Natur und Klima
Österreich.sgm
| Offizielle Bezeichnung: |
Republik Österreich |
| KFZ-Kennzeichen: |
A |
| Fläche: |
83 871 km2 |
| Einwohner: |
8,4 Mio. |
| Hauptstadt: |
Wien |
| Zeitzone: |
Mitteleuropäische Zeit |
| Amtssprache(n): |
Deutsch |
| Staatsform: |
parlamentarische Bundesrepublik |
| Nationalfeiertag: |
26.10. |
| Währung: |
1 Euro = 100 Cent |
Österreich.sgm country.box
Salzburg: Hohensalzburg
Feste Hohensalzburg
Blick über die Altstadt von Salzburg auf die Feste Hohensalzburg.
© SXC, Stock.XCHNG
Salzburg: Hohensalzburg img
Das beherrschende Landschaftselement bilden die Ostalpen
u.und ihre Ausläufer, die als Teil des größten
u.und höchsten Gebirges Europas das Staatsgebiet von Ost nach West durchziehen. Nach
OOsten verlieren die Alpenketten deutlich an Höhe
u.und sind in kleinere Gruppen aufgelöst sowie von bedeutenden Beckenlandschaften (Wiener Becken, Klagenfurter Becken, Grazer Bucht) unterbrochen. Nur etwa ein Drittel der Gesamtfläche sind Tief-
u.und Hügelländer.
Ostalpen
Die Ostalpen werden durch ausgeprägte Längstäler in drei Hauptketten gegliedert: die Nördlichen Kalkalpen, die Zentralalpen u.und die Südlichen Kalkalpen. Die aus kristallinem Gestein aufgebauten Zentralalpen haben mit dem Großglockner (3797 m) in den Hohen Tauern die höchste Erhebung des Landes. Hinzu kommen zahlreiche weitere, teils stark vergletscherte Gipfel über 3000 m.
Zwischen den Zentralalpen u.und den Nördlichen Kalkalpen bahnen sich Ill, Inn, Salzach u.und Enns ihren Lauf, zwischen Zentral- u.und Südalpen fließt die Drau. Westlich des Inns bilden die Nördlichen Kalkalpen ein schroffes, stark verkarstetes u.und von eiszeitl.eiszeitlichen Karen übersätes Gebirge; in seinem östl.östlichen Teil nehmen öde Karsthochflächen einen breiten Raum ein. Die Südlichen Kalkalpen sind häufig als wildzerklüftetes Kettengebirge geformt.
Alpen- und Karpatenvorland
Nördlich der Alpen liegen bis zum Donaulauf die fruchtbaren Hügel- u.und Terrassenlandschaften des Alpenvorlandes mit dem Innviertel. Das Weinviertel im NONordosten Österreichs gehört bereits zum Karpatenvorland. Nördlich der Donau hat Ö.Österreich mit dem Wald- u.und Mühlviertel Anteil am Böhmischen Massiv. Im Donautal wechseln enge Durchbruchstäler (Wachau, Strudengau) u.und weite Senken sowie Stromebenen (Machland, Tullner Feld, Marchfeld, Eferdinger Becken) einander ab. Letztere leiten zum Wiener Becken über, einem geologisch jungen Senkungsraum zwischen den Alpen u.und den Karpaten. Nach SSüden schließen sich die ausgedehnten Ebenen der Neusiedler Bucht an, die landschaftlich bereits zur Kleinen Ungarischen Tiefebene zählt. An den Alpenostrand schließt ein niedriges Hügelland (Burgenland, Oststeirisches Hügelland) an. In der Grazer Bucht hat Ö.Österreich noch Anteil am Pannonischen Becken.
Flüsse und Seen
Ö.Österreich liegt nahezu vollständig im Einzugsbereich der Donau, die das Land auf einer Länge von etwa 345 km von WWesten nach OOsten durchfließt. Eine Ausnahme bildet Vorarlberg im äußersten WWesten, das im Einzugsgebiet des Rheins liegt, sowie ein kleiner Teil des Wald- u.und Mühlviertels, das zur Elbe hin entwässert. Neben den zahlreichen kleinen Karseen u.und künstl.künstlichen Stauseen besitzt Ö.Österreich zwei markante Seenlandschaften: Atter-, Traun-, Mond- u.und Wolfgangsee im Salzkammergut sowie Weißensee, Ossiacher, Millstätter u.und Wörther See in Kärnten. Im WWesten hat Ö.Österreich einen kleinen Anteil am Bodensee; der größte See ist der Neusiedler See an der Grenze zu Ungarn: ein abflussloser, salziger Steppensee mit einer durchschnittl.durchschnittlichen Tiefe von weniger als einem Meter.
