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Keine Schonung bei Rückenschmerzen

Nicola Hellmann (ARTE) im Gespräch mit dem Orthopäden Dr. Ulf Marnitz

90% aller Rückenschmerzpatienten sind nach vier Wochen auch ohne Behandlung schmerzfrei, etwa die Hälfte aller Bandscheibenoperationen überflüssig. Warum zu viel  Rückenschule uns krank gemacht hat und warum man sich mit Rückenschmerzen auf keinen Fall ins Bett legen sollte, erklärt Experte Dr. Marnitz im Interview.

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Dr. Ulf Marnitz, Facharzt für Orthopädie
ARTE : Was ist neu an der "neuen" Rückenschule?

Dr. Marnitz : Die klassische skandinavische Rückenschule empfahl Ende der 60er Jahre, den Rücken möglichst wenig zu belasten. Man befürchtete, dass eine zu starke (Ab)nutzung des Rückens letztendlich zu Bandscheibenvorfällen führen könnte. Diese sehr technikorientierten Vorstellungen sind in der Folge sehr stark verschult worden, alle kennen die Empfehlung, die Wasserkiste mit geradem Rücken zu heben. Diese dogmatischen Vorgaben sind mittlerweile durch  biomechanische Untersuchungen widerlegt und haben mehr Leid gebracht als Nutzen. Rückenschmerzen haben sich von Anfang der 70er Jahre bis heute verdreißigfacht, und Menschen, die den Rücken beim Sitzen oder Heben krumm machen, haben wesentlich weniger Rückenschmerzen als diejenigen, die sehr auf den geraden Rücken achten. Die neue Rückenschule ermutigt die Menschen, ihre natürlichen Bewegungsabläufe wiederzufinden und zu nutzen, die sich aus einer Kombination aus Bein-und Rückenarbeit ergeben.

Den Rücken also möglichst wenig schonen – auch bei einem Bandscheibenvorfall?

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