Film
[englisch Häutchen]
Im engeren Sinne versteht man unter F.Film Laufbilder, wie sie im Kino gezeigt u.und in den genormten Formaten hergestellt werden.
Das Kameraformat wird nach der Breite des verwendeten Films benannt. Die drei bekanntesten Formate sind Super 8, ein Amateurformat für 8-mm F.Film, das heute fast völlig durch Video ersetzt ist, 35 mm als Standardformat für Spielfilme u.und 16 mm als Format für Dokumentarfilme u.und experimentelle Filme, das von Amateuren wie Profis gleichermaßen verwendet wird. Aufgenommen werden in viele Einzelbilder zerlegte Bewegungsvorgänge, deren rascher Ablauf bei der Wiedergabe eine kontinuierl.kontinuierliche Bewegung vortäuscht. Dieses Prinzip der Kinematographie (griechisch: „der aufgezeichneten Bewegung“) beruht auf der Trägheit des Auges, das einen Lichteindruck länger festhält, als er besteht (Nachbild), u.und durch die „Erfahrung des Sehens“, bei der Wiedergabe kontinuierl.kontinuierliche Bewegung vortäuscht. J. Tyndall erkannte zuerst, dass der Bewegungseindruck eintritt, wenn dem Auge 16 oder mehr Einzelbilder in der Sekunde dargeboten werden (Persistenz, d. h. Beharrlichkeit, der Gesichtswahrnehmung).
Technik
Der Kinonegativ-Normal-Film ist 35 mm breit u.und beiderseits für den Transport durch Zahntrommeln in den Aufnahme- u.und Wiedergabegeräten perforiert (gelocht). Die nach allen Seiten schwenkbare, auf einem Stativ festgeschraubte Filmkamera fotografiert pro Sekunde 24 Bilder ( = 45,6 cm Filmlänge). Dabei wird der in einer Länge von 300 m auf Vorratstrommeln aufgespulte F.Film ruckweise transportiert. Während des Stillstands (1/48s) wird belichtet, während des Weitertransports verdunkelt die Umlaufblende (Dunkelsektor). Bei den meisten professionellen Filmen wird der Ton getrennt aufgenommen. Der Ton wird meist elektromagnetisch aufgezeichnet, mit Musik- u.und Geräuschaufnahmen gemischt, dann in Lichtschwankungen umgesetzt u.und diese auf einem gesonderten Filmstreifen aufgenommen (Lichtton-Verfahren, Magnetton-Verfahren). Synchronisiert wird die Tonaufnahme mit dem Filmlauf entweder über ein Kabel zwischen Kamera u.und Tonaufnahmegerät oder durch Synchronisationsimpulse auf F.Film u.und Tonband. Die fertigen Kinofilme tragendann in der Regel auf einem Rand die Perforation u.und auf dem anderen die Tonspur. Eine Erhöhung dieser Aufnahmegeschwindigkeit auf 36, 48 oder 64 Bilder je Sekunde führt zur Zeitdehnung (Zeitlupe), wenn die Wiedergabe mit normaler Bildzahl erfolgt; eine Verminderung (bis zur Einzelbildschaltung in größeren Zeitabständen) führt zur Zeitraffung. Bei der Wiedergabe werden Bildwerfer (Projektor) verwendet, in denen durch eine Zahntrommel der F.Film aus der oberen Feuerschutztrommel der Filmführung zugeleitet wird. Im Bildfenster wird er angehalten, von einer Spiegelbogen- oder Xenonlampe beleuchtet u.und auf die Leinwand projiziert. Während des Weitertransports verdunkelt die Umlaufblende. Bei der Tonwiedergabe wird meist das Lichtton-Verfahren, für Stereophonie das Magnetton-Verfahren, verwendet. Von vielen Filmsystemen haben sich mittlerweile nur durchgesetzt: 1. Normalfilm (Bildseitenverhältnis 1: 1,375); 2. derselbe als Breitbildfilm durch „Kaschieren“ (Höhenbeschneidung) u.und Weitwinkelobjektiv (1: 1,66); 3. derselbe als Breitwandprojektion mit Anamorphot (CinemaScope 1: 2,35); diese alle mit Lichtton; 4. Cinemascope mit Vierfach-Magnetton (1: 2,55); 5. Breitfilm 70 mm mit Sechsfach-Magnetton (Todd-AO 1: 2,2). Schmalfilm.
