Argentinien
Argentinien, der zweitgrößte Staat Lateinamerikas, bietet vom subtropischen Regenwald bis zur patagonischen Steppe eine enorme landschaftliche Vielfalt. Das Silberland - der Name Argentinien leitet sich vom lateinischen Wort „argentum“ für Silber ab - lockte jahrzehntelang europäische Auswanderer an. Der Export von Getreide, Wolle und Rindfleisch machte Argentinien Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem wohlhabenden Staat. In den letzten Jahrzehnten wurde Argentinien jedoch immer wieder von schweren Wirtschaftskrisen heimgesucht.
Natur und Klima
Argentinien.sgm
| Offizielle Bezeichnung: | Argentinische Republik |
| KFZ-Kennzeichen: | RA |
| Fläche: | 2 780 400 km2 |
| Einwohner: | 40,7 Mio. |
| Hauptstadt: | Buenos Aires |
| Zeitzone: | Mitteleuropäische Zeit -4 Std. |
| Amtssprache(n): | Spanisch |
| Staatsform: | präsidiale Bundesrepublik |
| Nationalfeiertag: | 25.5. |
| Währung: | 1 Argentinischer Peso = 100 Centavos |
Argentinien Countrybox
Argentinien: Verwaltungsgliederung
| Provinz | Fläche (in km2 ) | Einwohner (in 1000) | Hauptstadt |
| Buenos Aires (Bundesdistrikt) | 200 | 2 729 | Buenos Aires |
| Buenos Aires | 307 571 | 13 756 | La Plata |
| Catamarca | 102 602 | 331 | Catamarca |
| Chaco | 99 633 | 979 | Resistencia |
| Chubut | 224 686 | 408 | Rawson |
| Córdoba | 165 321 | 3 053 | Córdoba |
| Corrientes | 88 199 | 927 | Corrientes |
| Entre Ríos | 78 781 | 1 152 | Paraná |
| Formosa | 72 066 | 489 | Formosa |
| Jujuy | 53 219 | 609 | Jujuy |
| La Pampa | 143 440 | 299 | Santa Rosa |
| La Rioja | 89 680 | 288 | La Rioja |
| Mendoza | 148 827 | 1 574 | Mendoza |
| Misiones | 29 801 | 961 | Posadas |
| Neuquén | 94 078 | 472 | Neuquén |
| Río Negro | 203 013 | 549 | Viedma |
| Salta | 155 488 | 1 065 | Salta |
| San Juan | 89 651 | 617 | San Juan |
| San Luis | 76 748 | 367 | San Luis |
| Santa Cruz | 243 943 | 197 | Río Gallegos |
| Santa Fé | 133 007 | 2 976 | Santa Fé |
| Santiago del Estero | 136 351 | 796 | Santiago del Estero |
| Tucumán | 22 524 | 1 332 | San Miguel de Tucumán |
| Feuerland (Nationalterritorium) | 21 571 | 100 | Ushuaia |
Argentinien: Verwaltungsgliederung
Iguaçu
Argentinien: Nahuel Huapi
Das zentrale Tiefland - mal amphibisch feucht, mal trockenes Grasland
Die Pampa war ursprünglich ein weites Grasland. Im feuchten OOsten wird heute intensive Landwirtschaft betrieben; diese Region bildet die Kornkammer des Landes. Im trockenen WWesten wachsen nährstoffreiche Gräser - Futtergrundlage für Millionen Rinder.
Im NNorden des zentralen Tieflands liegt der Gran Chaco, eine weite Parklandschaft mit subtrop.subtropischem Trockenwald, die nach WWesten hin von einer Dornbuschsavanne abgelöst wird. Typischer Baum des Gran Chaco ist der Quebracho, der wegen seines hohen Gehalts an Tannin bei der Lederherstellung verwendet wird.
Argentinien: Chaco
Östlich der Pampa erstreckt sich das von den Flüssen Paraná u.und Uruguay eingerahmte Zwischenstromland (Mesopotamia). Im äußersten NONordosten bedeckt subtrop.subtropischer Regenwald die Ausläufer des Brasilianischen Berglandes. In dieser Region liegen die spektakulären Wasserfälle von Iguaçú.
