Total votes: 12
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
LEXIKON

Afrika

Natur

Afrika: Staaten
Die Staaten Afrikas
StaatHauptstadt
ÄgyptenKairo
AlgerienAlgier
AngolaLuanda
ÄquatorialguineaMalabo
ÄthiopienAddis Abeba
BeninPorto-Novo
BotswanaGaborone
Burkina FasoOuagadougou
BurundiBujumbura
Côte d'IvoireYamoussoukro
DjiboutiDjibouti
EritreaAsmera
GabunLibreville
GambiaBanjul
GhanaAccra
GuineaConakry
Guinea-BissauBissau
KamerunYaoundé
Kap VerdePraia
KeniaNairobi
KomorenMoroni
Kongo, Demokratische RepublikKinshasa
Kongo, RepublikBrazzaville
LesothoMaseru
LiberiaMonrovia
LibyenTripolis
MadagaskarAntananarivo
MalawiLilongwe
MaliBamako
MarokkoRabat
MauretanienNouakchott
MauritiusPort Louis
MosambikMaputo
NamibiaWindhuk
NigerNiamey
NigeriaAbuja
RwandaKigali
SambiaLusaka
São Tomé u. PríncipeSão Tomé
SenegalDakar
SeychellenVictoria
Sierra LeoneFreetown
SimbabweHarare
SomaliaMogadischu
SüdafrikaPretoria
SudanKhartum
SwasilandMbabane
TansaniaDodoma
TogoLomé
TschadN'Djaména
TunesienTunis
UgandaKampala
Zentralafrikanische RepublikBangui
Afrika: Staaten standard.tables
A.Afrika ist mit 30,3 Mio. km2 nach Asien u.und Amerika der drittgrößte Erdteil. Von NNorden nach SSüden 8000 km lang u.und von OOsten nach WWesten 7600 km breit, umfasst A.Afrika etwa 20% der Landfläche der Erde u.und mit 925 Mio. Ew.Einwohnern gut 14% der Erdbevölkerung.

Oberflächengestalt

Vom Atlantischen u.und Indischen Ozean, Mittelländischen u.und Roten Meer umgeben, weist A.Afrika eine sehr geringe Küstengliederung, Inselarmut (größte Insel Madagaskar) u.und einen großräumigen Oberflächenaufbau auf. Der höchste Gipfel ist der Kilimandscharo (Kibo) mit 5895 m, dagegen liegt der Assalsee in Djibouti 173 m unter dem Meeresspiegel. Charakteristisch ist der Aufbau in Form großer Beckenlandschaften, die durch flache Schwellen voneinander u.und von den Küsten getrennt werden: Niger-, Tschad-, Weißnil-, Kongo- u.und Kalaharibecken, Zentralsaharische, Ober- u.und Niederguinea-, Asande- u.und Lundaschwelle. Die Schwellen, die nur in Südafrika in mächtigen, steilen Stufen zum Meer abfallen, sind im Allg.im Allgemeinen nur von schmalen Küstenebenen gesäumt. Ausnahmen machen Teile der Oberguineaküste, Mosambik u.und das Somaliland. Im Bereich der höchsten Schwellenerhebung ist Ostafrika in ein System von Schollen zerbrochen. Junge Vulkane (Kilimandscharo, Meru, die Virungavulkane, Mount Kenya u.und Elgon) begleiten streckenweise die vorwiegend von NNorden nach SSüden gerichteten Bruchzonen (Ostafrikanischer Graben), deren Fortsetzung über Äthiopien nach NNorden das Rote Meer ist. Im jüngeren Paläozoikum wurde im äußersten SSüden Afrikas das Kapgebirge aufgefaltet, während der Atlas im NWNordwesten zum tertiären europäisch-asiat.europäisch-asiatischen Faltengebirgsgürtel gehört u.und ein Fremdkörper im Bau Afrikas ist. Er ist das einzige Hochgebirge alpinen Typs in A.Afrika neben den ausgedehnten äthiop.äthiopischen Hochländern mit ihren vulkan.vulkanischen Decken u.und den älteren Massiven der Sahara u.und des Ruwenzori in Ostafrika.

Gewässer

Die meisten Ströme haben ausgedehnte Quellgebiete auf den breiten, Wasser scheidenden Schwellen, sammeln ihr Wasser in großen Becken u.und durchbrechen mit ihrem Unterlauf die Randschwellen in engen Schluchten mit Wasserfällen u.und Stromschnellen. Diese Fälle u.und Schnellen beeinträchtigen die Schiffbarkeit ebenso wie die Wasserstandsschwankungen in den wechseltrockenen Becken. Die von den Randschwellen kommenden Flüsse sind meist sehr kurz. Dagegen haben die Gewässer eine erhebl.erhebliche Bedeutung als Energiequelle. Längster Strom Afrikas u.und der Erde ist der Nil (6671 km). Andere große Ströme sind Kongo, Niger, Sambesi, Ubangi, Kasai u.und Oranje. Die höchsten Wasserfälle sind die Tugelafälle (948 m) in Südafrika, die bekanntesten die Victoriafälle (bis 107 m) des Sambesi.
Sambesi: Flusslandschaft
Sambesi
Abendstimmung am Sambesi
Victoriafälle
Victoriafälle
Die Victoriafälle am Sambesi liegen im Süden von Sambia auf der Landesgrenze zu Simbabwe.
Mit Ausnahme des Tschadsees finden sich die größten Seen im ostafrikan.ostafrikanischen Hochland in oder zwischen den großen Grabenbrüchen: Victoriasee, Tanganjikasee, Malawisee, Turkanasee, Albertsee u.und Mwerusee.

