Nordamerika
Kontinent auf der Nordhalbkugel der Erde, umgeben vom Nordpolarmeer im NNorden, vom Pazifischen Ozean im WWesten u.und vom Atlantischen Ozean im OOsten; er umfasst einschl.einschließlich Grönland u.und den Bermudainseln, aber ohne Mexiko 21,8 Mio. km2 mit rd.rund 334 Mio. EwEinwohnern.
Amerika: Staaten
| Staat | Fläche (in km2 ) | Einwohner (in 1000) | Hauptstadt |
| Nordamerika | |||
| Kanada | 9 984 670 | 33 170 | Ottawa |
| Vereinigte Staaten von Amerika | 9 826 675 | 308 798 | Washington |
| Mittelamerika | |||
| Antigua und Barbuda | 440 | 86 | St. John's |
| Bahamas | 13 878 | 335 | Nassau |
| Barbados | 416 | 295 | Bridgetown |
| Belize | 22 965 | 294 | Belmopan |
| Costa Rica | 51 100 | 4 534 | San José |
| Dominica | 751 | 67 | Roseau |
| Dominikanische Republik | 48 671 | 9 904 | Santo Domingo |
| El Salvador | 21 041 | 6 953 | San Salvador |
| Grenada | 344 | 106 | St. George's |
| Guatemala | 108 889 | 13 686 | Guatemala |
| Haiti | 27 750 | 9 751 | Port-au-Prince |
| Honduras | 112 492 | 7 246 | Tegucigalpa |
| Jamaika | 10 991 | 2 728 | Kingston |
| Kuba | 109 886 | 11 265 | Havanna |
| Mexiko | 1 964 375 | 107 801 | Mexico |
| Nicaragua | 130 373 | 5 676 | Managua |
| Panama | 75 517 | 3 399 | Panamá |
| Saint Kitts und Nevis | 269 | 51 | Basseterre |
| Saint Lucia | 616 | 167 | Castries |
| Saint Vincent | 388 | 121 | Kingstown |
| Trinidad und Tobago | 5 128 | 1 338 | Port of Spain |
| Südamerika | |||
| Argentinien | 2 780 403 | 39 934 | Buenos Aires |
| Bolivien | 1 098 581 | 9 694 | Sucre/La Paz |
| Brasilien | 8 514 877 | 194 228 | Brasilia |
| Chile | 756 096 | 16 803 | Santiago de Chile |
| Ecuador | 256 370 | 13 481 | Quito |
| Guyana | 214 970 | 736 | Georgetown |
| Kolumbien | 1 141 748 | 46 741 | Bogotá |
| Paraguay | 406 752 | 6 238 | Asunción |
| Peru | 1 285 216 | 28 221 | Lima |
| Suriname | 163 820 | 461 | Paramaribo |
| Uruguay | 176 215 | 3 350 | Montevideo |
| Venezuela | 9162 445 | 28 122 | Caracas |
Amerika: Staaten standard.tables
Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rd.rund 8000, die Ost-West-Ausdehnung rd.rund 6000 km; im hohen NNorden reicht N.Nordamerika bis auf 7 Breitenkreise an den Nordpol heran, als südl.südliche Begrenzung gilt gewöhnlich der Isthmus von Tehuantepec in Mexiko.
Natur
Die Oberflächengestalt zeigt eine Dreigliederung: im WWesten erhebt sich das Faltengebirge der Kordilleren, die ausgedehnte Hochlandbecken u.und Plateaus einschließen u.und mit dem Mt. McKinley (6198 m) in Alaska die höchste Erhebung des Kontinents aufweisen; in der Mitte liegt das zentrale Tiefland der Prärien (Great Plains) u.und im OOsten das abgetragene Mittelgebirge der Appalachen. Der NONordosten des Erdteils wird von dem Kanadischen Schild gebildet, der durch das Mackenziebecken vom Kordillerengürtel im OOsten getrennt ist. Zwischen dem Kanadischen Schild u.und den Appalachen liegen die fünf Großen Seen. Die nördl.nördlichen Küsten sind durch Fjorde stark gegliedert; im NONordosten dominieren niedere Felsküsten u.und im SSüden u.und SOSüdosten Anschwemmungsküsten. Größter Fluss ist der Mississippi, der zusammen mit Missouri u.und Ohio rd.rund 15% der Fläche entwässert.
