Australien
Australien.sgm
| Offizielle Bezeichnung: | Australischer Bund |
| KFZ-Kennzeichen: | AUS |
| Fläche: | 7 692 024 km2 |
| Einwohner: | 21,5 Mio. |
| Hauptstadt: | Canberra |
| Zeitzone: | Mitteleuropäische Zeit +7 bis +9 Std. |
| Amtssprache(n): | Englisch |
| Staatsform: | parlamentarische Monarchie im Commonwealth |
| Nationalfeiertag: | 26.1. |
| Währung: | 1 Australischer Dollar = 100 Cents |
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Natur und Klima
Im Ganzen ist der austral.australische Kontinent ein gewaltiges Tafelland, größtenteils von Gebirgszügen umrahmt. Davor liegen meist nur schmale Küstenebenen. Im NNorden greift der Carpentariagolf zwischen Arnhemland u.und der Kap-York-Halbinsel tief ins Land ein. Im SSüden dringen von der sanft gebogenen Großen Australischen Bucht der Spencer- u.und St.-Vincent-Golf ins Landesinnere vor. Der Nordostküste ist das 2000 km lange Große Barriereriff vorgelagert, das größte Korallenriff der Erde.
Randgebirge, Tiefländer und Plateaus
Entlang der Pazifikküste im OOsten erstrecken sich die Gebirgsketten der 3000 km langen Great Dividing Range (Ostaustralische Kordillere) mit der New England Range, den Blue Mountains u.und den Snowy Mountains in ihrem südl.südlichen Teil, den Australischen Alpen. Hier liegt die höchste Erhebung des Landes, der Mount Kosciusko (2228 m). Nach NNorden verlieren die Gebirgszüge deutlich an Höhe. Während die Gebirgsketten zur Küste hin steil abfallen, gehen sie nach WWesten hin allmählich in Hügelland u.und große Tiefebenen über. Die südl.südliche Fortsetzung der Ostaustralischen Kordillere bildet die Insel Tasmanien, die durch die 200 km breite Bass-Straße vom Festland getrennt ist.
Am südöstl.südöstlichen Rand der Inneren Ebene fließt der Darling, Australiens längster Fluss, Richtung SWSüdwesten. Etwa am 34. Breitengrad trifft er auf das größte Flusssystem des Kontinents, den Murray mit seinen Nebenflüssen Lachlan u.und Murrumbidgee. Während große Teile des Darling im Winter oft trocken fallen, führt der Murray durch seine Nebenflüsse u.und die Staudämme des Snowy-Mountains-Systems das ganze Jahr über Wasser. Im NONordosten der Ebene speisen die Steigungsregen der Great Dividing Range die Flüsse Diamantina u.und Cooper. Lange Abschnitte dieser Flüsse sind oft trocken; nur selten erreichen sie den Eyresee in Südaustralien. Der Salzsee südlich der Simpsonwüste markiert mit -16 m den tiefsten Punkt des Kontinents.
Das größte Wasserreservoir Australiens liegt in den tieferen Erdschichten der Inneren Ebene verborgen: das Große Artesische Becken. Hier nimmt poröser Sandstein Wasser aus der Great Dividing Range auf u.und stellt so großen Gebieten in Queensland, Neusüdwales u.und Südaustralien Grundwasser zur Verfügung. Wegen seiner Salzhaltigkeit ist das Wasser zur Trinkwassergewinnung für den Menschen u.und zu Bewässerungszwecken ungeeignet, bildet aber die Lebensgrundlage für viele Schaf- u.und Viehfarmen.