Klima

A.Afrika wird als einziger Erdteil von beiden Wendekreisen geschnitten. Es ist überwiegend ein Tropenkontinent, doch reicht es im NNorden u.und SSüden in die Subtropen hinein. Die tropischen Klimazonen folgen beiderseits des Äquators fast symmetrisch aufeinander. Um das tropisch-feuchtheiße Kerngebiet des Kongobeckens u.und der Oberguineaküste mit gleichmäßigen Mitteltemperaturen aller Monate über 18 °C u.und hohen Niederschlägen ohne Trockenzeit legt sich im NNorden, OOsten u.und SSüden ein Gürtel wechselfeuchten, heißen Savannenklimas mit Regen- u.und Trockenzeiten. Die Niederschläge fallen hier zur Zeit des Sonnenhöchststandes. Zum wechselfeuchten Savannenklima gehören auch die Äquatorgebiete in Ostafrika, wo es im Sommer zu ausgeprägter Trockenzeit kommt. Im NNorden u.und SSüden schließen sich an die wechselfeuchten Klimate die großen Trockengebiete der Sahara bzw. der Namib u.und Kalahari mit höchstens episod.episodischen Niederschlägen u.und großen täglichen Temperaturschwankungen an. Die Landstriche am Roten Meer, die südliche Sahara u.und der nördl.nördliche Sudan gehören zu den heißesten der Erde; das mittlere tägliche Maximum erreicht hier im Juli 40°-50°C. Sommertrockenes Klima von mediterranem Typus tritt im Kapland u.und in größerem Umfang im Atlasgebiet auf.
Vegetationszonen der Erde
Vegetationszonen der Erde
Vegetationszonen der Erde img
Namib: Dünenlandschaft
Namib
Dünenlandschaft in der Wüste Namib.
Namib img

Pflanzen- und Tierwelt

Der nördl.nördliche Teil Afrikas einschl. der Kanarischen Inseln u.und Madeira trägt mediterrane Hartlaubgehölze, Halfagrassteppen sowie Eichen- u.und Koniferenwälder. Das klimatisch verwandte Kapland weist eine Hartlaubvegetation individueller Prägung mit bes.besonders vielen Ericaceen- u.und Proteaceenarten auf. Der immergrüne trop.tropische Regenwald mit üppigem Wachstum u.und großem Artenreichtum kommt im Kongobecken u.und in Oberguinea vor, wo die Jahresniederschläge mindestens 1500 mm betragen. Im Gebiet der wechselfeuchten Tropen, im Sudan, in Ostafrika, im nördlichen u.und östl.östlichen Südafrika, wird er von einem breiten Savannengürtel umgeben, der in den niederschlagsreicheren Gebieten als regengrüne Feuchtsavanne mit teilweise Laub abwerfenden Bäumen u.und hohen Gräsern ausgebildet ist, mit zunehmender Trockenheit als Trockensavanne mit niedrigem Gras u.und Bäumen mit Schirmwuchs auftritt u.und schließlich in die Dornsavannen mit Wasser speichernden Flaschenbäumen übergeht. Im Sudan, Somaliland u.und Kalaharibecken geht die Dornsavanne in teilweise salzige Halbwüste u.und in der Sahara u.und Namib schließlich in vegetationslose Kernwüste über. Mangrovewälder findet man an den trop.tropischen Flachküsten.
Im trop.tropischen A.Afrika fallen bes.besonders die Unterschiede in der Tierwelt der Regenwälder u.und der Savannen auf. Die ganzjährige Wachstumsperiode des Regenwaldes stellt für viele Tiergruppen ein Optimum an Entfaltungsmöglichkeiten dar. Daher herrscht hier größter Arten- u.und Formenreichtum, der Wald ist das Lebensgebiet von Einzelgängern oder kleineren Horden. Fliegende Formen (Fledermäuse, Vögel, Insekten), Klettertiere (Affen u.und Halbaffen, Flughörnchen, Baumfrösche u.und Baumschlangen) u.und Zwergformen (Zwergbüffel, Zwergflusspferd, Zwergantilope, Zwergelefant) sind charakteristisch. In den mehr oder weniger offenen Landschaften aller Savannentypen herrschen dagegen die Läufer vor, z. B. Huftiere (Büffel, Zebras, Antilopen, Giraffen), Laufvögel (Strauße, Trappen), Raubkatzen (Löwe, Gepard) u.und Hyänen. Die einseitigen Bedingungen des Lebensraumes haben eine artenarme, aber sehr individuenreiche Tierbevölkerung zur Folge. Auch begünstigt die offene Landschaft die Existenz großer Formen. In der Savanne sind daher die größten Landsäugetiere zu finden: Elefanten, Nashörner, Giraffen u.und Büffel.
Elefantenherde
Elefantenherde
Wie zahlreiche Weidetiere leben Elefanten in Herden. Hier eine Herde von Afrikanischen Elefanten im lichten Trockenwald.
Elefanten (Afrikanische) img
Zwergflusspferde
Zwergflusspferde
Flußpferde im Wasser, Fluss, spielen, planschen, Maul offen, Mutter mit jungem Flußpferd, (Hippopotamus amphibius) Nildpferd, lebt in Afrika,
Flusspferd img
Giraffen:Herde
Giraffenherde
Giraffen sind scheue und friedfertige Tiere. Sie bewohnt in Herden die Buschsteppen und Savannen Afrikas von Nubien bis zum Kapland.
Giraffen img
Gepardin mit Jungtier
Gepardin mit Jungtier
Nach einer Tragezeit von 90-95 Tagen wirft die Gepardin an geschützter Stelle 1-5 Junge.
Gepard img

