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LEXIKON

China

Mit seinen 1,3 Mrd. Einwohnern ist China der bevölkerungsreichste Staat der Erde. Im Osten wird er von einer 14 000 km langen Meeresküste, im Westen und Süden durch gewaltige Gebirge, Steppen und Hochebenen begrenzt. Trotz seiner wechselvollen Geschichte hat sich China vom ersten Kaiserreich bis zur heutigen Volksrepublik eine starke staatliche Tradition bewahrt. Das straff organisierte Land erlebte in den letzten Jahren einen beispiellosen Wirtschaftsboom. 2012/13 gab es einen Wechsel in der Staats- und Parteiführung.

Natur und Klima

China.sgm
Offizielle Bezeichnung:
Volksrepublik China
KFZ-Kennzeichen:
VRC
Fläche:
9 598 094 km2
Einwohner:
1,36 Mrd.
Hauptstadt:
Peking
Zeitzone:
Mitteleuropäische Zeit +7 Std.
Amtssprache(n):
Chinesisch
Staatsform:
sozialistische Volksrepublik
Nationalfeiertag:
1.10.
Währung:
1 Renminbi Yuan = 10 Jiao = 100 Fen
China.sgm country.box
China: Verwaltungsgliederung
China: Regionen und Verwaltungseinheiten
Region / VerwaltungseinheitFläche (in 1000 km2 )Einwohner (in Mio.)Hauptort
Nordostregion
Heilongjiang46938,2Harbin
Jilin18727,1Changchun
Liaoning14642,2Shenyang
Nordregion
Hebei18868,1Shijiazhuang
Innere Mongolei (Nei Menggu)1 18323,8Hohhot
Peking1714,9-
Shanxi15633,4Taiyuan
Tianjin1110,2-
Ostregion
Anhui13964,6Hefei
Fujian12135,1Fuzhou
Jiangsu10374,3Nanjing
Jiangxi16942,8Nanchang
Shandong15391,8Jinan
Shanghai617,4-
Zhejiang10247,2Hangzhou
Zentral-Südregion
Guangdong17883,0Canton
Guangxi-Zhuang23648,9Nanning
Hainan348,2Haikou
Henan16797,2Zhengzhou
Hubei18660,2Wuhan
Hunan21067,0Changsha
Südwestregion
Chongqing8231,2-
Guizhou17639,0Guiyang
Sichuan48587,3Chengdu
Tibet (Xizang)12282,7Lhasa
Yunnan39444,2Kunming
Nordwestregion
Gansu45426,2Lanzhou
Ningxia665,9Yinchuan
Shaanxi20637,1Xi'an
Qinghai7215,4Xining
Xinjiang1 60019,6Ürümqi
Sonderverwaltungszone
Hongkong16,9Victoria
China: Verwaltungsgliederung standard.tables
C.China ist nach Russland, Kanada u.und den USA das viertgrößte Land der Erde. Vom Hochgebirge im WWesten fällt es in drei markanten Stufen zu den Schwemmlandebenen am Pazifik im OOsten ab. Ausgedehnte Hochebenen, Beckenlandschaften u.und Bergländer gliedern C.China in eine Vielzahl eigenständiger Landschaften. Die Lage an der Grenze verschiedener Kontinentalplatten hat C.China immer wieder zum Schauplatz schwerster Erdbeben gemacht (1920 u.und 1932 Gansu, 1927 Nanshan, 1976 Tangshan, 2008 Sichuan).

Hochgebirge und Plateaus im Westen

Die größte Hochebene des Landes ist das in seinem Zentrum abflusslose u.und durchschnittlich 4500 m hohe Qinghai-Tibet-Plateau im SWSüdwesten. Abgegrenzt wird diese höchstgelegene Landmasse der Erde vom Kunlun Shan im NNorden, vom Karakorum im WWesten, vom Himalaya im SSüden u.und von den Osttibetischen Randketten im OOsten. In den größtenteils vergletscherten Gebirgen Karakorum u.und Himalaya ragen die höchsten Gipfel der Erde auf (Mount Everest, 8846 m). Der Transhimalaya teilt das Hochland von Tibet in einen wüstenhaften nördl.nördlichen Teil u.und in einen südl.südlichen Teil mit den Oberläufen des Brahmaputra u.und des Indus. In diesem wirtschaftlichen u.und kulturellen Kernraum Tibets ist bei gemäßigtem Klima auch Ackerbau möglich. Weiter im NNorden liegen von kleineren Bergketten abgeteilte trockenkalte, wüstenhafte u.und nahezu vegetationslose Hochbecken mit Schuttflächen, Salzsümpfen u.und Endseen, darunter im OOsten das Becken von Qinghai u.und im NNorden das etwas flachere Qaidambecken.

