Lexikon

Kirchengeschichte

im Rahmen der wissenschaftlichen Theologie die Darstellung und theologische Interpretation der Geschichte der Kirche. Das Problem der Kirchengeschichte haftet an dem Begriff der Kirche, die sich dem Historiker einerseits als in verschiedenen Erscheinungsformen greifbare und beschreibbare Wirklichkeit darstellt, die aber andererseits Glaubensgegenstand ist und als solche in eine andere Dimension als die der historischen Interpretation hineingreift. Als wissenschaftliche Disziplin ist Kirchengeschichte Teil der allgemeinen Geschichte und verfährt nach den Regeln und Methoden historischer Forschung.
Aus äußeren Gründen ist die Kirchengeschichte in drei Teile gegliedert: 1. Die Kirchengeschichte im engeren Sinne versucht, den Gang der Kirche durch die Welt vom Urchristentum bis in die jüngste Gegenwart zu beschreiben, zu verstehen und zu beurteilen. 2. Die Dogmen- und Theologiegeschichte entfaltet den Werdegang der Lehrbildung innerhalb der christlichen Kirchen. Sie geht davon aus, dass die Lehre der Kirche sich in einem lebendigen Prozess der Entfaltung, der Weiterführung, Verfälschung und immer neuen Interpretation befindet. 3. Die Konfessionskunde oder Symbolik beschreibt und vergleicht die einzelnen christlichen Konfessionen miteinander und verdient im Zeitalter der konfessionellen Annäherung besondere Beachtung als Wegbereiter zu einer ökumenisch konzipierten Kirchenkunde.