Bevölkerung

Afrika: Völker und Sprachen
Afrika: Völker und Sprachen
Afrika: Völker und Sprachen img
A.Afrika ist ein dünn besiedelter Kontinent. Sowohl die Sahara als auch die dichten Urwälder sind ein für den Menschen ungünstiger Lebensraum. Am dichtesten besiedelt sind das Niltal, Teile der Oberguinea- u.und der Mittelmeerküste. A.Afrika ist bei einer jährl.jährlichen Zuwachsrate von fast 3% der Kontinent mit dem größten Bevölkerungswachstum.
Die Bez.Bezeichnung Afrikas als „Schwarzer Erdteil“ ist in ethnograph.ethnographischer Hinsicht nur bedingt zutreffend. Der Lebensraum der dunkelhäutigen Völker beginnt erst südlich der Sahara, während der NNorden von hellhäutigeren Völkern besiedelt ist. Man spricht deshalb von „Weißafrika“ u.und „Schwarzafrika“; zahlreiche Mischbevölkerungen schaffen Übergänge zwischen ihnen, bes.besonders im Sudan u.und in Ostafrika. Als Weiße können neben den im Zuge islam.islamischer Staatsbildungen eingewanderten Arabern gelten: die Berber des Atlasgebiets u.und Teile der Tuareg in der Sahara. Die Ägypter, Nubier, Äthiopier, Somal, Hausa u.und Fulbe nehmen eine Zwischenstellung ein. Unter den Schwarzafrikanern ragen als sprachlich zusammenhängender Block die Bantu heraus. Viele Bantuvölker sind reine Ackerbauern, die z. T. in Ostafrika durch Großviehzüchter (Tutsi) sozial überlagert wurden. Die in Rückzugsgebieten noch anzutreffenden kleinen Gruppen der Pygmäen u.und San sind meist Jäger u.und Sammler.

Wirtschaft

Jahrhundertelang hatte A.Afrika für die Weltwirtschaft nur als Lieferant von Gold, Elfenbein u.und Sklaven Bedeutung. Im Zuge der kolonialen Aufteilung im 19. Jh. Jahrhundert wurde der Erdteil ein wirtschaftl.wirtschaftlicher Ergänzungsraum der Kolonialmächte, der wertvolle Rohstoffe in großen Mengen lieferte. Die industrielle Entwicklung wurde dabei weitgehend vernachlässigt, so dass auch heute die Landwirtschaft in den meisten afrikan.afrikanischen Ländern im Vordergrund steht. Sie liefert den Hauptanteil der Exportwaren (Kaffee, Kakao, Kautschuk u. a.). Dabei wirken sich in den stark dürregefährdeten randtrop.randtropischen Gebieten (z. B. Sahel) geringe Bewässerungsmöglichkeiten, Überweidung u.und das Vorherrschen von Selbstversorgungsbetrieben negativ auf die landwirtschaftl.landwirtschaftliche Produktivität aus. In den Innertropen führt der vorherrschende Wanderfeldbau mit Brandrodung zu Verlusten von Ackerbaufläche. Bei dem starken Bevölkerungswachstum ist in vielen afrikan.afrikanischen Staaten die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung schon heute nicht mehr gewährleistet. Hohe Nahrungsmittelimporte führen die ohnehin meist stark verschuldeten Länder in immer schwerere Wirtschaftskrisen.
Weltwirtschaft: Regionen
Weltwirtschaft: Regionen
Weltwirtschaft: Regionen img
Liberia: Tropenholz
Tropenholzverarbeitung
Die Wälder Liberias erbringen Edelhölzer. Vor der Verarbeitung werden die riesigen Stämme genau vermessen und markiert.
Liberia: Tropenholz img
Die reichen Bodenschätze Afrikas werden erst z. T. abgebaut. Trotzdem gehört der Erdteil heute schon zu den führenden Welterzeugern von Diamanten, Chrom, Kupfer, Gold, Kobalt, Platin, Uran, Erdöl
Tunesien: Erdölförderung
Tunesien: Erdölförderung
Das bei der Erdölförderung anfallende Erdgas wird abgefackelt.
Tunesien: Erdölförderung img
u. a. Die Industrie ist noch wenig entwickelt. Die meisten Industriebeschäftigten gibt es in Südafrika u.und Ägypten. In vielen Gebieten beschränkt sich die Produktion auf die Verarbeitung land- u.und forstwirtschaftl.forstwirtschaftlicher Erzeugnisse für den Binnenmarkt. Große Anstrengungen gelten der Förderung der Energiewirtschaft (auf Kohle- u.und Erdölbasis sowie durch Wasserkraft).
Durch umfangreiche Entwicklungshilfeprojekte (Kapitalanleihen, Lieferung techn.technischer Ausrüstungen, Bereitstellung u.und Ausbildung von Fachkräften u. a.) wird versucht, die wirtschaftl.wirtschaftliche Situation der ärmsten Länder Afrikas zu verbessern. Südafrika gilt als einziger Staat Afrikas nicht als Entwicklungsland. Ebenso sind die Länder, die durch Erdölausfuhren relativ hohe Deviseneinnahmen haben, so z. B. Libyen u.und Algerien, in ihrer wirtschaftl.wirtschaftlichen Entwicklung begünstigt.