Trockengürtel im Nordwesten und Norden

Auch die zweite, durchschnittlich 1000-2000 m hohe Landstufe besteht zum größten Teil aus Hochbecken. Nördlich des Kunlun Shan liegt das trockene abflusslose Tarimbecken mit der lebensfeindl.lebensfeindlichen Wüste Takla Makan. Der östl.östliche Tian Shan, der von über 7000 m an der Grenze zu Kirgisistan bis auf 154 m unter Meeresniveau in der Senke von Turpan abfällt, trennt das Tarimbecken von der Dsungarei, dem meeresfernsten Gebiet der Erde.
Das mongol.mongolische Becken im NNorden wird von den Halbwüsten u.und Wüsten der südl.südlichen Gobi eingenommen, die mit ihren hohen Sanddünen, die von Salzsümpfen unterbrochen werden, u.und ihren Kies- u.und Felswüstengebieten die größte zusammenhängende Wüste der Inneren Mongolei darstellt. Im 1200-2000 m hohen Ordos-Plateau, das vom Huang He in einem großem Bogen umflossen wird, reichen die Wüsten weit nach SSüden. Den Ostrand der Inneren Mongolei u.und die Grenze zur Mandschurei bildet der bis 2000 m hohe Da Hinggan Ling.

Vom Löß zum Karst

Den niedrigeren Teil der zweiten Landstufe nimmt im NNorden ein mächtiges, äußerst fruchtbares Lößbergland ein, das zum Kernraum Chinas gehört. In den von Bergzügen gegliederten Becken entwickelten sich inmitten terrassierter Bewässerungsfelder frühe Siedlungsschwerpunkte. Der Löß, ein aus den innerasiat.innerasiatischen Wüstengebieten stammender feiner gelber Flugsand, wird seit Hunderttausenden von Jahren hier abgelagert u.und hat sich zu einer teils über 100 m mächtigen Schicht verfestigt. Durch abfließendes Regenwasser ist die Landoberfläche in viele kleine Schluchten zerteilt.
Ein ganz anderes Bild zeigt sich südlich des Qin Ling. Das bis 3767 m hohe u.und etwa 1500 km lange Faltengebirge bildet nicht nur die klimatische, sondern auch die kulturelle Grenze zwischen Nord- u.und Südchina u.und ist die Wasserscheide zwischen den mächtigen Strömen Huang He u.und Chang Jiang. Der Chang Jiang durchfließt das Becken von Sichuan, das nach dem weit verbreiteten roten Sandstein auch Rotes Becken genannt wird. Von Bergketten geschützt, ist das dicht besiedelte Becken ein intensiv genutzter Agrarraum, der zudem noch über zahlreiche Bodenschätze verfügt.
Aus Kalkstein besteht das weiter südlich liegende Yunnan-Plateau u.und das zertalte Hochland von Guizhou mit ihren bizarren Turm- u.und Kegelkarstlandschaften.

Dicht besiedelte Ebenen

Die dritte Landstufe besteht aus niedrigen Bergländern u.und Ebenen. Der SOSüdosten Chinas wird vom formenreichen Südchinesischen Bergland, das Mittelgebirgscharakter besitzt, eingenommen. Durch die ins Meer ausstreichenden Gebirgsrücken entstand eine unruhig verlaufende Küste mit zahlreichen vorgelagerten Inseln.
Dicht besiedelt u.und wirtschaftlich intensiv genutzt sind die Tiefländer im OOsten. Dazu gehört im NNorden die histor.historische Landschaft der Mandschurei zwischen dem Da Hinggan Ling im WWesten u.und einem Bergland im OOsten, das von der Steilküste der Liaodong-Halbinsel bis zum versumpften Sungari-Amur-Ussuri-Tiefland im NONordosten reicht.
Kernraum u.und altes Kulturland ist die vom Unterlauf des Huang He durchflossene nordchines.nordchinesische Ebene, die „Große Ebene“, u.und die Ebene am Unterlauf des Chang Jiang. Die beiden zusammenhängenden Tiefländer sind durch die eingeschwemmte Lößauflage sehr fruchtbar. Die Küstenebene im SSüden durchfließt der Xi Jiang, der sich mit dem Bei Jiang vereinigt u.und sich zum Perlflussdelta bei Canton auffächert.

Flusslandschaften in Gefahr

Die beiden großen Ströme Chinas, der Chang Jiang u.und der Huang He, haben seit jeher das Leben der Chinesen in den dicht bevölkerten Regionen im OOsten bestimmt. Der Huang He, der aufgrund seines Sinkstoffreichtums auch Gelber Fluss genannt wird, lagert den mitgeführten Schlamm an seinem Unterlauf in der Großen Ebene ab u.und hat dadurch mehrfach sein Flussbett um mehrere Hundert Kilometer verlagert. Der in Osttibet entspringende u.und nordwestlich von Shanghai ins Ostchinesische Meer mündende Chang Jiang ist mit 6300 km nach dem Nil u.und dem Amazonas der drittlängste Fluss der Erde. Auch der Chang Jiang ist äußerst sinkstoffreich u.und lagert seine fruchtbaren Schwebstoffe in den Böden der Becken u.und Tiefebenen ab. Die ungleichmäßige Wasserführung der Flüsse führt aber auch immer wieder zu verheerendem Hochwasser mit weiträumigen Überschwemmungen. 2006 wurde der gigant.gigantische Drei-Schluchten-Damm in der Provinz Hubei fertiggestellt. Der Staudamm, der den Fluss zu einem 1085 km2 großen See aufstaut, soll den Unterlauf vor Überflutungen schützen, der Energieversorgung u.und der Verbesserung des Schiffsverkehrs dienen. Gleichzeitig geht jedoch mit dem Bau der Stauanlage eine der reizvollsten Flusslandschaften der Erde für immer verloren. Außerdem halten die großen Staumauern die düngenden Schlammmassen von den Ackerflächen fern.