Filmarten
Die Hauptarten des Films sind der Dokumentarfilm, in dem die Ausschnitte aus der Wirklichkeit wiedergegeben werden, der Spielfilm, in dem erfundene u.und eigens für Filmzwecke inszenierte Vorgänge gezeigt werden, u.und der Trickfilm (Animationsfilm), bei dem die Bewegung der vorgeführten Objekte durch Einzelbildaufnahmen verschiedener Bewegungsphasen künstlich hergestellt wird. Die wichtigsten Gattungen des unterhaltenden Spielfilms sind Filmkomödie, der Abenteuerfilm, der Wildwestfilm, Kriminal-, Gangster- u.und Detektivfilm, Horrorfilm, Sciencefictionfilm, Melodram, Filmmusical u.und Sexfilm.
Herstellung eines Spielfilms
Vorbereitung (Preproduction):
Die Verantwortung für die Realisierung eines Filmprojekts liegt in der Regel bei einem Produzenten (bzw. bei einer Produktionsgesellschaft), der die Finanzierung, die Auswahl der beteiligten Personen sowie die Drehbuchentwicklung wesentlich bestimmt u.und verantwortet. Aus einem Exposé, dem Abriss einer Filmhandlung, wird das ausführlichere Treatment verfasst. Das Rohdrehbuch legt dann eine präzisere Unterteilung von Regieanweisungen u.und dem Text der Darsteller vor. Im nächsten Arbeitsgang wird der Regisseur mit der Auswahl der Hauptdarsteller u.und Fertigstellung des genauen, kurbelfertigen Drehbuchs beauftragt. Die Nebendarsteller werden meistens von einem Casting Director verpflichtet. Die Produktionsfirma (bzw. der Produktionsleiter) arbeitet einen Kostenplan aus, verpflichtet die vorgeschlagenen Darsteller sowie den gesamten Aufnahmestab u.und stellt einen genauen Drehplan auf.Aufnahme:
Die Dreharbeiten finden im Freien u.und im Filmatelier (Studio) statt. Der Productiondesigner bzw. Artdesigner konzipiert den visuellen Stil des Sets (Drehort). Dazu gehört der Entwurf von Bauten, Dekor u.und Requisiten. Szenen, die in gleichen Kulissen spielen, werden ohne Rücksicht auf den eigentl.eigentlichen Verlauf der Handlung nacheinander abgedreht. Mit Scheinwerfern wird die gewünschte Beleuchtung eingestellt. Der Ton wird in der Regel getrennt von den Bildern auf ein besonderes Band aufgezeichnet.Bearbeitung:
In der Kopieranstalt werden die Negative entwickelt, kopiert u.und geschnitten. Der Cutter (Schnittmeister) fügt dann die einzelnen Szenen in der richtigen Reihenfolge zusammen (Rohschnitt). Regisseur u.und Cutter führen am Schneidetisch den Feinschnitt durch. Dabei werden moderne Computerschnittsysteme verwendet. Dialoge sowie Geräusche u.und Musik werden zusammengeführt. Das Negativ des Feinschnitts wird mit der abgemischten Tonaufzeichnung kombiniert. Danach erfolgen die Vervielfältigung u.und die Abgabe an den Verleih.Filmwirtschaft
Oscar: Die besten Filme
| Jahr | deutscher Filmtitel | Originaltitel | Regisseur |
| 1927/28 | Flügel | Wings | W. A. Wellmann |
| 1928/29 | Die Broadway-Melodie | Broadway Melody | H. Beaumont |
| 1929/30 | Im Westen nichts Neues | All Quiet on the Western Front | L. Milestone |
| 1930/31 | Der Cimarron | Cimarron | W. Ruggles |
| 1931/32 | Menschen im Hotel | Grand Hotel | E. Goulding |
| 1932/33 | Kavalkade | Cavalcade | F. Lloyd |