Klima
N.Nordamerika hat Anteil an allen Klimazonen der Nordhalbkugel; trop.tropisches Klima herrscht nur im SSüden Mexikos u.und Floridas, subtrop.subtropisches Klima bis zur Breite von San Francisco. Die breite Landmasse hat kontinentales Klima mit starken Temperaturunterschieden zwischen Winter u.und Sommer. Der Nord-Süd-Verlauf der Gebirge ermöglicht den ungehinderten Luftmassenaustausch zwischen dem trop.tropischen Golf von Mexiko im SSüden u.und der kalten Hudsonbai im NNorden. Nord- u.und Nordwestwinde (Northers) bringen im Winter eisige Kälte, während im Sommer heiße Luft bis nach Kanada vordringt. Der SSüden Nordamerikas wird häufig von Hurrikans u.und Tornados heimgesucht.
Pflanzenwelt
Als Vegetationsformation herrscht im NNorden die Tundra mit Dauerfrostboden vor; daran schließt sich die Nadelwaldzone an; in den östl.östlichen USA folgt die Zone sommergrüner Laubwälder; die baumlose Prärie trennt diese von den Nadelwäldern der Kordilleren. Im SSüden wachsen immergrüne Laubhölzer, in den trockenen Hochländern dagegen Agaven u.und Kakteen.
Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht im äußersten NNorden aus Inuit (Eskimos) u.und Alëuten. Die Indianer bildeten bis zur Entdeckung des Landes durch die Weißen den größten Bevölkerungsanteil. Heute sind 70% der Bevölkerung Weiße; in den USA sind sie vorwiegend englischer, irischer, dt.deutscher u.und skandinavischer, in Kanada auch französ.französischer Herkunft. In Mexiko machen die Menschen roman.romanischer Herkunft kaum mehr als 10% aus; hier überwiegen die Mestizen. In den USA gibt es 12% Schwarze, u.und in den WWesten der USA sind Chinesen u.und Japaner eingewandert; der Anteil der spanischsprachigen US-Amerikaner (Hispanics) liegt mittlerweile bei 12,5%.
Wirtschaft
N.Nordamerika ist der bedeutendste Wirtschaftsraum der Erde. Dies gilt für die landwirtschaftliche, bergbauliche u.und industrielle Produktion, den Welthandel u.und den Weltluftverkehr. Die USA u.und Kanada sind als Farmland erobert worden u.und ihre Wirtschaft war bis zu Beginn des 20. Jh. Jahrhunderts vor allem von der Landwirtschaft bestimmt. Der ab Mitte des 20. Jh. Jahrhunderts stattfindende Strukturwandel bewirkte eine immer stärker werdende Konzentration u.und Technisierung der Farmen. Die landwirtschaftl.landwirtschaftlichen Betriebe produzieren große Exportüberschüsse, etwa bei Weizen, Mais, Sojabohnen, Baumwolle u.und Tabak.
N.Nordamerika verfügt über reiche Erz- u.und Primärenergielagerstätten aller Art. Kanada ist im weltweiten Vergleich im Bergbau der wichtigste Erzexporteur; Mexiko gehört zu den fünf größten Erdölexporteuren. Da die USA die Nation mit dem höchsten Energieverbrauch der Welt sind, sind sie auf entspr.entsprechende Importe angewiesen.
Der Anteil der USA an der Weltindustrieproduktion beträgt rd.rund 25%. Ein wichtiges Charakteristikum der nordamerikan.nordamerikanischen Wirtschaft ist die Herausbildung von Großbetrieben u.und der Zusammenschluss zu Konzernen, die zur Sicherung von Marktanteilen inzwischen multinational sind. Seit Ende des 2. Weltkriegs sind die USA die führende Wirtschaftsmacht der Welt. Der US-Dollar ist zur Leitwährung für zahlreiche andere Währungen geworden u.und der Dollarkurs bestimmt die Weltmarktpreise der Rohstoffe. Mexiko dagegen ist wirtschaftlich ein sog. Schwellenland, in dem in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen zur Industrialisierung u.und Modernisierung unternommen wurden. Dennoch ist das Wirtschaftsgefälle zu dem nördl.nördlichen Anrainer sehr groß, was sich auch in dem anhaltenden Strom illegaler Einwanderer in die USA ausdrückt. Zur Aufhebung von Handelsschranken wurde 1994 das Wirtschaftsbündnis NAFTA (North American Free Trade Agreement) zwischen den USA, Kanada u.und Mexiko gegründet.