Vom Kontinentalklima im Nordwesten zum Monsunklima im Südosten

Durch die riesige Ausdehnung hat C.China Anteil an höchst unterschiedl.unterschiedlichen Klimazonen. Bedingt durch die gewaltige Landmasse ist das Klima im NWNordwesten extrem kontinental mit großen jahreszeitl.jahreszeitlichen Temperaturgegensätzen u.und geringen Niederschlägen. Demgegenüber reicht die Südostküste schon in die trop.tropische Klimazone u.und erhält die meisten Niederschläge während des sommerl.sommerlichen Südwestmonsuns.
Wüstenhaft trocken u.und winterkalt sind die Gebirge u.und Hochplateaus im westlichen u.und nördlichen zentralasiat.zentralasiatischen Landesteil. Im Tarimbecken u.und der Dsungarei, die durch Randgebirge von der Zufuhr pazif.pazifischer Feuchtluft abgeschnitten sind, konnten sich ausgedehnte Wüsten bilden. Hier u.und in den Trockengebieten Tibets u.und der Inneren Mongolei liegen die Niederschläge teilweise unter 100 mm im Jahr. Extrem kalte u.und schneearme Winter mit einem Januarmittel von -20 °C herrschen in der mandschur.mandschurischen Tiefebene. Im Juli werden dagegen im Schnitt 23 °C gemessen, eine sommerl.sommerliche Durchschnittstemperatur, die für fast ganz C.China gilt.
Eine deutl.deutliche Klimascheide bildet der von West nach Ost verlaufende Qin Ling. Nördlich des Scheidegebirges ist das Klima durch einen ausgeprägten Wechsel zwischen heißen Sommern u.und kalten Wintern bestimmt, während das Klima im SSüden gemäßigt subtropisch ist. Dürrekatastrophen sind im trockenen NNorden nicht selten, während der schon in den Randtropen liegende äußerste SOSüdosten jährl.jährliche Niederschlagsmengen von 2100 mm erhält. Tropische Wirbelstürme, die Taifune, gefährden im Herbst bes.besonders die Küstenbereiche im SSüden u.und SOSüdosten.

Bevölkerung

Von 1952 bis zur Jahrtausendwende hat sich die Bevölkerung Chinas durch die gestiegene Lebenserwartung u.und sinkende Säuglingssterblichkeit von 575 Mio. auf über 1,3 Mrd. Menschen mehr als verdoppelt.
China: Chinesische Sängerin
Chinesische Sängerin
Chinesische Sängerin an der Oper in Peking, China.
China: Grundschüler img
Schon Anfang der 1980er Jahre überschritt die Einwohnerzahl die Milliardengrenze. Der immense Bevölkerungsdruck hatte in den 1970er Jahren zu bevölkerungspolit.bevölkerungspolitischen Maßnahmen geführt. So wurde das Heiratsalter angehoben u.und die „Ein-Kind-Familie“ propagiert. Das jährl.jährliche Bevölkerungswachstum liegt heute bei 0,49% gegenüber 2,6% im Jahr 1970. Durch den traditionell verankerten Wunsch nach einem männl.männlichen Nachkommen ist die Abtreibung weibl.weiblicher Föten weit verbreitet. Auf 100 neugeborene Mädchen kommen fast 120 männl.männliche Säuglinge.
Die Bevölkerung ist ausgesprochen ungleich verteilt. Etwa 90% der Ew.Einwohner leben in den natürl.natürlichen Gunsträumen im OOsten des Landes. Siedlungsschwerpunkte sind der Küstenstreifen, die Große Ebene u.und das Becken von Sichuan. Dagegen sind weite Gebiete auf dem Qinghai-Tibet-Plateau oder im nordwestl.nordwestlichen Trockengürtel nahezu menschenleer.

