Indien
Kaum ein anderes Land weist solche Gegensätze wie Indien auf, ist es doch zugleich rückständiges Agrarland und aufsteigende Industrienation. Die in jüngster Zeit stark wachsende Volkswirtschaft hat sich in der Informations- und Biotechnologie weltweit einen Namen gemacht. Starkes Bevölkerungswachstum und mangelhafte Infrastruktur bremsen aber die Entwicklung. Religiöse Konflikte sind bis heute neben dem vom Kastensystem geprägten sozialen Gefälle Ursache innenpolitischer Auseinandersetzungen und Krisen. Im Schmelztiegel der verschiedensten Sprachen, Völker und Kulturen steht eine extrem arme Bevölkerungsmehrheit einer kleinen reichen Oberschicht gegenüber. Immer noch leben zwei Drittel der Inder von der Landwirtschaft und sind von den Launen der Natur abhängig. Außenpolitische Spannungen birgt der Kaschmirkonflikt mit dem muslimischen Nachbarland Pakistan, mit dem Indien die lange britische Kolonialvergangenheit teilt.
Natur und Klima
Indien.sgm
| Offizielle Bezeichnung: | Republik Indien |
| KFZ-Kennzeichen: | IND |
| Fläche: | 3 287 263 km2 |
| Einwohner: | 1,21 Mrd. |
| Hauptstadt: | Neu-Delhi |
| Zeitzone: | Mitteleuropäische Zeit +4 1/2 Std. |
| Amtssprache(n): | Hindi, Englisch; 22 Regionalsprachen |
| Staatsform: | parlamentarische Bundesrepublik |
| Nationalfeiertag: | 26.1., 15.8. |
| Währung: | 1 Indische Rupie = 100 Paise |
Indien.sgm country.box
Dekanhochland und Ghats
Das Dekanhochland nimmt die Hälfte der indischen Halbinsel ein. Die alte, nach OOsten abfallende Grundgebirgsscholle besteht aus weiten Hochebenen, über die sich Mittelgebirge wie das Satpuragebirge, die Vindhyakette u.und das Bergland von Chota Nagpur erheben. Teils mächtige Ströme wie der Mahanadi u.und der Godavari zerschneiden das von einer Kurzgrassavanne eingenommene Hochland. An seinen östlichen u.und westl.westlichen Rändern wölbt sich das Dekanhochland schüsselartig zu den Ghats auf. Die durchschnittlich 1000-1500 m hohen Westghats nehmen nach SSüden an Höhe zu (im Anai Mudi 2695 m) u.und fallen steil zur Malabarküste ab. Dagegen erreichen die Ostghats nur eine durchschnittl.durchschnittliche Höhe von 600 m (im Devodi Munda 1680 m). Beide Ghats gehen in überwiegend ungegliederte Küsten über, die als schmale, flache Tieflandstreifen häufig von Lagunen gesäumt werden.
Tiefland von Ganges und Brahmaputra
Die nordind.nordindische Schwemmlandebene, die über ein Drittel der Staatsfläche einnimmt, trennt das Dekanhochland im SSüden vom Himalaya im NNorden. Die beiden mächtigen Ströme Ganges u.und Brahmaputra sowie ihre zahlreichen Nebenflüsse entwässern das Gebiet, überfluten es aber auch häufig. Die Flussebene zählt mit ihrer dichten Bevölkerung u.und intensiven Landwirtschaft zu den Kernräumen Indiens. Die ursprüngl.ursprünglichen Monsunwälder mussten den Acker- u.und Siedlungsflächen weichen. Der indische Anteil am Pandschab im NWNordwesten Indiens sowie die sich südlich anschließende Wüste Thar gehören bereits zum Industiefland.
Himalaya
Die mächtige Barriere des Himalaya, eines jungen Faltengebirges mit breiten Tälern u.und Senken, grenzt I.Indien gegen Zentralasien ab. Im äußersten NWNordwesten schließt sich jenseits des Industals das Hochgebirge des Karakorum an. Der indische Anteil am Himalaya umfasst den Kaschmir u.und den Kumaun-Himalaya, dessen höchster Gipfel der Nanda Devi (7817 m) ist. Im NONordosten erhebt sich im Assam-Himalaya der 8586 m hohe Kangchenjunga; der dritthöchste Berg der Erde liegt teilweise auch auf nepales.nepalesischem Staatsgebiet. Dem vergletscherten Hochgebirge vorgelagert ist die Siwalikkette. Dank der hohen Niederschläge gedeihen an den Südhängen des Himalayas trop.tropische Regenwälder, die mit der Höhe in Laub- u.und Nadelwälder übergehen.