Verkehr
Die Vereinigten Staaten von Amerika u.und das südl.südliche Kanada verfügen über eines der bestentwickelten Verkehrsnetze der Welt. Die Straßen sind für den Personenverkehr wie für den Güterverkehr gleichermaßen wichtig. Der transkontinentale Schienenverkehr ist heutzutage vor allem für den Gütertransport von Bedeutung. Der Sankt-Lorenz-Seeweg im OOsten ist eine der verkehrsreichsten Binnenwasserstraßen der Erde. Die bedeutendsten Seehäfen für den Güterverkehr sind New York, New Orleans u.und Houston an der Atlantikküste sowie Valdez, Vancouver, Los Angeles u.und Long Beach an der Pazifikküste. In N.Nordamerika existiert das weltweit dichteste Luftverkehrsnetz. Mit Atlanta u.und Chicago liegen die beiden verkehrsreichsten Flughäfen der Welt in den USA. Auch Mexiko ist verkehrsmäßig relativ gut erschlossen. Wichtigster Verkehrsträger für Personen wie für Güter ist hier der Straßenverkehr.
Geschichte
Erste Besiedelung und frühe Kulturen
Die Indianer, die N.Nordamerika besiedelten, waren nomad.nomadische Stämme aus Sibirien, steinzeitl.steinzeitliche Sammler u.und Jäger, die nach Alaska eindrangen, als sie sich auf der Jagd nach den großen Herdentieren befanden, die zwischen Asien u.und Amerika wanderten. Sie kamen wahrscheinlich zum Ende der letzten Eiszeit um 10 000 v. Chr. u.und nutzten einen breiten gangbaren Landstreifen durch die Beringstraße. Die kannelierten Feuerstein-Speerspitzen der Clovis-Kultur, benannt nach einem Fundort in Neu-Mexiko, lassen sich etwa auf diese Zeit datieren. Im Mittelwesten bestand um 8000 v. Chr. eine altsteinzeitl.altsteinzeitliche Büffeljägerkultur (Folsom-Kultur). Die großen Jagdtiere Nordamerikas, die zur Zeit der Einwanderungswellen für den nördl.nördlichen Subkontinent charakteristisch waren u.und denen die Indianer vermutlich auf dem Weg nach Alaska gefolgt waren, scheinen gegen 8000 v. Chr. ausgestorben zu sein.
In der späteren Phase der südwestl.südwestlichen Cochise-Kultur (4000-3500 v. Chr.) finden sich frühe Domestikationsfomen von Mais. Die Cochise-Kultur bildete die Basis der späteren Feldbaukulturen des SWSüdwesten. Im Ohiotal war die Adena-Kultur beheimatet (um 800 v. Chr.-um 100 n. Chr.), der die ersten Grabhügel (Mounds) dieser Gegend zugeschrieben werden. Ihr folgte die Hopewell-Kultur, die als fortgeschrittenste der Grabhügelperiode (Mound-Builder-Kultur) gilt. Die Mississippi-Kultur, die bis zur Eroberung der Europäer Bestand hatte, nahm mittelamerikan.mittelamerikanische Elemente auf. Die Anasazi-Kultur erlebte ihre Blütezeit zwischen 1100 u.und 1300 n. Chr. Sie ist mit dem Hausbau in Felsspalten u.und natürl.natürlichen Höhlungen Vorläuferin der Pueblo-Kultur. Die Puebloindianer hatten die fortgeschrittenste Zivilisation aller Stämme von Arizona u.und New Mexico zur Zeit der span.spanischen Entdeckung.
