Fakt ist: Schokolade ist zum Glück längst nicht mehr nur den Herrschern oder dem Adel vorbehalten. Aber für viele ist und bleibt sie eine himmlische Köstlichkeit. Quetzalcóatl sei Dank.






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