niederländische Musik
die Musik im Bereich der heutigen Niederlande seit der Unabhängigkeit im Jahr 1581 (Proklamation) bzw. 1648 (offizielle Anerkennung); zur Geschichte der niederländ.niederländischen Musik im 15. u.und 16. Jh. Jahrhundert franko-flämische Musik.). Die Entwicklung der niederländ.niederländischen Musik ist untrennbar mit den histor.historischen Ereignissen verbunden. Mit der Reformation einerseits u.und dem 80-jährigen Freiheitskampf andererseits spaltete sich das Land Ende des 16. Jh. Jahrhunderts in einen calvinist.calvinistischen Nordteil (Utrechter Union) u.und einen kath.katholischen Südteil, wodurch sich in den folgenden Jahrhunderten eine jeweils individuelle Musikkultur entwickelte, bevor mit der Gründung des „Königreichs der Niederlande“ 1830 der heutige Staat entstand.
Musik in der Republik der Vereinigten Niederlande
Eine elementare musikgeschichtl.musikgeschichtliche Rolle spielten im 17. Jh. Jahrhundert die Organisten, die z. T. gleichzeitig auch als Interpreten, Komponisten, Dirigenten u.und Lehrer wirkten. Der bedeutendste unter ihnen war Jan Pieterszoon Sweelinck, der als Orgelvirtuose u.und -komponist prägend für die norddt.norddeutsche Orgelschule um Samuel Scheidt sowie für niederländ.niederländische Komponisten wie Anthoni van Noordt (* um 1619, † 1675) war. Neben den Organisten waren die Stadtpfeifer u.und Glockenspieler wichtige Kulturträger des öffentl.öffentlichen Musiklebens, das im 17. u.und 18. Jh. Jahrhundert u. a. auch in Kirchen, Adels- u.und Konzerthäusern sowie vor allem als Hausmusik in den Collegii musici stattfand u.und noch lange Fremdeinflüssen unterlag. So dominierte in der Oper mit Werken von Jean-Baptiste Lully der französ.französische Einfluss, in Amsterdam wirkten Conrad Friedrich Hurlebusch (* 1691, † 1765) aus Deutschland u.und Pietro Locatelli aus Italien. Die Stadt war darüber hinaus neben Den Haag u.und Rotterdam regelmäßig Schauplatz für Gastspiele von Musikergrößen wie Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Christian Bach, Georg Friedrich Händel, oder Ludwig van Beethoven. Bedeutende einheim.einheimische Musiker dieser Zeit waren: Constantijn Huygens (* 1596, † 1687), der zahlreiche Werke für für Laute, Gambe u.und Gitarre schuf, u.und Adriaen Valerius (* um 1575, † 1625), dessen „Altniederländisches Dankgebet“ Teil d. Gr.des Großen Zapfenstreichs ist.
Musik in den Spanischen Niederlanden
Neben dem Erbe der franko-fläm.franko-flämischen Schule u.und ihres letzten bedeutenden Vertreters Orlando di Lasso prägten zunächst wiederum ausländ.ausländische Einflüsse das Musikleben. Der Engländer Peter Philips (* 1560/61, † 1628) schuf Motetten, Madrigale u.und Klaviermusik u.und der Italiener Gioseffo Zamponi (* um 1600/1601, † 1662) leistete mit „Ulisse nell’isola da Circe“ einen ersten Beitrag zur Geschichte der niederländ.niederländischen Oper. Englische u.und italien.italienische Stilelemente weist das Werk von Willem de Fesch auf, der vor allem Kammermusik schuf. Kulturelles Zentrum zu Beginn des 18. Jh. Jahrhunderts war Brüssel, wo im Jahr 1700 das noch heute existierende „Théâtre de la Monnaie“ eröffnet wurde u.und der italienischstämmige Oratorienkomponist Jean-Joseph Fiocco (* 1686, † 1746) wirkte. Im 18. Jh. Jahrhundert gewann die Instrumentalmusik zunehmend an Bedeutung, die neben italienischen auch französ.französische Einflüsse aufnahm wie bei Pierre van Maldere (* 1729, † 1768), dessen Sinfonien als Wegbereiter der Klassik gelten. Daneben etablierten sich seit dem frühen 17. Jh. Jahrhundert die „cantiones natalitiae“ als spezifisch niederländ.niederländische Weihnachtsmusik. Auch in der Oper begann eine musikal.musikalische Emanzipation, so z. B. bei Carolus Hacquart (* um 1640, † nach 1700), der 1678 das erste Bühnenwerk in niederländ.niederländischer Sprache schuf, sowie mit Jean-Noël Hamals (* 1709, † 1778) Opern in wallon.wallonischer Sprache.