Etwa die gesamte westl.westliche Hälfte des Kontinents nimmt der Westaustralische Schild ein, der älteste Kern des Kontinents. Außer einem schmalen Küstensaum u.und der Nullarbor Plain mit den wüstenhaften, baumlosen Kalkflächen im SSüden liegen die mittleren Höhen zwischen 200 u.und 900 m. In den Randgebieten wird der Schild von Gebirgsmassiven u.und Plateaus überragt, die im äußersten NWNordwesten in der Hamersley Range bis auf 1227 m ansteigen; das Kimberleyplateau im NNorden erreicht hingegen nur 786 m. Eindrucksvoll sind die Ketten im OOsten des Schilds: die Macdonnell Ranges (1510 m) u.und Musgrave Ranges (1440 m). Hier, genau in der Mitte Australiens, erheben sich die Inselberge Ayers Rock (Uluru) u.und Mount Olga (Katatjuta) - beides Heiligtümer der Aborigines. Im Zentrum des Schilds erstrecken sich die z. T. abflusslosen u.und wasserarmen Sand- u.und Steinflächen der Großen Sandwüste, der Gibsonwüste u.und der Großen Victoriawüste.
Trocken und sonnig
Vegetationszonen der Erde img
Simpsonwüste img
Eukalyptus und Akazien
Entsprechend den klimat.klimatischen Gegebenheiten breiten sich im NNorden trop.tropische Baum- u.und Grassavannen aus, Regen- u.und Mangrovenwälder säumen lange Küstenstriche. Von der Ostküste südwärts entwickelt sich artenärmerer subtrop.subtropischer Regenwald, der allmählich in Hartlaubwälder übergeht. Zum Landesinneren hin schließen sich Trockenwälder an.
Aufgrund der isolierten Lage hat sich in A.Australien eine eigenständige Flora entwickelt. Die charakteristischste Pflanze ist der Eukalyptus. Mit über 500 Arten - von buschförmigen Spezies bis hin zu 80 m hohen Bäumen - wird die Vielfalt nur noch von den Akazien übertroffen, die als so genannter Scrub große Teile Australiens beherrschen. Weit verbreitet sind die Spinifex- oder Igelgräser mit ihren spitzen Blättern. Zu den Besonderheiten gehören auch der Grasbaum mit seiner zweiglosen Krone, die Wüstenkasuarine mit ihren hängenden Zweigen oder der Flaschenbaum, der in seinem stark verdickten Stamm Wasser speichern kann.
Kontinent der Beuteltiere
A.Australien ist bekannt für seine urtüml.urtümliche Tierwelt, die mit der anderer Kontinente nur wenig Verwandtschaft aufweist. Hierzu zählen die Beuteltiere, wie das Känguru u.und der Koala. Außerordentlich artenreich sind die Reptilien vertreten. Neben zahlreichen, teils sehr giftigen Schlangenarten fallen vor allem die oft eigentümlich gestalteten Agamen wie Moloch oder Kragenechse auf. Zu der reichen Vogelwelt gehören viele Papageienarten, der flugunfähige Emu, neben dem Känguru Wappentier Australiens, oder der Kookaburra mit seinem gelächterartigen Ruf.
Durch menschl.menschlichen Einfluss hat sich die heim.heimische Tierwelt stark verändert. Einige eingeschleppte Tierarten wurden zu regelrechten Landplagen, insbes.insbesondere die Kaninchen. Dingos, verwilderte Katzen u.und Füchse haben einige Beuteltierarten vollständig verdrängt.
Bevölkerung
A.Australien ist ein äußerst dünn besiedelter Kontinent. Weite Teile des Landes, vor allem im Nordterritorium u.und im so genannten Outback, sind nahezu menschenleer. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den küstennahen Gebieten im OOsten, SOSüdosten u.und SWSüdwesten, die meisten davon in den fünf Millionenstädten Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth u.und Adelaide.
Entscheidend für die Bevölkerungsentwicklung u.und -zusammensetzung war die Einwanderung, die in mehreren großen - teils von staatl.staatlicher Seite geförderten - Wellen erfolgte. Da die Einreisebestimmungen Mitte der 1960er Jahre jedoch drastisch verschärft worden waren, ist der Großteil der Australier heute im Land geboren, die meisten haben britische oder irische Vorfahren. Etwa 18% stammen vom europ.europäischen Festland, darunter viele Deutsche, Italiener, Griechen u.und Polen. Inzwischen kommen die Immigranten überwiegend aus Ost- u.und Südostasien.
