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LEXIKON

King

Martin Luther, US-amerikanischer Geistlicher und Bürgerrechtler, * 15. 1. 1929 Atlanta, Ga.,  4. 4. 1968 Memphis, Tenn. (ermordet); Baptisten-Pfarrer; Vorsitzender der Bürgerrechtsorganisation Southern Christian Leadership Conference (SCLC, Christliche Führungskonferenz des Südens). Im Geist Jesu und nach dem Vorbild Gandhis wollte King ohne Gewalt und durch passiven Widerstand die Gleichberechtigung der Afro-Amerikaner durchsetzen. Sein erster großer Erfolg war die Aufhebung der Rassentrennung in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Montgomery (1956) durch einen Busboykott. Danach organisierte er viele Demonstrationen, u. a. den Marsch auf Washington (1963), wo er vor rd. 250 000 Menschen in einer unter dem Titel „I have a dream“ berühmt gewordenen Rede den Anspruch auf eine durch Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit charakterisierte Gesellschaftsordnung bekräftigte. King erhielt 1964 den Friedensnobelpreis. 1968 wurde er auf dem Balkon eines Motels in Memphis erschossen.
King, Martin Luther
Martin Luther King
Der Busboykott in Montgomery
Der Busboykott in Montgomery
Martin Luther King schildert den Ausgangspunkt des ein Jahr währenden Busboykotts in Montgomery, wo er seit 1954 Prediger war, und mit dem 1954 die schwarze Bürgerrechtsbewegung begann (in: Freiheit - Aufbruch der Neger Nordamerikas 1965):.

Die beiden Gemeinschaften der Neger und Weißen gingen gleichsam getrennte Wege. Sie fuhren zusammen zur Arbeit, jedoch scharf abgegrenzt jeder in einem anderen Teil des Busses.
Der Frieden zwischen den Rassen, wie er in Montgomery bestanden hatte, war kein christlicher Frieden. Es war ein heidnischer Frieden, und er war zu einem hohen Preis erkauft worden.
Besonders fragwürdig war schon lange der Frieden in den durch die ganze Stadt fahrenden Omnibussen.
Hier wurden die Neger täglich an die Schande der Segregation erinnert. Es gab keine Negerchauffeure. Einige der weißen Busfahrer waren höflich, aber sehr viele hatten nichts als beleidigende Schimpfworte wie 'Nigger', 'schwarze Kühe', und 'schwarze Affen' für die Neger.
Häufig bezahlten die Neger ihr Fahrgeld an der vorderen Tür und mussten dann wieder aussteigen und hinten einsteigen. Dabei kam es oft vor, dass sie zwar ihr Geld bezahlt hatten, der Bus aber abfuhr, ehe sie die Hintertür erreicht hatten.
Noch erniedrigender war es für die Neger, dass man sie zwang, vor leeren Sitzen, die nur für Weiße reserviert waren, zu stehen. Auch wenn keine Weißen mitfuhren und die Neger sich eng zusammendrängen mussten, durften sie die zehn Plätze der ersten vier Reihen nicht benutzen. Aber man ging noch weiter. Wenn die weißen Fahrgäste schon sämtliche für sie reservierten Plätze eingenommen hatten und noch mehr Weiße zustiegen, wurden die Neger, die direkt hinter den Weißen saßen, aufgefordert, aufzustehen, damit sich die Weißen setzen konnten. Wenn sich die Neger weigerten, aufzustehen und nach hinten zu gehen, wurden sie verhaftet.
In den meisten Fällen fügten sie sich ohne Protest. Gelegentlich aber gab es auch Neger wie Vernon Johns, die sich weigerten.
Ein paar Monate nach meiner Ankunft in Montgomery wurde eine fünfzehnjährige Schülerin der Mittelschule (High School), Claudette Colvin, aus dem Bus gezerrt, mit Handschellen gefesselt und ins Gefängnis geworfen, weil sie sich geweigert hatte, einem weißen Fahrgast ihren Platz abzutreten. Diese Ungeheuerlichkeit schien die Neger aufzurütteln. Man sprach davon, dass man als Protest die Busse boykottieren wolle.
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