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Layout und Druck einer Zeitung

Layout

Gute Texte machen längst keine gute Zeitung aus. Darüber, ob sie gekauft wird, entscheidet am Kiosk oft der äußere Eindruck. Die Lust am Lesen zu wecken ist die Aufgabe des Layouters. Doch Fotos, Graphiken und Infokästen richtig zu platzieren, will gelernt sein.

Der Einstieg

Entscheidend für die Art der Aufmachung, den Druck und den Preis ist das Format der Zeitung. Ein DIN A4-Heft mit zwölf Seiten wirkt eher lächerlich dünn, während der Käufer bei einer 24-Seiten-A5-Zeitung etwas in der Hand hält.

  • DIN A5 (148 x 210 mm) ist handlich und im Druck billiger als große Formate.
  • DIN A4 (210 x 297 mm) bietet großzügigere Gestaltungsmöglichkeit.
  • DIN A3 (297 x 420 mm) Dieses Format wird selten verwendet. Das Lesen und Umblättern ist umständlich. Kurze Texte auf einer großen Seite wirken nicht.

Spalten sollten immer gleich breit sein. In eine Zeile sollten etwa 39 Zeichen passen, die Regel kann um 25 Prozent unter- und 50 Prozent überschritten werden, der Abstand zwischen 0,4 cm und 0,8 Zentimeter. DIN A4-Zeitungen sollten zwei bis vier Spalten haben. Bei DIN A5 sind zwei Spalten sinnvoll.

Wichtig: Einen Rand lassen! Läuft ein Text bis zum Rand, sieht das nicht gut aus. Außerdem wird zum Druck immer ein Rand von etwa einem Zentimeter an allen Seiten benötigt.

Ein einheitlicher Schriftsatz, der sich durch das ganze Heft zieht, bringt einen wichtigen Wiedererkennungswert für die Leser. Schriftgröße und Schriftart festlegen für:

  • Headline, die große Überschrift
  • Unterzeile, die erklärende Unterüberschrift
  • Einleitung
  • Fließtext

Am besten lesbar sind: Arial- und Times-Schriftarten. Für den Fließtext bietet sich 8pt bis 12pt an. Überschriften sollten - je nach Bedeutung - in 24, 30 oder 36 Punkt gesetzt werden. Es können zwar unterschiedliche Schriftarten eingesetzt werden, aber „weniger ist mehr“ gilt auch hier. Also je eine Schriftart für Text, Überschrift und eventuell ständige Seitenelemente (Seitenzahl etc.) sind erlaubt. Eine noch größere Vielfalt verwirrt den Leser nur.

Der erste Satz eines Absatzes kann eingerückt werden.

Zum Herausheben einer Passage die Schrift entweder kursiv oder fett benutzen. Auf beides gleichzeitig oder auch auf das Unterstreichen möglichst verzichten.

Wiedererkennungswert durch einheitliches Seitenlayout: Die Zeitung ist ein Gesamtkunstwerk, durch das sich ein vorgegebenes Seitenlayout wie ein roter Faden zieht. In Kopf- und/oder Fußzeilen lassen sich Seitenzahlen, Rubrikname und Logo der Zeitung unterbringen.

Überblick

Sobald die Themen für das Heft feststehen, beginnt die Arbeit des Layouters. In Zusammenarbeit mit Chefredakteur und Anzeigenleiter muss er prüfen

  • wie lang die Texte voraussichtlich werden
  • welche Fotos und Illustrationen schon zur Verfügung stehen
  • für welche Themen noch Bildmaterial fehlt
  • welche Anzeigen im Heft untergebracht werden müssen

Auf einem vorläufigen Seitenplan zeichnet der Layouter die Platzierung der Artikel auf, die Anordnung der Fotos, Zeichnungen und Grafiken.

