Dissonạnz
Musik
der als spannungsgeladen empfundene Zusammenklang von zwei oder mehreren Tönen, im Gegensatz zur Konsonanz. Aus physikal.physikalischer Sicht handelt es sich um eine D.Dissonanz, wenn die Schwingungsfrequenzen der gemeinsamen Obertöne nicht miteinander verschmelzen. Als dissonante Intervalle gelten Sekunden u.und Septimen, durch Alteration veränderte übermäßige u.und verminderte Intervalle wie der Tritonus sowie Akkorde, die aus solchen Tonschritten aufgebaut sind, z. B. der Septakkord. Dissonante Klänge streben nach Auflösung in eine Konsonanz, insbes.insbesondere der Dominantseptakkord (Dominante), dem in der Funktionstheorie eine zentrale Rolle innerhalb der Kadenz (1.) u.und bei Modulationen zukommt.
Die Definition des Begriffs D.Dissonanz hat sich im Laufe der Geschichte ständig verändert; so galt z. B. die Quarte bis ins Mittelalter zunächst als konsonant u.und wurde erst im Barock zur D.Dissonanz, andererseits werden die typischen Septakkorde im Jazz als konsonant empfunden; die Einteilung in spannungslose u.und spannungsvolle Klänge ist damit auch subjektiven Eindrücken unterworfen. Seit der Romantik haben Dissonanzen insbes.insbesondere in der Musik des 20. Jh. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung gewonnen, was Arnold Schönberg als „Emanzipation der Dissonanz“ bezeichnete. Zur Charakterisierung von modernen Werken in Zwölftontechnik, atonaler Musik u. ä. wird stattdessen der Begriff Sonanz (Schwingung) verwandt.







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