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LEXIKON

Norwegen

Die Geschicke des im Westen der skandinavischen Halbinsel gelegenen Königreichs werden seit Jahrhunderten vom Meer bestimmt, das als Nahrungsquelle, Verkehrsweg und Lagerstätte von Energierohstoffen dient. Schon heute versucht Norwegen, seine Zukunft mit den Einnahmen aus der Förderung von Erdöl und Erdgas abzusichern. Diese Zukunft liegt jedoch politisch, wenn es nach dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung geht, außerhalb der Europäischen Union. Im Juli 2011 wurde die durch Konsens und Offenheit geprägte norwegische Gesellschaft durch terroristische Anschläge, denen 77 Menschen zum Opfer fielen, schwer traumatisiert.

Natur und Klima

Norwegen.sgm
Offizielle Bezeichnung:
Königreich Norwegen
KFZ-Kennzeichen:
N
Fläche:
386 224 km2
Einwohner:
4,9 Mio.
Hauptstadt:
Oslo
Zeitzone:
Mitteleuropäische Zeit
Amtssprache(n):
Norwegisch
Staatsform:
parlamentarische Monarchie
Nationalfeiertag:
17.5.
Währung:
1 Norwegische Krone = 100 Öre
Norwegen.sgm country.box
Das Land erstreckt sich über 1700 km vom Kap Lindesnes im SSüden bis zum Nordkap im NNorden. Zum Staatsgebiet zählen außerdem mehrere Inseln bzw. Inselgruppen, darunter Spitzbergen (Svalbard), die Bäreninsel u.und Jan Mayen sowie als Außenbesitzungen die Bouvetinsel u.und die Peter-I.-Insel. Zudem beansprucht N.Norwegen das antarkt.antarktische Königin-Maud-Land für sich. Während das Land im SSüden 430 km u.und im NNorden 250 km breit ist, sind es bei Narvik nordöstlich der Lofoten nur 6 km. Ein Drittel Norwegens liegt nördlich des Polarkreises.

Gebirge im Landesinneren

Das Rückgrat des Landes bildet das Kaledonische Gebirge (Skanden), das sich von der Skagerrakküste im SSüden bis zur Eismeerküste im NNorden zieht u.und im Jotunheimen-Gebirge (Galdhöpiggen, 2469 m) seine größten Höhen erreicht. In den Regionen Tröndelag u.und Telemark haben die ansonsten alpinen Skanden Mittelgebirgscharakter. Oberhalb der Waldgrenze erstrecken sich raue Hochplateaus (Fjell) wie die Hardangervidda (1200-1400 m). Nach WWesten fällt das Gebirge steil zur Küste ab, nach OOsten dacht es dagegen allmählich ab. Die gefälle- u.und schnellenreichen Flüsse werden in starkem Maß zur Elektrizitätsgewinnung genutzt. Der Hornindalsvatn im SWSüdwesten, einer der zahlreichen norweg.norwegischen Seen, ist mit 514 m Wassertiefe der tiefste See Europas.

Fjorde, Schären und Inseln

Die Küstenlinie beträgt aufgrund der zahlreichen Buchten u.und Fjorde etwa 25 000 km. Vor der Küste liegt der aus Tausenden von Inseln bestehende Schärengürtel, der sich nach NNorden allmählich auflöst, während die Meeresbuchten, Sunde u.und Fjorde immer tiefer ins Landesinnere greifen. Die größte Inselgruppe bilden die Lofoten, deren schroffe Felsen etwa 200 km weit in das Europäische Nordmeer hineinragen. Hinter den meisten Küstenabschnitten türmen sich die Skanden als Gebirgswand auf, teils mehrere Hundert Meter hoch. Nur im äußersten SWSüdwesten schließt sich der Küste ein schmales Tiefland an, das aufgrund seines günstigen Klimas seit über 2000 Jahren landwirtschaftlich genutzt wird.