Die eintönigen Ebenen Patagoniens
Südlich des Río Colorado gehen die Grasländer der Pampa in die trockene patagon.patagonische Steppe über. Weite Tafelflächen mit cañonartigen Tälern charakterisieren diesen rauen SSüden Argentiniens. Die kargen Böden lassen nur eine schüttere Grasvegetation gedeihen, die der Schaf- u.und Rinderhaltung dient. Im OOsten fällt das dünn besiedelte Tafelland mit einer buchtenreichen, felsigen Steilküste zum Atlantik ab.
Ganz im SSüden, durch die Magellanstraße vom Festland getrennt, liegt die Inselgruppe Feuerland. Der argentin.argentinische Teil der gleichn.gleichnamigen Hauptinsel bildet mit den Inseln im Beaglekanal u.und der Staateninsel das stark vergletscherte u.und von Fjorden zerschnittene Territorium Tierra del Fuego.
Die mächtigen Vulkankegel der Anden
Im WWesten erheben sich die Anden, deren parallel verlaufende Gebirgsketten von breiten Tälern u.und Becken unterbrochen werden. Östlich der Anden erstrecken sich als einzelne isolierte Bergketten die Pampinen Sierren mit der Sierra de Córdoba (bis 2884 m) als Hauptzug.
Im NNorden rahmen 5000-6000 m hohe Gebirgsketten das abflusslose Becken der Puna ein. Weiter im SSüden erhebt sich mit dem 6960 m hohen Aconcagua der höchste Gipfel des amerikan.amerikanischen Doppelkontinents. Durch die Südanden ziehen sich gewaltige Gletscherfelder. Der Perito-Moreno-Gletscher zählt zu den wenigen noch vorstoßenden Gletschern der Erde. Im Abstand von mehreren Jahren schneidet seine Zunge einen Seitenarm des Sees Lago Argentino ab. Das aufgestaute Seewasser schlägt dann unter gewaltigem Getöse eine Schneise durch den Gletscher. Hier wie in anderen Abschnitten der Anden schützen Nationalparks die grandiose Berglandschaft.
Von den 50 Vulkanen der argentin.argentinischen Anden ist heute kein einziger mehr aktiv. Gefahr geht dagegen von den häufigen Erdbeben aus, die z. B. 1861 die Stadt Mendoza u.und 1944 die Stadt San Juan zerstörten.
Klimatische Gegensätze
Das Klima Argentiniens ist so vielfältig wie seine Landschaften u.und reicht von subtropisch-heiß im NNorden bis zu subpolar-kühl im SSüden. Der größte Teil des Landes befindet sich in den gemäßigten Breiten. Die Temperaturen nehmen von NNorden nach SSüden ab; von OOsten nach WWesten steigen sie zunächst an, um mit zunehmender Höhe in den Anden wieder zu sinken. Auch die Niederschläge nehmen von NNorden nach SSüden ab. Zwei Drittel des Landes liegen im Regenschatten der Anden u.und erhalten nur relativ geringe Niederschläge.
Das Klimaphänomen El Niño kann in A.Argentinien zu starken Niederschlägen u.und Überschwemmungen führen. Der Pampero, ein kalter, polarer Südwind, bringt neben starken Temperaturabfällen ebenfalls starke Regenfälle mit sich.
Bevölkerung
A.Argentinien war Ende des 19. u.und Anfang des 20. Jh. Jahrhunderts ein beliebtes Einwanderungsland für europ.europäische Emigranten, die Indios u.und Mestizen größtenteils verdrängten. Das zeigt sich heute in der Bevölkerungsstruktur: 90% der Ew.Einwohner sind Weiße, zwei Drittel haben spanische oder italien.italienische Vorfahren. Im Gran Chaco, in den Anden u.und im SSüden des Landes leben noch etwa 35 000 Indianer. 5-10% der Ew.Einwohner sind Mestizen, viele von ihnen wanderten in den 1960er Jahren aus den Nachbarländern Chile, Bolivien u.und Paraguay ein.