Vielvölkerstaat

Das staatstragende Volk sind die Han-Chinesen, die etwa 92% der Bevölkerung stellen. Der überwiegende Teil spricht die chines.chinesische Hochsprache, den früher Mandarin genannten nordchines.nordchinesischen Beijing-Dialekt. Daneben gibt es noch sieben weitere, z. T. erheblich voneinander abweichende Hauptdialekte. Zwei Drittel der Volksrepublik C.China werden traditionell von Minderheiten besiedelt, von denen 55 offiziell als solche anerkannt sind. Dazu gehören die Hui im NNorden u.und NWNordwesten (hauptsächlich in dem für sie eingerichteten Autonomen Gebiet Ningxia), die im SWSüdwesten lebenden Zhuang, ein Tai-Volk, die ebenfalls im SSüden lebenden Miao u.und die Mandschu im NONordosten. Das größte Turkvolk sind die überwiegend in der Autonomen Region Xinjiang im NWNordwesten lebenden Uiguren, die zunehmend unter Repressalien seitens der Pekinger Regierung leiden u.und die sich - ebenso wie die über 4 Mio. Tibeter - einer seit Jahrzehnten von der Zentralregierung geförderten Ansiedlung von Han-Chinesen gegenübersehen.

Bildung

Bei Gründung der Volksrepublik 1949 zählte man in C.China noch fast 90% Analphabeten. Heute beträgt die Analphabetenquote nach Regierungsangaben noch rd.rund 9%, inoffizielle Schätzungen sprechen allerdings von bis zu 15%. Seit 1986 gibt es eine neunjährige Schulpflicht, die mit dem 7. Lebensjahr beginnt. Das Schulsystem besteht aus einer sechsjährigen Grundschule u.und der dreijährigen Sekundarstufe I. Danach gibt es noch eine dreijährige Sekundarstufe II, für deren Besuch Schulgeld erhoben wird. Der Pflichtunterricht ist eigentlich kostenfrei, aber es fallen Gebühren für Schulbücher oder Lehrergehälter an, so dass viele Eltern in den ärmeren ländl.ländlichen Regionen u.und in den Minderheitengebieten ihre Kinder oft schon vor Ende der Grundschulzeit von der Schule nehmen. In den nächsten Jahren will die Regierung die Schulpflicht u.und die Hochschulbildung in diesen Gebieten schwerpunktmäßig verbessern.
Von 2000 bis 2006 hat sich die Zahl der Studierenden mehr als verdreifacht. Die 1867 Hochschulen wurden 2006 von ca. 17 Mio. Studierenden besucht. Über die Zulassung entscheiden zentrale Eingangsprüfungen, in denen je nach angestrebtem Studiengang bestimmte Fächer abgeprüft werden. Für alle obligatorisch ist jedoch eine Prüfung in Chinesisch u.und Politik. Das Ergebnis der Zulassungsprüfung entscheidet über den Studienort.

Staat und Politik

Nach der mehrmals revidierten (zuletzt 2004) Verfassung von 1982 ist die Volksrepublik C.China ein „sozialist. sozialistischer Staat der demokrat. demokratischen Diktatur des Volkes“. Die Führung durch die Kommunistische Partei Chinas (Gongchandang) ist in der Verfassung verankert. An der Spitze der Partei steht der Ständige Ausschuss des Politbüros des Zentralkomitees (ZK). Die noch offiziell bestehenden acht nichtkommunist.nichtkommunistischen Parteien sind ohne reale Einflussmöglichkeiten.
Nominell höchstes Organ der Staatsmacht ist der Nationale Volkskongress (NVK). Seine Abgeordneten werden auf fünf Jahre von den Volkskongressen der Provinzen, autonomen Gebiete, regierungsunmittelbaren Städte sowie der Armee gewählt, also indirekt. Der NVK hat die herkömml.herkömmlichen Aufgaben eines Parlaments; da er aber nur einmal im Jahr tagt, kann er praktisch nur die Vorlagen der Regierung bestätigen. Einen Teil seiner Befugnisse überträgt der NVK an seinen Ständigen Ausschuss, ein Gremium mit 154 Mitgliedern. Staatsoberhaupt ist der Präsident der Volksrepublik; er wird vom NVK gewählt. Die Regierung heißt offiziell Staatsrat. An ihrer Spitze steht der Min.-Präs.Ministerpräsident (Vorsitzender des Staatsrates). An der Spitze der vierstufigen Gerichtsbarkeit steht das Oberste Volksgericht in Peking. Die Verfassungsrevision 2004 schrieb formal den Schutz des Privateigentums u.und der Menschenrechte fest.

Wirtschaft und Verkehr

Obwohl C.China, gemessen an seinem Bruttonationaleinkommen, noch zu den Entwicklungsländern gerechnet wird, verzeichnete es in den letzten Jahren das stärkste Wirtschaftswachstum weltweit. Ausgehend von einer marktwirtschaftl.marktwirtschaftlichen Orientierung unter Beibehaltung der staatl.staatlichen Kontrolle erlebten vor allem der Außenhandel u.und die Industrie einen drast.drastischen Aufschwung. Seit Beginn der 1980er Jahre hat sich das Außenhandelsvolumen vervielfacht, so dass C.China heute an zweiter Stelle unter den führenden Welthandelsländern steht. 2009 hat China sogar Deutschland von Platz 1 der größten Exportnationen verdrängt. Diese Entwicklung ist durch die Öffnung des chines.chinesischen Marktes u.und seine Integration in den Weltmarkt möglich geworden. 2001 wurden Chinas Bemühungen um den Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) von Erfolg gekrönt.
Durch das rasche Wirtschaftswachstum kommt es jedoch auch zu steigenden Einkommensunterschieden in der Bevölkerung (starkes Stadt-Land-Gefälle und West-Ost-Gefälle). Vor allem durch die Schließung von unrentablen Staatsbetrieben ist eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Außerdem treten erste Engpässe bei der Energieversorgung auf.

