Total votes: 9
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
wissen.de Artikel

Kunstwerke der Natur

Als Nationalpark wird eine großräumige Landschaft bezeichnet, die wegen ihrer Schönheit und ihrer Naturschätze von nationaler Bedeutung ist und darum geschützt wird. Nationalparks befinden sich in einem vom Menschen nicht oder nur wenig beeinflussten Zustand und dienen vornehmlich der Erhaltung eines möglichst artenreichen heimischen Pflanzen- und Tierbestands.

Bild 1 von 12
Massai in Kenia
Die Massai sind ein nomadisch lebendes indigenes Hirtenvolk in Ostafrika.Mehr dazu im Artikel: Die Nationalparks Afrikas
shutterstock.com
Bild 2 von 12
Flamingos
Flamingos im Nakuru Nationalpark, Kenia.
shutterstock.com
Bild 3 von 12
Elefant
Elefant im Lake Manyara National Park, Tanzania
shutterstock.com
Bild 4 von 12
Der Kilimanjaro (auch Kilimandscharo) in Tansania, Ostafrika
Der besondere Reiz des Nationalparks besteht in der Aussicht auf die herrliche schneebedeckte Silhouette des Kilimandscharo, die sich bei klarem Wetter zeigt. Der Besuch des Parks lohnt sich auch wegen seiner großen Wilddichte. Man trifft auf viele Großwildarten wie Giraffen, Gnus, Zebras, Onyx, Impalas, verschiedene Gazellenarten und auf über 500 Elefanten. Mehr dazu im Artikel: Die Nationalparks Afrikas
shutterstock.com
Bild 5 von 12
Ngorongoro Krater
Ngorongoro Krater mit Flamencos und Zebras in Tansania
shutterstock.com
Bild 6 von 12
Flußpferd
Flusspferd im Selous Nationalpark, Tansania
Bigstockphoto.com
Bild 7 von 12
Wassertränke in der Serengeti
Serengeti
shutterstock.com
Bild 8 von 12
Savannenlandschaft in Uganda
Afrikanische Savanne im Queen Elizabeth Nationalpark, ostafrikanisches Ruwenzori-Gebirge (auch Ruvenzori oder Rwenzori genannt)
shutterstock.com
Bild 9 von 12
Luangwa, Sambia
Luangwa (Rio Aruângua), Nebenfluss des Sambesi.
shutterstock.com
Bild 10 von 12
Löwen im Mana Pools Nationalpark
Drei junge Löwen im Mana Pools Nationalpark, Zimbabwe.
Bigstockphoto.com
Bild 11 von 12
Giraffen
Herde Giraffen galoppieren durch die afrikanische Savanne im Etosha Nationalpark, Namibia.
shutterstock.com
Bild 12 von 12
Griraffe an der Wasserstelle
Giraffe trinkt an einer Wasserstelle im Krüger National Park.
shutterstock.com

Der Amboseli Nationalpark in Ostafrika

Massai in Kenia

Die Massai sind ein nomadisch lebendes indigenes Hirtenvolk in Ostafrika.Mehr dazu im Artikel: Die Nationalparks Afrikas

Dieser Nationalpark im Süden Kenias ist sicherlich einer der berühmtesten Afrikas. Er grenzt direkt an Tansania und liegt zu Füßen des grandiosen Kilimandscharo. Insgesamt bedeckt der Amboseli Nationalpark eine Fläche von 392 km2, dazu gehören aber noch 3200 km2 des umgebenden Tierschutzgürtels. In dieser Zone leben Massai, die dort ihre Rinder weiden dürfen. Namengebend für das gesamte Gebiet war der Amboseli-See, der die meiste Zeit des Jahres ausgetrocknet ist. In der Massai-Sprache bedeutet Amboseli „salziger Staub“. Er hüllt in der Trockenzeit den Park in regelrechte Staubschwaden ein und lässt ihn sehr trocken erscheinen. Dennoch erhält das Gebiet durch die Schmelzwasser des Kilimandscharo reichlich Wasser.