Naturschutz
Mit etwa 40% Waldanteil zählt Ö.Österreich zu den am dichtesten bewaldeten Ländern Europas. Die waldreichsten Regionen sind die Hänge der Nördlichen Kalkalpen, die Hügel- u.und Hochländer nördlich der Donau sowie die Mittelgebirge Kärntens u.und der Steiermark. Häufigste Baumart ist die Fichte, auf kargen Böden u.und in höheren Lagen dominieren Kiefern. Die Waldgrenze liegt etwa zwischen 1600 m u.und 2000 m, daran schließt bis etwa 2500 m Höhe die Zone der alpinen Matten mit Grasheiden u.und Polsterpflanzen an, darunter auch das Edelweiß. Charakteristische Tiere der Bergregionen sind Gämsen, Steinböcke u.und Murmeltiere. Dank erfolgreicher Auswilderungsprogramme sind mancherorts auch wieder Braunbären, Biber, Luchse u.und Bartgeier heimisch geworden.
Zum Schutz der Tier- u.und Pflanzenwelt besteht eine große Anzahl von Naturparks, Alpengärten u.und Naturschutzgebieten, die zusammen rd.rund 25% des Bundesgebietes einnehmen. Eine bes.besondere Bedeutung haben die Nationalparks, darunter der Nationalpark Hohe Tauern, das größte Schutzgebiet in den Alpen, der Nationalpark Donauauen, die größte zusammenhängende Auenlandschaft Mitteleuropas, u.und der grenzüberschreitende Steppennationalpark Neusiedler See.
Vom Alpen- bis zum Steppenklima
Ö.Österreich hat ein mitteleurop.mitteleuropäisches Übergangsklima mit nach OOsten zunehmend kontinentalen Einflüssen. In den höheren Gebirgslagen herrscht ein alpines Klima mit kurzen, kühlen Sommern u.und langen, schneereichen Wintern. Die Schneegrenze liegt bei 2500-3000 m Höhe. Die Niederschläge erreichen am Nordrand der Alpen mit bis zu 3000 mm im Jahr ihre höchsten Werte. Im Regenschatten der Alpenkette fallen die Niederschläge deutlich geringer aus. Die Temperaturen sinken mit zunehmender Höhe. Im Winter bilden sich in den abgeschlossenen Tal- u.und Beckenlagen Kaltluftseen u.und es kommt zur Temperaturumkehr, bei der die Niederungen kälter sind als die Bergregionen. Eine für den gesamten alpinen Bereich charakterist.charakteristische Erscheinung ist der Föhn, ein warmer Fallwind, der die Lufttemperatur um bis zu 10 °C steigen lässt. Im OOsten des Landes vollzieht sich der Übergang zum kontinentalen Steppenklima mit heißen Sommern u.und relativ kalten Wintern.
Bevölkerung
Die österr.österreichische Gesellschaft ist relativ homogen; über 90% der Bevölkerung sind deutschsprachig. Zu den sechs anerkannten nationalen Minderheiten gehören Slowenen, die überwiegend in Kärnten leben, Kroaten, Ungarn u.und Roma (vor allem im Burgenland) sowie Tschechen u.und Slowaken (in Wien u.und Niederösterreich). Der Anteil der Ausländer liegt bei 9,4%. Ziel für Zuwanderer war (u.und ist) Ö.Österreich für Osteuropäer, Türken u.und Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehem.ehemaligen Jugoslawien, in jüngerer Zeit auch für Deutsche. Seit den 1970er Jahren hat die Bevölkerungszahl nur geringfügig zugenommen. Dabei weisen die westl.westlichen Bundesländer Salzburg, Vorarlberg u.und Tirol aufgrund von Geburtenüberschüssen u.und Wanderungsgewinnen höhere Zuwachsraten auf als die Steiermark u.und das Burgenland.
Im Vergleich zu anderen europ.europäischen Staaten ist Ö.Österreich mit seinem hohen Anteil an Gebirgsregionen nur dünn besiedelt. Annähernd 60% des Landes sind unbewohnt, mehr als 70% der Bevölkerung leben in den Beckenlandschaften, dem Alpenvorland u.und den großen Alpentälern unterhalb von 500 m ü. M. Etwa jeder fünfte Österreicher lebt im Großraum Wien.