Tipps:

  • Immer wiederkehrende Rubriken an festen Plätzen etablieren, etwa Inhalt auf Seite 2, der aktuelle Kommentar auf der 5. Das gibt dem Leser eine bessere Orientierung.
  • Die richtige Aufteilung erfordert Fingerspitzengefühl. Bunt durcheinandergewürfelte Artikel verwirren. Wichtige Titelgeschichten gehören an den Anfang, Service (Adressen, Tipps) ans Ende.

Die Titelseite

Die Gestaltung der Titelseite gehört zu den wichtigsten Aufgaben. Als Blickfang einer Zeitung animiert sie zum Kauf.

Tipps:

  • Abbildungen ziehen sofort den Blick auf sich.
  • Weniger ist mehr: die Titelseite darf auf keinen Fall überladen sein.
  • Fotos müssen eine klare, eindeutige Aussage haben.
  • An Worten sparen; zu viele Themenankündigungen können stören.

Für den Namen der Zeitung sollte stets ein gleichbleibender und klar lesbarer Schriftzug auf dem Cover prangen. Er ist die beste Eigenwerbung. Beim nächsten Erscheinen wird die Zeitung wiedererkannt.

Die (Blei-)Wüste zur Oase machen

Wenn der Leser die Zeitung aufschlägt, blickt er auf eine Doppelseite. Daher muss sie beim Layout auch zusammenhängend geplant werden. Dabei gilt:

  • Beim Bau einer Seite zuerst die Fotos einsetzen.
  • Ein großes aussagekräftiges Foto statt vieler kleiner.
  • Große Überschriften über zwei Seiten laufen lassen.
  • Faustregel: 2/3 Text, 1/3 auflockernde Elemente (Fotos, Zeichnungen etc.)
  • Finger weg von Kleinkram wie Sternchen, Pfeilen und überflüssigen Zeichnungen.
  • Zusatzinformationen, die sich aus einem Text ausgliedern lassen, Interviews oder Kommentare separat in einen Kasten setzen.
  • Längere Textpassagen durch Absätze und Zwischenüberschriften gegliedern.
  • Einzelne Textblöcke (zwischen Fotos, Kästen oder am Seitenrand) sollten mindestens aus 5, besser aus 8 Zeilen bestehen.

Bleiwüsten - ein Text ohne Bilder, womöglich noch einspaltig über die ganze Seite fließend - motiviert eher zum Weiterblättern als zum Weiterlesen.

  • Fotos und Zeichnungen lockern einen Text auf und machen ihn lesbar.
  • Ein langer Text sollte auf viele flache Spalten verteilt werden.
  • Hohe Spalten lassen Texte länger erscheinen.
  • Zwei Kästen oder Fotos sollten möglichst nicht aneinander stoßen.
  • Gleiche Höhen auf einer (Doppel)-Seite beachten. Der Layouter sollte sich eine Linie denken.
  • Zu große Sprünge im Text vermeiden durch Fotos, Kästen etc.

Auch wenn viele Fotos zur Verfügung stehen: Weniger ist mehr. Statt fünf kleiner Fotos auf der Doppelseite, bieten sich eher drei größere an. Großflächig denken!

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“ Deshalb spielt die richtige Auswahl der Bilder und Grafiken eine entscheidende Rolle. Sie müssen sinnvoll den Text ergänzen, sollten nicht nur als Füllmaterial dienen:

  • Den richtigen Ausschnitt wählen: Wichtig ist nur der Teil, der unmittelbar zum Text passt.
  • Durch eigenwillige Ausschnitte wird Spannung erzeugt. Ein überdimensionales Auge als ziehendes Element für einen Artikel über Sekten weckt zum Beispiel Neugier.
  • Der Blick des Lesers folgt immer der Richtung der Abbildungen. Schaut eine Person in Richtung Seitenmitte, zieht sie damit den Leser auf den Text. Schaut sie zum Seitenrand, zieht sie ihn hinaus.
  • Kontrastreiche Fotos verwenden.
  • Auch wenn klar sichtbar ist, worum es sich handelt, darf die Bildunterschrift nicht fehlen.
  • Fotos können auch freigestellt werden oder sich gegenseitig überlagern.