Trotz der Weite des Landes konzentrieren sich 70% der Bevölkerung auf nur 22% der Staatsfläche. 89% der Argentinier leben in Städten; allein der Großraum Buenos Aires umfasst 13,8 Mio. EwEinwohner. Mit einem jährl.jährlichen Bevölkerungswachstum von 0,8% bildet A.Argentinien das Schlusslicht unter den lateinamerikan.lateinamerikanischen Ländern.
Buenos Aires: Stadtansicht
Buenos Aires: Stadtansicht
Das schachbrettartige Grundschema, wie es für viele lateinamerikanische Städte typisch ist, wurde auch für Buenos Aires bestimmend. Allerdings sind die auf die Kolonialzeit zurückgehenden Straßen in der Regel so schmal, dass sie
© Botschaft der Rep. Argentinien, Bonn
Buenos Aires: Stadtansicht
Bildung
Für alle Kinder zwischen sechs u.und 14 Jahren besteht Schulpflicht. Die Primarstufe umfasst sieben Jahre, die Sekundarstufe fünf bis sechs Jahre. Öffentliche Schulen u.und Universitäten sind gebührenfrei. Daneben existieren zahlreiche private Bildungseinrichtungen. Im Vergleich zu seinen lateinamerikan.lateinamerikanischen Nachbarn verfügt A.Argentinien über eines der am besten ausgebauten Bildungssysteme, das jedoch ein starkes Stadt-Land-Gefälle aufweist. Die Wirtschaftskrise 2002 führte auch zu Problemen im Bildungssektor, vielen Einrichtungen wurde die staatl.staatliche Unterstützung entzogen.
Staat und Politik
Nach der am 24. 8. 1994 in Kraft getretenen Verfassung (Revision der Verfassung von 1853) ist A.Argentinien eine präsidiale Republik. Der Staatspräsident ist gleichzeitig Staatsoberhaupt u.und Regierungschef. Er wird für eine Amtszeit von vier Jahren direkt vom Volk gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Die Legislative liegt beim Kongress, der aus zwei Kammern (Senat mit 72 Mitgliedern u.und Abgeordnetenhaus mit 257 Mitgliedern) besteht. Alle zwei Jahre wird die Hälfte der Mitglieder des Abgeordnetenhauses für vier Jahre neu gewählt. Der Senat wird alle zwei Jahre zu einem Drittel für eine Sechsjahresperiode erneuert. Wichtige Parteien sind die Peronisten (Partido Justicialista, PJ) sowie die liberale Bürgerunion (Unión Cívica Radical, UCR). A.Argentinien verfügt über eine zweistufige Bundesgerichtsbarkeit, der Oberste Gerichtshof ist gleichzeitig Verfassungsgericht.
Wirtschaft und Verkehr
Argentienien: Rinderfarm
Seit 2003 verzeichnet A.Argentinien wieder ein hohes Wirtschaftswachstum. Die Industrieproduktion legte 2004 um 10,7% zu, auch bei den ausländ.ausländischen Direktinvestitionen zeichnete sich eine Trendwende ab. Die offizielle Arbeitslosigkeit erreichte 2004 mit 13,6% den niedrigsten Wert seit 1998.
Ein Fünftel des Außenhandels wird mit den Ländern des MERCOSUR (Gemeinsamer Markt des südl.südlichen Amerika) betrieben, enge Handelsbeziehungen bestehen auch zur Europäischen Union u.und der nordamerikan.nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA.
Traditionell bedeutende Landwirtschaft
Ein Drittel des Exports erwirtschaftet die Landwirtschaft. Den größten Anteil nehmen Rindfleisch u.und seine Nebenprodukte wie Fleischkonserven u.und Häute ein. 48 Mio. Rinder u.und 12 Mio. Schafe grasen auf den Weiden der Pampa u.und Patagoniens. Die Viehzucht hat eine lange Tradition, schon die frühen span.spanischen Einwanderer hatten Rinder auf der fruchtbaren argentin.argentinischen Pampa weiden lassen. Über die Hälfte der Staatsfläche dient als Weideland, ein Fünftel ist mit Wald bestanden, 9% sind Ackerland.