Bildung
In Ö.Österreich besteht eine neunjährige Schulpflicht ab dem 6. Lebensjahr. In der vierjährigen Grundschule wird ab der 3. Klasse eine Fremdsprache gelehrt. Die Lehrpläne der Klassen 5-8 der sich daran anschließenden Unterstufen der verschiedenen Schulformen (allgemeinbildende höhere Schule, Hauptschule, Volksschuloberstufe) stimmen überein, so dass ein Wechsel zwischen den Schulen möglich ist. Absolventen der Hauptschule werden nach einem polytechn.polytechnischen Jahr auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Sie können ihre Schullaufbahn aber auch in der vierjährigen Oberstufe einer allgemeinbildenden höheren Schule oder an einer fünfjährigen berufsbildenden höheren Schule fortsetzen; beide schließen mit der Reifeprüfung (Matura) ab, die zum Studium berechtigt. Es gibt 15 Universitäten, darunter Wien (gegr.gegründet 1365), Graz (1585), Salzburg (1619) u.und Innsbruck (1669). Neben den Hochschulen existieren Kollegs u.und Akademien, die sich bes.besonders um die Ausbildung von Pädagogen kümmern. Zum Wintersemester 2000/01 wurden Studiengebühren eingeführt. Seit 2002 greift ein neues Universitätsgesetz, wonach diese nach privatwirtschaftl.privatwirtschaftlichen Prinzipien arbeiten sollen; der Beamtenstatus für Prof.Professoren wurde abgeschafft.
Staat und Politik
Österreich: Bundesländer
Österreich: Bundesländer
© wissenmedia
Österreich: Bundesländer img
Österreich: Verwaltungsgliederung
Österreich: Verwaltungsgliederung| Land | Fläche (in km2) | Einwohner (in 1000) | Hauptstadt |
| Burgenland | 3 962 | 284,0 | Eisenstadt |
| Kärnten | 9 538 | 559,3 | Klagenfurt |
| Niederösterreich | 19 186 | 1 608,0 | St. Pölten |
| Oberösterreich | 11 980 | 1 441,2 | Linz |
| Salzburg | 7 156 | 529,9 | Salzburg |
| Steiermark | 16 401 | 1 208,4 | Graz |
| Tirol | 12 640 | 706,9 | Innsbruck |
| Vorarlberg | 2 601 | 368,9 | Bregenz |
| Wien | 415 | 1 698,8 | Wien |
Österreich: Verwaltungsgliederung standard.tables
Gemäß der Verfassung von 1920 (in der Fassung von 1929, seitdem mehrfach revidiert) ist
Ö.Österreich eine
parlamentarisch-demokrat.parlamentarisch-demokratische Bundesrepublik. Staatsoberhaupt ist der auf sechs Jahre vom Volk direkt gewählte
Bundes-PräsBundespräsident. Er ist Oberbefehlshaber des Bundesheeres
u.und ernennt den Bundeskanzler, außerdem auf dessen Vorschlag die
MinMinister. Die Regierung ist dem Nationalrat verantwortlich. Das Zweikammerparlament besteht aus dem
Nationalrat (183 Abgeordnete)
u.und dem
Bundesrat (62 Mitglieder), der die Interessen der Bundesländer wahrnimmt. Die Abgeordneten des Nationalrates werden nach dem Verhältniswahlrecht für fünf Jahre gewählt. Die Bundesratsmitglieder werden von den Landtagen der Bundesländer entsandt. National-
u.und Bundesrat bilden zusammen die Bundesversammlung. Ihr obliegt die Amtseinführung des
Bundes-Präs.Bundespräsidenten sowie die Beschlussfassung über eine Kriegserklärung. Die Verfassung erlaubt Volksbegehren
u.und Volksabstimmungen.
An der Spitze der Landesregierungen der Bundesländer steht der vom Landtag gewählte Landeshauptmann. Es gibt drei oberste Gerichte: Verfassungsgerichtshof, Verwaltungsgerichtshof u.und Oberster Gerichtshof (für Zivil- u.und Strafsachen).
Wirtschaft und Verkehr
Ö.Österreich ist ein hoch entwickeltes, exportorientiertes Industrieland u.und nimmt gemessen am Pro-Kopf-Einkommen im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz ein. Zwei Drittel der Exporte gehen in den Euro-Raum, daneben sind osteurop.osteuropäische Länder wichtige Handelspartner. Die Wirtschaft wuchs in den vergangenen Jahren meist stärker als im Durchschnitt der übrigen EU-Länder. Wie in anderen Industriestaaten hält auch in Ö.Österreich der Trend in Richtung Dienstleistungsgesellschaft an. Inzwischen werden zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts im Dienstleistungssektor erwirtschaftet; allein 10% entfallen auf den Tourismus.
