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Krankenhauskeime: Gefahr in der Klinik

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Methicillin-resistente Staphylococcus aureus
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, kurz MRSA
Warum sind sie so gefährlich?

Das Problem: Infektionen mit Krankenhauskeimen lassen sich oft nur schwer bekämpfen. Denn viele der Erreger sind resistent gegen Antibiotika – die einst schärfste Waffe der Medizin gegen Bakterien. Problematisch sind in diesem Zusammenhang vor allem die sogenannten multiresistenten Keime.
Erreger wie der Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus, kurz MRSA, springen inzwischen auf fast keines der gängigen Antibiotika mehr an. Sie lassen sich besonders schwer töten und sind deshalb so gefürchtet.

Oft sind es die Patienten selbst, die solche multiresistenten Bakterien mit in die Klinik bringen. So nistet sich etwa der MRSA-Erreger erwiesenermaßen auf lange Zeit in Haushalten ein. Dort wird er über Jahre unbemerkt von einer Person an die nächste weitergegeben. Erreicht er dabei eine chronisch kranke Person oder wird von Betroffenen in ein Krankenhaus getragen, kann das mitunter tödliche Folgen haben.

Händewaschende Ärzte
Durch regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen lassen sich in Kliniken und Praxen Infektionen vermeiden.

Wie kann man sich schützen?

Einen hundertprozentigen Schutz gegen Krankenhausinfektionen gibt es nicht. Allerdings wären nach Schätzungen von Experten bis zu ein Drittel aller Fälle vermeidbar: durch verstärkte Hygienebemühungen. Schon mit einfachen Desinfektionsmaßnahmen lässt sich die Übertragungskette wirkungsvoll unterbrechen – dazu zählen vor allem die gründliche Reinigung von Oberflächen sowie die Händedesinfektion. Letztere sollten nicht nur Ärzte, sondern auch Patienten und Besucher regelmäßig durchführen. Spender mit Desinfektionsmitteln sind inzwischen in den meisten Kliniken an vielen Stellen verfügbar.

Gegen multiresistente Keime sind darüber hinaus zusätzliche Maßnahmen erforderlich. So empfiehlt das Robert Koch-Institut, Risikogruppen direkt bei der Aufnahme in die Klinik auf Erreger wie MRSA zu testen. Das geht ganz schnell durch einen Nasen-Rachen-Abstrich. Wird der Keim nachgewiesen, können Patienten isoliert stationiert werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Zudem lassen sich nicht sehr dringende Operationen in einem solchen Fall verschieben. Mediziner versuchen dann zunächst, den Keim mit einer speziellen Behandlung loszuwerden. Dabei kommen in der Regel sogenannte Reserveantibiotika zum Einsatz – Medikamente, die standardmäßig nicht gegen die Erreger eingesetzt werden. Der Vorteil: Die Keime sind gegen diese Mittel noch nicht resistent. Der Nachteil: Die Reserveantibiotika wirken häufig weniger zielgerichtet, sind dadurch weniger effektiv und zudem oft schlechter verträglich.

DAL, 11.12.2017
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