In den letzten Jahren wurden die Ackerflächen stark ausgeweitet. A.Argentinien ist mittlerweile weltweit der drittgrößte Produzent von Sojabohnen u.und gehört zu den wichtigsten Exporteuren von Futtergetreide. Im WWesten werden unter künstl.künstlicher Bewässerung Wein u.und Obst, im NWNordwesten Zuckerrohr angebaut. Im NONordosten liegen Plantagen mit Mate- u.und Teesträuchern sowie Tungölbäumen.
Industrie mit hohen Wachstumsraten
Nach der Kapitalflucht im Krisenjahr 2002 war die industrielle Produktion praktisch zum Erliegen gekommen. Heute profitiert sie von einer erhöhten Investitionsbereitschaft u.und erreicht Wachstumsraten von über 10%. Zu den wichtigsten Industriezweigen gehören die Nahrungsmittelbranche sowie die Textil-, Leder- u.und Holzindustrie. Die Produkte des Metall-, Maschinen- u.und Fahrzeugbaus machen zusammen mit den Erzeugnissen der chem.chemischen Industrie ein Viertel des Ausfuhrvolumens aus. Auch verfügt A.Argentinien über große Erdöl- u.und Erdgasvorkommen vor der Ostküste, die aber nur z. T. erschlossen sind.
Wichtige Devisen durch den Tourismus
Seit der Abwertung des Pesos 2002 hat der internationale Tourismus an Bedeutung gewonnen. 3 Mio. Ausländer reisen jährlich nach AArgentinien. Die Einnahmen aus dem Tourismus belaufen sich auf über 2 Mrd. US-Dollar im Jahr. Durch die Errichtung moderner Freizeitanlagen versucht man, vor allem zahlungskräftige Touristen aus den Industrieländern anzulocken.
Zu den bevorzugten Reisezielen zählen die Wasserfälle von Iguaçú u.und die Nationalparks der Anden, hier vor allem die Gletscherregion Los Glaciares, ferner Feuerland sowie die Halbinsel Valdés mit ihrer Meeresfauna, die fossilienreichen Naturparks Ischigualasto u.und die Felslandschaft Talampaya. Im nationalen Tourismus spielen noch die Seebäder am Atlantik, die Sierra de Córdoba u.und die Weinregionen im WWesten eine Rolle.
Ungleichmäßige Verkehrserschließung
Das Straßen- u.und Schienennetz läuft strahlenförmig auf die Hptst.Hauptstadt Buenos Aires zu. Die Pampa u.und das zentrale Andenvorland sind gut erschlossen, die Peripherie dagegen ist schlecht angebunden. Mit der Privatisierung des Schienennetzes 1992 wurde ein großer Teil des Personenfernverkehrs eingestellt, so dass dem nationalen Flugverkehr wachsende Bedeutung zukommt. Die Flusssysteme von Paraná u.und Uruguay dienen der Binnenschifffahrt.
Geschichte
Kolonialzeit
Die Mündung des Río de la Plata wurde 1515 von dem Spanier Juan Díaz de Solís entdeckt. 1536 nahm Pedro de Mendoza das Gebiet für Spanien in Besitz u.und gründete Buenos Aires (1541 aufgegeben, 1580 neu gegr.gegründet), das zur Hptst.Hauptstadt des 1776 errichteten Vizekönigreichs Río de la Plata wurde. Zum neuen Vizekönigreich gehörten Teile des heutigen A.Argentinien, Uruguay, Paraguay u.und Südbolivien.