Der besondere Reiz des Nationalparks besteht in der Aussicht auf die herrliche schneebedeckte Silhouette des Kilimandscharo, die sich bei klarem Wetter zeigt. Der Besuch des Parks lohnt sich auch wegen seiner großen Wilddichte. Man trifft auf viele Großwildarten wie Giraffen, Gnus, Zebras, Onyx, Impalas, verschiedene Gazellenarten und auf über 500 Elefanten. Da die Tiere Autos und Touristen gewöhnt sind, lassen sie sich gut fotografieren. Der Park ist touristisch bestens erschlossen, mehrere Hotelanlagen, sog. Lodges, sorgen für Komfort und Möglichkeiten, das Wild zu beobachten, auch ein einfacher Campingplatz ist vorhanden. Der Park ist bei Kenia-Touristen wegen seiner Überschaubarkeit und nicht zuletzt wegen seiner guten Verkehrsanbindung an die nur 260 km entfernte Hauptstadt Nairobi beliebt.

Nakurusee-Nationalpark

Flamingos

Flamingos im Nakuru Nationalpark, Kenia.

Im Südwesten Kenias liegt der Nakurusee-Nationalpark (Lake Nakuru National Park). Der kleine Park umschließt mit 200 km2 den Nakurusee und die umliegenden flachen Wiesen. Der Nakurusee ist ein sodahaltiger, abflussloser See in 1760 m Höhe über dem Meeresspiegel. Aufgrund starker Algenbildung schillert der See tiefgrün. Der See lockt Millionen von Wasservögeln an, die hier ein reiches Nahrungsangebot finden. Nakuru ist vor allem ein Paradies für Flamingos, die in manchen Jahren zu Hunderttausenden dort anzutreffen sind. Der See ist dann rosarot "gefärbt". Auch andere Wasservögel wie Pelikane und Kormorane fühlen sich dort wohl. Insgesamt sind über 400 verschiedene Vogelarten vertreten. Am Wasserrand sind zudem viele Antilopen, Giraffen und Leoparden zu finden. Der Nakurupark ist Anziehungspunkt für Ornithologen, für die spezielle Safaris zur Vogelbeobachtung abgehalten werden. Bedeutend ist der Nakuru auch wegen seiner Wildtierprogramme zur Wiederansiedlung verschwundener Arten wie z. B. von Ugandagiraffen, Löwen und Nashörnern.

Tsavo-Nationalpark

Elefant

Elefant im Lake Manyara National Park, Tanzania

In Südostkenia liegt der Tsavo Nationalpark, der rund 20000 km2 umfasst. Auf den 2000 km langen Pisten kann man sich den etwa 60 verschiedenen dort lebenden Säugetierarten und über 500 Vogelarten nähern. Wegen der Nähe zu den Badezentren bei Mombasa zählt der Park zu den meistbesuchten Afrikas. In Traumlage ermöglichen die dortigen Luxuslodges und Campingplätze wunderschöne Ausblicke. Der Park ist in Tsavo West (7500 km2) und Tsavo Ost (12 500 km2) aufgeteilt. Die Teerstraße Nairobi-Mombasa durchtrennt das Gelände. Der größte Teil des Nationalparks besteht aus Buschland, an den Flussufern wächst Galeriewald. Tsavo gilt insgesamt eher als "trockener" Park, da es dort immer wieder zu lang anhaltender Dürre kommt. Trotz seiner hohen Besucherzahlen ist der Park noch wild und einsam, da er äußerst weitläufig und teilweise zerklüftet ist. Seit den 1970er Jahren trat eine massive Elefantenwilderei auf.

Das Ergebnis ist im Tsavo Nationalpark besonders traurig: Zur Anfangszeit der Wilderei gab es in Kenia 1973 noch ca. 167 000 Elefanten und 15 000 Nashörner. 1979 war die Zahl bereits auf 60 000 Elefanten und 1200 Nashörner gesunken und ging sogar noch weiter zurück. Durch Schutzmaßnahmen trat in den 1990er Jahren eine Besserung ein, jedoch ist der Bestand heute nur noch sehr gering. Ansonsten beherbergt der Park Zebras, Giraffen, Antilopen, Grantgazellen und Impalas; an einigen Flussufern Krokodile und Flusspferde.