Landwirtschaft im Umbruch

C.China war seit Jahrtausenden ein Bauernland, dessen Bevölkerung von den Erträgen winziger, aber intensiv bewirtschafteter Parzellen lebte. Im Zeichen einer wachsenden Bevölkerung hatte sich zu Beginn des 20. Jh. Jahrhunderts die Ernährungslage rapide verschlechtert. In der Kampagne „Der Große Sprung nach vorn“ (1958) wurde die gesamte landwirtschaftl.landwirtschaftliche Nutzfläche auf rd.rund 800 000 Genossenschaften in 23 000 Volkskommunen verteilt. Die Bauern wurden auch zu Arbeiten an der Verbesserung der Infrastruktur u.und zum Aufbau einer ländl.ländlichen Industrie herangezogen. Die Ernteerträge gingen jedoch drastisch zurück u.und Millionen von Menschen verhungerten in den „drei bitteren Jahren“ (1959-1962). 1978 beschloss die KPCh, die landwirtschaftl.landwirtschaftlichen Betriebe weitgehend zu privatisieren u.und den Agrarsektor staatlich zu fördern. Dies hatte eine erhebl.erhebliche Produktivitätssteigerung zur Folge.
Nur 17% der Gesamtfläche des Landes sind ackerbaulich nutzbar. Zusätzliche Flächen lassen sich nur mit großem Aufwand erschließen. Die günstigsten Anbaugebiete sind die großen Stromebenen im OOsten des Landes. Im SSüden beherrschen Reisfelder über weite Teile das Bild der Landschaft. In den westl.westlichen Landesteilen dominiert die Viehwirtschaft.

Immense Rohstoffvorkommen

C.China ist ein an fossilen Brennstoffen reiches Land, dennoch kann der rasch wachsende Energiebedarf nur unzureichend gedeckt werden. Die über große Teile des Landes verteilten Kohlevorkommen belaufen sich auf rd.rund ein Drittel der gesamten Weltvorräte. Bes.Besonders die Steinkohle, auf der rund 70% der chinesischen Energieproduktion beruhen, wird mit veralteter Technologie u.und oft unter Umgehung der Sicherheitsmaßnahmen gefördert. In jüngster Zeit kam es zu mehreren schweren Grubenunglücken. Obwohl C.China über große Erdölvorräte verfügt, ist es mittlerweile zu einem der größten Erdölimporteure weltweit aufgestiegen. Außerdem besitzt das Land bedeutende Eisen-, Mangan- u.und Bauxitlagerstätten sowie die größten Zink-, Zinn-, Wolfram-, Antimon- u.und Molybdänvorkommen der Erde.

Expandierende Industrie

Anknüpfend an alte Handwerkstraditionen entstanden um 1900 die ersten (ausländischen) Textilbetriebe. Erst nach 1949 wurde die Industrialisierung planvoll in Angriff genommen. Nach sowjet.sowjetischem Vorbild u.und mit Unterstützung der UdSSR wurden die Schwerindustrie u.und der Maschinenbau gezielt entwickelt. Demgegenüber wurde die Leichtindustrie vernachlässigt. Zum Ausgleich des - auch heute noch vorhandenen - Ost-West-Gefälles unterstützte die Regierung die westl.westlichen Regionen mit erhebl.erheblichen Summen. Ab 1979 wurden für die Industrie umfangreiche Reformen eingeleitet. Neben den staatseigenen Betrieben wurden auch genossenschaftliche u.und Privatunternehmen sowie Unternehmen mit gemischten Eigentumsformen eingeführt. Von bes.besonderer Bedeutung für die wirtschaftl.wirtschaftliche Entwicklung Chinas war die Zulassung von Joint Ventures, durch die ausländ.ausländisches Kapital u.und Know-how ins Land geholt wurden. Dies galt insbes.insbesondere für die exportorientierten Sonderwirtschaftszonen Shenzhen, Zhuhai, Shantou, Xiamen u.und Hainan, später auch für Hongkong u.und Macau.
Mit der rasanten Industrialisierung ging auch eine deutl.deutliche Veränderung der Branchenstruktur einher. Neue Wachstumsindustrien sind vor allem die Autoindustrie u.und Computertechnologie. Die Konzentration dieser innovativen Hightech-Betriebe in wenigen Großstädten an der Ostküste verstärkt das wirtschaftl.wirtschaftliche Gefälle von Ost nach West u.und von den Städten zum Land.

