Abenteuer Langhaus
Der Besuch eines original Iban-Langhauses
gehört sicherlich zu einem der unvergesslichsten Erlebnisse in Sarawak.
Man kann Einblick in die traditionelle Kultur und Lebensweise der einheimischen
Bevölkerung gewinnen und gleichzeitig die Erfahrung außergewöhnlicher
Gastfreundschaft machen.
Bis zum Anfang des Jahrhunderts waren die Iban die gefürchtesten
Kopfjäger Borneos - einige Trophäen baumeln noch heute unter
so manchem Dach einer Langhausveranda. Heutzutage geben sich die Ibankrieger
jedoch mit der 'Jagd auf Touristen zufrieden.
Die Langhäuser der Iban stehen an Flussufern
und können daher auch nur über Langboote auf dem Wasserweg erreicht
werden. Diese traditionelle Siedlungsform ist bis heute die bevorzugte Lebens-
und Wohnform der Iban. Langhäuser sind Reihenhäuser auf Stelzen
mit rund 24 Wohnungen, darin leben etwa 100 Menschen. Ein Langhaus umfasst
im Wesentlichen drei Bereiche: Die offene, flussseitig gelegene Veranda (Tanju)
erstreckt sich über das gesamte über 100 Meter lange und bis zu
40 Metern breite Langhaus. Die überdachte Veranda (Ruai) ist der Mittelpunkt
der Langhausgemeinschaft. Hier werden auch Handwerksarbeiten ausgeführt,
religiöse Zeremonien und Gerichtsverhandlungen abgehalten. Die separaten
Wohn- und Schlafräume (Bilek) der einzelnen Familien sind an der flussabgewandten
Seite aneinandergereiht.
Zu Gast bei den Iban
Für manchen Urlauber könnte der Aufenthalt
in einem original Langhaus im Dschungel einen Kulturschock auslösen,
wer allerdings das ursprüngliche Leben sucht, wird den exotischen Charme
der Wildnis genießen. Auf einer etwas abenteuerlichen Reise geht es
in einem perahu (einem schmalen, motorisierten Langboot) flussaufwärts
- auf idyllischen Wasserwegen gleitet man unter dem smaragdgrünen
Laubdach der Urwaldriesen vorbei an weißen Kieselstränden, während
Eisvögel oder Nashornvögel im Gleitflug vorbeischweben.
Bei der Ankunft im Langhaus wird man wie ein
ganz besonderer Ehrengast behandelt, und zur Begrüßung werden traditionsreiche
Tänze vorgeführt. Zuerst werden die regionalen Gottheiten in einer
rituellen Zeremonie mit Opfergaben günstig gestimmt. Danach wird dem
Gast ein oder auch mehrere Gläschen des sehr schmackhaften Tuak (selbstgebrannter
Reiswein) kredenzt, begleitet von einem festlichen Mahl mit Spezialitäten
des Landes, wie zum Beispiel Hähnchen im Bambusrohr oder roher Fisch
à la Melanau. Wenn die Gastgeber beginnen, die Gongs zu schlagen, ist
das gewöhnlich das Zeichen für den Tanzbeginn, meistens dem Ngajat.
Das Vorbild für die graziösen Bewegungen der Tänzer ist der
scheinbar mühelose Flug des Nashornvogels, des Wahrzeichens und Wappentiers
Sarawaks.
Fesselnde Geschichten aus Sarawaks sagenumwobener
Vergangenheit lassen die Zeit wie im Fluge vorbeigehen. Müde von den
vielen Eindrücken, der abenteuerlichen Bootsreise, dem festlichen Abend
mit Tanz und Tuak kann man sich schließlich in das Ruai für
eine wohl verdiente Nachtruhe zurückziehen.
Kontakt
Fremdenverkehrsamt von Sarawak
Raiffeisenstraße 8, D-97209 Veitshöchheim
Tel.: +49 (0)931 9002 104
Fax: +49 (0)931 9002 199
E-Mail: Sarawak@tmf-gmbh.de
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