Verkehr

A.Afrika verfügt bislang nicht über ein funktionierendes Verkehrswesen. Ausnahmen sind die Länder im NNorden u.und SSüden des Kontinents. Straßen sind die wichtigsten überregionalen Verkehrswege, auch wenn sie in den Staaten Tropisch-Afrikas während der mehrmonatigen Regenzeit vielfach unpassierbar werden. Leistungsfähige Eisenbahnnetze gibt es, abgesehen von der Republik Südafrika, nicht. Meist sind regionale Netze bzw. Stichbahnen von der Küste ins Landesinnere vorhanden, die für den Abtransport der Bodenschätze u.und Agrarprodukte errichtet wurden. Die Benguela-Bahn u.und die in den 1970er Jahren erbaute Tansam ermöglichen den zwischenstaatlichen, transkontinentalen Transport von OOsten nach WWesten. Die großen Flüsse (Nil, Gambia, Niger, Kongo u.und Sambesi) u.und die großen Seen in Zentral- u.und Ostafrika sind wichtige Verkehrswege. Wegen jahreszeitlich stark schwankender Wasserstände u.und zahlreicher Stromschnellen ist ihre Nutzung jedoch eingeschränkt. Der Luftverkehr hat eine Schlüsselfunktion u.und zwar für den Transport von Personen wie von Gütern.

Erforschung

Entdeckungsgeschichte (18.-20. Jh.)
Entdeckungsgeschichte (18.-20. Jh.)
Entdeckungsgeschichte (18.-20. Jh.) img
Ägyptische Fahrten in goldreiche Gegenden Ostafrikas im 2. Jahrtausend v. Chr., karthag.karthagische Vorstöße (Hanno) bis in den Golf von Guinea um 500 v. Chr. u.und römische Expeditionen zum Bahr Al Ghazal u.und zum Tschadsee (1. Jh. Jahrhundert n. Chr.) waren die ersten Schritte in der Geschichte der Entschleierung Afrikas. Im MAMittelalter unternahmen Araber weite Reisen, Italiener entdeckten die Kanaren, Madeira u.und die Azoren. Veranlasst durch den portugies.portugiesischen Prinzen Heinrich den Seefahrer, wurde in der 2. Hälfte des 15. Jh. Jahrhunderts die Küste Afrikas erkundet, dagegen kam es zu europ.europäischen Expeditionen ins Innere erst nach der Gründung der Londoner African Association Ende des 18. Jh Jahrhunderts. Damit begann die wissenschaftl.wissenschaftliche Erforschung des Kontinents, der die koloniale Aufteilung folgte. Die wichtigsten Entdecker sind: Mungo Park, H. Clapperton, R. u. J. Lander, R. F. Burton, J. H. Speke, M. H. Stanley, D. Livingstone, H. Barth, E. Vogel, G. F. Rohlfs, G. Nachtigal, G. Schweinfurth, H. von Wissmann, R. Caillie, P. Brazza, Serpa Pinto. Weite Gebiete, vor allem in der Sahara, wurden erst im 20. Jh. Jahrhundert bekannt, u. a. durch den Franzosen T. Monod.

