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LEXIKON

kalte Fusion

kalte Kernfusion
die Verschmelzung leichter Atomkerne zu einem schwereren Atomkern bei Temperaturen, die viel niedriger sind als die hohen Temperaturen, die z. B. für Kernfusionsreaktionen in der Sonne (15,7 Mio. °C) oder Fusionsreaktoren (rund 100 Mio. °C) notwendig sind.
Keine hohen Temperaturen erfordert die sog. myonkatalysierte Kernfusion, bei der z. B. einem Deuterium-Tritium-Gasgemisch negativ geladene Myonen zugesetzt werden. Dabei können sich myonische DT-Molekül-Ionen bilden, in denen das Elektron durch das 207-mal schwerere Myon ersetzt ist und entsprechend der Abstand der beiden Atomkerne 207-mal kleiner ist. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für die Überwindung der Coulomb-Abstoßung durch den Tunneleffekt und damit von Kernfusionsreaktionen stark an. Myonkatalysierte Kernfusionen wurden zwar schon experimentell nachgewiesen, sie besitzen aber keine positive Energiebilanz und sind daher für die Energiegewinnung nicht nutzbar.
1989 stellten die Elektrochemiker Stanley Pons und Martin Fleischmann auf einer Pressekonferenz die sog. Kernfusion im Reagenzglas bei Zimmertemperatur vor. Sie behaupteten, dass bei der Elektrolyse von schwerem Wasser (D2O) Kernfusionsreaktionen in einer Palladiumelektrode ausgelöst werden. Diese Variante der kalten Fusion konnte allerdings bis heute nicht durch andere Wissenschaftler zweifelsfrei bestätigt werden.
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