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LEXIKON

Kba

Die größte Insel der Großen Antillen lebt seit Jahrhunderten vom Zuckerrohranbau. Heute bildet der Tourismus die wichtigste Devisenquelle der Karibikinsel, die sich nach dem Zusammenbruch des Ostblocks als eine der letzten Bastionen des Sozialismus versteht. Auch nach der offiziellen Übernahme der Staatsführung durch Raúl Castro Ruz 2008 scheint ein Systemwechsel unwahrscheinlich.

Natur und Klima

Die trop.tropische Insel baut sich überwiegend aus Tiefebenen u.und flachwelligen Hügelländern auf. Sie werden von drei Gebirgszügen überragt: Im äußersten SOSüdosten erstreckt sich die bis 1994 m hohe Sierra Maestra, im mittleren SSüden die Sierra del Escambray (1156 m) u.und im WWesten die bis zu 728 m hohe Sierra Guaniguanico. Letztere gliedert sich in die Sierra Rosario u.und das Kalkgebirge der Sierra de los Órganos mit zahlreichen bizarren Formen trop.tropischen Kegelkarstes. Sind die Gebirge teilweise bis heute mit dichten trop.tropischen Wälder bestanden - nur in den stark verkarsteten, wasserdurchlässigen Abschnitten der Kalkgebirge herrschen Sukkulenten vor -, fielen die meisten regengrünen Feuchtwälder der Tiefländer den Zuckerrohrplantagen zum Opfer. An Teilen der Südküste sind Mangroven verbreitet. Rings um die Insel bilden Korallenkalk- u.und Kalksandsteinbänke über 1600 kleine Inseln u.und Kalkriffe. Größte Insel ist die Isla de la Juventud im SWSüdwesten. Im SOSüdosten liegt die von den USA als Flottenstützpunkt gepachtete Bucht von Guantánamo (114 km2), die seit 2002 auch als Internierungslager für Gefangene aus dem Anti-Terror-Feldzug genutzt wird.
Kuba.sgm
Offizielle Bezeichnung:
Republik Kuba
KFZ-Kennzeichen:
C
Fläche:
109 886 km2
Einwohner:
11,2 Mio.
Hauptstadt:
Havanna
Zeitzone:
Mitteleuropäische Zeit -6 Std.
Amtssprache(n):
Spanisch
Staatsform:
sozialistische Republik
Nationalfeiertag:
1.1.
Währung:
1 Kubanischer Peso = 100 Centavos
Kuba.sgm country.box
Kuba: Vinales-Tal
Kuba: Vinales-Tal
Die Kegelkarstlandschaft im Tal von Vinales im Westen von Kuba zählt zu den schönsten Landschaften der Insel. In den Ebenen wird Tabak angebaut.
Kuba: Regenwald img

Wechselfeuchtes Tropenklima

Auf K.Kuba herrscht ein randtrop.randtropisches Klima mit Jahresniederschlägen von durchschnittlich 1200 mm; die Regenzeit fällt in die Monate Mai bis Oktober. An den Luvseiten der Gebirge führen die Passatwinde zu Niederschlagsmengen um 1500 mm. In Havanna schwanken die Durchschnittstemperaturen zwischen 27,8 °C im Sommer u.und 22,2 °C im Winter. Die sommerl.sommerliche Hitze während der Regenzeit ist für eine hohe Luftfeuchtigkeit verantwortlich. Vor allem im Spätsommer u.und Herbst ziehen trop.tropische Wirbelstürme über die Insel. Im Juli 2005 mussten 1,5 Mio. Menschen vor dem Hurrikan Dennis evakuiert werden.

Bevölkerung

K.Kuba ist die bevölkerungsreichste Karibikinsel; die Hälfte sind Mulatten, mehr als ein Drittel Weiße überwiegend span.spanischer Abstammung - unter den Antillen gilt K.Kuba als „die weiße Insel“. Seit der Abschaffung der Sklaverei ist der Anteil der Schwarzen kontinuierlich gesunken. Stattdessen kamen Chinesen als Arbeitskräfte ins Land. Drei Viertel der Bevölkerung wohnen in Städten, etwa ein Fünftel in Havanna. Über 1 Mio. Kubaner leben im Ausland, der Großteil von ihnen in den USA.
K.Kuba ist das lateinamerikan.lateinamerikanische Land mit dem geringsten Bevölkerungswachstum; zahlreiche Frauen nutzen die legale Möglichkeit zur Abtreibung. Der kostenlosen Gesundheitsversorgung verdankt das Land die geringste Säuglingssterblichkeit Lateinamerikas. Auch die durchschnittl.durchschnittliche Lebenserwartung liegt mit 77 Jahren höher als in den meisten anderen Staaten der Region. Eine Besonderheit Kubas sind afrokuban.afrokubanische Religionen wie Santeria, in der afrikan.afrikanischen Gottheiten mit kath.katholischen Heiligen verschmelzen.