Wiesen, Wein und Wälder
Aufgrund der gebirgigen Landesnatur ist weniger als die Hälfte der Gesamtfläche landwirtschaftlich nutzbar. Der Ackerbau beschränkt sich auf die flacheren Gebiete, vor allem das Wiener Becken, das Burgenland, die Grazer Bucht u.und das Klagenfurter Becken. Hauptanbauprodukte sind Mais, Zuckerrüben, Weizen u.und Kartoffeln. In den klimatisch begünstigten Lagen werden Wein (Weinviertel, Wachau, Burgenland) u.und Obst (Steiermark, Burgenland, Alpenvorland) angebaut. Rund 10% der Agrarbetriebe haben sich auf den biolog.biologischen Anbau spezialisiert. In den alpinen Gebieten überwiegt die Vieh- u.und Forstwirtschaft. Viele der Almwirtschaften werden allerdings aufgegeben oder zu tourist.touristischen Betrieben umgebaut.
Salz, Stahl, Wasserkraft
Der früher vielseitige Bergbau beschränkt sich nach zahlreichen Stilllegungen, z. B. im Braunkohleabbau, nur noch auf wenige Standorte. Abgebaut werden Buntmetalle u.und Erden, Steinsalz im Salzkammergut u.und bei Hallein sowie Eisenerz, das seit über 1000 Jahren in der Obersteiermark gewonnen wird u.und im 19. Jh. Jahrhundert Grundlage vielfältiger Verarbeitungsindustrien war. Von größerer Bedeutung sind heute die Magnesitvorkommen in Tirol, Kärnten u.und der Steiermark. Den Erdöl- u.und Erdgasbedarf kann Ö.Österreich nur zu einem geringen Teil aus eigener Förderung decken. Die Energieerzeugung wird zu zwei Dritteln durch heim.heimische Wasserkraft gedeckt. Die Nutzung von Kernenergie wurde 1978 durch Volksentscheid abgelehnt.
Die wichtigsten Industriezweige sind die Chemiebranche, der Maschinen- u.und Fahrzeugbau sowie die Eisen- u.und Stahlindustrie. Hinzu kommen Wachstumsbranchen wie die Hochtechnologie. Abgenommen hat dagegen die Bedeutung der Nahrungs- u.und Genussmittelindustrie. Industriezentren liegen im Wiener Becken, der Obersteiermark, in Teilen des Alpenvorlandes, um Graz u.und Salzburg sowie im Tiroler Inntal. Rund ein Viertel der industriellen Arbeitskräfte ist in Staatsbetrieben beschäftigt, die jedoch nur rd.rund 17% der gesamten Industrieproduktion erwirtschaften.
Beliebtes Reiseziel
Der Tourismus hat sich für Ö.Österreich zum unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor u.und einem der größten Arbeitgeber des Landes entwickelt. Die Alpen- u.und Donaurepublik gehört zu den beliebtesten europ.europäischen Reisezielen; etwa die Hälfte der Besucher kommt aus Deutschland. Die bevorzugten Fremdenverkehrsgebiete liegen in den alpinen Bundesländern Tirol, Salzburg u.und Kärnten, die sowohl im Sommer wie auch im Winter Saison haben. Weitere Schwerpunkte bilden das Burgenland mit dem Neusiedler See, die Seen im Salzkammergut u.und in Kärnten, die Wachau mit ihren romant.romantischen Städten sowie Graz, die europ.europäische Kulturhauptstadt 2003, die Mozartstadt Salzburg u.und Wien, das jährlich mehr als vier Millionen Touristen besuchen.
Transitland
Aufgrund seiner Lage hat sich Ö.Österreich zur wichtigen Drehscheibe kontinentaler Verkehrsströme entwickelt. Vor allem die Nord-Süd-Achsen mit der Autobahn über den Brenner u.und die Tauernautobahn mit Tauern- u.und Karawankentunnel werden durch den Güter- u.und Reiseverkehr von Mittel- nach Süd- u.und Südosteuropa stark beansprucht. Aus Gründen des Umweltschutzes soll der Schwerlastverkehr stärker auf die Schiene verlagert werden. Die wichtigste Binnenwasserstraße ist die mehrfach gestaute Donau. Mit dem Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsweg hat Ö.Österreich Anschluss an das europ.europäische Wasserstraßennetz von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer. Haupthafen der Donauschifffahrt ist Linz.
