Pọrtugal
Mit seinem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft hat Portugal nach Jahrzehnten der Isolation 1986 den Anschluss an Europa gefunden. Das kleine Land im äußersten Südwesten Europas war im 15. und 16. Jahrhundert eine bedeutende Seefahrer- und Handelsnation, die zahlreiche Kolonien in Übersee besaß. Im 20. Jahrhundert erlebte Portugal mehrere Putsche und Revolutionen. Mit der Nelkenrevolution befreite es sich 1974 von der über 40 Jahre währenden Salazar-Diktatur und erlebte die Entwicklung eines liberalen Gesellschaftssystems.
Natur und Klima
Portugal.sgm
| Offizielle Bezeichnung: | Portugiesische Republik |
| KFZ-Kennzeichen: | P |
| Fläche: | 92 090 km2 |
| Einwohner: | 10,7 Mio. |
| Hauptstadt: | Lissabon |
| Zeitzone: | Mitteleuropäische Zeit -1 Std. |
| Amtssprache(n): | Portugiesisch |
| Staatsform: | parlamentarische Republik |
| Nationalfeiertag: | 10.6. |
| Währung: | 1 Euro = 100 Cent |
Portugal.sgm country.box
Neben den neun vulkan.vulkanischen Inseln des Azorenarchipels zählt auch die westlich von Marokko gelegene, ebenfalls durch Vulkanismus entstandene Insel Madeira zu PPortugal.
Gebirgiger Norden
Im NNorden rahmen die Flüsse Douro u.und Minho die stark zertalten Rumpfflächen Hochportugals ein, die mit sommergrünen Laubbäumen u.und Koniferen bestanden sind. In den niedrigen, küstennahen Abschnitten Nordportugals wechseln sich Wiesen u.und Felder mit Eichen- u.und Buchengehölzen ab; zahlreiche kleine Siedlungen zeugen von der intensiven Nutzung dieses Kulturlandes. Dagegen wird im winterkalten Bergland von Trás-o-Montes e Alto Douro nur in den Tälern Ackerbau betrieben; die 500-700 m hoch gelegenen Hochflächen werden von Buschwald u.und Heiden eingenommen. Südlich des Douro schließt sich das 600-1000 m hohe Berg- u.und Hügelland von Beira an. Ihm liegt im WWesten eine Küstenebene vor, die zu einer mit Dünen besetzten Lagunenküste überleitet.
Das von NONordosten nach SWSüdwesten verlaufende, durch eiszeitl.eiszeitliche Gletscher überformte Granitgebirge der Serra da Estrela erreicht im Zentrum Portugals eine Höhe von 1991 m. Südwestlich davon erstreckt sich parallel zur Küste das Hügelland der Estremadura mit seinen großen Dörfern u.und weiten Olivenhainen, Weingärten u.und Getreidefeldern. Am unteren Tejo liegt mit dem Ribatejo-Tiefland eine der fruchtbarsten Regionen Portugals.
Flacher bis hügeliger Süden
Der größte Teil Südportugals wird von den weiten Rumpfflächen des Alentejo bedeckt. Die ursprüngl.ursprünglichen Hartlaubwälder dieser flachwelligen Hügellandschaft sind heute extensiv genutzten Feldern u.und einer Strauchmacchie gewichen; nur auf den höheren Abschnitten blieben Eichen- u.und Kiefernwälder erhalten. In Küstennähe geht das Hügelland in ausgedehntes Weideland u.und in Sümpfe über, nach SSüden leitet es zum stark zerschnittenen Bergland der Hochalgarve über. Auch hier ging die Entwaldung mit starker Bodenerosion einher. Im äußersten SSüden wartet die Niederalgarve mit zahlreichen Fruchthainen aus Mandel-, Oliven-, Feigen-, Apfelsinen- u.und Johannisbrotbäumen auf; auch Pinien, Korkeichen u.und wilde Ölbäume wachsen hier. Die portugies.portugiesische Küste, überwiegend ein schmaler Tieflandstreifen, ist in der Algarve streckenweise eine felsige Steilküste u.und endet im Cabo de São Vicente, der Südwestspitze Europas.
Ozeanisches Klima
Das Klima Portugals wird durch seine Nähe zum Atlantik u.und zum Mittelmeer bestimmt. Die Niederschläge nehmen von NNorden nach SSüden u.und von WWesten nach OOsten ab. Nördlich des Tejo ist das Klima mild u.und feucht, im nordwestl.nordwestlichen Bergland regnet es 1500-3000 mm, im OOsten 500-1000 mm. Im subtrop.subtropischen SSüden sind die Sommer heiß u.und die Winter mild; die 400 mm Jahresniederschlag fallen überwiegend im Winter; immer wieder treten Dürrejahre auf. Im nördlich gelegenen Porto schwanken die Temperaturen im Jahresverlauf zwischen 9 °C u.und 19,8 °C, in Faro an der Algarve zwischen 12,2 °C u.und 24 °C. Während auf den Azoren ein gemäßigtes Klima herrscht, ist das Klima Madeiras subtropisch.
Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht zum überwiegenden Teil aus Portugiesen. Etwa 15 000 Menschen sprechen im NONordosten neben Portugiesisch die Minderheitensprache Mirandês, die mit dem Asturischen verwandt ist. Über zwei Drittel der Portugiesen leben an der Küste zwischen Lissabon u.und der nördl.nördlichen Staatsgrenze, allein ein Zehntel in den beiden Städten Lissabon u.und Porto. Dagegen ist das Binnenland dünn besiedelt. Etwa die Hälfte der Portugiesen lebt auf dem Land, doch wandern viele Menschen von dort in die Städte oder die Tourismusregionen ab.
Aus- und Einwanderung
4,3 Mio. Portugiesen u.und Portugiesischstämmige leben heute im Ausland. Zwar sind viele der 1,5 Mio. Migranten, die ab Ende der 1950er Jahre in anderen europ.europäischen Staaten, vor allem in Frankreich, Arbeit fanden, inzwischen in ihre Heimat zurückgekehrt, doch tragen auch heute die Überweisungen der im Ausland lebenden Portugiesen etwa 3% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auf der anderen Seite ist P.Portugal seit den 1960er Jahren das Ziel zahlreicher Immigranten aus den ehem.ehemaligen Kolonien Kap Verde, Angola, Mosambik u.und Brasilien. Seit Ende der 1990er Jahre kommen außerdem viele Osteuropäer, insbes.insbesondere aus der Ukraine, ins Land. Der Anteil der Ausländer beträgt rd.rund 2%.
Bildung
Die Analphabetenquote ist im europ.europäischen Vergleich hoch. Von der Regierung wurde daher beschlossen, die neunjährige Schulpflicht (für 6- bis 15-Jährige) auf zwölf Jahre zu erhöhen. Um das portugies.portugiesische Bildungswesen stärker auf europ.europäisches Niveau zu bringen, sollen der Englischunterricht sowie der erweiterte Nachmittagsunterricht ausgebaut werden. Die öffentl.öffentlichen Vor- u.und Grundschulen sind kostenlos, die sich daran anschließende dreijährige Ausbildung, die an einer Sekundarschule oder in Berufsbildungskursen absolviert werden kann, meist kostenpflichtig. Etwa ein Zehntel der Grundschüler u.und fast ein Fünftel der Sekundarschüler besuchen Privatschulen, die überwiegend von der Kirche getragen werden u.und staatl.staatlicher Kontrolle unterliegen. Die ältesten der 27 Universitäten sind die von Lissabon (1288 gegr.gegründet) u.und die von Coimbra (1290 gegr.gegründet).
Staat und Politik
Nach der mehrfach revidierten Verfassung von 1976 ist P.Portugal eine parlamentar.parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der auf fünf Jahre direkt gewählt wird. Der Präsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte u.und ernennt den Min.-Präs.Ministerpräsidenten sowie auf dessen Vorschlag die übrigen Mitglieder des Kabinetts. Die Regierung ist dem Präsidenten u.und dem Parlament gleichermaßen verantwortlich. Die 230 Abgeordneten des Einkammerparlaments, der Versammlung der Republik, werden nach dem Verhältniswahlrecht auf vier Jahre gewählt. Wichtige Parteien sind die sozialdemokrat.sozialdemokratische Sozialistische Partei (Partido Socialista, PS), die liberal-konservative Sozialdemokratische Partei (Partido Social Democrata, PSD), die national-konservative Volkspartei (Partido do Centro Democrático Social-Partido Popular, CDS-PP), die linke Listenverbindung Demokratische Einheitskoalition (Coligação Democrática Unitára, CDU) aus der Kommunistischen Partei Portugals (Partido Comunista Português, PCP) u.und den Grünen (Partido Ecologista „Os Verdes“, PEV) sowie der Linksblock (Bloco do Esquerda, BE). Höchstes Organ der Rechtsprechung ist der Oberste Gerichtshof. Daneben gibt es einen Verfassungsgerichtshof.