Beliebtes Reiseziel

C.China hat sich zu einem großen tourist.touristischen Markt mit schnellem Wachstum entwickelt. Jährlich besuchen rund 55 Mio. Ausländer das Land. Die meisten Touristen kommen aus Taiwan, Japan, Südkorea u.und Russland. Zu den beliebtesten Reisezielen gehören neben den Städten Peking, Hongkong, Shanghai u.und Canton die Große Mauer, das Grabmal des ersten Kaisers Qin Shihuangdi mit der berühmten Terrakotta-Armee, die einzigartige Karstlandschaft in der Provinz Hunan u.und der tibet.tibetische Potala-Palast in Lhasa, die alle zum Weltkultur- und -naturerbe der UNESCO zählen (insges.insgesamt 40 Stätten in C.China).

Verkehrsnetz im Ausbau

Die Verkehrsinfrastruktur hat nur bedingt mit dem rasanten Wirtschaftsaufschwung Schritt gehalten. Das chines.chinesische Eisenbahnnetz ist mit Ausnahme der Wirtschaftszentren im OOsten sehr weitmaschig. Große Anstrengungen werden unternommen, um eine schnelle u.und effektive Nord-Süd-Verbindung einzurichten. In den nächsten Jahren sollen vor allem die Gleisstrecken für Hochgeschwindigkeitszüge ausgebaut werden; im Jahr 2010 betrug die Länge der Hochgeschwindigkeitsstrecken bereits 7431 km. Nach einer Bauzeit von nur vier Jahren wurde im Herbst 2005 die 1142 km lange Qinghai-Tibet-Eisenbahn von Golmud nach Lhasa fertiggestellt. 960 km der höchstgelegenen Eisenbahnstrecke der Welt verlaufen in einer Höhe von über 4000 m. Seit 2003 verkehrt zwischen Shanghai u.und dem Flughafen Pudong die Hochgeschwindigkeitsbahn Transrapid.
Der Ausbau des Straßennetzes kann mit der rasch wachsenden Motorisierung der Chinesen nicht mithalten. Kamen 1980 erst zwei Pkw auf 1000 Ew.Einwohner, so waren es 2010 schon 45 Pkw. Vor allem in den boomenden Megastädten stellt das innerstädt.innerstädtische Verkehrsaufkommen eine große Herausforderung für die Verkehrsplaner dar.
Durch die rasante Zunahme des Kraftfahrzeugbestandes u.und den Ausbau der Industrie in C.China erhöht sich der Ausstoß von Treibhausgasen in die Erdatmosphäre in einem Maße, dass Umweltschützer Auswirkungen auf das globale Klimageschehen befürchten. C.China ist heute schon der größte Verursacher von Treibhausgasen.

Geschichte

China bis zum Einfall der Mongolen

Die erste historisch fassbare Dynastie ist die der Shang im 16.-11. Jh. Jahrhundert v. Chr. In dieser Zeit gab es bereits eine ausgebildete Bronzekunst u.und eine über 2000 Wortzeichen umfassende Schrift. Unter der Zhou-Dynastie zerfiel C.China seit dem 8. Jh. Jahrhundert v. Chr. in einander bekämpfende Einzelstaaten. Seit dem 5. Jh. Jahrhundert entstanden die philosoph.philosophischen Schulen des Daoismus u.und des Konfuzianismus. Qin Shihuangdi, der Begründer der Qin-Dynastie (221-207 v. Chr.), unterwarf alle Lehnsstaaten u.und einigte als „Erster Kaiser“ das Reich.
chinesische Schrift: Kalligraphie
chinesische Schrift: Kalligraphie
Die chinesische Schrift ist eine Wortbildschrift mit etwa 50000 Schriftzeichen. Die Grundlage der chinesischen Sprache beruht auf etwa 2000 Zeichen.
chinesische Schrift: Kalligraphie img
In der Zeit der Han-Dynastie (206 v. Chr.-220 n. Chr.) wurde C.China zu einem zentralist.zentralistischen Beamtenstaat. Danach kam es mehrmals zu Zerfall u.und Wiederherstellung der Reichseinheit. Der Buddhismus drang ein u.und wurde zeitweise vorherrschend. Unter der Tang-Dynastie (618-906) wurde C.China zur kosmopolit.kosmopolitischen Weltmacht u.und erlebte eine kulturelle Blütezeit.
Mongolen: Reiche und Feldzüge (13.-16. Jh.)
Mongolen: Reiche und Feldzüge
Mongolen: Reiche und Feldzüge img
Bis 1280 wurde C.China ganz von den Mongolen erobert. Kublai Chan begründete die Yuan-Dynastie (1271-1368).