| 1934 | Es geschah in einer Nacht | It Happened One Night | F. Capra |
| 1935 | Meuterei auf der Bounty | Mutiny on the Bounty | F. Lloyd |
| 1936 | Der große Ziegfeld | The Great Ziegfeld | R. Z. Leonard |
| 1937 | Das Leben des Emile Zola | The Life of Emile Zola | W. Dieterle |
| 1938 | Der Lebenskünstler | You Can't Take It With You | F. Capra |
| 1939 | Vom Winde verweht | Gone with the Wind | V. Fleming |
| 1940 | Rebecca | Rebecca | A. Hitchcock |
| 1941 | Schlagende Wetter | How Green Was My Valley | J. Ford |
| 1942 | Mrs. Miniver | Mrs. Miniver | W. Wyler |
| 1943 | Casablanca | Casablanca | M. Curtiz |
| 1944 | Der Weg zum Glück | Going My Way | L. McCarey |
| 1945 | Das verlorene Wochenende | The Lost Weekend | B. 600
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| 1946 | Die besten Jahre unseres Lebens | The Best Years of our Lives | W. Wyler |
| 1947 | Tabu der Gerechten | Gentleman's Agreement | E. Kazan |
| 1948 | Hamlet | Hamlet | L. Olivier |
| 1949 | Der Mann, der herrschen wollte | All the King's Men | R. Rossen |
| 1950 | Alles über Eva | All About Eve | J. L. Mankiewicz |
| 1951 | Ein Amerikaner in Paris | An American in Paris | V. Minnelli |
| 1952 | Die größte Schau der Welt | The Greatest Show on Earth | C. B. De Mille |
| 1953 | Verdammt in alle Ewigkeit | From Here to Eternity | F. Zinnemann |
| 1954 | Die Faust im Nacken | On The Waterfront | E. Kazan |
| 1955 | Marty | Marty | D. Mann |
| 1956 | In 80 Tagen um die Welt | Around the World in 80 Days | M. Anderson |
| 1957 | Die Brücke am Kwai | The Bridge on the River Kwai | D. Lean |
| 1958 | Gigi | Gigi | V. Minnelli |
| 1959 | Ben Hur | Ben Hur | W. Wyler |
| 1960 | Das Appartement | The Apartment | B. 600
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| 1961 | West Side Story | West Side Story | R. Wise, J. Robbins |
| 1962 | Lawrence von Arabien | Lawrence of Arabia | D. Lean |
| 1963 | Tom Jones - Zwischen Bett und Galgen | Tom Jones | T. Richardson |
| 1964 | My Fair Lady | My Fair Lady | G. Cukor |
| 1965 | Meine Lieder - meine Träume | The Sound of Music | R. Wise |
| 1966 | Ein Mann zu jeder Jahreszeit | A Man for all Seasons | F. Zinnemann |
| 1967 | In der Hitze der Nacht | In the Heat of the Night | N. Jewison |
| 1968 | Oliver | Oliver! | C. Reed |
| 1969 | Asphalt-Cowboy | Midnight Cowboy | J. Schlesinger |
| 1970 | Patton - Rebell in Uniform | Patton | F. J. Schaffner |
| 1971 | Brennpunkt Brooklyn | The French Connection | W. Friedkin |
| 1972 | Der Pate | The Godfather | F. F. Coppola |
| 1973 | Der Clou | The Sting | G. R. Hill |
| 1974 | Der Pate - Teil 2 | The Godfather Part 2 | F. F. Coppola |
| 1975 | Einer flog über das Kuckucksnest | One Flew over the Cuckoo's Nest | M. Forman |
| 1976 | Rocky | Rocky | J. G. Avildsen |
| 1977 | Der Stadtneurotiker | Annie Hall | W. Allen |
| 1978 | Die durch die Hölle gehen | The Deer Hunter | M. Cimino |
| 1979 | Kramer gegen Kramer | Kramer vs. Kramer | R. Benton |
| 1980 | Eine ganz normale Familie | Ordinary People | R. Redford |
| 1981 | Die Stunde des Siegers | Chariots of Fire | H. Hudson |
| 1982 | Gandhi | Gandhi | R. Attenborough |