Geschichte

Nach dem heutigen Stand der vorgeschichtl.vorgeschichtlichen Forschung muss der Raum, in dem die Ahnen des heutigen Menschen zum systemat.systematischen Werkzeuggebrauch übergingen, im südlichen u.und östl.östlichen A.Afrika gesucht werden. Hier liegen die wichtigsten Fundstätten für frühmenschl.frühmenschliche Überreste u.und Steinwerkzeuge (Oldoway-Schlucht, Tansania).
Altsteinzeitliche Kulturen sind in verschiedenen Teilen Afrikas nachweisbar (zwischen ca. 8000 u.und 6000 v. Chr.). Klimawandel (ca. 2500 v. Chr.) machte das vorher versumpfte Niltal u.und die südlich der Sahara gelegenen Zonen für Menschen kultivierbar. Mit der Vereinigung von Ober- u.und Unterägypten durch einen König, den die Überlieferung Menes nennt (ca. 3200 oder 3000 v. Chr.), beginnt die Geschichte Afrikas i. e. Sim engeren Sinn.
Die sich zur Wüste wandelnde Sahara isolierte den nordafrikan.nordafrikanischen Küstensaum am Mittelmeer weitgehend (allerdings nie vollständig) vom übrigen A.Afrika, während Ägypten u.und die südlich anschließenden Teile des Niltals stets ein Verbindungsweg zwischen dem europäisch-vorderasiat.europäisch-vorderasiatischen Raum u.und Innerafrika waren. Staatliche u.und gesellschaftl.gesellschaftliche Merkmale Altägyptens: Gottkönigtum auf der materiellen Basis der Landwirtschaft u.und der spirituellen Basis einer Natur- u.und Fruchtbarkeitsreligion finden sich bei vielen afrikan.afrikanischen Völkern. Ab 745 v. Chr. eroberten die Fürsten von Kusch, deren Hptst.Hauptstadt bei Donqola zwischen dem 3. u.und 4. Katarakt lag, Ägypten; bedeutendster Herrscher dieser „schwarzen“ XXV. Dynastie war Taharka der Große (690-664 v. Chr.).
300 v. Chr. verlegte Kusch seine Hptst.Hauptstadt nach Meroë zwischen den 5. u.und 6. Katarakt. Hier entwickelte sich für Jahrhunderte ein bedeutendes politisches, wirtschaftliches u.und kulturelles Zentrum (Eisenschmelze, alphabet.alphabetische Schrift), das nach Äthiopien sowie in den mittleren u.und westl.westlichen Sudan ausstrahlte.
Die Berberstaaten Numidien u.und Mauretanien mussten sich mit fremder Herrschaft abfinden. Das phöniz.phönizische Karthago war von seiner Gründung (Legende: 814 v. Chr.) bis zu seiner Zerstörung durch Rom (146 v. Chr.) Vormacht im heutigen Maghreb. Ägypten fiel 525 v. Chr. unter pers.persische Herrschaft (Kambyses), den Persern folgten 332-30 v. Chr. die Makedonier (Alexander der Große (Alexander III., König von Makedonien) bis Kleopatra VII.), ihnen die Römer (Augustus). Die römische Periode in Nordafrika ist durch Widerstand der Einheimischen gekennzeichnet, die sich vornehmlich des Christentums zum Ausdruck ihrer Eigenständigkeit bedienten. Nach dem Konzil von Chalcedon (451 n. Chr.) trieb Opposition gegen Rom/Byzanz die ägyptische (koptische) Kirche in das Lager der Monophysiten. Auch Äthiopien übernahm das monophysit.monophysitische Christentum. Die amtl.amtliche Kirche in Nordwestafrika blieb kath.katholisch (Tertullian, * 160,  230, Augustinus, * 354,  430). In der westl.westlichen Sahara um 200 sammelten sich nomad.nomadische Völker südlich der Römergrenze zu kräftigen Staaten (Garamanten), die die römischen Provinzen bedrohten. Die islam.islamischen Araber wurden der mürben römischen Macht in Ägypten u.und Nordwestafrika leicht Herr: 642 besetzten sie Ägypten, 697 fiel Karthago.