Geschichte
Baiern und Babenberger
Seit Beginn des 6.
Jh. Jahrhunderts gab es im Donau-
u.und Alpengebiet Siedlungen der
german.germanischen Baiern, die bereits einen Teil der
österr.österreichischen Kernländer umfassten. Durch
Karl den Großen wurde das gesamte
bair.bairische Gebiet 788 in das Frankenreich einbezogen
u.und durch Marken geschützt. Nach dem Sieg
Ottos des Großen über die Ungarn auf dem Lechfeld (955) wurde die Ostmark (996
Ostarrîchi genannt) gebildet. Sie kam 976 an die Babenberger. 1156 erhob Kaiser
Friedrich Barbarossa die bisherige Markgrafschaft
Ö.Österreich zum Herzogtum. 1192 fiel auch das Herzogtum Steiermark an die Babenberger. Nach deren Aussterben 1246 konnte der Böhmenkönig
Ottokar II. Přemysl seine Herrschaft in der Region durchsetzen.
Der Aufstieg Habsburgs
1278 besiegte
Rudolf von Habsburg Ottokar bei Dürnkrut
u.und gewann damit Land
u.und Krone Österreichs. Nach mehreren Teilungen entstanden drei
habsburgisch-österreich.habsburgisch-österreichische Länder:
Niederösterreich (Nieder-
u.und Ober-Österreich),
Innerösterreich (Steiermark, Kärnten, Krain, Istrien, Triest)
u.und Vorderösterreich (Tirol, Vorarlberg
u.und die schwäbischen
u.und elsäss.elsässischen Vorlande).
Habsburger: Stammtafel
Habsburger: Stammtafel
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Habsburger: Stammtafel img
Von 1452 bis 1806 (mit Ausnahme 1742-1745) stellten die Habsburger die Kaiser des
Hl.Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.
Bes.Besonders durch eine geschickte Heiratspolitik erweiterten sie sowohl ihr Territorium als auch ihren
polit.politischen Einfluss erheblich. So gewannen sie die Niederlande
u.und den größten Teil Burgunds, Spanien (
einschl.einschließlich seiner Nebenländer)
u.und das damit verbundene Kolonialreich in Amerika. 1526 erhielt das Haus Habsburg durch Erbvertrag auch Böhmen, Mähren, Schlesien
u.und Teile Ungarns. Nach der Abdankung
Karls V. 1556 spalteten sich die Habsburger endgültig in eine
span.spanische u.und eine
österr.österreichische Linie auf.
Europäische Großmacht
Unter Kaiser
Rudolf II. begann in
Ö.Österreich die
Gegenreformation. Durch die Ausschaltung der
prot.protestantischen Stände noch während des
Dreißigjährigen Krieges konnte der Weg für den Aufbau einer
absolutist.absolutistischen Herrschaft geebnet werden. Mit der Abwehr der Türken vor Wien 1683
u.und dem Sieg im Türkenkrieg 1714-1718 dehnte
Ö.Östereich seine Einflusssphäre im
südöstl.südöstlichen Europa aus. Nach dem
Spanischen Erbfolgekrieg musste Habsburg zugunsten der Bourbonen auf das
span.spanische Erbe verzichten, doch wurden
Karl VI. 1713/14 die
span.spanischen Niederlande
u.und Sardinien zugesprochen. Er verlor aber 1739 fast alle Eroberungen des Türkenkriegs auf dem Balkan wieder an das Osmanische Reich.
Im
Österreichischen Erbfolgekrieg verlor
Maria Theresia (1740-1780) zwar Schlesien an Preußen, doch blieb die
österr.österreichische Großmachtstellung in Europa gewahrt. Unter Maria Theresias Regierung wurde die Staatsverwaltung
reformreformiert. Nach mehreren Niederlagen in den Revolutions-
u.und Napoleonischen Kriegen gegen Frankreich
u.und dem Verzicht auf die römisch-deutsche Kaiserkrone 1806 durch
Franz II., der 1804 den Titel Kaiser von
Ö.Österreich angenommen hatte, konnte das Land unter
Metternich nach dem Wiener Kongress (1814/15) seine Rolle als Führungsmacht im Deutschen Bund
u.und in Italien sichern. Im Innern wurde
Ö.Österreich nach den Grundsätzen der
Hl.Heiligen Allianz restaurativ-absolutistisch regiert.
