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LEXIKON

Clair

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klɛ:r
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René, eigentlich R. Chomette, französischer Filmregisseur, * 11. 11. 1898 Paris,  15. 3. 1981 Neuilly-sur-Seine; zunächst Journalist und Schauspieler, 1923 Regie-Debüt; seine ersten Tonfilme spiegelten ein romantisierendes Bild vom Leben der kleinen Leute in Paris wider, drehte später vorwiegend romantische Komödien; Welterfolg brachte ihm der Film „Unter den Dächern von Paris“ 1930; weitere Filme u. a.: „Es lebe die Freiheit“ 1931; „Die Schönen der Nacht“ 1952; „Die Mausefalle“ 1957.
Clair, René
René Clair
  • Deutscher Titel: Unter den Dächern von Paris
  • Original-Titel: SOUS LES TOITS DE PARIS
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1930
  • Regie: René Clair
  • Drehbuch: René Clair
  • Kamera: Georges Périnal;
  • Schauspieler: Albert Préjean, Pola Illéry, Gaston Modot, Edmond Gréville
Der Straßensänger Albert (Albert Préjean) lernt die hübsche Pola (Pola Illéry) kennen. Beide arbeiten fortan zusammen: Albert singt, Pola verkauft die Noten. Vergeblich versucht der Ganove Fred (Gaston Modot), die beiden auseinanderzubringen. Das junge Liebesglück wird aber durch die Polizei gestört, die Albert fälschlicherweise als Dieb verhaftet. Während er im Gefängnis sitzt, kümmert sich sein Freund Louis (Edmond Gréville) um Pola. Wieder in Freiheit, erfährt Albert, dass sich beide ineinander verliebt haben. Er prügelt sich mit dem Freund, verzichtet aber auf das Mädchen, als er erkennt, dass deren gegenseitige Zuneigung echt ist. Der erste Tonfilm von René Clair zeigt mit melancholischer Poesie das Leben der »kleinen Leute«, wobei er vor allem der Kraft seiner Bilder vertraut.
  • Deutscher Titel: Es lebe die Freiheit
  • Original-Titel: A NOUS LA LIBERTE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1931
  • Regie: René Clair
  • Drehbuch: René Clair
  • Kamera: Georges Périnal
  • Schauspieler: Henri Marchand, Raymond Cordy, Rolla France
Die Gauner Louis (Raymond Cordy) und Emile (Henri Marchand) wollen aus dem Knast fliehen, doch nur Louis gelingt die Flucht. In Freiheit gründet er eine Grammophonfabrik und wird ein erfolgreicher Geschäftsmann. Sein Freund hat weniger Glück. Jahre später begegnen sie sich wieder, weil Emile inzwischen in der Fabrik seines Freundes am Fließband arbeitet. Zunächst will Louis seinen früheren Freund loswerden. Als ihn ehemalige Knastbrüder mit seinem Vorleben erpressen, verschenkt er seine Fabrik und zieht mit Emile durch die Welt.
René Clairs Film überzeugt durch die satirische Darstellung sozialer Verhältnisse, wobei seine kritische Darstellung der Fließbandarbeit dem Regisseur den Vorwurf kommunistischer Propaganda einträgt. So wird der Film in Ungarn und Portugal verboten und führt zum Bruch mit Clairs deutscher Produktionsfirma Tobis. Einzelne Szenen des Films inspirieren Charles Chaplin zu seinem Film »Moderne Zeiten« (1936).
  • Deutscher Titel: Die Schönen der Nacht
  • Original-Titel: LES BELLES DE NUIT
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1952
  • Regie: René Clair
  • Drehbuch: René Clair
  • Kamera: Armand Thirard, Robert Juillard, Louis Née
  • Schauspieler: Gérard Philipe, Martine Carol, Gina Lollobrigida, Magali Vendeuil
Der Film »Die Schönen der Nacht« markiert die Rückkehr René Clairs zum eleganten Stil seiner frühen französischen Filme. Von 1940-1945 hatte Clair in den USA gearbeitet. »Die Schönen der Nacht« ist der dritte Film seit seiner Rückkehr.
Der mittellose Musiklehrer und Komponist Claude (Gérard Philipe) entflieht in Tagträumen dem deprimierenden nachbarlichen Alltagslärm. Er versetzt sich in andere, bessere Zeiten bewundert sich als gefeierter Pianist als Frauenliebhaber und als schlagkräftiger Held. Als die Träume sich jedoch in Alpträume verkehren in denen Claude großen Schwierigkeiten und Gefahren ausgesetzt ist, versucht er, sich mit der Realität anzufreunden. In seiner Nachbarin Suzanne erkennt er eine der Schönen aus seinen Träumen wieder. Von diesem zufälligen Zusammentreffen beseelt, erklärt er ihr seine Liebe, die Suzanne erwidert. Claude hat noch mehr Anlass zur Freude, als er am nächsten Tag erfährt, dass ein Opernhaus sich für eines seiner Werke interessiert. An Ort und Stelle wird seine Oper angenommen. In unterhaltsamer Form mit ironischen Untertönen stellt Clair Traum und Wirklichkeit gegenüber. Seine lebensbejahende Aussage wirkt aber nicht pathetisch oder sentimental, er trifft ein Lebensgefühl bzw. die geheimen Hoffnungen vieler Menschen in der Wiederaufbauzeit in Europa.
  • Deutscher Titel: Die Mausefalle
  • Original-Titel: PORTE DES LILAS
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1957
  • Regie: René Clair
  • Drehbuch: René Clair, nach einem Roman von René Fallet
  • Kamera: Robert LeFèbvre
  • Schauspieler: Pierre Brasseur, George Brassens, Henri Vidal
Artiste (George Brassens) und Juju (Pierre Brasseur) sind kleine Diebe, die im Arme-Leute-Viertel am Stadtrand von Paris ein beschauliches Leben führen. Eines Tages versteckt sich in ihrem Haus der dreifache Mörder Barbier (Henri Vidal). Die beiden lassen ihn bei sich wohnen. Artiste versucht sogar, für den Mörder einen Pass aufzutreiben, und auch Juju ist froh, jemanden zu haben, um den er sich aufopfernd kümmern kann. Doch dann erzählt Barbier dem einfältigen Juju, dass er der Tochter des Wirts versprochen habe, sie mit ins Ausland zu nehmen, wenn sie ihrem Vater Geld stehle; er denke jedoch nicht daran, sein Versprechen wahr zu machen. Angesichts dieser Herzlosigkeit erschießt Juju den Verbrecher.
René Clair erweist sich erneut als Meister der Milieuschilderung. Er inszeniert ein perfektes Zusammenspiel von Bildern, Figuren und Musik.
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