Kilimandscharo-Nationalpark

Der Kilimanjaro (auch Kilimandscharo) in Tansania, Ostafrika

Der besondere Reiz des Nationalparks besteht in der Aussicht auf die herrliche schneebedeckte Silhouette des Kilimandscharo, die sich bei klarem Wetter zeigt. Der Besuch des Parks lohnt sich auch wegen seiner großen Wilddichte. Man trifft auf viele Großwildarten wie Giraffen, Gnus, Zebras, Onyx, Impalas, verschiedene Gazellenarten und auf über 500 Elefanten. Mehr dazu im Artikel: Die Nationalparks Afrikas

Rund um den höchsten Berg des afrikanischen Kontinents, den Kilimandscharo erstreckt sich der Kilimandscharo-Nationalpark mit einer Fläche von 752 km2. Er grenzt im Westen an den Arusha Nationalpark, im Süden an Moshi und an die Massaisteppe, im Norden an den Amboseli Nationalpark, im Osten an den Tsavo-Nationalpark (West), sowie an die Daraberge mit dem Mkomazi Wildereservat. Ein großer Bereich des Parks wurde kürzlich zur Zone mit dem höchsten Schutzstatus erklärt, zur so genannten "Wilderness". Diese Wildnis wird definiert als ein Gebiet, in dem der Mensch oder menschliche Aktivitäten nur minimal zur Wirkung kommen, d.h. es gibt dort keine Straßen oder motorgetriebene Fahrzeuge. Das Zentrum dieses Schutzgebietes ist das Schira-Plateau an der Westseite des Kilimandscharo. Die Besteigung des Kilimandscharo mit seinen drei Gipfeln, dem Kibo (5895 m), dem Mawensi (5149 m) und dem Schira (3962 m), dauert ca. fünf Tage. Obwohl die Strecke nicht anspruchsvoll ist, macht die Höhe Probleme. Da ein Aufstieg von der Regenwaldzone bis zum ewigen Eis zu bewältigen ist, sind Akklimatisierungsphasen notwendig. Die Besteigung wird behördlich reglementiert und ist nur mit Führer erlaubt. Die Besonderheit des Kilimandscharo besteht neben der Höhe aus seiner dominierenden Lage: Er steht völlig frei in der afrikanischen Savanne. Der Nationalpark wurde 1987 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Ngorongoro-Reservat

Ngorongoro Krater

Ngorongoro Krater mit Flamencos und Zebras in Tansania

Das Tierreservat in Nordtansania umschließt auf einer Fläche von über 8300 km2 den Vulkankrater Ngorongoro, der rund 22 km Durchmesser misst. Der Kraterrand liegt auf einer Höhe von 2460 m über dem Meeresspiegel und die größtenteils bewaldeten Kraterwände sind rund 700 m hoch. Dort befinden sich auch die Lodges, von denen man einen atemberaubenden Blick auf den Kratergrund hat. In diesem geschützten Rund leben ca. 20 000 Wildtiere, die einen Querschnitt durch die gesamte Tierwelt Ostafrikas bilden. Es ist das Wildschutzgebiet mit der höchsten Tierpopulation der Erde, wo vor allem verschiedene Antilopenarten, Großkatzen und Elefanten leben und sogar über 100 Löwen. Die Zahl der Nashörner dagegen ist drastisch zurückgegangen. Der Krater schließt dieses einmalige Tierparadies nach außen hin völlig ab, dadurch gilt der Park als Naturphänomen ersten Ranges. Zum Schutz der Tiere darf niemand im Krater nächtigen oder auf eigene Faust auf Safari gehen. Die Lodges und organisierten Safaris machen den Besuch daher vergleichsweise teuer. Der Park wurde 1979 zum Weltnaturerbe erklärt.