Am Rande der Gesellschaft
Etwa 2% der Australier sind Aborigines. Die indigene Bevölkerung Australiens, einst durch die weißen Siedler von ihrem Land vertrieben, lebt als deutlich benachteiligte Minderheit meist in Reservaten zurückgedrängt, z. T. auch in den Slums der Großstädte. Ihrer alten Kultur entfremdet, versuchen viele Aborigines heute ihre Identität durch Rückgriff auf traditionelle Lebensweisen zu finden. Erst 1967 erhielten sie Bürgerrechte, doch kennzeichnen bis heute hohe Arbeitslosigkeit u.und eine erheblich niedrigere Lebenserwartung das Leben vieler Aborigines.
Bildung
Es besteht allg.allgemeine Schulpflicht zwischen dem 6. u.und 15. Lebensjahr. Der obligator.obligatorische Schulbesuch ist an staatl.staatlichen Schulen kostenlos; etwa ein Drittel aller Kinder geht jedoch auf konfessionelle Privatschulen, die Schulgeld erheben. In abgelegenen Gebieten findet der Unterricht per Funk (School of the Air) statt.
Der 6-jährigen Grundschule (Primary School) folgt der Besuch entweder einer allg.allgemein bildenden, einer berufsbildenden oder einer Fachschule. Die allg.allgemein bildenden Schulen (High School) können nach drei Jahren mit einer Prüfung beendet werden. Wer nach weiteren zwei oder drei Jahren eine neuerl.neuerliche Prüfung ablegt, darf eine Hochschule besuchen. Berufsbildende u.und Fachschulen können bereits nach drei Jahren mit einem Examen beendet werden. Das nach weiteren zwei Jahren abgelegte Examen berechtigt zum Studium an einer der insges.insgesamt 43 Hochschulen. Die genaue Ausgestaltung des Schulwesens obliegt den Bundesstaaten.
Staat und Politik
Australien: Verwaltungsgliederung
| Bundesstaat/Bundesterritorium | Fläche (in km2 ) | Einwohner (in 1000) | Hauptstadt |
| Neusüdwales | 800 642 | 6 967 | Sydney |
| Queensland | 1 730 648 | 4 279 | Brisbane |
| Südaustralien | 983 482 | 1 602 | Adelaide |
| Tasmanien | 68 401 | 498 | Hobart |
| Victoria | 227 416 | 5 298 | Melbourne |
| Westaustralien | 2 529 875 | 2 163 | Perth |
| Nordterritorium | 1 349 129 | 220 | Darwin |
| Hauptstadt-Territorium | 2 358 | 344 | Canberra |
Tabelle: Verwaltungsgliederung
Wirtschaft und Verkehr
A.Australien hat eine leistungsfähige Landwirtschaft u.und reichl.reichliche Bodenschätze, doch nimmt der Anteil von Rohstoffen u.und Agrarprodukten am Gesamtexport seit Mitte der 1980er Jahre ständig ab. Den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt erbringt heute der Dienstleistungssektor, insbes.insbesondere die Finanzwirtschaft, die Unternehmensdienstleistungen (Beratung, Buchhaltung, Marketing), die Medienwirtschaft u.und die „New Economy“ mit Informationstechnologie u.und E-Commerce. Von zunehmender Bedeutung ist auch der Tourismussektor. Sydney, das Große Barriereriff u.und Ayers Rock (Uluru) sind die Hauptreiseziele für über 4 Mio. ausländ.ausländische Gäste im Jahr. Insges.Insgesamt weist die austral.australische Wirtschaft seit eineinhalb Jahrzehnten deutl.deutliche Wachstumsraten auf. Aufgrund des vergleichsweise kleinen Binnenmarktes ist die Wirtschaft stark exportorientiert mit international agierenden Großkonzernen.
Weizen und Wolle für den Export
Etwa zwei Drittel des Territoriums sind als Agrarfläche ausgewiesen, wobei allerdings nur 7% für den Ackerbau geeignet sind. Im NONordosten werden hauptsächl.hauptsächlich Zuckerrohr, Baumwolle, trop.tropische Früchte u.und Tabak angebaut, im SOSüdosten u.und SWSüdwesten - häufig mit Hilfe künstl.künstlicher Bewässerung - vor allem Weizen. Eine wichtige Rolle spielt auch der Weinbau im Barossa Valley nördlich von Adelaide u.und am Hunter River in Neusüdwales.
