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LEXIKON

Kyoto-Protokoll

1997 in Kyoto (Japan) ausgehandelter internationaler Rahmenvertrag für Maßnahmen zum weltweiten Klimaschutz; trat 2005 (ohne die USA und Australien; letztere ratifizierten 2007) in Kraft, nachdem mit der Ratifizierung durch das russische Parlament die Bedingung erfüllt war, dass mindestens 55 Staaten, die zusammengerechnet mehr als 55% der Kohlenstoffdioxid-Emissionen des Jahres 1990 verursachten, das Abkommen ratifiziert haben. Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die Industrieländer zu einer durchschnittlichen Verminderung der Emissionen von Treibhausgasen von durchschnittlich mindestens 5% gegenüber 1990 bis zu einem Zeitraum von 20082012. Dabei wurden für jedes Industrieland spezifische Emissionsreduktionsverpflichtungen festlegt, einige dürfen ihre Ausstoßmenge an Treibhausgasen von 1990 beibehalten, manche sogar erhöhen. Dabei müssen die Reduktionsverpflichtungen nicht vollständig im eigenen Land erreicht werden, sondern es besteht auch die Möglichkeit, anderen Industrienationen Emissionsszertifikate abzukaufen (Emissionshandel) oder in einem anderen Industriestaat (Joint Implementation) bzw. einem Entwicklungsland (Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung) in Luftreinhaltemaßnahmen zu investieren. Das Kyoto-Protokoll gilt als das weitreichendste Umweltabkommen, das jemals unterzeichnet wurde. Als einzige Industrienation sind die USA dem Abkommen niemals beigetreten. Allerdings ist auch Kanada im Dezember 2011 aus dem Kyoto-Protokoll wieder ausgestiegen. Dieses war zuvor auf der Weltklimakonferenz 2011 in Durban (Südafrika) über seine ursprüngliche Gültigkeitsdauer bis zum Jahr 2012 hinaus verlängert worden.
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Die größte globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts

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