| 1983 | Zeit der Zärtlichkeit | Terms of Endearment | J. L. Brooks |
| 1984 | Amadeus | Amadeus | M. Forman |
| 1985 | Jenseits von Afrika | Out of Africa | S. Pollack |
| 1986 | Platoon | Platoon | O. Stone |
| 1987 | Der letzte Kaiser | The Last Emperor | B. Bertolucci |
| 1988 | Rain Man | Rain Man | B. Levinson |
| 1989 | Mistress Daisy und ihr Chauffeur | Driving Mistress Daisy | B. Beresford |
| 1990 | Der mit dem Wolf tanzt | Dances with wolves | K. Costner |
| 1991 | Das Schweigen der Lämmer | The Silence of the Lambs | J. Demme |
| 1992 | Erbarmungslos | Unforgiven | C. Eastwood |
| 1993 | Schindlers Liste | Schindler's List | S. Spielberg |
| 1994 | Forrest Gump | Forrest Gump | R. Zemeckis |
| 1995 | Braveheart | Braveheart | M. Gibson |
| 1996 | Der englische Patient | The English Patient | A. Minghella |
| 1997 | Titanic | Titanic | J. Cameron |
| 1998 | Shakespeare in Love | Shakespeare in Love | J. Madden |
| 1999 | American Beauty | American Beauty | S. Mendes |
| 2000 | Gladiator | Gladiator | R. Scott |
| 2001 | A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn | A Beautiful Mind | R. Howard |
| 2002 | Chicago | Chicago | R. Marshall |
| 2003 | Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs | The Lord of the Rings: The Return of the King | P. Jackson |
| 2004 | Million Dollar Baby | Million Dollar Baby | C. Eastwood |
| 2005 | L. A. Crash | L. A. Crash | P. Haggis |
| 2006 | Departed - Unter Feinden | The Departed | M. Scorsese |
| 2007 | No Country for Old Men | No Country for Old Men | E. Coen, J. Coen |
Oscar kulturpreise
Filmproduktion
Die Herstellung eines durchschnittl.durchschnittlichen Spielfilms kostet mehrere Millionen Euro. Für große Hollywood-Produktionen werden zwischen 50 u.und 200 Mio. Dollar benötigt. Rentabilität ist nur bei großen Absatzmärkten im In- u.und Ausland zu erreichen. Die großen marktbeherrschenden Produktionsgesellschaften agieren als multinationale Medienkonzerne u.und sind dadurch in der Lage, die enorm gestiegenen Produktions- u.und Werbekosten durch unterschiedl.unterschiedliche Auswertungsmöglichkeiten (Video, Fernsehen, Buch) aufzufangen. Marktbeherrschend ist nach wie vor der US-amerikanische F.Film (Unternehmen wie Time Warner, Viacom, Disney). In Europa werden Kinofilme oft in Gemeinschaftsproduktion mit Fernsehanstalten hergestellt. Die Länder mit der größten Filmproduktion sind Indien, Japan, die USA, Hongkong, Russland, Italien, Frankreich, Großbritannien u.und Deutschland.
Filmverleih
Die Verleihgesellschaften sind oft mit den Produktionsgesellschaften verbunden u.und beteiligen sich schon an der Finanzierung des Films. Der Verleih erfolgt teilweise in einer Verleihstaffel, d. h., mehrere Filme werden nur zusammen verliehen, damit auch weniger erfolgreiche Streifen aufgeführt werden. Der Verleih ins Ausland ist bes.besonders geregelt.
Die einflussreichsten Filmverleiher in Deutschland sind US-amerikanische Firmen wie Buena Vista International, Columbia/Tri-Star, oder 20th Century-Fox of Germany. Deutsche Unternehmen von Bedeutung sind: Constantin, Tobis Filmkunst u. a.