Schwierige Staatsbildung
Als sich das span.spanische Mutterland mit Napoleon verbündete, versuchten die Briten 1806/1807 Buenos Aires zu besetzen. Die kreol.kreolische Oberschicht wehrte mit ihren Truppen die Angriffe ab. Bald darauf konnte sich in Buenos Aires eine liberale Junta etablieren, den Vizekönig absetzen u.und fortan weitgehend autonom regieren. Am 9. 7. 1816 wurde die Unabhängigkeit der Vereinigten Provinzen von Río de la Plata verkündet. Bürgerkriege zwischen Unitariern (Zentralisten) u.und Föderalisten bestimmten die Innenpolitik, bis Juan Manuel de Rosas die Föderalisten 1835 zum Sieg führte. Bis 1828 hatten sich Paraguay, Bolivien u.und Uruguay abgespalten u.und wurden selbstständige Staaten. Nach dem Sturz von Rosas gab sich A.Argentinien 1853 eine föderalist.föderalistische Verfassung. Neue Bürgerkriege wurden durch die Präsidentschaft von Bartolomé Mitre (* 1821, † 1906) u.und den Krieg gegen Paraguay (1865-1870) unterbrochen, lebten aber danach wieder auf, bis es Präsident Julio Argentino Roca (* 1843, † 1914) gelang, den Gegensatz zwischen Unitariern u.und Föderalisten zu beenden.
Einwanderung und Wirtschaftsaufschwung
Zwischen 1880 u.und dem 1. Weltkrieg profitierte A.Argentinien von der massiven Einwanderung aus Europa, die mit einem wirtschaftl.wirtschaftlichen Aufschwung einherging. A.Argentinien stieg zum weltweit führenden Getreide- u.und Wollexporteur auf. Im 1. Weltkrieg blieb das Land neutral. Die Wahlen von 1916 gewann die von der städt.städtischen Mittelschicht getragene Unión Cívica Radical unter Hipólito Irigoyen (1916-1924, 1928-1930). Die Phase wirtschaftl.wirtschaftlichen Aufschwungs beendete abrupt die Weltwirtschaftskrise 1929/30. Das Militär setzte Irigoyen am 6. 9. 1930 ab.
Aufstieg Peróns
Die politischen u.und sozialen Verhältnisse blieben instabil. 1943 etablierte sich eine Militärdiktatur. Die Militärs ernannten Juan Domingo Perón zum Arbeits- u.und Sozialminister. Im 2. Weltkrieg blieb das Land zunächst neutral; es weigerte sich, die diplomat.diplomatischen Beziehungen zu Nazi-Deutschland u.und seinen Verbündeten abzubrechen. Erst kurz vor Kriegsende unterstützte A.Argentinien auf Druck der USA die Alliierten. Peróns Sozialpolitik zu Gunsten der Arbeiter u.und der besitzlosen Schichten (Descamisados, „Ohnehemden“) brachten ihm Sympathie ein. 1946 wählte das Volk Perón zum Präsidenten (erneut 1948 u.und 1951). Er führte, zusammen mit seiner Gattin Eva (Evita) Perón wirtschaftliche u.und soziale Reformen durch, die jedoch an der falschen Einschätzung der ökonom.ökonomischen Möglichkeiten Argentiniens scheiterten. 1955 wurde Perón durch einen Militärputsch gestürzt.
In der folgenden Periode war das Militär die bestimmende Kraft. Die peronist.peronistische Bewegung blieb aber ein wichtiger polit.politischer Faktor, vor allem in den Gewerkschaften. Die 1973 vom Militär zugelassenen Wahlen gewann der Peronist H. Cámpora, der nach wenigen Wochen zurücktrat, um Neuwahlen zu ermöglichen. In diesen siegte der aus dem Exil zurückgekehrte Perón; er wurde erneut Staatspräsident.