Bildung

Kinder ab dem 5. Lebensjahr können freiwillig eine staatl.staatliche Vorschule besuchen. Die sechsjährige Schulpflicht besteht für Kinder ab sechs Jahren u.und umfasst die Primarstufe. Die Sekundarstufe gliedert sich in zwei dreijährige Abschnitte, die bis zum Alter von 17 Jahren reichen. Fremdsprachen werden überwiegend erst an den Hochschulen gelehrt, neuerdings auch durch spezielle Fernsehkollegs. Nach der kuban.kubanischen Revolution begann eine Alphabetisierungskampagne. Alle kirchlichen u.und privaten Schulen wurden verstaatlicht, das gesamte Bildungssystem ist seitdem kostenlos u.und steht allen Bürgern offen. Die Alphabetenrate u.und das Bildungsniveau erreichen im lateinamerikan.lateinamerikanischen Vergleich Spitzenwerte.

Staat und Politik

Nach der Verfassung von 1976, die inzwischen revidiert wurde, ist K.Kuba eine sozialist.sozialistische Republik. Staatsoberhaupt ist der Vorsitzende des Staatsrates, der auch Regierungschef, Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates u.und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Die 609 Abgeordneten der Nationalversammlung werden von der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) u.und den von ihr kontrollierten Massenorganisationen gestellt u.und alle fünf Jahre auf Einheitslisten gewählt. Neben der PCC, deren führende Rolle in der Verfassung verankert ist, sind keine weiteren Parteien zugelassen. Machtzentrale der PCC ist das Politbüro. Die Nationalversammlung wählt die 31 Mitglieder des Staatsrates, die zwischen den meist nur zweimal im Jahr abgehaltenen Plenarsitzungen des Parlaments legislative Funktionen übernehmen. Oberstes Verwaltungs- u.und Exekutivorgan ist der Ministerrat, dessen Mitglieder ebenfalls von der Nationalversammlung gewählt werden.

Wirtschaft und Verkehr

Die Auflösung der Sowjetunion, die K.Kuba wirtschaftlich unterstützt hatte, ließ das Bruttoinlandsprodukt 1990/91 um mehr als ein Drittel fallen. Heute haben Venezuela, Spanien u.und China die Sowjetunion als wichtigsten Handelspartner Kubas abgelöst. Die staatl.staatliche Planwirtschaft ist ineffizient u.und auf Importe angewiesen, die meist veralteten Industrieanlagen werden nur mit großem Improvisationstalent in Gang gehalten. Die Gewinne der wenigen zugelassenen Privatbetriebe versucht der Staat „abzuschöpfen“. Der boomende Tourismus ist komplett in staatl.staatlicher Hand. Vereinzelte Joint Ventures profitieren vom hohen Ausbildungsstand u.und den niedrigen Löhnen.

Vom Zuckerrohr zum Tourismus

Die nach der Revolution 1959 kollektivierte Landwirtschaft beschäftigt ein Viertel der Erwerbstätigen. Lange Zeit war Zucker der Hauptdevisenbringer, doch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks fehlte der Absatzmarkt u.und die Hälfte der Zuckerfabriken musste schließen. Tabak, trop.tropische Früchte u.und Kaffee sind weitere wichtige Agrarexportgüter. Wachsende Bedeutung kommt auch der Ausfuhr von Fisch u.und Meeresfrüchten zu, insbes.insbesondere von Langusten u.und Shrimps. Der Anbau von Reis, der zweimal im Jahr geerntet wird, dient der Eigenversorgung. Bis heute ist K.Kuba auf Lebensmittelimporte angewiesen.
K.Kuba verfügt über große Nickellagerstätten, Nickel liefert etwa ein Fünftel des Exportwertes. Immer wichtiger wird die Erdölförderung. Ende 2004 wurde östlich von Havanna ein neues großes Erdölfeld entdeckt. Weitere bedeutsame Rohstoffe sind Kobalt, Chrom u.und Kupfer. Wichtigster Industriezweig ist immer noch die Zuckerindustrie, die neben der Herstellung von Zucker u.und Rum auch die Verarbeitung der Zuckerabfallprodukte umfasst. Bedeutsam sind daneben die Stahl- u.und petrochem.petrochemische Industrie, die Textilverarbeitung sowie andere Konsumgüterindustrien wie die Zigarrenherstellung. Internationale Beachtung findet die kuban.kubanische Biotechnologie-Forschung.
Der Tourismus hat den Zucker als Hauptdevisenbringer abgelöst. Rund 2 Mio. Touristen besuchen jährlich das Land, die meisten sind Strandurlauber. Eine weitere wichtige Devisenquelle sind die Überweisungen der im Ausland lebenden Kubaner - sie finanzieren die „Parallelwirtschaft“.

