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LEXIKON

Mailand

italienisch Milano, das antike Mediolanum
norditalienische Stadt, an der Olona, Hauptstadt der Lombardei und der Provinz Mailand (1981 km2, 3,6 Mio. Einwohner), 1,2 Mio. Einwohner; katholische Universität (1920), staatliche Universität (1923), Wirtschaftsuniversität, zahlreiche Hochschulen und Akademien, Nationalmuseum für Wissenschaft und Technik; große Kunstsammlungen (Ambrosiana, Brera) und bedeutende Kunstbauten, besonders der gotische Marmordom (14.19. Jahrhundert; mit goldener Madonnenstatue auf der Turmspitze), viele Kirchen, z. B. S. Lorenzo, romanische SantAmbrogio-Basilika, gotische Sta. Maria delle Grazie (mit dem „Abendmahl“ von Leonardo da Vinci; Weltkulturerbe seit 1980), und Paläste (erzbischöflicher Renaissancepalast, Königspalast, Palazzo Marino, Sforza-Kastell); weltberühmt ist die Mailänder Scala (Teatro alla Scala). Mailand ist führendes italienisches Finanz-, Handels-, Mode- und Designzentrum, bedeutender Verlags-, Messe- und Industriestandort mit Metallverarbeitung, Fahrzeugbau, Elektro-, Reifen-, Textil- u. a. Industrie; Flughäfen (Malpensa, Linate und ein 1998 eröffneter Großflughafen bei Bergamo).

Geschichte

Im 4. Jahrhundert v. Chr. anstelle einer Etruskersiedlung von Kelten neu gegründet, 222 v. Chr. von Rom erobert (Mediolanum). 293 n. Chr. setzte Diocletian seinen Mitkaiser Maximilian zum Regenten der westlichen Reichshälfte mit Residenz in Mailand ein. Unter Ambrosius (374397) wurde Mailand bedeutendstes Bistum im Römischen Reich (355 Mailänder Konzil); im 4. Jahrhundert Erzbistum, und bald größte Stadt Italiens.
In der Völkerwanderungszeit wurde Mailand von Hunnen, Ostgoten und Langobarden erobert; 774 fränkisch; im 12. Jahrhundert führend im antistaufischen lombardischen Städtebund, 1162 durch Kaiser Friedrich I. zerstört, 1167 neu erbaut; Streitobjekt zwischen den Torre und Visconti, die die Lombardei eroberten. Mailand kam 1450 an die Sforza. Seit 1499 von Franzosen und Habsburgern umkämpft, kam es nach dem Tod des letzten Sforza 1535 als Reichslehen an die spanischen Habsburger; die Stadt erreichte unter ihnen über 100 000 Einwohner. Trotz der Pestepidemie von 1576 (eine zweite 1630) zählte Mailand 1590 ca. 246 000 Einwohner. Im Frieden von Utrecht 1714 kam Mailand an die österreichischen Habsburger. Im Verlauf des italienischen Freiheitskampfs (Risorgimento) gelangte es nach dem Zürcher Frieden (1859) an Italien. Mailänder Edikt.
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