Gletscher und Wälder

Während der Eiszeit wurde N.Norwegen von einem gewaltigen Gletscherschild bedeckt. Die Gletscher schliffen die Gipfel der Gebirge glatt u.und hobelten die zuvor kerbförmigen Täler zu breiten Trogtälern aus. Mit dem nacheiszeitl.nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels wurden viele Täler vom Meer überflutet u.und bilden seitdem eine reich gegliederte Fjordküste. Heute bedecken Norwegens Gletscher ein Areal von 3900 km2, eine Fläche anderthalbmal so groß wie das Saarland. Der Jostedalsbreen (487 km2) in Südnorwegen ist der größte Plateaugletscher des europ.europäischen Festlands.
Im SSüden dominieren Laubwälder, die nach NNorden Fichten u.und Kiefern weichen. Die Waldgrenze verläuft in Südnorwegen in einer Höhe von 800-1000 m, nach NNorden sinkt sie bis zum Meeresniveau ab. Insges.Insgesamt wird ein Viertel der Landesfläche von Wald bedeckt; er bildet die Grundlage für eine moderne Forstwirtschaft. Oberhalb der Waldgrenze, auf dem Fjell, breitet sich Tundrenvegetation mit Zwergsträuchern, Moosen u.und Flechten aus. Die Landschaften des norweg.norwegischen Festlandes werden in 29 Nationalparks geschützt.

Mildes Klima

Trotz ihrer nördl.nördlichen Breitenlage herrscht an der norweg.norwegischen Küste ein mildes, feuchtes Klima. Verantwortlich dafür ist der warme Norwegische Strom, der zum Golfstromsystem gehört u.und auch im Winter die Temperatur des Meereswassers nicht unter 5 °C fallen lässt; das sind 2 °C mehr als in den wärmsten Teilen der Deutschen Bucht u.und der südl.südlichen Ostsee. In der Küstenstadt Bergen schwanken die Durchschnittstemperaturen zwischen 1,5 °C im Winter u.und 15 °C im Sommer. Mit etwa 2000 mm Jahresniederschlag ist es dort wie an der gesamten Küste relativ feucht. Im Landesinneren herrscht dagegen ein kontinentales u.und trockenes Klima: In Karasjok im äußersten NONordosten schwanken die Temperaturen im Jahresverlauf zwischen -15,5 °C u.und 13,0 °C u.und es fallen nur 340 mm Niederschlag.

Bevölkerung

Der überwiegende Teil der Bevölkerung sind Norweger. Im NNorden leben etwa 12 000 eingewanderte Finnen (Kwänen) sowie annähernd 40 000 Samen (Lappen), die ihre traditionelle Lebensweise als Fischer u.und Rentierzüchter fortführen. In N.Norwegen gibt es fast 200 000 Ausländer (4,1% der Gesamtbevölkerung).
Fast ein Drittel der Norweger lebt an der Südküste u.und am Oslofjord. Wichtigste Zentren sind Oslo im SSüden, Trondheim in Mittelnorwegen u.und Tromsö im NNorden. Eine städt.städtische Entwicklungsachse, deren Wachstum bes.besonders durch die Nordseeöl-Förderung vorangetrieben wird, zieht sich von Stavanger bis Bergen. Die Finnmark im äußersten NNorden u.und die Hochgebirgsregionen sind nur sehr dünn besiedelt.

Bildung

Ab dem 6. Lebensjahr besteht eine zehnjährige Schulpflicht. Davor ist der freiwillige Besuch einer Vorschule möglich. Der vierjährigen Primarstufe folgen die jeweils dreijährige Mittelstufe u.und Sekundarstufe I. Seit 2002 hat jeder Erwachsene, der die Sekundarstufe I nicht absolviert hat, das Recht, diese nachzuholen. Die dreijährige Sekundarstufe II schließt mit der Hochschulreife ab. Da N.Norwegen in der PISA-Studie schlecht abgeschnitten hat, wurde 2004 eine Schul- u.und Studienreform beschlossen. In den Schulen ist nun eine zweite Fremdsprache verpflichtend, an den Hochschulen wurden alle Studiengänge auf Bachelor- u.und Master-Abschlüsse umgestellt.