Die Entwicklung bis zum Ende des Kaiserreiches

Nach dem Sturz der Mongolenherrschaft kam die Ming-Dynastie (1368-1644) auf den Thron. Der 3. Ming-Kaiser, Yongle, erneuerte die Chinesische Mauer zum Schutz der Nordgrenze. Im 16. Jh. Jahrhundert begann mit dem Eintreffen portugies.portugiesischer Kaufleute der europ.europäische Einfluss auf CChina. Im 17. Jh. Jahrhundert eroberten die Mandschu, die sich im NONordosten Chinas ein Herrschaftsgebiet geschaffen hatten, das ganze Reich u.und gründeten die Qing-Dynastie (1644-1911). Die mandschur.mandschurischen Eroberer lebten abgesondert von den Chinesen, nahmen aber die überlegene chines.chinesische Kultur an. Unter Kaiser Qianlong (1736-1796) erreichte C.China seine größte Ausdehnung; dann begann der Niedergang. C.China geriet zunehmend unter den Einfluss fremder Mächte. Im Opiumkrieg (1840-1842) wurde es gezwungen, Hongkong an Großbritannien abzutreten u.und wichtige Häfen dem europ.europäischen Handel zu öffnen. Unter dem Einfluss westl.westlicher Ideen entstanden seit der Mitte des 19. Jh. Jahrhunderts reformerische u.und revolutionäre Bewegungen (Taiping-Revolution 1850-1864). Nach dem 1. japanisch-chines.japanisch-chinesischen Krieg 1894/95 verlor C.China seinen Einfluss auf Korea u.und musste Taiwan an Japan abtreten. 1899-1901 veranlasste der fremdenfeindl.fremdenfeindliche Boxeraufstand die europ.europäischen Großmächte u.und Japan zum Eingreifen.

Republik und Bürgerkrieg

1911 brach die Revolution aus, die zum Sturz der Qing-Dynastie führte; C.China wurde Republik. Die 1912 von Sun Yatsen gegr.gegründete Guomindang (Nationale Volkspartei) erstrebte die Demokratisierung Chinas. Nach dem 1. Weltkrieg gewann Japan starken Einfluss in Nordchina. In großen Teilen des Landes herrschte Bürgerkrieg zwischen regionalen Militärmachthabern (Warlords). Schließlich konnten die Guomindang-Truppen unter Chiang Kai-shek mit sowjetischer u.und kommunist.kommunistischer Hilfe die Einheit Chinas wiederherstellen u.und 1928 in Peking einmarschieren. Nanjing wurde Sitz der Nationalregierung, ihr Präsident Chiang Kai-shek. Dieser hatte sich inzwischen gegen die Kommunisten gewandt u.und zwang sie 1934 zur Flucht aus ihrem in Jiangxi errichteten Sowjetstaat nach Shaanxi (von Mao Zedong geführter „Langer Marsch“). Nachdem die Japaner 1931 die Mandschurei besetzt hatten, kam es 1937 zum 2. chinesisch-japan.chinesisch-japanischen Krieg. Die Japaner besetzten große Teile Chinas; Guomindang u.und Kommunisten bildeten für die Kriegsdauer eine Einheitsfront. Nach Ende des 2. Weltkriegs brach erneut der Bürgerkrieg aus, in dem die Kommunisten siegten. Die Guomindang-Regierung floh nach Taiwan.

Die Volksrepublik unter der Herrschaft Mao Zedongs

Am 1. 10. 1949 proklamierten die Kommunisten die Volksrepublik China. An die Spitze trat Mao Zedong. 1950 schloss C.China einen Freundschaftspakt mit der UdSSR. 1951 wurde Tibet als „autonomes Gebiet“ eingegliedert. Chinesische Verbände griffen in den Koreakrieg ein, was zur weltpolit.weltpolitischen Isolierung Chinas führte; von vielen Staaten wurde die Regierung Taiwans als legitime Regierung Chinas anerkannt. In der gesellschaftl.gesellschaftlichen Umgestaltung folgte C.China zunächst dem sowjet.sowjetischen Vorbild. 1958 suchte es durch radikale Vergesellschaftung u.und Massenmobilisierung die Basis für den baldigen Übergang zum Kommunismus zu schaffen; dieser „Große Sprung nach vorn“ schlug jedoch fehl. Die damit heraufbeschworenen ideolog.ideologischen Gegensätze zur UdSSR wuchsen sich zu erbitterter Feindschaft aus u.und spalteten die kommunist.kommunistische Weltbewegung. 1966 entfesselte Mao, dessen Stellung geschwächt war, die Kulturrevolution, die sich gegen Intellektuelle u.und Funktionäre richtete u.und Hunderttausende von Todesopfern forderte. Nach dem Ende der Kulturrevolution konnte die Volksrepublik die internationale Isolierung durchbrechen; 1971 wurde sie als einzige Vertreterin Chinas von den UN anerkannt.