Selous Wildreservat

Flußpferd

Flusspferd im Selous Nationalpark, Tansania

Das Selous Wildreservat ist das älteste Schutzgebiet Afrikas. Es hat eine enorme Ausdehnung von über 50 000 km2. Das Wildschutzgebiet liegt in Südosttansania und grenzt im Osten an das Küstengebiet des Indischen Ozeans, im Süden an das Grenzgebiet zu Mosambik, im Nordwesten an den Mikumi Nationalpark und im Westen an den Uzungwa Mountains Nationalpark. Für Touristen ist jedoch nur der nördliche Bereich bis zum Rufiji zugänglich. Der Park hat nicht viele Besucher und ist daher weniger gut erschlossen. An einigen Stellen, wie zum Beispiel am Rufiji, gibt es Touristencamps und Lodges. Von diesen Stützpunkten aus sind Wandersafaris möglich. Diese werden zunehmend beliebter. Der Park ist sehr wildreich und beherbergt wohl die größte zusammenhängende Elefantenpopulation (mit mehr als 100000 Tieren) in Afrika, die allerdings durch Wilderer stark bedroht ist. Im Selous leben über 150000 Gnus, 100000 Büffel, über 50000 Zebras und Impalas, tausende von Krokodilen und Flusspferde. Wegen seiner großen Ausdehnung und der geringen Besucherdichte sind die Tiere dort jedoch scheu. Dazu trägt auch die immer noch andauernde Wilderei bei. Insgesamt ist der Park für Afrikafans interessant, die schon einige Safari-Erfahrung haben.

Serengeti

Wassertränke in der Serengeti

Serengeti

Der in Nordtansania gelegene und wohl berühmteste Nationalpark Afrikas ist sehr gut erschlossen. Er grenzt im Süden an das Ngorongoro Reservat und im Osten an das Kernland der Massai. Im Westen berührt er die Schutzgebiete Grumeti, Ikorongo und Maswa. Viele teils luxuriöse Lodges stehen dem Safaritouristen zur Verfügung, aber auch Camping ist möglich. Serengeti bedeutet "großer, offener Platz". Damit ist diese unermesslich große, weite Savannenlandschaft passend beschrieben. Der 14 760 km2 große Nationalpark ist alljährlich Schauplatz riesiger Gnu- und Zebrawanderungen, die die Hauptattraktion für die Besucher darstellen. Ca. 1,5 Millionen Gnus und über 200 000 Zebras, begleitet von Thomsongazellen, Elenantilopen und Kuhantilopen versammeln sich und beginnen ihren Zug. Dabei werden sie von ca. 3000 Löwen, Hunderten von Hyänen, Geparden und Wildhunden begleitet, die geschwächte oder isolierte Tiere erbeuten. Nach einem genauen Rhythmus ziehen sie vom Norden in den Süden und schließlich wieder zurück. Die Wanderung verläuft im Uhrzeigersinn. Von Dezember bis Juni, in der regenreichen Zeit, bleiben die Tiere im Süden des Parks in der offenen Savanne unterhalb des Ngorongoro. In der Trockenzeit ab Juni wandern sie nach Norden. Wobei die vielen tausend Tiere den Mara, den Grenzfluss zu Kenia im Norden der Serengeti überschreiten. Dies stellt ein gewaltiges Naturschauspiel dar. Die Gesamtstrecke, die die Tiere auf ihrem Weg zurücklegen, beträgt über 800 km. In der Serengeti ist die Wildbeobachtung überall gut möglich, zumal die Tiere seit Jahrzehnten an Autos und Touristen gewöhnt sind. Die Tierbeobachtung vom Heißluftballon aus kommt immer mehr in Mode.

Dem deutschen Publikum wurde die Serengeti durch Professor Bernhard Grzimek bekannt. Mit seinem Buch "Serengeti darf nicht sterben" warb er für den Erhalt dieser einzigartigen Landschaft. Sein Sohn, der bei einem Flugzeugunglück in der Serengeti ums Leben kam, ist hier bestattet.

Ruwenzori Nationalpark in Uganda

Savannenlandschaft in Uganda

Afrikanische Savanne im Queen Elizabeth Nationalpark, ostafrikanisches Ruwenzori-Gebirge (auch Ruvenzori oder Rwenzori genannt)

Zu Uganda gehört der zwischen Zentral- und Ostafrika gelegene Ruwenzori Nationalpark. Er erstreckt sich über 2000 km2 entlang des Ruwenzori Gebirges und dem ostafrikanischen Grabenbruch mit seinen malerischen, tiefen Seen. Wegen der vielen Gewässer können im Park zahlreiche Flusspferde und Krokodile beobachtet werden. In der Lodge werden auch Bootstouren angeboten. Der landschaftlich beeindruckende Park litt lange unter dem Bürgerkrieg in Uganda. Erst langsam werden die Tiere wieder etwas zutraulicher. Über 100 Säugetier- und mehr als 600 Vogelarten machen den Besuch lohnenswert.