Monsunklima
Der Großteil des Landes steht unter dem Einfluss des Monsuns, der als Südwestwind von April bis Oktober weht u.und den Hauptteil der jährl.jährlichen Niederschläge bringt. Von November bis März streichen dagegen kühle u.und trockene Nordostwinde über den Subkontinent.
Die sommerl.sommerlichen Monsunwinde nehmen ihre feuchte Fracht über dem Indischen Ozean auf u.und bringen vor allem den Westghats u.und Assam extrem hohe Niederschläge, die trop.tropische Regenwälder u.und Teeanpflanzungen gedeihen lassen. Auch das Ganges-Brahmaputra-Tiefland erhält Niederschläge bis 2000 mm im Jahr. Allerdings schwankt die Ergiebigkeit der Niederschläge so stark, dass es sowohl zu Überschwemmungen als auch zu Dürren kommen kann. Im Hochland von Dekan fallen lediglich 500-1000 mm Niederschlag. Der NWNordwesten Indiens ist mit weniger als 100 mm Jahresniederschlag außerordentlich trocken u.und lässt nur Halbwüstenvegetation mit Dornbüschen zu.
Die außerhalb des Himalayas herrschenden trop.tropischen Temperaturen erreichen Jahresdurchschnittswerte von 25 °C. Die heißeste Zeit mit 29-34 °C fällt in die Monate vor dem Monsunregen. Im Winter besteht zwischen SSüden u.und NNorden ein deutl.deutliches Temperaturgefälle: Während es im SSüden 26 °C warm wird, erreichen die Temperaturen im NNorden nur 14 °C. Das subtrop.subtropische Himalaya-Klima zeigt starke jahreszeitl.jahreszeitliche Temperaturunterschiede, außerdem nehmen mit der Höhe die Temperaturen ab. Im Golf von Bengalen treten häufig trop.tropische Wirbelstürme auf, die große Schäden anrichten können.
Bevölkerung
In I.Indien leben 17% der Menschheit; im Mai 2000 wurde die Milliardengrenze überschritten. Die Zuwachsrate ist zwar seit 1990 gesunken, doch nimmt die Bevölkerung weiterhin um rd.rund 15 Mio. Menschen im Jahr zu. Die seit den 1970er Jahren durchgeführten staatl.staatlichen Familienplanungsprogramme hatten nur teilweise Erfolg, denn nach wie vor bedeuten männl.männliche Nachkommen die Absicherung für das Alter.
I.Indien gehört zu den am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Erde; Westbengalen steht mit mehr als 900 Ew.Einwohnern pro km2 an der Spitze der Bundesstaaten. Über zwei Drittel der Bevölkerung leben auf dem Land, viele in ärmlichsten Verhältnissen. Von den 27 Millionenstädten ist Mumbai (Bombay) mit über 10 Mio. Ew.Einwohnern die größte. Zahlreiche Landbewohner zieht es in die Ballungsgebiete, die meisten enden in einem der ungezählten Slums.
Völker- und Sprachenvielfalt
I.Indien ist ein Vielvölkerstaat. Im NNorden dominieren indoar.indoarische Völker, zu denen auch die Bengalen zählen. Im SSüden leben überwiegend Dravida-Völker (Tamilen, Telugu u. a.). Verschiedene tibetobirmanische u.und sinotibet.sinotibetische Bevölkerungsminderheiten haben ihre Heimat in den Bergregionen u.und der Peripherie. Neben Hindi u.und Englisch werden Dutzende weitere Sprachen gesprochen, 21 von ihnen sind amtlich anerkannt.
Zwischen Hindus (81% der Bevölkerung) u.und Muslimen (13%) gibt es immer wieder Konflikte. Ferner leben noch Minderheiten von Christen, Sikhs, Buddhisten, Jainas, Parsen u. a. in IIndien. Bes.Besonders in Kaschmir, im Pandschab u.und im NONordosten kämpfen Separatisten für die Unabhängigkeit ihrer Region. Das Kastenwesen, offiziell seit der Unabhängigkeit 1947 abgeschafft, polarisiert die hinduistisch dominierte Gesellschaft bis heute, da die mit der Geburt festgelegte Zugehörigkeit sämtliche sozialen Aspekte „vorherbestimmt“. Das überkommene hierarch.hierarchische System beginnt an der Spitze bei den Brahmanen u.und endet ganz unten mit den „Unberührbaren“ (Parias). Mit verschiedenen Maßnahmen wie Quotenregelungen im öffentl.öffentlichen Dienst zugunsten der niederen Kasten versucht der Staat gesellschaftl.gesellschaftliche Benachteiligungen aufzufangen.