Militärdiktatur
Nach Peróns Tod 1974 übernahm seine dritte Frau, Isabel Perón, das Präsidentenamt. Es gelang ihr nicht, die peronist.peronistische Bewegung zusammenzuhalten u.und den zunehmenden Terrorismus rechts- u.und linksextremer Gruppen (Stadtguerilla) einzudämmen. 1976 wurde sie vom Militär gestürzt. Erklärtes Ziel des Militärregimes war die Vernichtung der Stadtguerilla u.und die Schaffung eines marktwirtschaftl.marktwirtschaftlichen Systems. Diese Politik wurde mit einer für A.Argentinien beispiellosen Härte u.und mit schweren Menschenrechtsverletzungen verfolgt. Es gelang den Militärs jedoch nicht, die zerrüttete Wirtschaft zu sanieren u.und die Verschlechterung des allg.allgemeinen Lebensstandards zu verhindern. An der Spitze der Militärjunta standen nacheinander die Generale J. Videla (1976-1981), R. Viola (1981/82) u.und L. Galtieri (1982). Galtieri musste nach der argentin.argentinischen Niederlage im Falklandkonflikt zurücktreten u.und den Weg für demokrat.demokratische Reformen freigeben.
Die neue Demokratie
1983 gewann die UCR die ersten freien Wahlen. Ihr Führer Raúl Alfonsín wurde Staatspräsident. Die Aufarbeitung der Diktatur führte 1985 zur Verurteilung mehrerer Mitglieder des Militärregimes. 1989 geriet das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise, die im selben Jahr den Peronisten mit Carlos Saúl Menem an der Spitze die Rückkehr zur Macht ebnete. Eine Amnestie für inhaftierte ehem.ehemalige Junta-Mitglieder stieß auf scharfe öffentl.öffentliche Kritik. Seit 1992 verbesserte sich die ökonom.ökonomische Lage Argentiniens zunehmend. Der wirtschaftl.wirtschaftliche Erfolg wurde jedoch mit großen sozialen Härten erkauft. Die Aufdeckung zahlreicher Korruptionsfälle in Politik u.und Verwaltung konnte die starke innenpolit.innenpolitische Position Menems nicht erschüttern. Nach der Verfassungsreform 1994 wurde er bei den Wahlen 1995 in seinem Amt bestätigt.
Alfonsín, Raúl
Seit 1998 litt A.Argentinien an einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung, die die hohe Arbeitslosigkeit verstärkte. 1999 gewann Fernando de la Rúa, Kandidat der linksliberalen Opposition, die Präsidentschaftswahlen. Die neue Regierung sah sich mit einer schweren wirtschaftl.wirtschaftlichen Rezession konfrontiert, die das Land bis in die Zahlungsunfähigkeit führte. Nach schweren Unruhen trat Präsident de la Rúa 2001 zurück. Nachfolger wurde zunächst Eduardo Duhalde. Vorzeitige Präsidentschaftwahlen 2003 gewann dann der Peronist Néstor Kirchner. Seiner Regierung gelang es im Gefolge des weltweiten Rohstoffbooms, von dem bes.besonders die argentin.argentinische Agrarindustrie profitierte, die schwere wirtschaftl.wirtschaftliche Krise zu überwinden. Gleichzeitig schuf Kirchner durch die Aufhebung von Amnestiegesetzen die Voraussetzung für eine jurist.juristische Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen während der Zeit der Militärdiktatur. In der Außenpolitik belastete ein Konflikt um den Bau zweier Zellulosefabriken an der gemeinsamen Grenze seit 2006 die Beziehungen zu Uruguay. Die Präsidentschaftswahlen 2007 gewann Cristina Fernández de Kirchner, die Ehefrau des bisherigen Staatschefs u.und Kandidatin der peronist.peronistischen Gruppierung Frente para la Victoria. Eine von der Regierung per Erlass durchgeführte Erhöhung der Exportsteuer für bestimmte Getreideprodukte führte 2008 zu Streik- und Blockadeaktionen der Landwirte. Das Gesetz über diese Steuermaßnahme scheiterte schließlich im Juli 2008 im Senat. Damit musste die Präsidentin eine schwere innenpolitische Niederlage hinnehmen. Das von Frente para la Victoria repräsentierte Kirchner-Lager verzeichnete bei vorgezogenen Teilwahlen zum Kongress 2009 starke Stimmenverluste. 2010 verstarb überraschend N. Kirchner, über dessen erneute Kandidatur für das Präsidentenamt spekuliert worden war. Seine Witwe wurde bei den Wahlen 2011 im Amt bestätigt.













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