Niokolo Koba Nationalpark in Westafrika

Zum Senegal gehört der Niokolo Koba Nationalpark. Er ist mit 8500 km2 einer der größten Natur- und Tierparks Westafrikas. Das weitläufige Gelände liegt zwischen der Trocken- und Feuchtsavanne. Es gibt zwar einige Touristencamps, dennoch kommen nicht viele Besucher hierher. Die Wilderei ist stark verbreitet. Der Park beeindruckt mit altem Baumbestand, der im übrigen Westafrika zumeist abgeholzt wurde. Für diesen Teil Afrikas ist die Population von 400 Elefanten bemerkenswert. Zum Bestand zählen über 80 Säugetierarten, darunter ca. 600 Flusspferde und als Besonderheit viele Affenarten: Schimpansen, Husarenaffen, grüne Meerkatzen, Paviane und Colobusaffen. Hinzu kommen diverse Antilopen- und ca. 330 Vogelarten. In Ost- oder Südafrika wäre der Park wenig herausragend, in Westafrika jedoch sucht er seinesgleichen.

Central Kalahari Wildreservat in Botswana

Im Zentrum Botswanas liegt das Central Kalahari Wildreservat, das 1961 auch zum Schutz der Buschleute eingerichtet wurde. Mit 53 000 km2 ist es das größte Schutzgebiet im südlichen Afrika. Die Buschleute leben traditionell vom Jagen und Sammeln. Das Wildschutzgebiet umfasst Teile der Zentralkalahari an der Westgrenze Botswanas zu Namibia. Nachdem die Öffentlichkeit dort jahrzehntelang keinen Zugang hatte, wird das Gebiet jetzt touristisch erschlossen. Es gibt sogar vier Flugplätze. Die riesige Landfläche, sternenklare Nächte, Ruhe und Einsamkeit schaffen eine ganz eigene Stimmung, die den Reiz des Parks ebenso ausmacht wie die Tierwelt. Im Deception Valley bildet sich während der Regenzeit ein riesiges Grasmeer, das große Wildherden und die dazugehörigen Raubtiere anlockt. In der Trockenzeit sammelt sich das Wild an zwei mit Dieselpumpen ausgestatteten Wasserlöchern, Sunday Pan und Passarge Pan. Pipers Pan, das isoliert im Inneren des Parks liegt, ist solarbetrieben. Die Suche nach Wasser lässt Gnus und Kuhantilopen auf Wanderschaft nach Norden ziehen. Neben diversen Antilopen kann man im Zentralkalaharipark Großvögel wie Strauße, Riesentrappen und Sekretärvögel sehen. Auch Lauf- und Perlhühner sowie verschiedene Raubvögel sind vertreten. An den Campingplätzen sieht man besonders häufig den hier beheimateten Kalahari-Heckensänger.

Chobe Nationalpark

In den 1960er Jahren richtete Botswana den Chobe Nationalpark ein. Dieser Park ist der zweitgrößte Nationalpark des Landes und umfasst knapp 11670 km2. Das Gebiet erstreckt sich entlang der Flüsse Chobe und Linyanti. Unterhalb des Liambezisees existiert eine Siedlungsinsel, die als Exklave nicht mit in den Park aufgenommen wurde. Die Landschaft des Nationalparks umfasst unterschiedliche Vegetationszonen. Sie ist am Chobeufer durch Schwemmgraslandschaften geprägt. Auch am Linyanti gibt es Sümpfe, in denen Papyrus wächst. In den anderen Gebieten des Parks hingegen dominieren Miombo- und Mopanewälder. Der Chobe Nationalpark ist ein Elefantenpark. Hier leben die meisten der 80 000 Elefanten Botswanas. Da der Park nicht eingezäunt ist, können die Elefanten auch außerhalb des Gebietes ihren alten Wanderpfaden bis in die Nachbarländer hinein folgen. Zu Beginn der Regenzeit findet eine große Zebrawanderung am Linyanti statt, an der ca. 25 000 Tiere beteiligt sind. Die unterschiedlichen Vegetationsformen ermöglichen eine große Artenvielfalt. Flusspferde und Krokodile leben hier ebenso wie eine Vielzahl Antilopenarten, Raubkatzen, Schakale, Dachse und Wildhunde. Am Chobeufer kommen ca. 450 verschiedene Vogelarten vor. Der Park ist gut erschlossen und kann am besten zwischen Mai und September bereist werden.