Bildung
Das Schulwesen, das sich auch nach der indischen Unabhängigkeit weitgehend an brit.britischen Vorbildern orientierte, liegt hauptsächlich in der Verantwortung der Bundesstaaten, die Zentralregierung gibt nur die Leitlinien der Bildungspolitik vor. Die allg.allgemeine Schulpflicht von acht Jahren (ab dem 6. Lebensjahr) wurde in vielen Bundesstaaten auf zehn Jahre ausgedehnt. Im Allg.Im Allgemeinen gliedert sich das Schulsystem in einen zweistufigen Primarbereich, der eine fünfjährige Grundschule u.und eine dreijährige Mittelschule umfasst. Ihr schließt sich die auf die Hochschule vorbereitende dreijährige Sekundarschule an. Unterrichtssprache in der Grundschule ist die jeweilige Regionalsprache, in der Sekundarstufe u.und an den Hochschulen wird zudem in Englisch u.und Hindi unterrichtet. Zu den knapp 300 Universitäten zählen auch mehrere Elite-Hochschulen. Die Bildungsqualität ist infolge unzulängl.unzulänglicher Lehrerausbildung sowie der mangelhaften finanziellen u.und materiellen Ausstattung der Schulen vielfach niedrig. Immer noch können über ein Drittel der Inder weder lesen noch schreiben, bes.besonders hoch ist die Analphabetenrate auf dem Land u.und bei den „Unberührbaren“.
Staat und Politik
Indien: Bundesstaaten
| Bundesstaat/Territorium | Fläche (in km2 ) | Einwohner (in Mio.) | Hauptstadt |
| Bundesstaat | |||
| Andhra Pradesh | 275 045 | 81,3 | Hyderabad |
| Arunachal Pradesh | 83 743 | 1,2 | Itanagar |
| Assam | 78 438 | 29,5 | Dispur |
| Bihar | 99 200 | 92,3 | Patna |
| Chhattisgarh | 135 000 | 23,3 | Raipur |
| Goa | 3 702 | 1,6 | Panaji |
| Gujarat | 196 024 | 55,6 | Gandhinagar |
| Haryana | 44 212 | 23,4 | Chandigarh |
| Himachal Pradesh | 55 673 | 6,5 | Simla |
| Jammu and Kashmir | 222 236 | 12,0 | Srinagar |
| Jharkhand | 74 677 | 29,6 | Ranchi |
| Karnataka | 191 791 | 56,8 | Bangalore |
| Kerala | 38 863 | 33,9 | Trivandrum |
| Madhya Pradesh | 308 446 | 68,0 | Bhopal |
| Maharashtra | 307 713 | 105,5 | Mumbai |
| Manipur | 22 327 | 2,6 | Imphal |
| Meghalaya | 22 429 | 2,5 | Shillong |
| Mizoram | 21 081 | 1,0 | Aizawl |
| Nagaland | 16 579 | 2,2 | Kohima |
| Orissa | 155 707 | 39,5 | Bhubaneswar |
| Punjab | 50 362 | 26,3 | Chandigarh |
| Rajasthan | 342 239 | 63,5 | Jaipur |
| Sikkim | 7 096 | 0,6 | Gangtok |
| Tamil Nadu | 130 058 | 65,8 | Chennai |
| Tripura | 10 486 | 3,5 | Agartala |
| Uttar Pradesh | 243 286 | 187,4 | Lucknow |
| Uttarakhand | 51 125 | 9,4 | Dehradun |
| Westbengalen | 88 752 | 86,8 | Kolkata |
| Territorium | |||
| Andamanen und Nikobaren | 8 249 | 0,4 | Port Blair |
| Chandigarh | 114 | 1,0 | Chandigarh |
| Dadra und Nagar Haveli | 491 | 0,3 | Silvassa |
| Daman und Diu | 112 | 0,2 | Daman |
| Delhi | 1 483 | 16,6 | Neu-Delhi |
| Lakshadweep | 32 | 0,1 | Kavaratti |
| Puducherry | 492 | 1,1 | Puducherry |
Indien: Bundesstaaten standard.tables
I.Indien gliedert sich in 28 Staaten (einschl.einschließlich Sikkim) mit eigenen Parlamenten u.und Regierungen u.und 7 zentral verwaltete Unionsterritorien.