Die bedeutendsten Staaten der Sudanischen Kultur im westlichen u.und mittleren Sudan waren: Ghana, entstanden um 400, vernichtet durch die islam.islamischen Almoraviden 1077; Kanem, entstanden spätestens im 9. Jh. Jahrhundert, östlich vom Tschadsee, um 1100 islamisiert; Songhai, etwa ebenso alt, im 11. Jh. Jahrhundert islamisiert; die Hausa-Staaten (Kano u. a.) im heutigen Nord-Nigeria, entstanden um die Jahrtausendwende, partiell islamisiert; u.und Mali, das von seinem ersten großen Herrscher Sundjata Keita (1235-1255) zur Vormacht im westl.westlichen Sudan erhoben wurde u.und eine überwiegend islam.islamische Kultur hatte. Als es um 1450 zerfiel, trat Songhai seine Nachfolge an: Askia (Kaiser) Mohammed I. (1493-1528) übernahm den Islam u.und leitete die höchste Blütezeit der Sudanischen Kultur in diesem Gebiet ein. Arabische Bildung drang vor, Universitäten entstanden; die polit.politische Macht Songhais reichte vom Senegal bis Kano, bis tief in die Sahara u.und in das heutige Burkina Faso. Weiter südlich bildeten sich die Reiche der Mossi u.und der Yoruba. Songhai wurde 1591 zerstört. Ein westl.westlicher Zweig der Bantu gründete vermutlich im 14. Jh. Jahrhundert das Kongo-Reich. Im 9. Jh. Jahrhundert saßen die Luba bereits in Katanga u.und beuteten Kupferminen aus. Im 11. Jh. Jahrhundert erschienen vermutlich die Mashona in Rhodesien u.und begannen mit dem Bau steinerner Städte (Simbabwe).
Die monophysitisch-christl.monophysitisch-christlichen Staaten Nordostafrikas sahen sich seit der Eroberung Ägyptens durch den Islam von der übrigen Christenheit abgeschnitten. In Nubien erlag Donqola den Muslimen 1315, Soba (beim heutigen Khartum) erst 1504. In Äthiopien stellte Yekuno Amlak 1270 die Dynastie wieder her.
Spezifisch afrikan.afrikanische Impulse standen hinter den Reichsgründungen der Fatimiden (ausgehend von Berbern Algeriens um 900, Eroberung Ägyptens 969-1171), der Almoraviden (Eroberung Marokkos 1069, Spaniens 1103) u.und der Almohaden (ausgehend von Südmarokko um 1125, Herrschaft über den Maghreb 1147-1269).
Seit etwa 1200 entstanden an der Ostküste, vor allem zwischen Malindi u.und Kilwa, islam.islamische Stadtstaaten, in deren Bereich sich aus arabischen u.und Bantu-Elementen die Swahili- (d. h. „Küsten“-) Sprache herausbildete. Im ostafrikan.ostafrikanischen Hinterland konstituierten sich vermutlich erst um 1700 die Reiche der Hima (Bunyoro, Buganda, Rwanda u. a.) im Gebiet der großen Seen. Im heutigen Simbabwe errichtete um 1440 die Militärkaste der Rozwi ein Reich.
Die Erforschung der afrikan.afrikanischen Westküste durch Portugiesen begann unter Heinrich dem Seefahrer (* 1394,  1460). Um die Verbindung nach Indien zu sichern, nahm Portugal Anfang des 16. Jh. Jahrhunderts die ostafrikan.ostafrikanische Küste in Besitz, fast gleichzeitig mit der Unterwerfung des islam.islamischen Nordafrikas durch die osman.osmanischen Türken. Portugal rettete Äthiopien unter Kaiser Claudius (1540-1559) vor der Überflutung durch eine neue islam.islamische Eroberungswelle. An der Westküste verdrängten Holländer, Franzosen u. a. westeurop.westeuropäische Seefahrer, vor allem aber Engländer, im 16. Jh. Jahrhundert die Portugiesen (außer in Angola) u.und organisierten den Sklavenhandel nach Amerika in großem Stil. Die Europäer besetzten nur kleine u.und schwache Küstenforts. Sie kauften Sklaven von afrikan.afrikanischen Mittelsmännern, die ihrerseits von mächtigen Militärherrschern des Inneren beliefert wurden. Bezahlt wurde u. a. mit Feuerwaffen, die den Staaten in Küstennähe ein Übergewicht über die früher viel stärkeren Reiche der sudanes.sudanesischen Savanne verschaffte. Ashanti im heutigen Ghana u.und Dahomey, beide Reiche um 1700 errichtet, verdankten so ihre Macht dem Sklavenhandel. Zwischen 1500 u.und 1880 dürften mindestens 10 Mio. Menschen A.Afrika zwangsweise über den Atlantik verlassen haben.
Holländer errichteten 1652 am Kap die erste europ.europäische Siedlung in A.Afrika; um 1770 stießen sie mit den Xhosa, einem Bantuvolk, zusammen, das in heftigen Kämpfen („Kaffernkriege“) unterworfen wurde. In Natal errichtete Tschaka (1807-1828) den Militärstaat der Zulu; seine grausame Kriegführung löste weiträumige Flucht- u.und Konzentrationswanderungen aus, die u. a. zur Konsolidierung der Basuto-Nation im heutigen Lesotho u.und zur Gründung des Ndebele-Reichs in Rhodesien führten.