Luangwa Nationalpark in Sambia

Luangwa, Sambia

Luangwa (Rio Aruângua), Nebenfluss des Sambesi.

Der Luangwa Nationalpark in Sambia zählt zu den schönsten Nationalparks Afrikas. Er ist in zwei Gebiete unterteilt: in den südlichen größeren und touristisch mehr erschlossenen und in den kleineren nördlichen Teil. Der Park zieht sich zwischen dem Luangwa und dem 1100 m hohen Muchingabergzug hin und ist ganzjährig geöffnet. In den Lodges und Camps ist Saison von April bis Oktober/November. Der 15 500 km2 große Park ist gut erschlossen und sogar aus der Luft zu erreichen. Auf den Sandbänken am Luangwa sonnen sich Flusspferde und Krokodile. Am Ufer stehen bis zu 1200 Jahre alte Bäume. Die offene Parklandschaft ermöglicht vielfältige Tierbeobachtungen. Wasserböcke, Impalas, Kudus und Schirrantilopen sind einige der vertretenen Antilopenarten. Es gibt Boas, Skorpione, Mangusten, Buschhörnchen und Nilwarane. Auch Paviane und Meerkatzen sind anzutreffen. Löwen, Leoparden, Hyänen und Schakale wittern ihre Beute. Häufig sind Zebras und Elefanten zu beobachten. Nächtlicher Tierbesuch in den Camps ist nicht ungewöhnlich. Das reiche Wildleben wird den Touristen auf Tag- und auch Nachtsafaris näher gebracht.

Hwange Nationalpark in Simbabwe

Mit 14651 km2 ist der Hwange Nationalpark der größte Park Simbabwes. Als einer der größten touristischen Sehenswürdigkeiten ist er ganzjährig geöffnet. Er ist mit Flugzeugen und Fernbussen gut zu erreichen. Ferienhäuser in den drei staatlichen Camps sind eine preiswerte Alternative zu den Safarilodges. Im Westen grenzt der Park an Botswana, und die Nähe zu den dortigen Wildparks Moremi und Chobe ermöglicht den Wildtieren ein ungestörtes Wandern über die politischen Grenzen hinweg. Weite Teile des Parks bleiben der Öffentlichkeit unzugänglich. Der Tourismus ist auf den Norden des Geländes beschränkt. Teile des Parks wurden schon ab 1928 als Wildschutzzonen in einem bereits überjagten Gebiet eingerichtet. Weil sich der Jagdtourismus jedoch besser rechnete als der Schutz des Wildes, hatte der Park mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Korruption und Vernachlässigung ließen das Gebiet verkommen, das Wegenetz verfiel und die Wasserlöcher trockneten ein, da die Pumpen nicht repariert wurden. Kalaharisand bedeckte den größten Teil der Parkfläche, vor allem im Südteil und im Zentrum. Durchzogen wird dieses Gebiet von fossilen Flussbetten, Vleis genannt. Wenn während der Regenzeit dort teilweise wieder Wasser fließt, bilden sich frische Grasflächen, die auf die Antilopen, Zebras, Büffel und Gnus eine große Anziehungskraft ausüben. Im Norden des Parks dominiert der Mopanewald. Entlang der Wasserläufe wachsen Akazien, Mukwa, Ebenholz, Teak- und Leberwurstbäume. Neben den Antilopen gibt es dort auch Reptilien wie Eidechsen und über 45 Frosch- und Schlangenarten. Die Ornithologen freuen sich über 420 Vogelarten. Die dort lebenden ca. 30000 Elefanten sind für das natürliche Gleichgewicht im Park fast zu viel und werden teilweise kontrolliert abgeschossen (Culling). 1966 setzte man 35 Nashörner aus, die am Ort schon vollständig ausgerottet waren. Ein Bestand von etwa 50 Spitzmaulnashörnern hat überlebt. Dennoch bleibt die Wilderei weiterhin ein Problem. Die beste Reisezeit ist September und Oktober, wenn die Tiere sich an den vielen künstlich angelegten Wasserstellen tummeln.