Die k. u. k.-Monarchie
Die Revolution 1848 wurde in Wien blutig niedergeschlagen. Kaiser
Ferdinand I. dankte ab
u.und Franz Joseph I. übernahm die Regierung. Im Konflikt mit Preußen um die Vormachtstellung im
dt.deutschen Raum musste
Ö.Österreich im
Dt.Deutschen Krieg 1866 eine schwere Niederlage hinnehmen
u.und aus dem Deutschen Bund ausscheiden. Auch die Lombardei
u.und Venetien gingen verloren. 1867 entstand die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Jeder der beiden Staaten - Transleithanien (Ungarn mit seinen Nebenländern)
u.und Cisleithanien (die
österr.österreichischen Kronländer) - erhielt eine Verfassung,
u.und der
österr.österreichische Kaiser war zugleich König von Ungarn. In den folgenden Jahren wurde der Vielvölkerstaat von zahlreichen Nationalitätenkonflikten erschüttert. Die Lage auf dem Balkan verschärfte sich nach der Annexion Bosniens
u.und der Herzegowina 1908. Als der
österr.österreichische Thronfolger
Franz Ferdinand am 28. 6. 1914 in Sarajevo von
serbisch-bosn.serbisch-bosnischen Nationalisten ermordet wurde, brach der
1. Weltkrieg aus, der 1918 mit der vollständigen Niederlage endete.
Österreich: 1. Weltkrieg
Kriegserklärung
Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. 7. 1914 in einer Extraausgabe der Wiener Zeitung.
© wissenmedia
Österreich: 1. Weltkrieg img
Erste Republik
Nach dem Zusammenbruch der
Habsburger Monarchie u.und dem Regierungsverzicht Kaiser
Karls I. erklärten die Abgeordneten der
dt.deutschen Parteien 1918 Deutsch-Österreich zu einer
demokrat.demokratischen Republik als Bestandteil der „Deutschen Republik“. Unter dem Druck der Siegermächte des 1. Weltkriegs musste die
österr.österreichische Delegation dann aber die Bedingungen des Friedens von Saint-Germain 1919 annehmen: Verzicht auf Südtirol
u.und die
sudetendt.sudetendeutschen Gebiete, Anerkennung der neuen Staaten Tschechoslowakei, Polen, Ungarn
u.und Jugoslawien, Verzicht auf den Anschluss an das Deutsche Reich, Zahlung hoher Reparationen. Wirtschaftlich
u.und finanziell war der
österr.österreichische Rumpfstaat katastrophal geschwächt. Die Weltwirtschaftskrise, der
bedrohl.bedrohliche Anstieg der Arbeitslosenzahl
u.und dauernde Krisen im Parlament ließen den Ruf nach antidemokratischen, radikalen Lösungen laut werden. Bundeskanzler Engelbert
Dollfuß verbot die Betätigung der NSDAP
u.und löste 1933 SA
u.und SS auf. Der vom ebenfalls verbotenen Republikanischen Schutzbund im Februar 1934 ausgelöste Aufstand wurde blutig niedergeworfen. Am 25. 7. 1934 wurde Dollfuß bei einem Putschversuch der NSDAP ermordet. Der neue Bundeskanzler, Kurt
Schuschnigg, musste am 11. 3. 1938 sein Amt dem Nationalsozialisten Arthur
Seyß-Inquart überlassen. Am 12. 3. 1938 marschierten
dt.deutsche Truppen ein, am 13. 3. 1938 wurde der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich vollzogen. Am 2. Weltkrieg nahm
Ö.Österreich auf
dt.deutscher Seite teil.