Staat und Politik

Nach der mehrfach geänderten Verfassung von 1814 ist N.Norwegen eine konstitutionelle Erbmonarchie mit parlamentar.parlamentarischem Regierungssystem. Staatsoberhaupt u.und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der König. Seit 1990 ist auch eine weibl.weibliche Thronfolge möglich. Der König ist formal auch Inhaber der Exekutivgewalt. Die eigentl.eigentliche Exekutive ist aber die Regierung (Staatsrat) mit dem Min.-Präs.Ministerpräsidenten an der Spitze. Die Legislative liegt in den Händen des Parlaments (Storting), dessen 169 Abgeordnete für eine Legislaturperiode von vier Jahren direkt gewählt werden. Aufgrund des Vielparteiensystems stützen sich die norweg.norwegischen Regierungen in der Regel auf Koalitionen, relativ häufig sind Minderheitsregierungen. Die derzeitige Regierungskoalition besteht aus der sozialdemokrat.sozialdemokratischen Norwegischen Arbeiterpartei (DnA), der Sozialistischen Linkspartei (SV) u.und der Zentrumspartei (SP). Oppositionsparteien sind die rechtspopulist.rechtspopulistische Fortschrittspartei (FrP), die bürgerlichkonservative Høyre, die konservative Christliche Volkspartei (KrF) sowie die liberale Venstre. Ein Ombudsmann ist für die Wahrung der Bürgerinteressen zuständig.

Wirtschaft und Verkehr

Die in den 1970er Jahren begonnene Erschließung der enormen Erdöl- u.und Ergasvorkommen hat N.Norwegen von einem der ärmsten europ.europäischen Länder zu einem reichen Staat werden lassen. Der hohe Lebensstandard hat einen starken Binnenmarkt geschaffen, der der wirtschaftl.wirtschaftlichen Entwicklung einen nachhaltigen Auftrieb verleiht. Die Erlöse aus der staatl.staatlichen Erdölindustrie werden als Rücklage in einem Auslandsfonds angelegt, der der wirtschaftl.wirtschaftlichen Stabilität nach Erschöpfung der Erdölvorkommen dienen soll.

Starke Fischerei

Die norweg.norwegischen Küstengewässer zählen zu den weltweit reichsten Fischgründen. Von den über 200 Fischarten ist der Kabeljau am wichtigsten; auch Heringe u.und Makrelen sowie Garnelen u.und Krabben werden in großen Mengen exportiert. 40% der norweg.norwegischen Fischexporte stammen aus der Fischzucht, überwiegend von Lachsen u.und Lachsforellen.
Die norweg.norwegische Landwirtschaft wird stark subventioniert. Nur 3% des Landes werden agrarisch genutzt, da in weiten Teilen des Landes die Vegetationsperiode nur sehr kurz ist. Die meisten Ackerflächen liegen im SOSüdosten; hauptsächlich werden Kartoffeln u.und Getreide angebaut. Die meisten Kleinbauern betreiben Landwirtschaft im Nebenerwerb. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Milchwirtschaft. Im NNorden werden Rentiere gezüchtet.

Erdöl und Erdgas

N.Norwegen ist weltweit drittgrößter Erdöl- u.und viertgrößter Erdgasexporteur. Beide Rohstoffe, die im Kontinentalschelf durch moderne Bohrinseln gefördert werden, machen zusammen über die Hälfte des Exportwerts aus u.und erwirtschaften ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts. Weitere bedeutsame Lagerstätten führen Eisen-, Kupfer-, Titan-, Zink- u.und Bleierze; in Spitzbergen wird Kohle abgebaut.
Dank der riesigen Wasserressourcen stützt sich die norweg.norwegische Energiewirtschaft fast ausschließlich auf Wasserkraft. Diese billige Energieform ist für einige Wirtschaftszweige, insbes.insbesondere die Papier- u.und Zellstoffherstellung sowie die Aluminiumindustrie u.und die Elektrochemie, von besonderer Bedeutung. Die Schwerpunkte der überwiegend mittelständ.mittelständischen Industriebetriebe liegen in der Metallverarbeitung sowie im Maschinen- u.und Fahrzeugbau vor der Nahrungsmittelindustrie. Nach dem Einbruch im Schiffbau verlegten die Werften ihren Schwerpunkt auf Spezialanfertigungen wie Bohrplattformen. Auch andere Industriezweige haben sich auf die Zulieferung der Ölindustrie umgestellt.