Mana Pools Nationalpark

Löwen im Mana Pools Nationalpark

Drei junge Löwen im Mana Pools Nationalpark, Zimbabwe.

Der Mana Pools Nationalpark erstreckt sich über 50 km entlang des Sambesi und über 60 km ins Landesinnere hinein. Er ist von Lusaka aus gut zu erreichen. Wegen der großen Beliebtheit dieses Parks herrscht für die Besucher Reservierungspflicht. Aufgrund der Flussauen, die als Rückzugsgebiet für die bedrohten Spitzmaulnashörner von enormer Bedeutung sind, erkannte die Unesco den rund 2000 km2 großen Park 1984 als Weltnaturerbe an. Die vier Mana Pools sind übrig gebliebene Becken des Sambesi, der ursprünglich weiter südlich floss. Lagunen und Auwälder prägen das Bild. Dort wächst ein riesiger Akaziengürtel, aber auch Leberwurstbäume, Tropenhölzer, Sambesifeigen und Tamarinden sind zu finden. Mit zur Kulisse gehören die fernen Höhenzüge der Sambesiberge. Die Lagunen bilden die Heimat der Flusspferde, Krokodile und Wasservögel. Für einige der über 300 Vogelarten stellt das Sambesital die südliche Grenze ihres Lebensraumes dar. In der Auenlandschaft leben Zebras, Impalas, Warzenschweine und Paviane. Der Elefantenbestand ist auch hier sehr hoch. Bis zu 15000 Tiere durchziehen die Wälder und richten dabei bisweilen beträchtliche Flurschäden an. Mit den einsetzenden Regenfällen ziehen sich die Dickhäuter in die Berge zurück. Erst die Dürre treibt sie wieder hinunter an den Sambesi. Ähnliche Wanderungen vollführen auch die Büffel. Mana Pools ist zugleich einer der wenigen Plätze, an dem die scheuen Nyalaantilopen heimisch sind.

Victoriafälle

Mehr von kulturgeschichtlichem als zoologischen Interesse ist der Nationalpark an den Victoriafällen (Vicfalls Nationalpark) zwischen Sambia und Simbabwe, der seit 1989 auf der UNESCO-Weltnaturerbeliste steht. Die Wassermassen des Sambesi stürzen hier bis zu 108 m in die Tiefe. Dieser Ort ist seit seiner Entdeckung 1855 durch David Livingstone weltbekannt und hat eine lange Tourismusgeschichte. Die Reisenden in der heutigen Zeit werden für Kurztrips von zwei Tagen eingeflogen. Sie können dort nicht nur das grandiose Naturschauspiel der Fälle betrachten, sondern auch Wildwasserfahrten buchen, das traditionelle Ndebeledorf sowie diverse kleine Ausstellungen besuchen, mit Sportflugzeugen und Hubschraubern über die Fälle fliegen oder sich an einer Bungeeleine in die Tiefe stürzen. Trotz des wachsenden Tourismus gibt es hier ein reiches Wildleben, denn den Victoriafällen ist der Sambesi Nationalpark vorgelagert.

Etoscha Nationalpark in Namibia

Giraffen

Herde Giraffen galoppieren durch die afrikanische Savanne im Etosha Nationalpark, Namibia.