Für den Druck müssen die Fotos gerastert sein. Dabei werden die unterschiedlichen grauen Flächen in kleine, unterschiedlich dicke Punkte zerlegt. Dieser optische Trick ist nötig, da beim Offsetdruck keine Grautöne gedruckt werden können. Das Rastern erledigen die Druckereien gegen Aufpreis. Wer Computer, Scanner und einen hochwertigen Tintenstrahl- oder Laserdrucker zur Verfügung hat, kann die Aufgabe selbst erledigen.

Überschriften

Überschriften sollen Spannung erzeugen: „Griechische Statuen verstauben im Museumskeller“ ist langatmig. Besser: „Nackt und angestaubt“. Denn die Headline soll in wenigen Worten auf den kommenden Text aufmerksam machen. Schlagzeile und Unterüberschrift zu finden, fällt oft nicht leicht. Damit die explosiven Worte auch den Leser erreichen, muss das Design zum Text passen. Schriftart, -größe und -anordnung sollten also genau überlegt sein.

Einen Bericht über eine Karateschule in Schnörkelschrift anzukündigen, wäre unpassend. Die Überschrift muss den asiatischen Kampfsport symbolisieren.

Überschriften müssen nicht immer schwarz auf weiß erscheinen. Der Gegensatz - das Negativ - erreicht manchmal eine bessere Wirkung.

Die Größe der Überschriften richtet sich nach der Länge des jeweiligen Artikels. Zu einem Bericht, der eine Viertel Seite füllt, gehört natürlich keine halbseitige Überschrift.

Technische Ausrüstung

Da der Markt für Computer immer unübersichtlicher wird und ständig neue, leistungsfähigere Modelle in die Läden kommen, hier nur einige allgemeine Tipps.

Im Prinzip genügt ein einfacher PC mit Drucker, Modem (für Internet-Zugang) und Scanner (um Bilder einzulesen). Beispiel für eine gute EDV-Ausstattung:

  • Leistungsfähiger PC mit 10 Gigabyte-Festplatte und 256 Megabyte Arbeitsspeicher
  • Mindestens 17-Zoll-Monitor
  • Laserdrucker (falls Vorlagen für die Druckerei selbst erstellt werden müssen)
  • Farbdrucker (für Werbematerial, Briefbögen und Probeausdrucke - bei Verwendung von Farbe in der Zeitung benötigt die Druckerei aber die Computerdatei, mit Farbausdrucken kann sie im Regelfall nichts anfangen)
  • Modem (56KB, ISDN oder besonders schnell via DSL)
  • Scanner
  • Eventuell CD-Brenner, um Druckvorlagen für die Druckerei zu speichern

Die beste Hardware taugt ohne Software nicht viel, daher noch einige Beispiele für hilfreiche Programme:

  • Textverarbeitung (Microsoft Word, StarWriter von Star)
  • Desktop-Publishing-Programm (Quark Express, Adobe Pagemaker, Adobe InDesign oder Microsoft Publisher)
  • Bildbearbeitung (Adobe Photoshop, Corel Photopaint oder PaintShop Pro von Jasc)

Da die Auswahl an Programmen ständig wächst und viele Computer heute mit vorinstallierter Software ausgeliefert wird, könnt Ihr am besten Freunde, Lehrer und andere Schülerzeitungen nach ihren Erfahrungen fragen.

Vorsicht: Software ohne Lizenz ist verboten! Verzichtet also auf Gratis-Kopien von anderen.

Handwerkszeug

Noch bis vor wenigen Jahren waren Jugend- oder Vereinszeitungen zeitaufwendige Handarbeit. Statt des Computers benutzten die Layouter Schreibmaschine, Schere und Klebstoff. Durch den Vormarsch der Technik sind die Ergebnisse aber nicht immer besser geworden. Denn der Computer macht die Arbeit auch nicht alleine. Wenn der Benutzer keine Ahnung vom Layout hat, sieht das Ergebnis dementsprechend aus.

