ẹpisches Theater
von B. Brecht um 1925 formulierte u.und ausgebildete Theater- u.und Dramenform. Es beschreibt eine Art des polit.politischen Theaters, die dem Zuschauer Erkenntnisse über gesellschaftl.gesellschaftliche Zusammenhänge sowie über gesellschaftl.gesellschaftliches Handeln u.und Verändern vermitteln soll. Als Marxist vertrat Brecht dabei Positionen des sozialist.sozialistischen Realismus (Lebensechtheit u.und Vereinfachung bis zur Banalität, Beschreibung des sozialen Kampfes, sozialer Optimismus, positive Darstellung des Helden). Das dem aristotel.aristotelischen Theater entgegensetzte epische Theater appelliert an den Verstand, nicht an das Gefühl des Zuschauers. Dieser soll sich nicht mit dem Geschehen u.und den Figuren identifizieren, sondern als distanzierter, analyt.analytischer Beobachter der Handlung zu eigenen Entscheidungen gezwungen werden. Um diese Distanz herzustellen, setzt Brecht den „Verfremdungseffekt“ ein: Musik, Extempores, Projektionen, die das Spiel unterbrechen u.und erläutern, einen kommentierenden Erzähler, Schauspieler, die aus ihrer Rolle heraustreten u.und Gesten, Posen u.und Haltungen zitieren.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der veränderte u.und veränderl.veränderliche Mensch, daher wird die Spannung aus dem Verlauf der Handlung bezogen, die mit Zeitsprüngen, Rückgriffen u.und Raffungen arbeitet („Montage“); der Ausgang bleibt beim epischen Theater offen u.und muss vom Zuschauer mitgedacht werden. Ein wichtiger Vertreter u.und kongenialer Regisseur Brechts war E. Piscator, dessen Inszenierungen das epische Theater stilistisch weiterentwickelten. Um den politisch-erzieher.politisch-erzieherischen Anspruch noch stärker zu betonen, verwandte Brecht später auch den Begriff des dialektischen Theaters. Jüngere Vertreter des epischen Theaters sind H. Müller u.und P. Weiss. Elemente des epischen Theaters finden sich auch im modernen Musiktheater, etwa in I. Strawinskys „Die Geschichte des Soldaten“ (1918) oder L. Nonos „Unter der Sonne von Liebe beladen“ (1978).









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