Reformen und wirtschaftlicher Aufstieg

Nach dem Tod Maos (1976) setzte sich in der Parteiführung rasch eine gemäßigte Fraktion durch; eine radikale Gruppe (Viererbande) um die Witwe Maos wurde ausgeschaltet. Der neue Parteivorsitzende Hua Guofeng leitete eine vorsichtige Entmaoisierung ein. Zum maßgebenden Politiker des Landes wurde jedoch Deng Xiaoping ( 1997), der als fakt.faktischer Parteiführer eine pragmat.pragmatische Reformpolitik betrieb.
1979 nahm C.China volle diplomat.diplomatische Beziehungen zu den USA auf. 1980-1982 wurde Hua Guofeng entmachtet. Neuer Parteivorsitzender (seit 1982 Generalsekretär) wurde Hu Yaobang. 1984 schloss C.China mit Großbritannien ein Abkommen, auf Grund dessen es 1997 die Souveränität über Hongkong zurückerlangte. 1987 musste Hu Yaobang zurücktreten. Nachfolger wurde Zhao Ziyang. 1989 erfolgte die Aussöhnung mit der UdSSR. Im gleichen Jahr schlug das Regime eine gewaltlose Bewegung für Demokratie blutig nieder. Zhao Ziyang wurde abgesetzt; als Generalsekretär folgte ihm Jiang Zemin. 1992/93 intensivierte Deng Xiaoping die wirtschaftl.wirtschaftliche Reformpolitik. Privatwirtschaftliche Tätigkeit wurde in weitestem Umfang zugelassen. Eine Demokratisierung des polit.politischen Systems wurde aber weiterhin ausgeschlossen. 1999 erhielt C.China auf der Grundlage eines 1987 mit Portugal geschlossenen Vertrages auch die Souveränität über das portugies.portugiesische Macau zurück.
China: Zerschlagung der Demokratiebewegung
Panzerkolonne in Peking
Bewegungslos stellt sich ein Demonstrant am 25. Juni 1989 der heranrückenden Panzerkolonne auf dem Platz des Himmlischen Friedens in den Weg.
China: Panzerkolonne auf den Platz des Himmlischen Friedens img
Auf Grund des anhaltenden Wirtschaftswachstums wurde C.China ein entscheidender Faktor der ökonom.ökonomischen Globalisierung. Auf dem 16. Parteitag der Kommunistischen Partei wurde 2002 erstmals in der Geschichte der Volksrepublik ein geordneter Führungswechsel vollzogen. Hu Jintao übernahm von Jiang Zemin das Amt des Generalsekretärs. Gleichzeitig öffnete sich die Partei mit der so genannten Theorie der drei Vertretungen auch für das private Unternehmertum u.und passte sich damit an die Realität der wirtschaftl.wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre an. 2003 löste Hu Jintao Jiang Zemin auch im Amt des Staatspräsidenten ab. Gleichzeitig wurde Wen Jiabao neuer Min.-PräsMinisterpräsident. Im gleichen Jahr konnte die Volksrepublik durch den ersten bemannten chines.chinesischen Raumflug weiter an internationalem Prestige gewinnen. Unnachgiebig blieb die Pekinger Führung in der Taiwanfrage. 2005 verabschiedete der Nationale Volkskongress ein Gesetz, mit dem für den Fall einer taiwanes.taiwanesischen Unabhängigkeitserklärung die Anwendung „nichtfriedlicher“ Mittel angedroht wurde. Um den steigenden Rohstoffbedarf des Landes zu sichern, intensivierte die chinesische Führung die Beziehungen zu Afrika und richtete 2006 ein chinesisch-afrikanisches Gipfeltreffen aus. Fünf Monate vor den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking brachen in Tibet antichinesische Unruhen aus, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Diese Vorkommnisse reduzierten den außenpolitischen Prestigegewinn, den sich das Pekinger Regime durch die Austragung der Olympischen Spiele erhofft hatte, die auch von dem schweren Erdbeben in der Provinz Sichuan im Mai 2008 überschattet wurden. Im Vorfeld des sportlichen Großereignisses kam es erstmals seit 1999 wieder zu bilateralen Gesprächen mit Taiwan. Zusammenstöße zwischen uigurischen Demonstranten und Sicherheitskräften in der Provinz Xinjiang forderten im Juli 2009 zahlreiche Tote und Verletzte. Im selben Jahr reagierte die Volksrepublik China mit der Verabschiedung eines Konjunkturpakets von rd. 465 Mrd. Dollar auf die globale Finanzkrise. In dem im März 2011 vom Nationalen Volkskongress verabschiedeten neuen Fünfjahresplan bekannte sich die Pekinger Führung zu einem nachhaltigeren Wachstum mit einer Fokussierung auf Umweltschutz, Inflationsbekämpfung und Stärkung des Inlandkonsums durch Wohlstandssteigerung. Auf dem 18. Parteitag der Kommunistischen Partei im November 2012 verabschiedete sich Hu Jintao als Parteiführer. Seine Nachfolge als Generalsekretär des ZK der Partei und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission der Partei trat am 15. 11. 2012 Xi Jinping an. Am 14. 3. 2013 wählte der Nationale Volkskongress Xi Jinping auch zum Staatspräsidenten, am 15. 3. 2013 folgte die Wahl von Li Keqiang zum Nachfolger Wen Jiabaos im Amt des Ministerpräsidenten.
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