Filmvorführung
Die meisten Filmtheater in Deutschland mieten die Filme ihres Programms bei den Verleihern ein halbes oder ganzes Jahr im Voraus. Das hat zur Folge, dass viele Filme bei Abschluss der Mietverträge noch nicht fertig gestellt sind. Außerdem sind die Filmtheater oft gezwungen, um vermeintlich geschäftsstarke Filme zu bekommen, demselben Verleiher eine Anzahl deutlich weniger attraktiver Filme abzunehmen.
Filmwirtschaft in Deutschland
In den 1970er Jahren geriet die herkömml.herkömmliche Filmwirtschaft in der BR DeutschlandBundesrepublik Deutschland in eine Krise. Die meisten der früheren Filmproduzenten stellten ihre Tätigkeit ein oder arbeiteten nur noch für das Fernsehen. Viele Filmverleiher mussten wegen wirtschaftl.wirtschaftlicher Schwierigkeiten das Verleihgeschäft aufgeben. Die Zahl der Filmtheater sank von 6950 im Jahr 1960 auf 3096 im Jahr 1976. Die Zahl der Kinobesuche ging von 818 Millionen im Jahr 1956 auf 115 Millionen im Jahr 1976 zurück. Die Hauptursachen für diesen Besucherschwund waren darin zu sehen, dass andere Freizeitbeschäftigungen attraktiver wurden als Filmkonsum u.und dass die Bedürfnisse nach Unterhaltung u.und Zerstreuung durch das Fernsehen bequemer u.und billiger befriedigt wurden. Nach einem leichten Aufwärtstrend von 1977 bis in die 1980er Jahre gingen in der BR DeutschlandBundesrepublik Deutschland die Zahlen der Filmtheater (auf ca. 3200 im Jahr 1989) u.und der Kinobesuche (auf ca. 101 Millionen im Jahr 1989) weiter zurück. Im Zeitraum von 1980 bis 1989 stieg die Zahl der produzierten Spielfilme von 49 auf 68.
In der DDR gab es 1989 805 Filmtheater. Die Zahl der Kinobesuche lag bei rd.rund 64,7 Millionen. Damit war der Filmbesuch relativ gesehen mehr als doppelt so hoch wie in der BR DeutschlandBundesrepublik Deutschland. Gründe dafür waren die starke Subventionierung der Eintrittspreise sowie fehlende andere Unterhaltungsmöglichkeiten. Wie alle anderen Bereiche wurde auch der F.Film in der DDR staatlich gelenkt. Die polit.politische Reglementierung der Produktionsgesellschaft DEFA erstreckte sich auf alle Bereiche des Filmschaffens. Nach der Wiedervereinigung 1990 erfolgte die Integration des monopolist.monopolistischen DDR-Films in das marktwirtschaftl.marktwirtschaftliche System des Westens.
Von den Kinos in Deutschland arbeiten die meisten Erstaufführungstheater mit erhebl.erheblichem Gewinn; die Nachaufführungstheater in Mittel- u.und Kleinstädten erwirtschaften häufig nur das Existenzminimum. Um der wachsenden Konkurrenz (Privatfernsehen, Pay-TV, Videotheken) auf dem Medienmarkt der 1990er Jahre zu begegnen, eröffneten die großen Filmtheatergesellschaften zunehmend luxuriöse Kinopaläste (Multiplex-Kinos) mit hohem Freizeitwert. 2006 konnten rd.rund 136,7 Millionen Kinobesuche gezählt werden.