Alle Nostalgiker sollten folgendes Handwerkszeug auf dem Schreibtisch haben:

  • Papier: Für Zeichnungen, Ausdrucke und Montagen immer weißes, glattes Papier verwenden. Kein Umwelt- oder Strukturpapier, da es stärker Farbe saugt und beim Druck oder Kopieren fleckig erscheint.
  • Lineal: Immer länger als das Blatt, damit nicht gestückelt werden muss. Winkel mit großen Geo-Dreiecken festlegen.
  • Schere/Messer: Eine große, scharfe Papierschere ist für jedes Layout unverzichtbar. Aber auch eine kleine Schere für Feinarbeiten ist erforderlich. Für große, genaue Schnitte sind ein Stahl-Lineal, ein Teppichmesser und eine feste Unterlage erforderlich.
  • Stifte: Hilfslinien leicht mit einem weichen Bleistift skizzieren und mit einem Radiergummi entfernen. Für Markierungen gelbe Textmarker verwenden. Diese erkennen Kopierer oder Druckmaschinen nicht. Für Reinzeichnungen schwarze Filzstifte und Fineliner in verschiedenen Stärken benutzen, Tipp-Ex für Korrekturen.
  • Klebstoff: Den Montagekleber Fixogum gibt es im Fachhandel. Damit können geklebte Teile wieder abgelöst werden. Fixogum-Reste auf den Vorlagen vorsichtig mit dem Radiergummi entfernen.

Druck

Der Weg vom letzten Entwurf zur endgültigen Erscheinung geht über den Druck.

Welche Druckverfahren gibt es?

Für Schülerzeitungen kommen in der Regel zwei Varianten in Frage:

  • der Offsetdruck
  • die Fotokopie

Der Offset-Druck ist die klassische Art, eine Publikation zu drucken. Sie gewährleistet die beste Qualität, ist aber auch die teurere Variante. Die Fotokopie hingegen druckt schnell und billig, kann die Vorlagen meistens aber nicht tiefschwarz und scharf wiedergeben, wobei die Qualität ständig steigt und viele Kopierer mittlerweile auch heften können.

Wie müssen die Druckvorlagen aussehen?

Beim Offset-Druck ist es am besten, Texte und Layout direkt von CDs, Disketten oder Zip-Laufwerken zu verarbeiten. Erkundigt Euch schon vor dem Layout, welche Datei-Formate Eure Druckerei annimmt.

Zum einfachen Kopieren sollten die Vorlagen grundsätzlich auf weißem Papier mit schwarzer Farbe erstellt werden. So wird ein guter Kontrast möglich. Jede Seite sollte eine Seitenzahl tragen, entweder im eigentlichen Text oder, wenn das nicht möglich ist (etwa bei ganzseitigen Anzeigen), auf der Rückseite. Auf der Druckvorlage sollten keine Klebereste oder Schnittkanten mehr sichtbar sein, da beides mitgedruckt werden könnte.

Auswahl der Druckerei

Zuerst muss die Redaktion festlegen, welchen Umfang die Zeitung haben soll (Auflage, Seitenzahl, Format, Papiersorte) und wann sie erscheinen soll. Außerdem muss sie über das Druckverfahren entscheiden. Danach nimmt der Kassenwart oder der Chefredakteur Kontakt mit mehreren Druckereien oder Copy-Shops auf und lässt sich die Preise geben:

  • Grundpreise für den Druck (sortiert nach Auflage, Seitenzahl und Format)
  • Zuschläge für anderes Papier (z. B. für den Umschlag)
  • Reprokosten für Fotobelichtung und Fotorasterung (wenn nötig)

Auf Basis dieser Preise und früherer Belegarbeiten der Druckerei entscheidet dann die Redaktion.

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