Gutes Verkehrsnetz

Die Hauptachse des gut ausgebauten Straßennetzes, die Carretera Central, zeichnet die Längsachse der Insel nach. Die Modernisierung des Straßennetzes u.und die gute Anbindung an das internationale Luftverkehrsnetz waren Voraussetzung für die Entwicklung des Tourismus. Das Eisenbahnnetz dient überwiegend dem Zuckerrohrtransport.

Geschichte

Kolonialzeit und Abhängigkeit von den USA

Bereits vor der Landung von Kolumbus 1492 war K.Kuba von Indianer-Völkern besiedelt. 1508-1511 eroberten die Spanier die Insel. Die Ureinwohner wurden getötet oder fielen eingeschleppten Krankheiten zum Opfer. Schon bald begann eine ausgedehnte, großflächige Plantagenwirtschaft, die mit aus Afrika eingeführten Sklaven betrieben wurde. 1762 eroberten die Engländer K.Kuba, gaben es aber bereits 1763 im Austausch gegen Florida an Spanien zurück. Der zehnjährige Unabhängigkeitskampf der Kreolen unter der Führung von Carlos Manuel de Céspedes gegen die span.spanische Kolonialherrschaft endete 1878 mit einer Niederlage. Nach dem spanisch-amerikan.spanisch-amerikanischen Krieg musste Spanien 1898 K.Kuba an die USA abtreten. Sie gewährten der Insel 1902 die Unabhängigkeit, behielten sich jedoch ein militär.militärisches Interventionsrecht vor, von dem sie auch mehrfach Gebrauch machten. Seit dieser Zeit besteht auch der US-Flottenstützpunkt Guantánamo Bay.

Revolution und sozialistische Republik

1933-1959 war General Fulgencio Batista y Zaldivar der maßgebende Mann in KKuba. Seine Diktatur wurde nach einem mehrjährigen Guerillakrieg am 1. 1. 1959 durch Fidel Castro Ruz gestürzt. Nach der Enteignung US-amerikan.US-amerikanischen Eigentums verhängte Präsident Eisenhower ein Handelsembargo gegen K.Kuba, das den Weg in den Staatssozialismus ging. 1961 scheiterte eine mit Unterstützung der USA von Exilkubanern durchgeführte Invasion in der Schweinebucht. Die US-amerikan.US-amerikanische Embargopolitik wurde verschärft. 1962 eskalierte nach der Stationierung sowjet.sowjetischer Mittelstreckenraketen der Konflikt mit den USA. Die Kuba-Krise wurde erst mit dem Abzug der sowjet.sowjetischen Raketen beendet. In der Folgezeit unterstützte K.Kuba revolutionäre Bewegungen in Lateinamerika u.und zeigte militär.militärische Präsenz in Angola (1975/76) u.und Äthiopien (1978). 1980 lockerte K.Kuba vorübergehend die Ausreisesperren. In kurzer Zeit verließen über 100 000 Kubaner das Land.
Batista y Zaldivar, Fulgencio
Fulgencio Batista y Zaldivar
Der kubanische Präsident Fulgencio Batista y Zaldivar hält 1952 einer Rede zur Feier des Militärputschs von 1933.
Batista y Zaldivar, Fulgencio img
Kuba: Fidel Castro
Kuba: Fidel Castro
Fidel Castro während seines »Marsches nach Havanna«
Kuba: Fidel Castro img
Auch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa u.und dem Ende der UdSSR hielt Castro an seinem orthodox-marxist.orthodox-marxistischen Kurs fest, obwohl sich die kuban.kubanischen Wirtschaftsprobleme dramatisch verschärften. 1993 musste das Regime begrenzte wirtschaftl.wirtschaftliche Liberalisierungen zulassen. Trotzdem kam es 1994 zu einer Flüchtlingswelle nach Florida. 1998 besuchte Papst Johannes Paul II. die Insel. In der Folgezeit verschärfte das Castro-Regime die innenpolit.innenpolitischen Repressionen wieder. Außenpolitisch bemühte es sich um die Pflege der Beziehungen zu den lateinamerikan.lateinamerikanischen Staaten, insbes.insbesondere zu Venezuela. 2006 übertrug Fidel Castro seine Amts- und Machtbefugnisse aus gesundheitlichen Gründen zunächst interimistisch auf seinen jüngeren Bruder Raúl Castro Ruz. 2008 übernahm dieser dann endgültig die Staatsführung.
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