Der größte Teil der agrar.agrarischen Nutzfläche dient als Weideland für Schafe u.und Rinder. A.Australien ist der weltweit größte Erzeuger von Wolle u.und ein wichtiger Fleischlieferant. Die Farmen, die oftmals Hunderte von Quadratkilometern umfassen, liegen vor allem im Großen Artesischen Becken.
Erze, Metalle und Steine
Zu den wichtigsten Rohstofflagerstätten gehören die Eisenerzvorkommen in der Pilbararegion im WWesten; sie wurden in den 1950er Jahren erschlossen. Weitere bedeutende Vorkommen werden im Kimberleyplateau u.und in Südaustralien abgebaut. Das Land ist mit Abstand größter Exporteur von Bauxit, dem wichtigsten Rohstoff für die Aluminiumgewinnung. Die größten Reserven gibt es auf der Kap-York-Halbinsel, in Gove im Nordterritorium u.und in Westaustralien. Von Bedeutung sind ferner Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Mangan u.und Wolfram, aber auch Silber, Gold u.und Edelsteine. Mehr als 90% aller Opale kommen aus A.Australien, wobei Coober Pedy bes.besonders für seine weißen Opale berühmt ist.
Kohle und Erdöl
A.Australien verfügt auch über bedeutende Energieträger: Im Latrobe Valley in Victoria liegen riesige Braunkohlenlagerstätten, u.und in Newcastle an der Küste von Neusüdwales gibt es große Steinkohlenvorkommen. A.Australien ist der weltgrößte Exporteur von Steinkohle u.und zweitgrößter Produzent von Uranerz. Größere Bedeutung haben auch die Erdöl- u.und Erdgasreserven in der Bass-Straße u.und vor der Nordwestküste.
Leistungsfähige Industrie
Traditionell großes Gewicht hat die Nahrungs- u.und Genussmittelindustrie mit Mühlen, Fleisch- u.und Zuckerfabriken. Auf Basis der Bodenschätze entstand eine bedeutende Metallindustrie mit Eisen- u.und Stahlwerken, Aluminiumhütten u.und Kupferschmelzen. Daneben existieren bedeutende Unternehmen im Maschinen- u.und Fahrzeugbau, in der Elektro- u.und Elektronikindustrie sowie der chem.chemischen Industrie. Hohe Wachstumsraten erzielen die Medizintechnik u.und die Biotechnologie.
Transkontinentale Verkehrsverbindungen
Das Eisenbahn- u.und Straßennetz ist in den dicht besiedelten Regionen im OOsten u.und SSüden gut ausgebaut. Wichtigste Bahnlinien sind die Oststrecken u.und die transkontinentale Verbindung von Sydney über Melbourne u.und Adelaide nach Perth. Die Strecke von Adelaide nach Alice Spring wurde 2004 bis Darwin ausgebaut. Wegen der großen Entfernungen ist der Luftverkehr von bes.besonderer Bedeutung. Im Outback ist das Flugzeug übliches Verkehrsmittel.
Geschichte
Vorgeschichte
Die Besiedelung des Kontinents setzte vor etwa 50 000 Jahren während der letzten Kaltzeit ein. Der Meeresspiegel lag deutlich tiefer als heute, so dass die Menschen über den indones.indonesischen Inselbogen u.und Neuguinea bis nach A.Australien vorstoßen konnten. Die Australier (Aborigines) wählten ihre Siedlungsräume an den Ost- u.und Südwestküsten des Kontinents. Ein Schwerpunkt lag im Gebiet des heutigen Sydney. Längs der Wasserläufe drangen einzelne Gruppen später auch weiter ins Innere vor. Das Siedlungsgebiet Tasmanien wurde vor rd.rund 10 000 Jahren durch die Bass-Straße vom übrigen A.Australien getrennt u.und nahm eine isolierte Entwicklung.