Das islam.islamische A.Afrika wurde durch den Vorstoß Napoleons I. nach Ägypten 1798 u.und durch die französ.französische Eroberung von Algier 1830 so stark aufgerüttelt, dass es im 19. Jh. Jahrhundert eine große Zahl von politisch-religiösen Reformbewegungen hervorbrachte. Vorher schon, 1804, hatte der Ful Usman dan Fodio im heutigen Nord-Nigeria den „Heiligen Krieg“ (1804-1810) gegen die nachlässigen Muslime in den Hausa-Staaten gepredigt. In wenigen Jahren schufen er u.und sein Sohn Mohammed Bello einen in Emirate gegliederten Staat, der erobernd bis in das Yorubaland u.und nach Nord-Kamerun (Adamaoua) ausgriff. Im westl.westlichen Sudan gründete Omar Saidu Tall (* 1797,  1864) einen weiteren islam.islamischen Reformstaat.
Im 18. Jh. Jahrhundert hatten die Herrscher von Oman die portugies.portugiesische Macht auf Mosambik zurückgedrängt. Die Intensivierung des Handels (vor allem steigende Nachfrage nach Elfenbein) erzeugte im 19. Jh. Jahrhundert schwere Erschütterungen entlang der transafrikan.transafrikanischen Handelswege südlich des Kongobeckens. Oft bildeten sich neue afrikan.afrikanische Reiche (Chokwe in Ostangola/Katanga, das Bayeke-Reich des Nyamwezi-Händlers Msiri in Katanga nach 1856) oder arab.arabische Privatkolonien; um 1870 schuf Mohammed Ben Hamed („Tippu Tib“, * um 1838,  1905) im östl.östlichen Kongogebiet ein geschlossenes arab.arabisches Handelsreich. War diese Entwicklung vornehmlich von kommerziellen Interessen diktiert, so dienten die Reichsgründung des Mahdi Mohammed Ahmed im östl.östlichen Sudan (1881-1899) u.und die militär.militärische Disziplinierung der Senussi in der Cyrenaica dem reformator.reformatorischen Impuls des afrikan.afrikanischen Islams.
Auf Madagaskar erstarkte unter dem König von Merina, Radama I. (1810-1828), ein nichtislam.nichtislamisches Staatswesen, das sich um europ.europäische Hilfe bei der Modernisierung bemühte.
In Südafrika trug der große Treck der Buren (seit 1837) weiße Herrschaft weit ins Innere; die Republik Transvaal konstituierte sich 1856. Gleichzeitig dehnte Frankreich seinen alten Besitz am Senegal systematisch ins Hinterland aus, während aus den USA nach Liberia ausgesiedelte ehem.ehemalige Sklaven 1847 eine unabhängige Republik proklamierten.
Der Erschließung Afrikas durch europ.europäische Forscher u.und christl.christliche Missionare folgte Ende des 19. Jh. Jahrhunderts die polit.politische Unterwerfung fast des ganzen Erdteils u.und seine Aufteilung unter westeurop.westeuropäische Kolonialmächte. Das Startsignal für den Wettlauf um Kolonien gaben König Leopold II. von Belgien mit seinen Erwerbungen am Kongo 1879 sowie die brit.britische Regierung mit der Besetzung Ägyptens (1882) nach dem Bau des Suezkanals. England, dessen Interessen in Süd- u.und Zentralafrika bes.besonders durch Cecil Rhodes verfochten wurden, besiegte 1899-1902 die Burenrepubliken u.und vereinigte sie mit Kapland u.und Natal zur Südafrikanischen Union (1910). Andere bedeutende Länder Afrikas, die an England fielen, waren Uganda u.und Kenia in Ostafrika, der Sudan, Nigeria u.und die Goldküste (Ghana) in Westafrika. Frankreich erwarb von seinen Küstenplätzen (am Senegal, an der Elfenbeinküste (Côte dIvoire), in Dahomey (Benin) u.und am Kongo) aus ein zusammenhängendes Landreich. Durch die Sahara war es mit Französisch-Nordafrika verbunden, zu dem Tunesien (seit 1881) u.und Marokko (seit 1912) als Protektorate gehörten. Das Deutsche Reich sicherte sich Kolonialbesitz
Über die Ziele des Kolonialbesitzes
Über die Ziele des Kolonialbesitzes
Zu den treibenden Kräften der deutschen Kolonialpolitik zählt Carl Peters, Mitbegründer der Gesellschaft für deutsche Kolonisation und später Reichskommissar in Ostafrika. Peters ist ein besonders rücksichtsloser Vertreter einer sozialdarwinistischen Weltsicht.