Film als Kunstform
Die künstler.künstlerische Bedeutung des Films liegt in der Qualität der vermittelten visuellen Eindrücke. Sie ergibt sich aus der Auswahl der gezeigten Objekte, aus dem Arrangement u.und der Bewegung der Objekte, aus der Beleuchtung der Szenerie, aus der Handhabung der Kamera (Einstellung, Perspektive, Bewegung), aus der Montage der Bilder, den Bildübergängen (Schnitt, Blenden) u.und der Abfolge der Geschehensteile (dramaturg.dramaturgische Struktur). Weitere Ausdrucksmöglichkeiten sind die Farbgebung beim Farbfilm u.und die spezielle Ausnutzung des Bildformats beim Breitband-, Cinema-Scop-, ToddAO- oder Cineramafilm. Die optischen Aussagemittel werden beim Tonfilm ergänzt durch die Verwendung von Sprache (Dialog, Monolog, Kommentar), Musik u.und Geräuschen. Kritische Betrachtungen über Wesen u.und Aufgabe des Films führten bereits in den 1920er Jahren zur Erarbeitung ästhetischer u.und polit.politischer Theorien der Filmkunst. Nach dem 2. Weltkrieg ist mehr u.und mehr die Frage nach der gesellschaftl.gesellschaftlichen Abhängigkeit u.und der gesellschaftl.gesellschaftlichen Leistung des Kommunikationsmittels F.Film in den Mittelpunkt der Filmkunde getreten. Seit Ende der 1960er Jahre setzte sich in Zusammenhang mit dem Ansatz des Autorenfilms wieder stärker die Tendenz zu einer neuen ästhet.ästhetischen Bewertung des Films durch. Außerdem gab es Versuche zu einer zeichentheoret.zeichentheoretischen Beschreibung u.und Erklärung des Films. Die künstler.künstlerische Bedeutung von Filmwerken steht oft in einem Spannungsverhältnis zur kommerziellen Verwertbarkeit.
Geschichte bis zum Ende des 2. Weltkriegs
Vorläufer der Bewegungsillusion waren das 1832 erfundene Lebensrad (Stroboskop) u.und die Abblätterbücher. E. Muybridge dokumentierte seit 1872 mit bis zu 24 Kameras Bewegungsabläufe. Nach Erfindung der Fotografie u.und des Filmbands entwickelte T. A. Edison das Kinetoskop, die Gebrüder Lumière in Lyon den Kinematographen, M. Skladanowsky in Berlin das Bioskop. 1895 standen die ersten brauchbaren Aufnahme- u.und Wiedergabegeräte für die Kinematographie zur Verfügung. Die Themen der ersten Stummfilme waren Straßenszenen, Sportaufnahmen u.und polit.politische Geschehnisse.
Die Entwicklung der Filmindustrie erreichte 1912 mit dem Entstehen Hollywoods den ersten Höhepunkt. Aus den Slapstickkomödien M. Sennetts gingen die Komödienstars C. Chaplin u.und B. Keaton hervor. Unter den US-amerikanischen Filmpionieren begann D. W. Griffith eine künstler.künstlerische Sprache auszubilden: Häufiger Einstellungswechsel ohne Schnitt durch Objekt- oder Kamerabewegung, Verwendung von Landschaftstotalen, Großaufnahmen, Rückblenden, Auf- u.und Abblendungen, ein dem Geschehen angepasster Bildrhythmus u.und zurückhaltendes Spiel der Darsteller. Griffith beeinflusste auch den russischen Revolutionsfilm. Hier waren es vor allem Regisseure wie S. M Eisenstein u.und W. I. Pudowkin, die die filmische Montage zum künstlerisch-agitator.künstlerisch-agitatorischen Prinzip entwickelten.
Nach dem 1. Weltkrieg begann in Frankreich eine Blütezeit des filmischen Experiments mit impressionist.impressionistischen Montagen, raffinierten Stimmungsgemälden u. tiefenpsycholog.tiefenpsychologischen Metaphern (A. Gance u. a. Regisseure). Die spätere Avantgarde tendierte zum Surrealismus (L. Buñuel) u.und zum cinéma pur, dem reinen Spiel der Formen. Der dt.deutsche Stummfilm trat nach dem 1. Weltkrieg in eine künstlerisch bedeutsame Phase. Neben histor.historischen Ausstattungsfilmen (E. Lubitsch) dominierte eine vom Expressionismus beeinflusste malerisch-architekton.malerisch-architektonische Stilrichtung, die sich vor allem in der Darstellung dämon.dämonischer Triebe u.und Schicksalsmächte manifestierte (F. W. Murnau, F. Lang).
