Die ersten Wochen des Russlandfeldzugs werden von den Nachrichten über gewaltige Kesselschlachten dominiert. Dabei gelingt es den schnellen Panzerverbänden der Wehrmacht immer wieder, starke Verbände der Roten Armee einzukesseln und in so genannten Kesselschlachten fast völlig aufzureiben.
5. Juli 1941 - Einheiten der deutschen Wehrmacht durchbrechen im nördlichen Einsatzgebiet der Heeresgruppe Süd die sowjetische Stalin-Linie, eine zum Teil mit schweren Befestigungen ausgebaute Verteidigungslinie der Roten Armee. Sie erstreckt sich vom Ostufer des Dnjestr bis in den Raum westlich von Opotschka.

Deutsche Panzer dringen weit in sowjetisches Gebiet an der Ostfront vor, um die Truppen der Roten Armee einzuschließen. In den ersten Kriegsjahren kommen vornehmlich Panzer des Typs "Kampfwagen 3" zum Einsatz, die seit dem Jahr 1936 gebaut werden und 1938/39 in einer verbesserten Version in Serie gingen.
Die Schlagkraft der deutschen Verbände wird geschwächt durch unterschiedliche strategische und taktische Vorstellungen über die Kriegführung in der Wehrmachtsspitze und Befehlsänderungen von Hitler. Starke Regenfälle erschweren außerdem den Vormarsch der deutschen motorisierten Truppen, die im Schlamm der zum Teil nicht befestigten Straßen steckenbleiben. Darüber hinaus kann das Oberkommando der Roten Armee Organisation und Schlagkraft seiner Truppen verbessern (5.8.).
Kriegsgeschehen an der Ostfront
- 5. 7.: Deutsche Truppen setzen zum Durchbruch durch die sog. Stalin-Linie an.
- 7. 7.: Wehrmachtsverbände erobern Salla an der finnischen Front.
- 8. 7.: Adolf Hitler beschließt, Moskau und Leningrad dem Erdboden gleichzumachen.
- 9. 7.: Nach Abschluss der Doppelschlacht von Bialystok und Minsk geraten 328 000 sowjetische Soldaten in Gefangenschaft. Deutsche Einheiten nehmen Schitomir, Witebsk und Pleskau (Pskow).
- 11. 7.: Bei Mogiljow überschreitet die Panzergruppe 2 unter Generaloberst Heinz Guderian den Dnjepr.
- 13. 7.: Truppen der Roten Armee erobern bei einem Gegenangriff Rogatschow und Schlobin.
- 16. 7.: Smolensk und Kischinjow werden von deutschen Einheiten erobert.
- 21. 7.: Die deutsche Luftwaffe fliegt ihren ersten Angriff auf Moskau (21.7.).
- 31. 7.: Die deutsche 16. Armee erreicht den Ilmensee.
Kesselschlachten von Bialystok und Minsk
Kesselschlachten von Bialystok und Minsk

Langer Zug sowjetischer Kriegsgefangener trifft nach verlorenem Kampf im Durchgangslager an einer der Rückzugsstraßen beim Kessel von Bialystok ein
In Kommentaren deutscher Zeitungen wird die Doppelschlacht in eine Reihe mit historischen Schlachten gestellt. Die »Münchner Neuesten Nachrichten« schreiben dazu: »Aber nur die Doppelschlacht von Bialystok und Minsk bannte eine Weltkrise. Sie rettete Europa vor der Invasion des Bolschewismus.«
Die Einkesselung großer sowjetischer Armeeverbände durch deutsche Truppen ist wichtiger Bestandteil der deutschen Strategie. Schnelle Panzereinheiten stoßen keilförmig tief ins sowjetische Hinterland vor, ohne sich auf Gefechte mit zwischen den Keilen stehenden sowjetischen Truppen einzulassen. Wenn sie die Fronttruppen der Roten Armee hinter sich gelassen haben, schwenken sie ein und schließen so gemeinsam mit der nachrückenden Infanterie die sowjetischen Verbände ein.

Nach der Doppelschlacht um Bialystok und Minsk werden zahlreiche sowjetische Soldaten von deutschen Truppen in ein Sammellager bei Minsk gebracht.
Schwer erkämpfter Erfolg bei Smolensk

In Schitomir tritt deutsche Infanterie auf Einheiten der Roten Armee.
Schon am 15. Juli hatten schnelle Panzertruppen die Außenbezirke von Smolensk erreicht. Sie sollten in einer weiten Umfassungsbewegung die dort stationierten sowjetischen Verbände einkesseln. Die Panzertruppen stießen jedoch auf massiven Widerstand der Roten Armee, der ihren Vormarsch zeitweise zum Stehen brachte. Währenddessen formierte die Rote Armee eine Verteidigungslinie rund 40 km östlich von Smolensk u.a. mit Truppenverbänden, die aus dem deutschen Kessel entkommen konnten.

Die Stadt Witebsk nördlich von Smolensk ist nur eine von vielen Städten, die die deutschen Truppen bei ihrem Vormarsch in der Sowjetunion zerstört hinterlassen.









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