Wirtschaft und Verkehr
Seit sich die Wirtschaft Anfang der 1990er Jahre dem Weltmarkt geöffnet hat u.und zahlreiche Unternehmen privatisiert wurden, weist I.Indien reale Wachstumsraten von mehr als 7% auf. I.Indien ist neben China das Land mit dem weltweit stärksten Wirtschaftswachstum. Dennoch gehört I.Indien bis heute zu den Entwicklungsländern. Das hohe Defizit des Staatshaushalts u.und die starke Einflussnahme des Staates auf die Wirtschaft sowie die enormen räuml.räumlichen Disparitäten, insbes.insbesondere das Stadt-Land-Gefälle, kennzeichnen die wichtigsten Problemfelder.
Bedeutende Landwirtschaft
Über die Hälfte der Staatsfläche wird landwirtschaftlich genutzt, der größte Teil ist Ackerland. Drei Viertel der Betriebe liegen mit ihrer Größe von weniger als 3 ha unterhalb der Rentabilitätsgrenze. Mit finanzieller Unterstützung aus dem Ausland forciert der Staat die als „Grüne Revolution“ bezeichnete Modernisierung der Landwirtschaft. Durch Mechanisierung, Einführung von Hochertragssorten, vermehrten Einsatz von Dünge- u.und Pflanzenschutzmitteln sowie die Ausweitung von künstlich bewässerten Flächen wird versucht, die landwirtschaftl.landwirtschaftliche Produktivität zu steigern. Der Bewässerungsfeldbau lässt nicht nur einen Ackerbau jenseits der Trockengrenze zu, sondern macht auch eine zwei- bis dreimalige Ernte pro Jahr möglich, indem Teile der ergiebigen Monsunniederschläge durch Speicherung auch für die Trockenzeit verfügbar gemacht werden.
Hauptanbauprodukte sind die Grundnahrungsmittel Reis, Hirse u.und Weizen. Auch der Anbau von Zuckerrohr u.und Sesam, Erdnüssen sowie weiteren Getreide- u.und verschiedenen Gemüse- u.und Obstsorten dient überwiegend der nationalen Versorgung. Doch längst wird nicht nur für den heim.heimischen Markt produziert; 13% der Ausfuhren stammen aus der Agrarwirtschaft: I.Indien ist der größte Teelieferant der Welt u.und exportiert außerdem Baumwolle, Jute, Kaffee, Kokosprodukte u.und Pfeffer.
Die Viehwirtschaft ist aus religiösen Gründen kaum entwickelt; sie dient vor allem der Milchgewinnung u.und der Zucht von Arbeitstieren.
Bodenschätze und Energie
I.Indien verfügt über reiche Rohstoffvorkommen u.und fördert vor allem Eisenerze, Kohle, Erdöl u.und Bauxit sowie Mangan (größter Produzent der Erde). Mittlerweile deckt das Land über ein Drittel seines Erdölbedarfs aus eigener Förderung. Die Stein- u.und Braunkohlevorkommen werden zu über zwei Dritteln für die Stromerzeugung genutzt. Auch die Wasserkraft u.und Kernenergie (14 Kernkraftwerke) sind für die Energieerzeugung bedeutsam, doch sind bis heute weite Gebiete nicht an das Elektrizitätsnetz angeschlossen.
Vielfältige Industrie
Der Industriesektor wurde in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. In der Bio- u.und Informationstechnologie hat I.Indien mittlerweile die Weltspitze erklommen, ebenso im Pharmabereich u.und der Weltraumforschung. Zu den Wachstumsbranchen zählt auch die Automobilindustrie. Daneben haben die Eisen- u.und Stahlindustrie, der Maschinenbau u.und die chem.chemische Industrie Bedeutung. Zentren der Textilindustrie (Jute, Baumwolle), die sich schon während der brit.britischen Kolonialzeit entwickelt hat, sind Mumbai u.und Ahmadabad, aber auch zahlreiche Heimbetriebe sind in dieser Branche tätig. Zusammen mit dem Kunsthandwerk, das Gold- u.und Silberarbeiten für den Export herstellt, bilden diese „Cottage Industries“ eine wichtige Einnahmequelle der Landbevölkerung.