Kolonialzeit
Nordamerika: Entdeckung und Erforschung
| um 1000 | Leif Eriksson entdeckt Nordamerika |
| 1497 | G. und S. Caboto entdecken von England aus erneut Nordamerika (Newfoundland) |
| 1513 | J. Ponce de León entdeckt Florida |
| 1520 | G. da Verrazano erforscht große Teile der Küste zwischen Florida und Newfoundland, entdeckt die Mündung des Hudson River |
| 1528-1536 | Vorstoß A. N. Cabeza de Vacas von Florida über die Mississippi-Mündung durch das heutige Texas und nördliche Mexiko bis zur Stadt Mexico |
| 1535-1536 | J. Cartier befährt den Sankt-Lorenz-Strom bis in die Gegend von Montreal |
| 1539-1542 | H. de Soto dringt erstmals in das Innere Nordamerikas vor, quert von Florida aus die Appalachen, zieht über den Mississippi bis Oklahoma |
| 1540-1542 | Vorstoß von F. V. de Coronado von Mexiko aus ins Pueblogebiet, an den Grand Canyon und in die Great Plains |
| 1541 | erste Siedlungsversuche Frankreichs im Gebiet des Sankt-Lorenz-Stroms scheitern |
| 1584-1586 | erste Kolonisationsversuche von Sir W. Raleigh im Gebiet des heutigen North Carolina („Virginia“) scheitern |
| 1585-1587 | J. Davis unternimmt drei Reisen zur Suche der Nordwestpassage im Norden Amerikas |
| 1603-1515 | S. de Champlain befährt den Sankt-Lorenz-Strom, gründet 1608 Quebec, erreicht als erster Europäer die Großen Seen (1609 Champlainsee, 1615 Huronsee), gründet erste französische Siedlungen |
| 1673 | J. Marquette (SJ) und L. Jolliet gelangen vom Michigansee zum Mississippi, den sie bis zum Arkansas River befahren |
| 1682 | R. C. S. de La Salle befährt den Mississippi bis zur Mündung |
| 1741 | V. Bering und A. I. Tschirikow entdecken von Asien aus Alaska |
| 1776-1778 | auf der Suche nach der Nordwestpassage kartiert J. Cook die noch unbekannte Nordwestküste Nordamerikas |
| 1789 | A. Mackenzie befährt den nach ihm benannten Strom und durchquert 1793 den Kontinent im Gebiet des heutigen Kanada |
| 1804-1806 | W. Clark und M. Lewis durchqueren den Kontinent erstmals im Gebiet der heutigen USA |
Nordamerika: Entdeckung und Erforschung standard.tables
Dieser Rechtsanspruch war von den Engländern stets bestritten worden. Sie hatten seit König Heinrich VII. Interesse an Amerika u.und hatten zur Zeit der Königin Elisabeth I. in Virginia vorübergehend eine Niederlassung gegr.gegründet (1584). Die Vernichtung der span.spanischen Armada (1588) machte den Weg frei für eine dauerhafte brit.britische Kolonisation.
Die brit.britische Kolonie blieb etwa 150 Jahre lang auf die Räume zwischen Georgia u.und Maine, der Ostküste u.und den Alleghanies beschränkt, doch gab es dort 1756 schon 1,25 Mio. Siedler. Ihre Hauptgegner wurden die 80 000 Franzosen in Kanada, am Missouri u.und am Mississippi („Louisiana“). Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde dieser Sperrriegel von brit.britischen Truppen u.und angloamerikan.angloamerikanischen Milizen zerschlagen. Vollends nach Entstehung der USA entwickelte sich die Westexpansion der Angelsachsen, zumal 1783 auch Kanada angloamerikan.angloamerikanische Bevölkerungselemente (Loyalisten) aufnahm. Die wichtigsten Stufen des Vordringens waren der Louisianakauf (1803), die Aufnahme von Texas (1845) u.und Oregon (1846) in die Union, der Friede von Guadalupe Hidalgo (1848), der kaliforn.kalifornische „gold run“ (1850), der sog. Gadsdenkauf (1853) u.und der Alaskakauf (1867). Den Fernen WWesten u.und SWSüdwesten des Kontinents konnten die Angloamerikaner nicht völlig nach ihren Vorstellungen umwandeln. Vielfach blieben Institutionen u.und Bräuche der Spanier bzw. Lateinamerikaner (Kirchen u.und Ordensniederlassungen, Bewässerungsanlagen, Anbaumethoden u.und Viehhaltung, Wohnweise, Nahrung, Volkstrachten u.und Lieder) bis heute erhalten. Auch Kanada (Geschichte), Vereinigte Staaten von Amerika (Geschichte)










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