Am 6. 10. 1927 wurde in den USA mit dem F.Film „The Jazz Singer“ der erste Tonfilm uraufgeführt. Nun bedurfte es nicht mehr der optischen Hilfsmittel der Stummfilmära, um akust.akustische Vorgänge ausdrücken; der Gewinn an Realismus führte aber in manchen Fällen zu einem Verlust der künstler.künstlerischen Qualität, da die Bildsprache vernachlässigt wurde.
Die Weltwirtschaftskrise verstärkte den Trend zu realist.realistischer Sehweise. Der französ.französische F.Film erreichte in den Werken von J. Vigo, R. Clair, M. Carné u. J. Renoir einen neuen Höhepunkt. Der US-amerikanische F.Film brachte einen sozialkrit.sozialkritischen Realismus hervor, der sich in einem neuen Typ des Gangsterfilms ebenso manifestieren konnte wie in satir.satirischen Lustspielfilmen (F. Capra). Daneben etablierten sich nun schnell neue Filmgattungen wie der Musicalfilm, der Zeichentrickfilm (W. Disney) u.und der Western. Seit Mitte der 1930er Jahre gab es in den USA den Farbfilm, seit Anfang der vierziger Jahre auch in Europa. Im Hollywood der 1930er Jahre vollendete sich die Kommerzialisierung u.und Professionalisierung des Films durch den Aufbau des Studiosystems mit seiner hochgradigen Arbeitsteilung. Dadurch wuchs den Filmproduzenten, die die verschiedenen Produktionsphasen überwachten u.und koordinierten entscheidende Bedeutung zu. Es gab aber auch weitere Fortschritte in der künstler.künstlerischen Entwicklung. So trat O. Welles 1941 mit „Citizen Kane“ durch eine stilbildende neue Spielfilmdramaturgie hervor.
Im Russland der Stalinära erstarrte die Filmkunst unter der Doktrin des sozialist.sozialistischen Realismus, in Deutschland u.und Italien durch den ideolog.ideologischen Terror faschist.faschistischer Regime.
Geschichte nach dem 2. Weltkrieg
Aus dem Geiste des Widerstands gegen den Faschismus erwuchs in Italien nach dem 2. Weltkrieg der Neorealismus. Die ihm verpflichteten Regisseure (u. a. R. Rossellini, V. de Sica, F. Fellini) konzentrierten sich auf die sozialkrit.sozialkritische Darstellung gesellschaftl.gesellschaftlicher Unzulänglichkeiten.
Trotz zum Teil restaurativer Tendenzen entstanden unter Ausnahmebedingungen oder in kleineren Ländern in den 1950er Jahren bedeutende Werke. Filme von Rang gelangen so unterschiedl.unterschiedlichen Regisseuren wie I. Bergman, R. Bresson, A. Hitchcock, E. Kazan u.und A. Kurosawa. Mit dem Einsetzen der sogenannten Tauwetterperiode erhielt die Filmproduktion in den Ostblockstaaten neuen Auftrieb. Besonders der polnische F.Film entwickelte ein künstlerisch überragendes Niveau (A. Wajda). Die Tschechoslowakei u.und Jugoslawien verschafften sich durch Puppen- u.und Zeichentrickfilme internationales Ansehen. Im japan.japanischen F.Film konnten sich neben A. Kurosawa vor allem K. Mizoguchi u.und Y. Ozu profilieren. In Indien gelang das Satyajit Ray.
In der BR DeutschlandBundesrepublik Deutschland reagierte die Filmwirtschaft der 1950er Jahre mit der Produktion von leichter Unterhaltungsware (Heimat- u.und Schlagerfilme) auf das Bedürfnis weiter Bevölkerungskreise, die Erinnerung an NS-Diktatur u.und Krieg zu verdrängen. Der DDR-Film war von Anfang an den Zwängen eines totalitären Regimes ausgesetzt.