Dienstleistungssektor, Handel und Tourismus
Der Dienstleistungsbereich ist noch vor der Industrie Träger des indischen Wirtschaftswachstums. Von bes.besonderer Bedeutung sind hier medizin.medizinische Dienste, die vom Aufschwung der Biotechnologie profitieren, u.und Kommunikationsdienstleistungen (einschl.einschließlich Medienwirtschaft). Ein wichtiger u.und traditionsreicher Wirtschaftszweig ist die Filmbranche mit Schwerpunkt in Mumbai, dem zugleich wichtigsten Wirtschaftszentrum Indiens - in „Bollywood“ werden mehr Filme produziert als in Hollywood.
Durch die zunehmende Integration in den Weltmarkt hat sich das Außenhandelsvolumen in einem Zeitraum von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Der Außenhandel unterliegt jedoch noch immer einer strengen staatl.staatlichen Kontrolle. Die seit Jahren negative Handelsbilanz hat zu einer relativ hohen Staatsverschuldung geführt, die durch ausländ.ausländische Investoren aufgefangen werden soll.
Jährlich besuchen etwa 3 Mio. ausländ.ausländische Touristen I.Indien; beliebt sind Kultur- u.und Bildungsreisen, Badetourismus, Trekking u.und Natursafaris. Zu den meistbesuchten Zielen zählen das Mausoleum Taj Mahal in Agra, die islam.islamische Befestigungsanlage „Rotes Fort“ in Delhi, die hl.heilige Stadt Varanasi (Benares) am Ganges sowie hinduist.hinduistische Tempelanlagen. Über 20 Kulturstätten, fünf Nationalparks u.und ein Wildschutzgebiet stehen auf der UNESCO-Welterbeliste.
Verkehr
Das Straßennetz verbindet alle großen Städte u.und ist seit den 1970er Jahren zum wichtigsten Verkehrsträger geworden. Allerdings ist es nur zur Hälfte befestigt. Bedeutsam ist auch das Eisenbahnnetz zwischen den Industriegebieten, den urbanen Ballungsräumen u.und den Seehäfen. In Anbetracht der großen Entfernungen innerhalb des Landes hat der Inlandsluftverkehr bes.besonderes Gewicht.
Geschichte
Von der Induskultur zum Mogulreich
Die Induskultur gehört mit ihren Zentren Mohenjo-Daro u.und Harappa zu den frühesten Hochkulturen der Menschheit. Um 1500 v. Chr. begannen kriegerische arische Nomadenvölker in Nordwest-Indien einzufallen u.und drangen durch den Pandschab (um 1000 v. Chr.) bis in das Gangesgebiet (um 600 v. Chr.) vor. Die Gesellschaftsordnung der Arier bildete die Grundlage des indischen Kastensystems, ihre in den Veden niedergelegte Religion führte zur Ausbildung des Brahmanismus. Im 6. Jh. Jahrhundert v. Chr. entstanden daneben der Buddhismus u.und der Jinismus.
Induskultur img
Im Anschluss an den Indienfeldzug Alexanders d. Gr.des Großen entwickelte sich unter der Maurya-Dynastie (seit 322 v. Chr.) das erste indische Großreich, das unter König Ashoka um 250 v. Chr. seine größte Ausdehnung erreichte. Nach einer Epoche des Zerfalls u.und der Invasionen erlebte I.Indien unter der Dynastie der Gupta (seit 320 n. Chr.) eine Blütezeit, doch wurde das Reich um 500 von den Hunnen vernichtet. Im 8. Jh. Jahrhundert setzte mit dem Andrängen der Araber im NNorden u.und WWesten die Islamisierung ein, die mit der Gründung des Sultanats von Delhi (1206) ihren Höhepunkt erreichte. Mit dem Niedergang des Sultanats, der durch den mongol.mongolischen Einfall unter Timur 1398 beschleunigt wurde, stieg im 14. Jh. Jahrhundert im SSüden das Reich Vijayanagar auf.