Namibia verfügt mit dem Etoscha Nationalpark über ein 22 000 km2 großes Areal. Das Herzstück ist die 5000 km2 große Etoscha-Salzpfanne. Die weite, flache Ebene aus Salz- und Kalkschlamm schimmert weiß in der Sonne. Der Park wirkt deshalb landschaftlich über weite Strecken spröde, er ist flach und nur spärlich bewachsen. In dem steinigen Gelände entsteht fast der Eindruck einer Wüste. Trotz einer gewissen Unwirtlichkeit der Natur sind hier riesige Wildtierherden heimisch. Vor allem Arten, die wenig Wasser benötigen, leben hier. Das sind Kalaharibewohner wie die Onyxantilopen, über 30000 Springböcke oder auch ca. 2000 Giraffen, aber auch Elefanten, Zebras und Raubkatzen. Etoschas Elefanten sollen sogar die größten weltweit sein, sie erreichen eine Schulterhöhe von 4 m. Aber auch rund 300 Löwen jagen im Park, über 300 Nashörner, darunter das seltene schwarze Nashorn und Schwarznasentimpalas. Zur Trinkwasserversorgung wurden 50 künstliche Wasserstellen gegraben, sie werden mit Windrädern betrieben. Hier konzentrieren sich sowohl die Touristen als auch die Wildtiere. Im Park, der ganzjährig geöffnet ist, gibt es drei große staatliche Camps, die vorbildlich geführt sind. Sie bieten Campingmöglichkeiten und es gibt Ferienhäuser, Läden und Swimmingpools. Abends sind die Wasserstellen beleuchtet und können vom Camp aus beobachtet werden. Luxuslodges befinden sich außerhalb am Rand des Nationalparks.

Krüger-Nationalpark in Südafrika

Griraffe an der Wasserstelle

Giraffe trinkt an einer Wasserstelle im Krüger National Park.

Unweit des Meeres und nach Westen über Schnellstraßen an die Großstädte Pretoria und Johannesburg angebunden, liegt der Krüger-Nationalpark. Das schmale, lang gezogene Gelände (325 km Länge auf 40-80 km Breite) ist nach dem Burenführer Ohm Krüger benannt und der vielleicht bestorganisierte Park Afrikas. Er verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. Durchzogen mit einem 2000 km langen Wegenetz von geteerten Straßen gibt es dort Camps mit Läden, Swimming Pools, Lokalen und den Stützpunkten der Wildhüter. Diese wachen über die Einhaltung der strengen Regeln. Immerhin kommen etwa eine halbe Million Besucher im Jahr. Der Krügerpark ist relativ preiswert. Er ist mehr von Camps mit Stellplätzen und Ferienhäuschen geprägt als von den andernorts vorherrschenden Luxuslodges und wird viel von Individualreisenden besucht. Der Krügerpark hat eine beachtliche Fläche von 19 000 km2. Durch seine beträchtliche Länge bietet er eine äußerst abwechslungsreiche Landschaft und Vegetation, die von der Savanne bis zum Regenwald alles zu bieten hat. Er ist sehr wildreich und verfügt vor allem über einen großen Artenreichtum. Es gibt dort mehr als 500 Vogel- und 150 Säugetierarten.

Umfolozi und Hluhluwe National Parks

Daneben nehmen sich die zwei kleineren Schutzgebiete im Südosten Südafrikas sehr viel geringer aus. Der Umfolozi und der Hluhluwe (sprich: Schluschluwe) Nationalpark in Kwazulu/Natal haben eine Fläche von 880 km2 bzw. 230 km2. Sie wurden schon 1895 zum Naturschutzgebiet erklärt und gehören zu den ältesten Wildparks in Afrika. Beide Parks sind mit Lodges und Campingplätzen gut erschlossen. Dichte Waldgebiete herrschen vor, die durchsetzt sind mit offenen Savannen. In diesen beiden kleinen Parks gibt es eine große Besonderheit: Knapp 2000 Nashörner leben dort. Dabei sind beide Arten, das Spitzmaul- und das Breitmaulnashorn, vertreten. Dieser Bestand ist weltweit einmalig, denn überall sonst sind die Nashörner durch Wilderei stark dezimiert worden. Die Händler haben es dabei auf das mächtige Horn abgesehen, dem man in Asien Heilkräfte und potenzsteigernde Wirkung zuschreibt und das daher zu allerlei zweifelhaften Präparaten verarbeitet wird. Die beiden südafrikanischen Parks mit ihrem weltweit größten Bestand an Nashörnern sorgen dafür, dass diese Tierart nicht gänzlich ausstirbt. So werden immer wieder Nashörner an andere afrikanische Parks abgegeben.

aus der wissen.de Redaktion
Total votes: 9
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.