Fjord- und Skitourismus

Mit 3,9 Mio. Besuchern pro Jahr ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor; die meisten Touristen kommen aus Schweden u.und Deutschland. Eine Hauptattraktion ist die abwechslungsreiche Fjordküste im WWesten, die zudem von Kreuzfahrtschiffen angefahren wird. Große Bedeutung hat der Wintersport: Skilanglauf ist Nationalsport; in Lillehammer fanden 1994 die Olympischen Winterspiele statt. Insges.Insgesamt ist N.Norwegen mit sieben Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste vertreten, darunter den westnorweg.westnorwegischen Fjorden, der Stabkirche von Urnes u.und dem alten Hanseviertel Bryggen in Bergen.
Bergen: Stadtansicht
Bergen
Bergen, die älteste Hafenstadt an der norwegischen Westküste, war Hauptumschlagplatz der hansischen Islandfischerei. In Bergens Kaufmannsviertel Bryggen erinnern die meist dreigeschossigen Wohn-, Speicher- und Kontorhäuser an die Blüte
Bergen img

Gute Verkehrserschließung

Trotz seiner vielen Berge, Buchten u.und Fjorde ist das Land verkehrsmäßig gut erschlossen. Der Lærdal-Tunnel, mit 25 km der längste Straßentunnel der Welt, verkürzt seit 2000 die Fahrtzeit zwischen Oslo u.und Bergen um zwei Stunden. Die Küstenschifffahrt ist sowohl für den Personenverkehr als auch für den Gütertransport sehr bedeutsam. Norwegens Handelsflotte zählt zu den größten der Welt.

Geschichte

Erste Reichseinigung und Zeit der Unionen

Die zerklüftete Bodengestalt Norwegens hinderte lange die Ausbildung einer staatl.staatlichen Einheit. Erst Harald Haarfagris gelang um 872 ein Zusammenschluss der zahlreichen Territorialherrschaften. Vom 9. bis 11. Jh. Jahrhundert war N.Norwegen Ausgangspunkt von Beutezügen der Wikinger. Ihre Schiffe erreichten England, Frankreich, Island, Grönland u.und sogar Nordamerika. Im 11. Jh. Jahrhundert begann gegen erbitterten Widerstand die Christianisierung Norwegens. Haakon IV. Haakonsson (1217-1263) konnte die Königsmacht endgültig festigen. Mit der Inbesitznahme Islands u.und Grönlands erreichte N.Norwegen seine größte territoriale Ausdehnung. Gleichzeitig knüpfte Haakon Handelskontakte zur Hanse, welche von Bergen aus den norweg.norwegischen Außenhandel beherrschte. Mit Haakon V. Magnusson (1299-1319) starb das bisherige Königshaus aus. Magnus VII. Eriksson regierte das Land in Personalunion mit Schweden. Olaf (1380-1387), der Sohn Haakons VI. Magnusson (1343-1380) u.und der dänischen Königin Margarete, war seit 1380 König in N.Norwegen u.und Dänemark. Damit wurde die über 400 Jahre dauernde Union Norwegens mit Dänemark eingeleitet. 1397 vereinigte Margarete die drei Reiche N.Norwegen, Dänemark u.und Schweden in der Kalmarer Union, die mit dem Austritt Schwedens 1523 zerbrach. Die dänischen Könige blieben auch weiterhin Könige von N.Norwegen, das als dänische Provinz regiert wurde.

