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Kakao – die Göttergabe

Kurze Geschichte der Schokolade

Ein Geschenk des Himmels ist sie, die Schokolade. So will es zumindest die Legende: Der gefiederte Gott des Windes - Quetzalcóatl - war es, der die Kakaobohne zu den Azteken auf die Erde brachte, den Indios galt der Kakao daher als heilige Pflanze. Sie diente als Opfergabe für Götter und Könige. Der Herrscher der Azteken soll Schokolade täglich genossen, das heißt getrunken haben. Außerdem waren die Kakaobohnen bei den Indios offizielles Zahlungsmittel: Ein Hase kostete zehn, hundert war der Preis für einen Sklaven.

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Quetzalcoatl und Tezcatlipoca
Abbildung aus dem Codes Borbonicus, 18. Jahrhundert: Quetzalcoatl ist eine Gottheit mehrerer mesoamerikanischer Kulturen Meist wurde Quetzalcoatl als große Klapperschlange mit Federn des heiligen Vogels Quetzal dargestellt. Der abgebildte Tezcatlipoca war der Gott der Nacht und der Materie.
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Die Schokolade der Maya
Zubereitung von flüssiger Schokolade bei den Maya und Azteken. Das Getränk wurde von einem Gefäß in ein anderes gegossen; so entstand der besonders geschätzte Schaum.
Infozentrum-Schokolade, Köln
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Ess- und Trinkgenuss in einem: Schokolade
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Kolumbus verschmähte die Gabe

Quetzalcoatl und Tezcatlipoca

Abbildung aus dem Codes Borbonicus, 18. Jahrhundert: Quetzalcoatl ist eine Gottheit mehrerer mesoamerikanischer Kulturen Meist wurde Quetzalcoatl als große Klapperschlange mit Federn des heiligen Vogels Quetzal dargestellt. Der abgebildte Tezcatlipoca war der Gott der Nacht und der Materie.

Als Christoph Kolumbus vor 500 Jahren auf der Insel Guanaja vor der Küste Honduras' anlegte, war unter den Willkommensgeschenken der Azteken auch ein Sack mit braunen Kakaobohnen. Da der europäische Entdecker mit dieser Gabe nichts anzufangen wusste, zeigten ihm die Einwohner, wie sie daraus tchocolatl herstellten. Vor seinen Augen zermahlten sie die Bohnen und gaben Gewürze und Wasser hinzu.
Diese erste Schokolade, ein schäumendes scharf-bitteres Gebräu, soll Kolumbus allerdings nicht geschmeckt haben. Er zeigte deswegen auch kein weiteres Interesse an dem Sack mit den Bohnen. Erst siebzehn Jahre später, im Jahr 1519, erkannte ein anderer Spanier den Wert des Kakaos.

 

Cortés brachte Kakao nach Europa

Die Schokolade der Maya

Zubereitung von flüssiger Schokolade bei den Maya und Azteken. Das Getränk wurde von einem Gefäß in ein anderes gegossen; so entstand der besonders geschätzte Schaum.

Am Hof Montezumas II. soll der Eroberer Hernando Cortés aus einer goldgefassten Schale seine erste Schokolade getrunken haben. Der göttliche Trank, schrieb der Konquistador an seinen König Karl I. von Spanien, erzeugt Kraft und bekämpft Müdigkeit. Eine Tasse dieses wertvollen Getränks ermöglicht es einem Mann, einen Tag lang ohne Verpflegung zu marschieren. Cortez nahm sich den Kakao - und zerstörte das aztekische Imperium. 1528 segelte er zurück nach Europa und brachte die braunen Bohnen an den Hof des spanischen Königs.

Die Kolonialherren ließen in den folgenden Jahrzehnten Kakaoplantagen in Mexiko und Ecuador angelegen, in Venezuela, Peru, auf Jamaika und Haiti. Bei der Zubereitung ging die alte Welt allerdings eigene Wege.

Durch den Zusatz von Zucker, Vanille oder anderen Gewürzen wurde aus der bitteren aztekischen tchocolatl die süße spanische chocolate. Vor allem Klosterküchen waren in der Entwicklung neuer Rezepte führend. Die Kakaobohnen waren den Spaniern so wertvoll, dass es fast ein Jahrhundert und die Heirat der spanischen Prinzessin Maria Theresia mit Ludwig XIII. brauchte, bis das Geheimnis des köstlichen Göttertranks nach Frankreich gelangte. 1657 schließlich kam die Schokolade nach England, und bald avancierten Schokoladehäuser in ganz Europa zu Zentren des geselligen Lebens der oberen Klassen.

 

1847 - die erste Essschokolade

Ess- und Trinkgenuss in einem: Schokolade
Die erste Firma, der es gelang, Essschokolade herzustellen, war 1847 das englische Unternehmen J. S. Fry & Sons. Das Ergebnis soll körnig gewesen sein und von ziemlich aufdringlichem Aroma. Doch damit begann der weltweite Siegeszug der Tafelschokolade.

In Deutschland gehörten der Aachener Apotheker Leonard Monheim und Franz Stollwerck zu den ersten, die sich mit der Schokoladen-Herstellung beschäftigten. Monheim – aus  dessen Firma später die Ludwig Schokoladen GmbH & Co.KG wurde – begann 1857 mit der Produktion seiner „Gesundheitsschokolade“. In Holland waren es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Droste, Suchard in der Schweiz und Baker in den USA, die mit immer neuen Techniken und Mixturen produzierten. Daniel Peter und Henri Nestlé erfanden 1875 die Milchschokolade, 1913 präsentierte Séchaud in Montreux die erste gefüllte Schokolade.

Heute werden weltweit jährlich einige Millionen Tonnen Rohkakao zu Schokoladen, Pralinen oder Schokoriegeln verarbeitet. Mehr als neun Kilo nascht jeder Bundesbürger davon im Jahr (Stand: Ende 2007). Als Weltmeister im Schokoladenverzehr werden immer wieder die Schweizer und die Belgier genannt. Fakt ist: Schokolade ist zum Glück längst nicht mehr nur den Herrschern oder dem Adel vorbehalten. Aber für viele ist und bleibt sie eine himmlische Köstlichkeit. Quetzalcóatl sei Dank.

von Michael Fischer, wissen.de
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