Politische und kulturelle Emanzipation
Mit der Besetzung beider Landesteile durch französ.französische Truppen (1795) nahm zunächst der französ.französische Einfluss zu, z. B. durch den aus Lüttich stammenden, aber in Paris wirkenden André-Erneste-Modeste Grétry, dessen Opern auch die niederländ.niederländischen Bühnen beherrschten. Gleichzeitig fanden in den Orchesterwerken zunehmend (klassische) dt.deutsche Stilelemente Eingang, so bei Johann Wilhelm Wilms (* 1772, † 1847), der die bis 1932 gültige Nationalhymne schuf. In der 2. Hälfte des 19. Jh. Jahrhunderts u.und um die Jahrhundertwende hielten (spät)romantische u.und impressionist.impressionistische Einflüsse Einzug in die Werke u. a. von Alphons Diepenbrock (* 1862, † 1921), Johan Wagenaar, Hendrik Andriessen u.und Johannes Josephus Hermanus Verhulst (* 1816, † 1891). Daneben gaben Carolus Antonius Fodor (* 1768, † 1846) u.und Richard Hol (* 1825, † 1904) durch ihre dirigentische u.und pädagog.pädagogische Arbeit wichtige Impulse für die Entwicklung eines eigenständigen Musiklebens. Zum Wegbereiter der niederländ.niederländischen Nationalmusik wurden Bernard Zweers (* 1854, † 1924) u.und Cornelis Dopper (* 1870, † 1939), deren Orchesterwerke z. T. in der niederländ.niederländischen Volksmusik wurzeln.
Moderne
Zu Beginn des 20. Jh. Jahrhunderts nahm die n. M.niederländische Musik Anregungen der internationalen Avantgarde auf, wobei Komponisten wie Willem Pijper u.und Henk Badings die vielfältigen Stile u.und Techniken zu einer individuellen Tonsprache verschmolzen u.und Hendrik Andriessen in der Kirchenmusik mit seiner schlichten antiromant.antiromantischen Tonsprache eine neue Tradition begründete. Die dt.deutsche Besatzungszeit (1940-1945) setzte eine scharfe Zäsur im niederländ.niederländischen Musikleben, das danach nur allmählich wieder Anschluss an die internationale Szene fand. Zu den bedeutenden Nachkriegskomponisten gehören der mit Zwölftontechnik arbeitende Kees van Baaren, Louis Andriessen mit einer spezif.spezifischen Form der Minimal Music, Hans Kox (* 1930) mit seiner klangorientierten Musik sowie Ton de Leeuw, dessen Werk außereurop.außereuropäische Einflüsse verarbeitet. Die zeitgenössische n. M.niederländische Musik ist von einem Stilpluralismus gekennzeichnet, in dem (post)serielle u.und elektron.elektronische Techniken neben einer Neuen Einfachheit u.und einer neoromant.neoromantischen Tonsprache existieren. Parallel dazu hat sich eine vielfältige Jazz-, Pop- u.und Rockmusikszene (Nederpop) entwickelt, die u. a. mit Jazzmusikern wie Hans (* 1940) u.und Candy Dulfer (Saxophon), Misha Mengelberg (* 1935) u.und Han Bennink (* 1942) internationales Niveau bezeugt u.und in den 1990er Jahren mit dem Hardcore Techno (Gabber) sogar eine neue Musikrichtung kreierte. Daneben wird das niederländ.niederländische Musikleben durch eine Renaissance der Volksmusik sowie durch zahlreiche Festivals bereichert. Musikalische Zentren sind Amsterdam („Concertgebouw-Orchester“) u.und Den Haag; beide Städte besitzen auch bedeutende Konservatorien.









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