Österreich: Bundespräsidenten, Bundeskanzler
Österreich: Bundespräsidenten und Bundeskanzler | |
| Bundespräsidenten | Amtszeit |
| Michael Hainisch (parteilos) | 1920-1928 |
| Wilhelm Miklas (christlich-sozial) | 1928-1938 |
| „Anschluss“ an Deutschland | 1938-1945 |
| Karl Renner (SPÖ) | 1945-1950 |
| Theodor Körner (SPÖ) | 1951-1957 |
| Adolf Schärf (SPÖ) | 1957-1965 |
| Franz Jonas (SPÖ) | 1965-1974 |
| Rudolf Kirchschläger (parteilos) | 1974-1986 |
| Kurt Waldheim (parteilos) | 1986-1992 |
| Thomas Klestil (ÖVP) | 1992-2004 |
| Heinz Fischer (SPÖ) | 2004- |
| |
| Bundeskanzler | Amtszeit |
| Karl Renner (Staatskanzler) (Sozialdemokrat) | 1919-1920 |
| Michael Mayr (christlich-sozial) | 1920-1921 |
| Johann Schober (deutschliberal) | 1921-1922 |
| Ignaz Seipl (christlich-sozial) | 1922-1924 |
| Rudolf Ramek (christlich-sozial) | 1924-1926 |
| Ignaz Seipl (christlich-sozial) | 1926-1929 |
| Ernst Streeruwitz (christlich-sozial) | 1929 |
| Johann Schober (deutschliberal) | 1929-1930 |
| Carl Vaugoin (christlich-sozial) | 1930 |
| Otto Ender (christlich-sozial) | 1930-1931 |
| Karl Buresch (christlich-sozial) | 1931-1932 |
| Engelbert Dollfuß (christlich-sozial) | 1932-1934 |
| Kurt Schuschnigg (christlich-sozial) | 1934-1938 |
| Arthur Seyß-Inquart (nationalsozialistisch) | 1938 |
| „Anschluss“ an Deutschland | 1938-1945 |
| Karl Renner (SPÖ) | 1945 |
| Leopold Figl (ÖVP) | 1945-1953 |
| Julius Raab (ÖVP) | 1953-1961 |
| Alfons Gorbach (ÖVP) | 1961-1964 |
| Josef Klaus (ÖVP) | 1964-1970 |
| Bruno Kreisky (SPÖ) | 1970-1983 |
| Fred Sinowatz (SPÖ) | 1983-1986 |
| Franz Vranitzky (SPÖ) | 1986-1997 |
| Viktor Klima (SPÖ) | 1997-2000 |
| Wolfgang Schüssel (ÖVP) | 2000-2007 |
| Alfred Gusenbauer (SPÖ) | 2007-2008 |
| Werner Faymann (SPÖ) | 2008- |
Österreich: Bundespräsidenten, Bundeskanzler standard.tables
Zita
Zita mit Karl Franz Joseph
Krönungsfoto des österreichischen Kaisers Karl Franz Joseph mit seiner Frau Zita und ihrem Erstgeborenen und Thronfolger Otto.
© Corbis/Bettmann/Reuters
Zita img
Österreich: Einmarsch deutscher Truppen
Einmarsch deutscher Truppen in Österreich
Im März 1938 marschieren deutsche Truppen in Österreich ein. Sie werden begeistert von einer Militärkapelle und jungen Mädchen auf dem Weg nach Linz empfangen.
© Corbis/Bettmann/UPI
Österreich: Einmarsch Deutscher Truppen img
Zweite Republik
Das Land wurde nach der Niederlage 1945 von den Alliierten besetzt. Die Regierungsgewalt lag zunächst bei den Besatzungsmächten. Am 27. 4. 1945 wurde die Republik Ö.Österreich proklamiert. Die Verfassung von 1920 wurde wiederhergestellt. Mit dem Staatsvertrag vom 15. 5. 1955 erhielt Ö.Österreich Souveränität sowie wirtschaftl.wirtschaftliche Unabhängigkeit u.und verpflichtete sich zur Neutralität. 1955 trat das Land den UN, 1956 dem Europarat u.und 1960 der EFTA bei. Die österr.österreichische Innenpolitik nach 1945 war bestimmt durch den wirtschaftl.wirtschaftlichen Wiederaufbau. Die österr.österreichische Regierung wurde von 1945 bis zum Ausscheiden der Kommunisten 1947 von ÖVP, SPÖ u.und KPÖ getragen, 1947-1966 von einer Großen Koalition aus ÖVP u.und SPÖ. Ein vereinbarter Proporz sorgte dafür, dass jeweils Vertreter beider Parteien wichtige staatl.staatliche Funktionen einvernehmlich ausübten.
Österreich: Neutral und souverän
Österreich: Neutral und souverän
Auf der Berliner Viererkonferenz (25.1.-18. 2. 1954) erklärte der österreichische Außenminister Leopold Figl zum Problem der Neutralität u.a.:
Ich habe eindeutig gesagt, dass Österreich alles tun wird, um sich von fremden militärischen Einflüssen freizuhalten, das bedeutet, dass wir auch fremden Mächten keine militärischen Basen zugestehen werden. Wir halten es mit dieser Auffassung für unvereinbar, uns durch den Abschluss des Staatsvertrags zu verpflichten, fremden Mächten Stützpunkte auf österreichischem Gebiet einzuräumen (durch Fortdauer der Besatzung). Herr Molotow schlägt die Belassung von militärischen Kontingenten der vier Mächte in Österreich zur Sicherung gegen einen etwaigen Anschluss vor, der ihm, insbesondere solange die deutsche Frage noch keine einvernehmliche Lösung gefunden hat, eine wirkliche Gefahr zu sein scheint. Ich bitte den Herrn Außenminister der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, überzeugt zu sein, dass wir an der zuverlässigen Verhinderung eines nochmaligen Anschlusses nicht weniger ernstlich interessiert sind als die Sowjetregierung oder irgendeine andere Regierung. Denn allzu eindrucksvoll stehen noch vor uns allen die katastrophalen Folgen, die der Anschluss des Jahres 1938 für Österreich hatte.