Der Kampf ums Dasein wird auf ewig Sieger und Besiegte haben, er wird mit der Schmälerung des Nähr- und Ellenbogenraumes für die Individuen stets heftiger werden.

Diesen Kampf durch einen allgemeinen Friedensschluss zu beseitigen, ist ein frommer Wunsch, dem es in der Geschichte wie im Wesen der Menschheit an jeder Voraussetzung fehlt. Was wir dagegen im Folgenden nachweisen möchten, ist die Möglichkeit, in diesem Kampf auf geraume Zeit für eine Nation das Übergewicht zu erringen und auf Grund dieses Übergewichts dieser Nation breitere Lebensbedingungen, reichere Entwicklung und damit eine höhere Stufe geistiger und materieller Kultur zu sichern, als den übrigen...
Die Kolonialpolitik will nichts anderes, als die Kraftsteigerung und Lebensbereicherung der stärkeren, besseren Rasse auf Kosten der schwächeren, geringeren, die Ausbeutung der nutzlos aufgespeicherten Reichtümer dieser im Dienste des Kulturfortschritts jener.
Es ist ein Irrtum ... wenn man meint, die Kolonialpolitik bezwecke allein die moralische und materielle Hebung fremder Volksstämme. Sie soll weitblickend genug sein, um sich dieser Aufgabe als ein hervorragendes Mittel zum Zweck zu stellen. Dieser ist und bleibt aber schließlich die rücksichtslose und entschlossene Bereicherung des eigenen Volkes auf anderer schwächerer Völker Unkosten."
Über die Ziele des Kolonialbesitzes
in Ostafrika, Südwestafrika u.und Westafrika (Kamerun u.und Togo). Portugal musste sich auf Angola u.und Mosambik beschränken.
Nach dem 1. Weltkrieg teilten England, Südafrika, Frankreich u.und Belgien die dt.deutschen Kolonien als Völkerbundsmandate unter sich auf. Die Kolonialverwaltung festigte sich rasch, wobei die Briten dem System der indirekten Herrschaft Vorrang gaben, das den einheim.einheimischen Fürsten eine begrenzte Autorität ließ. Die Gründung moderner Schulen u.und die Durchdringung wenigstens einiger Gebiete mit modernem Wirtschaftsleben erzeugten aber neben den traditionellen Herrenschichten eine neue Bildungselite, die bald unter Verwendung europ.europäischer Ideen Ansprüche auf polit.politische Macht anmeldete.
Die rasche Entkolonialisierung Afrikas seit dem Ende des 2. Weltkriegs übertrug in der Regel den kolonialen Verwaltungsapparat in die Hände dieser neuen Elite. Sie stellte fast überall die Führer der nationalen Befreiungsbewegungen, die nach der Erlangung der Unabhängigkeit oft als Einparteiensysteme weitergeführt wurden. Die neuen Führer erreichten meist den Abzug der Kolonialmacht durch Verhandlungen u.und gewaltlosen Druck. Nur Algerien musste die Franzosen 1954-1962 durch Partisanenkrieg zum Nachgeben zwingen. Andere Aufstände scheiterten, so in Kenia (Mau-Mau 1952-1954) u.und Kamerun.
Kenia: Mau-Mau-Bewegung
Kenia: Mau-Mau-Bewegung
Der Kikuyu-Häuptling (rechts) unterhält sich mit einem Polizisten. Die Mau-Mau-Bewegung hatte zum Ziel, politische Unabhängigkeit zu erreichen und Land von den weißen Siedlern zurückzuerhalten.
Kenia: Mau-Mau-Bewegung img
In vielen afrikan.afrikanischen Staaten setzte zu Beginn der 1990er Jahre ein Demokratisierungsprozess ein. Der südafrikan.südafrikanische Präsident F. W. de Klerk begann 1990 mit einer Reformpolitik, die zur Abschaffung der Apartheid führte. Die herrschenden Regime in Äthiopien, Liberia, Tschad u.und Somalia wurden 1990/91 nach blutigen Bürgerkriegen gestürzt. 1993 erlangte Eritrea die Unabhängigkeit. 1997 gelang der Sturz des Mobutu-Regimes in Zaire, das in Demokratische Republik Kongo umbenannt wurde. Diese Wandlungen führten jedoch nicht zu einer positiven Entwicklung für den Kontinent. 1998 brach im OOsten der Demokratischen Republik Kongo ein Folgekonflikt aus, der Zentralafrika insges.insgesamt destabilisierte. Im gleichen Jahr kam es auch zu militär.militärischen Auseinandersetzungen zwischen Äthiopien u.und Eritrea, die erst 2000 beigelegt werden konnten.
Am 9. 7. 2002 wurde im südafrikan.südafrikanischen Durban als Nachfolgeorganisation der OAU die Afrikanische Union gegrgegründet.
Zu Beginn des 21. Jh. waren die Hauptprobleme des Kontinents wirtschaftliche Rückständigkeit, gewaltsame Konflikte, soziale Krisen (Aids) sowie das Erstarken des islamischen Fundamentalismus. Armut und Krieg ließen zudem Millionen von Menschen in ihre Nachbarländer oder nach Europa flüchten. Um die Migrationsströme nach Europa einzuschränken, beschlossen 2006 in Rabat 57 afrikanische und europäische Staaten einen Aktionsplan, der u. a. die Bekämpfung des Menschenhandels und der illegalen Migration sowie verstärkte Entwicklungshilfe vorsah. In den letzten Jahren wuchs der wirtschaftliche Einfluss der Volksrepublik China auf dem Kontinent. Das Regime in Peking intensivierte die Beziehungen zu vielen Staaten, vor allem um den steigenden chinesischen Rohstoffbedarf zu decken. In Lissabon verabschiedeten Vertreter der EU und der afrikanischen Staaten 2007 ein Strategiepapier, um eine Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit zu schaffen. Die Afrikanische Union fasste 2009 auf Sondergipfeln in Tripolis bzw. Kampala Beschlüsse, die darauf zielten, die Möglichkeiten für Konfliktlösungen zu verbessern und für die große Zahl der innerafrikanischen Flüchtlinge wirksame Schutz- und Rechtsgarantien aufzubauen. Gleichwohl blieb die politische und wirtschaftliche Situation in vielen afrikanischen Staaten prekär (so in der Demokratischen Republik Kongo, in Simbabwe, in Somalia, im Sudan und im Tschad). Mit Südafrika konnte 2010 erstmals ein afrikanischer Staat die Fußballweltmeisterschaft ausrichten. 2011 brachten soziale Unruhen und Massenproteste Regimewechsel in Ägypten und Tunesien. In Libyen eskalierten die Proteste gegen das herrschende Regime in kriegerischen Auseinandersetzungen, in die zum Schutz der Zivilbevölkerung auch die NATO mit Luftstreitkräften eingriff und die schließlich zum Ende der Gaddhafi-Herrschaft führten. Am 9. 7. 2011 proklamierte Südsudan die Unabhängigkeit.
Total votes: 12
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Video

Der Nil

RÄTSEL DES ALLTAGS

Rätsel des Alltags

Mit Tieren reden