Von der Kolonialzeit zur Unabhängigkeit
Kolonialismus: Aufteilung der Erde img
Das Erwachen eines indischen Nationalismus führte 1885 zur Bildung des überwiegend von Hindus unterstützten Indischen Nationalkongresses (Kongresspartei). Mahatma Gandhi stieg mit seiner Strategie des passiven Widerstands nach dem 1. Weltkrieg zum wichtigsten Führer der Unabhängigkeitsbewegung auf. 1935 gewährte Großbritannien parlamentar.parlamentarische Selbstverwaltung in den Provinzen. 1947 wurde I.Indien nach der Trennung vom muslim.muslimische Pakistan in die Unabhängigkeit entlassen. Nach der Teilung Britisch-Indiens flüchteten 7-8 Millionen Hindus aus Pakistan nach I.Indien u.und etwa ebenso viele Muslime von I.Indien nach Pakistan. Mehr als 500 000 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Die Regierungen Nehru und Gandhi
Erster indischer Premier-Min.Premierminister wurde Jawaharlal Nehru (1947-1964) von der Kongresspartei. Mit Pakistan kam es 1948 u.und 1965 zu militär.militärischen Auseinandersetzungen um Kaschmir. 1961 annektierte I.Indien das portugies.portugiesische Goa. Die Politik der Blockfreiheit gab das Land nach dem Grenzkonflikt mit der Volksrepublik China 1962 zugunsten einer engeren Zusammenarbeit mit der UdSSR auf.
1966 wurde Nehrus Tochter Indira Gandhi (1966-1977, erneut 1980-1984) Premierministerin. Den während ihrer Amtszeit 1971 ausgetragenen Unabhängigkeitskampf Ostpakistans (Bangladesch) unterstützte I.Indien militärisch. 1974 zündete I.Indien seine erste Atombombe. 1975 machte es das Königreich Sikkim zum indischen Bundesstaat. Autonomiebestrebungen radikaler Sikhs im Pandschab wurden von I. Gandhi während ihrer 2. Amtszeit blutig unterdrückt. 1984 wurde sie von zwei Sikh-Leibwächtern ermordet. Ihr Sohn Rajiv Gandhi übernahm das Amt des Regierungschefs (bis 1989). Unter seiner Führung engagierte sich I.Indien 1987 militärisch im Bürgerkrieg auf Sri Lanka.
Die Entwicklung seit den 1990er Jahren
Während des Wahlkampfs 1991 wurde R. Gandhi durch einen Bombenanschlag getötet. Die Parlamentswahlen gewann die Kongresspartei. Narasimha Rao wurde neuer Premier-Min.Premierminister (bis 1996). Sezessionistische Bestrebungen in Assam, Punjab u.und Tamil Nadu sowie das weiterhin ungelöste Kaschmir-Problem belasteten das innen- u.und außenpolit.außenpolitische Klima. Der religiöse Dauerkonflikt zwischen Hindus u.und Muslimen entlud sich 1992/93 in blutigen Unruhen (Zerstörung der Babri-Moschee in Ayodhya).
1997 gelangte mit Kocheril Raman Narayanan erstmals ein Kastenloser in das Amt des Staatspräsidenten. Nach den Parlamentswahlen 1998 wurde der Führer der rechtsnationalen Hindu-Partei Bharatiya Janata Party (BJP) Atal Bihari Vajpayee Premier-Min.Premierminister an der Spitze einer Mehrparteienkoalition. Die von der neuen Regierung veranlassten Atomwaffenversuche riefen internationale Proteste hervor. 1999 kam es in Kaschmir zu militär.militärischen Auseinandersetzungen mit muslim.muslimischen Separatisten. Nach einem Terroranschlag auf das indische Parlament 2001 verstärkten sich die Spannungen mit Pakistan. 2002 wurde der muslim.muslimische Atomwissenschaftler Abdul Kalam neuer indischer Staatspräsident. 2003/04 setzte in den Beziehungen zu Pakistan ein Entspannungsprozess ein. Vorgezogene Wahlen 2004 gewann überraschend die Kongresspartei unter Führung von Sonia Gandhi. Der Wirtschaftsfachmann Manmohan Singh (Kongresspartei) bildete eine von den Kommunisten gestützte Minderheitsregierung, die sich bemühte, den langjährigen wirtschaftl.wirtschaftlichen Aufschwung zu verstetigen. 2007 wurde mit Pratibha Devisingh Patil erstmals eine Frau ins Präsidentenamt gewählt. Zum schwerwiegenden Problem der inneren Sicherheit entwickelte sich die zunehmende Anzahl terroristischer Anschläge islamistischer Provenienz, so kamen bei Anschlägen in Mumbai 2006 und 2008 insgesamt mehr als 370 Menschen ums Leben. Die regierende Kongresspartei, die sich in der Innenpolitik vor allem um die Bekämpfung der Armut bemüht hatte, gewann an der Spitze des Wahlbündnisses United Progressive Alliance die Parlamentswahlen 2009 mit deutlicher Mehrheit. Dagegen mussten die BJP sowie die regional ausgerichteten Parteien Stimmenverluste hinnehmen.









0 Kommentare