Ende der 1950er u.und zu Beginn der 1960er Jahre setzte die französ.französische Nouvelle Vague mit den Hauptprotagonisten C. Chabrol, J. L. Godard, L. Malle, A. Resnais u.und F. Truffaut die Distanzierung vom traditionellen Erzählkino fort. Damit war auch eine Veränderung der Produktionsbedingungen verbunden. Die Funktionen von Autor, Regisseur u.und häufig auch Produzent lagen in einer Hand, so dass die Filme in stärkerem Maß Werke der einzelnen Persönlichkeiten werden konnten (Autorenfilme). In Großbritannien u.und den USA erreichten das Free Cinema (z. B. K. Reisz) u.und das New American Cinema (R. Altman, J. Cassavetes, F. F. Coppola) die künstler.künstlerische Überwindung von Marktzwängen.
Dass auch unter den Bedingungen diktator.diktatorischer Herrschaft Werke von hohem künstler.künstlerischen Rang entstehen konnten, zeigte in der UdSSR beispielhaft A. Tarkowskij, dessen Filme in symbolhafter, komplexer Verschlüsselung die Verflachungen des sozialist.sozialistischen Realismus aufhoben.
Ausgehend von den künstler.künstlerischen Impulsen des Neuen Deutschen Films (A. Kluge, J.-M. Straub u. a.) der 1960er Jahre entfaltete sich das Kino in der BR DeutschlandBundesrepublik Deutschland seit den 1970er Jahre mit unterschiedl. Erzählweisen, Themen u.und Genres. R. W. Fassbinder, W. Herzog, V. Schlöndorff u.und W. Wenders konnten sich auch international Reputation verschaffen. Gegen die Reglementierungen der SED-Diktatur entwickelten Regisseure wie F. Beyer u.und K. Wolf in der DDR eigene künstler.künstlerische Ansätze.
In den USA wurde die Kommerzialisierung des Kinos konsequent weiterbetrieben. G. Lucas, S. Spielberg u. a. perfektionierten den unterhaltenden illusionist.illusionistischen Austattungsfilm. Einen eigenständigen künstlerisch orientierten Stil entwickelten daneben u.a. W. Allen u.und M. Scorsese. Seit Mitte der 1980er Jahre zeigte Hollywood neue Tendenzen in der Filmsprache. Von Lakonismus geprägte Erzählformen (z. B. bei J. Jarmusch) u.und neue Formen der Montage u.und Dramaturgie (Q. Tarantino) sowie das ironische Überschreiten von Gattungsgrenzen (Brüder Coen) zeigten die kreativen Potenzen des US-amerikanischen Kinos, dessen marktwirtschaftl.marktwirtschaftliche Dominanz auch Ende der 1990er Jahre ungebrochen war, wie der weltweite Erfolg des Films „Titanic“ von J. Cameron eindrucksvoll bewies.
Der europ.europäische F.Film erhielt neue künstler.künstlerische Impulse u. a. durch P. Almodóvar, T. Angelopoulos, M. Haneke, P. Greenaway, K. Kiéslowski, M. Leigh L. von Trier (Manifest Dogma 95) u. a.
In Deutschland waren in den 1990er Jahren so unterschiedl.unterschiedliche Regisseure wie P. Adlon, D. Buck, D. Dörrie u.und T. Tykwer erfolgreich. R. Emmerich u.und W. Petersen konnten sich auch in Hollywood durchsetzen. 2007 wurde der Film „Das Leben der Anderen“ von F. Henckel von Donnersmarck mit einem Oscar ausgezeichnet.
Außerhalb Europas u.und der USA zeigten u. a. Filme von Y. Chahine, Chen Kaige, Hou Hsiao-hsien, A. Kiarostami, Takeshi Kitano, M. Makhmalbaf, M. Sen, F. Solanas, Wong Kar-wai u.und Zhang Yimou hohes künstler.künstlerisches Niveau.










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