Aus dem Staatsvertrag vom 15. Mai 1955:
Artikel 2 Die Alliierten und Assoziierten Mächte erklären, dass sie die Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit Österreichs ... achten werden.
Artikel 3 ... werden in den deutschen Friedensvertrag Bestimmungen aufnehmen, welche die Anerkennung der Souveränität und Unabhängigkeit Österreichs durch Deutschland und den Verzicht Deutschlands auf alle territorialen und politischen Ansprüche in Bezug auf Österreich und österreichisches Staatsgebiet sichern.
Artikel 4 1. ... erklären, dass eine politische oder wirtschaftliche Vereinigung zwischen Österreich und Deutschland verboten ist. Österreich anerkennt voll und ganz seine Verantwortlichkeit auf diesem Gebiete und wird keine wie immer geartete politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland eingehen. 2. Um einer solchen vorzubeugen, wird Österreich keinerlei Vereinbarung mit Deutschland treffen oder irgendeine Handlung setzen oder irgendwelche Maßnahmen treffen, die geeignet wären, unmittelbar oder mittelbar eine politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland zu fördern...
Österreich: Neutral und souverän
Nach vierjähriger ÖVP-Alleinregierung wurde 1970 erstmals die SPÖ stärkste Kraft
u.und regierte mit
Bruno Kreisky u.und Fred Sinowatz bis 1987, teilweise unter Beteiligung der FPÖ. 1987-1999 wurde
Ö.Österreich wieder von einer Großen Koalition mit den SPÖ-Bundeskanzlern
Franz Vranitzky (bis 1997)
u.und Viktor Klima regiert. 1994 stimmte eine Mehrheit der Bevölkerung für den Beitritt Österreichs zur EU, der 1995 wirksam wurde. Bei den Nationalratswahlen 1999 erlitt die SPÖ starke Verluste
u.und die FPÖ wurde zweitstärkste
polit.politischen Kraft. ÖVP
u.und FPÖ bildeten eine Koalition unter Bundeskanzler
Wolfgang Schüssel (ÖVP). Die Regierungsbeteiligung der
rechtspopulist.rechtspopulistischen FPÖ unter Führung von
Jörg Haider beschädigte das internationale Ansehen des Landes. So froren die übrigen EU-Mitglieder zeitweise die bilateralen Beziehungen mit
Ö.Österreich ein. Nach vorgezogenen Neuwahlen 2003 konnte die Koalition fortgesetzt werden. 2004 wurde
Heinz Fischer (SPÖ)
Bundes-PräsBundespräsident. Auf Grund interner Konflikte spaltete sich 2005 die FPÖ. Die bisherigen FPÖ-Regierungsmitglieder
u.und Jörg Haider gründeten die neue Partei BZÖ. Bundeskanzler Schüssel entschloss sich zu einer Fortsetzung der Regierungsarbeit mit den BZÖ-Ministern. Bei den Nationalratswahlen 2006 wurde die SPÖ stärkste Partei. Sie bildete mit der ÖVP 2007 eine Regierung der Großen Koalition unter Führung von
Alfred Gusenbauer (SPÖ).
Nach internen Auseinandersetzungen in der SPÖ über die Führungsfähigkeit Gusenbauers sowie Streitigkeiten innerhalb der Koalition über eine Gesundheitsreform und den Kurs in der Europapolitik kündigte die ÖVP im Juli 2008 den Austritt aus der Regierung an. Daraufhin einigten sich SPÖ und ÖVP auf die Abhaltung vorgezogener Neuwahlen am 28. 9. 2008. Aus den Wahlen ging die SPÖ wieder als stärkste Kraft hervor. SPÖ und ÖVP mussten jedoch starke Verluste hinnehmen, während FPÖ und BZÖ deutliche Zugewinne verzeichnen konnten. Da für SPÖ und ÖVP ein Zusammengehen mit den rechten Parteien FPÖ und BZÖ nicht in Frage kam, verständigten sich die beiden Volksparteien auf eine Neuauflage der Großen Koalition unter Führung von
Werner Faymann (SPÖ).
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