Erforschung und Kolonialisierung
Einzelne Entdeckungen austral.australischer Küsten durch portugies.portugiesische Seefahrer um die Mitte des 16. Jh. Jahrhunderts sind sehr wahrscheinlich. Der Holländer Willem Janszoon betrat 1606 austral.australischen Boden. In den folgenden Jahrzehnten unternahmen die Holländer wiederholt Entdeckungsfahrten zur Westküste des Kontinents. 1642-1644 umsegelte Abel Tasman A.Australien u.und entdeckte Van Diemen’s Land (Tasmanien). Da der wirtschaftl.wirtschaftliche Nutzen gering erschien, erlosch das holländ.holländische Interesse an A.Australien bald wieder. 1770 landete der Engländer James Cook an der fruchtbareren Ostküste u.und nahm sie als Neusüdwales für Großbritannien in Besitz. 1788 gründeten die Briten die erste Sträflingskolonie in der Nähe von Sydney (Botany Bay) u.und legten damit den Grundstein zur Besiedlung des Erdteils. Bis zur endgültigen Einstellung der Deportationen 1868 wurden zahlreiche weitere Strafkolonien entlang der Küste errichtet. Die insges.insgesamt mehr als 160 000 Häftlinge bildeten das Reservoir billiger Zwangsarbeiter für die Siedler, die ab 1793 freiwillig nach A.Australien kamen. 1798 entdeckte George Bass die nach ihm benannte Meeresstraße. 1803 umsegelte Matthew Flinders den gesamten Kontinent.
Nach 1810 begann auch die Erschließung des Landesinneren, zunächst entlang der Flussläufe. Zwischen 1844 u.und 1861 gelang dt.deutschen u.und brit.britischen Expeditionen die Durchquerung des Kontinents auf unterschiedl.unterschiedlichen Routen. Den Entdeckern folgten Siedler u.und Farmer, die die Ausweitung von Weide- u.und Ackerbauflächen vorantrieben. Die Erweiterung des Siedlungsraumes ging einher mit einer Vernichtungspolitik gegen die Aborigines. Sie wurden mit Gewalt vertrieben u.und in das unwirtl.unwirtliche Landesinnere zurückgedrängt.
Großbritannien gründete in der Folgezeit mehrere Kolonien: 1825 Van Diemen’s Land (seit 1853 Tasmanien), 1829 West-Australien, 1836 Süd-Australien; von Neusüdwales wurden 1851 Victoria u.und 1859 Queensland als selbständige Kolonien getrennt. Große Goldfunde lockten seit der Mitte des 19. Jh. Jahrhunderts einen Strom freiwilliger Siedler in das Land.
Ab 1850 genossen die Kolonien beschränkte Selbstverwaltungsrechte, in deren Folge sie eigene Verwaltungen aufbauten. Ende des 19. Jh. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach einem föderativen Zusammenschluss immer lauter.
Die Entwicklung bis zum 2. Weltkrieg
Aufgrund einer königl.königlichen Proklamation schlossen sich am 1. 1. 1901 Neusüdwales, Queensland, Süd-Australien, West-Australien, Tasmanien u.und Victoria zu einem Bundesstaat (Federal Commonwealth of Australia) im Britischen Empire zusammen. 1911 wurde das Nordterritorium von Süd-Australien abgetrennt. In den ersten Jahren war die Labor Party (LP) die dominierende polit.politische Kraft. Im Schulterschluss mit den Gewerkschaften führte sie umfassende Sozialgesetze ein, schottete durch hohe Schutzzölle die Wirtschaft ab u.und setzte eine restriktive Einwanderungspolitik durch. Das 1913 gegündete Canberra wurde 1927 Parlamentssitz. Am 1. Weltkrieg nahm A.Australien auf brit.britischer Seite teil. 1921 erhielt es die dt.deutschen Besitzungen in der Südsee südlich des Äquators als Mandate (Kaiser-Wilhelm-Land, Bismarck-Archipel, Salomonen, Nauru). Nach dem 1. Weltkrieg erlebte die austral.australische Wirtschaft zunächst eine Boomphase, erlitt dann aber im Zuge der Weltwirtschaftskrise einen schweren Rückschlag. Mit dem Westminsterstatut des brit.britischen Parlaments erhielt A.Australien, wie zahlreiche weitere Dominions, 1931 die Souveränität. Der japan.japanische Expansionsdrang bedeutete für den dünn besiedelten Kontinent bereits in den 1930er Jahren eine erhebl.erhebliche Gefahr. Im 2. Weltkrieg stellte sich A.Australien auf die Seite der Alliierten. Darwin wurde 1942 von der japan.japanischen Luftwaffe bombardiert.