Unabhängigkeit

Im Kieler Frieden 1814 musste Friedrich VI. N.Norwegen an Schweden abtreten. Die Norweger bestanden auf ihrer Unabhängigkeit, gaben sich eine liberale Verfassung u.und wählten den dänischen Statthalter, den Prinzen Christian Friedrich, zum König. Sie mussten aber schließlich die Union mit Schweden u.und die Herrschaft des schwed.schwedischen Königshauses anerkennen. Allerdings blieb die norweg.norwegische Verfassung in Kraft.
Nach Konflikten um die konsular.konsularische Vertretung Norwegens im Ausland erklärte das Storting 1905 die Union mit Schweden für aufgelöst. In einer Volksabstimmung entschieden sich die Norweger für die Erhaltung der Monarchie. Der dänische Prinz Karl wurde zum König gewählt u.und regierte als Haakon VII. das nun endgültig unabhängige Land. Im 1. Weltkrieg blieb N.Norwegen ungeachtet brit.britischer Forderungen neutral, im 2. Weltkrieg wurde es von dt.deutschen Truppen besetzt. König u.und Regierung gingen nach London ins Exil. Die polit.politischen Parteien wurden verboten mit Ausnahme der faschist.faschistischen Nationalen Sammlung, deren Führer Vidkun Quisling 1942-1945 Min.-Präs.Ministerpräsident war.

Norwegens Weg in Europa seit 1945

Nach Kriegsende kehrte das Land zur parlamentar.parlamentarischen Demokratie zurück u.und gab mit dem Beitritt zur NATO 1949 seine Neutralität auf. Von 1945 bis 1965 (mit einer kurzen Unterbrechung 1963) regierte die sozialdemokrat.sozialdemokratische Arbeiterpartei (DnA), die den Sozialstaat ausbaute. 1952 gründete N.Norwegen zusammen mit seinen skandinav.skandinavischen Nachbarn den Nordischen Rat. Olaf V. folgte 1957 Haakon VII. auf dem Thron. Zu einem umstrittenen Thema der Innenpolitik wurde die Europapolitik. 1960 gehörte N.Norwegen zu den Gründungsmitgliedern der EFTA. Seit 1965 regierte das bürgerl.bürgerliche Lager. Die bürgerl.bürgerliche Regierung zerbrach 1971 an der Frage des norweg.norwegischen EG-Beitritts, den die Bevölkerung in einem Referendum 1972 ablehnte. 1971-1981, 1986-1989 u.und 1990-1996 stellten die Sozialdemokraten den Min.-PräsMinisterpräsidenten. 1991 starb König Olaf V. Harald V. wurde neues Staatsoberhaupt. 1994 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum gegen einen Beitritt Norwegens zur Europäischen Union aus. Hintergrund der Ablehnung war neben der Fischereipolitik vor allem die Furcht vor dem Verlust nationaler Identität u.und sozialer Errungenschaften.
Bei den Parlamentswahlen 1997 musste die DnA Stimmeinbußen hinnehmen. Kjell Magne Bondevik, Vorsitzender der Christlichen Volkspartei, wurde neuer Min.-Präs.Ministerpräsident an der Spitze einer liberal-konservativen Minderheitsregierung. Sein Kabinett scheiterte 2000 an einem Misstrauensvotum u.und Bondevik musste sein Amt dem Sozialdemokraten Jens Stoltenberg überlassen (2000/01). Die Parlamentswahlen 2001 brachten wiederum Bondevik an die Spitze einer Minderheitsregierung der rechten Mitte. Auseinandersetzungen über die Verteilung der hohen Einnahmen aus der Öl- u.und Gasförderung sowie Fragen der sozialen Gerechtigkeit bestimmten die Innenpolitik. Nach den Parlamentswahlen 2005 konnte erstmals seit 20 Jahren wieder eine Mehrheitsregierung gebildet werden. An der Spitze eines Mehrparteienkabinetts wurde erneut Jens Stoltenberg Min.-PräsMinisterpräsident. Seine Regierung konnte sich bei den Wahlen 2009 behaupten. Am 22. 7. 2011 kamen bei terroristischen Anschlägen auf ein Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei sowie auf das Osloer Regierungsviertel 77 Menschen ums Leben. Zu den Anschlägen bekannte sich mit Anders Behring Breivik (*1979) ein Einzeltäter, der u. a. Antiislamismus als Motiv für die Terrorakte angab.
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