Die Zeit nach 1945
Nach dem 2. Weltkrieg bildeten die Industrialisierung des Landes u.und eine Liberalisierung der Einwanderungspolitik innenpolit.innenpolitische Schwerpunkte. Die Einwanderung nicht-brit.nicht-britischer Staatsangehöriger wurde zugelassen, die Immigration blieb allerdings zunächst auf Weiße („White Australia Policy“) konzentriert. Außenpolitisch lockerte das Land die engen Bande an Großbritannien u.und näherte sich den USA an (1945 Gründungsmitglied der UN, 1951 ANZUS-Pakt, 1954 Mitglied der SEATO). Es beteiligte sich am Koreakrieg, später auch am Krieg in Vietnam. Seit 1949 regierte (mit Ausnahme der Jahre 1972 bis 1975) das bürgerl.bürgerliche Lager (Premier-Min.Premierminister 1949-1966 R. G. Menzies) das Land. Die Abkehr von der White Australia Policy führte zur verstärkten Einwanderung aus Asien. Problematisch blieb weiterhin der Umgang mit den Aborigines. 1967 hatten die Ureinwohner die Bürgerrechte erhalten. 1976 wurden ihnen die Eigentumsrechte an einigen Reservaten übertragen. Ihr soziale Lage blieb gleichwohl desolat.
1983 gelangte wieder die Labor Party (Premier-Minister R. Hawke), an die Regierung. Das Land suchte nun verstärkt die Anbindung an die pazif.pazifischen Nachbarstaaten (1989 Gründung der APEC). 1991 wurde Hawke von P. Keating als Führer der LP u.und Regierungschef abgelöst.
Die Wahlen 1996 gewann der Bürgerblock aus Liberalen u.und National Party. Premier-Min.Premierminister wurde der Liberale J. Howard. 1999 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum gegen die Abschaffung der Monarchie aus. In der Außenpolitik engagierte sich A.Australien für die Unabhängigkeit Osttimors. Das Wirtschaftswachstum verstetigte sich, nicht zuletzt durch den Handel mit China. Einen restriktiven Kurs schlug die Regierung in der Asylpolitik ein. Im Irak-Krieg 2003 unterstützte A.Australien Großbritannien u.und die USA, im Kampf gegen den islamist.islamistischen Terrorismus Indonesien. Die Frage der politischen u.und sozialen Partizipation der Aborigines blieb innenpolit.innenpolitisches Konfliktthema. 2004 konnte die Regierung Howard zum vierten Mal in Folge die Parlamentswahlen gewinnen. In der Außenpolitik verstärkte A.Australien sein Engagement in Afghanistan u.und griff 2006 auch militärisch in Auseinandersetzungen auf den Salomonen u.und in Osttimor ein. Innenpolitisch standen eine Verschärfung der Antiterrorgesetzgebung und eine Liberalisierung des Arbeitsrechts im Mittelpunkt. Bei den Parlamentswahlen 2007 siegte die oppositionelle Labor Party. Ihr Führer Kevin Rudd wurde Nachfolger von Howard im Amt des Premierministers. Mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls vollzog Rudd eine Wende in der Klimapolitik und leitete den Abzug der austarlischen Soldaten aus dem Irak ein. Nach Auseinandersetzungen über Fragen des Emissionshandels und der Besteuerung von Rohstoffunternehmen verlor Rudd 2010 den Rückhalt seiner Partei und musste zurücktreten. Nachfolgerin wurde Julia Gillard. Damit bekleidete erstmals eine Frau das Amt des australischen Regierungschefs.











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