Wirtschaft und Verkehr
Der Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1986 hat der Wirtschaftsentwicklung starke Impulse gegeben. Dabei profitierte P.Portugal in großem Maße von EU-Haushaltsmitteln für die weniger entwickelten Mitgliedsländer. Dennoch besteht weiterhin ein starkes Entwicklungsgefälle zwischen den Ballungszentren Lissabon, Porto u.und einigen Küstenabschnitten einerseits u.und dem Landesinneren andererseits. In den letzten Jahren stagnierte die Wirtschaft, da P.Portugal als Land mit relativ niedrigem Lohnniveau in Konkurrenz zu den neuen EU-Mitgliedern in Mittel- u.und Osteuropa geraten ist.
Portwein und Kork
Nach wie vor fällt dem Agrarsektor große Bedeutung zu; er nutzt fast die Hälfte der Staatsfläche. Doch leidet die Landwirtschaft unter Strukturproblemen u.und einer im europ.europäischen Vergleich sehr niedrigen Produktivität. Bis heute ist P.Portugal auf den Import von Nahrungsmitteln angewiesen. Im NNorden herrschen Klein- u.und Kleinstbetriebe vor, im SSüden Großbetriebe, die oftmals in Form von Genossenschaften organisiert sind. Angebaut werden vorwiegend Getreide u.und Kartoffeln, in wärmeren Regionen auch Wein, Oliven, Obst u.und Reis. Bedeutsam ist der Export von Portwein. Im NNorden werden Rinder u.und Ziegen gehalten, im SSüden Schafe, Esel u.und Maultiere. P.Portugal ist dank seiner Korkeichenwälder der größte Korkproduzent der Welt; das Land liefert etwa die Hälfte der weltweiten Erzeugung. Aus den Wäldern, die etwa ein Drittel der Landesfläche bedecken, werden Hölzer u.und Harze exportiert. Auch der Fischfang spielt eine große Rolle, insbes.insbesondere von Sardinen u.und Thunfisch.
Vielseitige Kleinindustrie
Das Land verfügt über ergiebige, jedoch schwer zu erschließende Lagerstätten mit Eisen-, Zinn-, Uranerz u.und Wolfram sowie eisen- u.und kupferhaltigen Pyriten; die meisten Rohstoffe werden exportiert. Zahlreiche Wasserkraftwerke dienen der Energieerzeugung. In den letzten Jahrzehnten wurde die Industrie mit europ.europäischer u.und staatl.staatlicher Hilfe weiter ausgebaut; führende Branche ist die Textilindustrie. Neben der Korkverarbeitung sind die Eisen-, Stahl- u.und Metallindustrie, die Petrochemie, die Herstellung von Fischkonserven, Zement u.und Papier, Dünge- u.und Arzneimitteln sowie der Kraftfahrzeug- u.und Schiffbau wichtig. Die Industriestandorte konzentrieren sich auf Nord- u.und Mittelportugal; die meisten Betriebe des verarbeitenden Gewerbes sind Kleinbetriebe.
Badetourismus
Ab 1965 hat sich an der Algarve u.und auf der Insel Madeira ein intensiver Strand- u.und Badetourismus entwickelt. Heute trägt der Fremdenverkehr knapp ein Zehntel zum BIP bei. Jahr für Jahr besuchen über 11,5 Mio. Touristen das Land, jedoch stagniert diese Zahl seit einiger Zeit. Hauptziele sind die Algarve u.und Madeira, die Städte Lissabon, Coimbra u.und Porto, der Wallfahrtsort Fátima, die Costa Verde im NNorden u.und die Weinregion Alto Douro.
Zweigeteiltes Verkehrsnetz
Während an der Küste ein dichtes Verkehrsnetz besteht, ist das Landesinnere mit Ausnahme der Täler wenig erschlossen. Die Hauptstrecke der Eisenbahn verläuft zwischen Lissabon u.und Porto. Das Straßennetz ist allg.allgemein in gutem Zustand u.und wird weiter ausgebaut. Die Binnenschifffahrt erreicht nur die Unterläufe der Flüsse.
Geschichte
Staatswerdung
Das von den iberisch-kelt.iberisch-keltischen Lusitaniern besiedelte Gebiet wurde 27 v. Chr. zur römischen Provinz Lusitania. Im 5. Jh. Jahrhundert drangen german.germanische Alanen u.und Sueben in den NNorden ein. 585 kamen die Westgoten, die 711 von den arab.arabischen Mauren vertrieben wurden. Die christl.christliche Rückeroberung (Reconquista) begann im 9. Jh Jahrhundert. Heinrich von Burgund erhielt 1095 die nördl.nördliche Grenzgrafschaft Portucalia als kastil.kastilisches Lehen. Sein Sohn nahm 1139 als Alfons I. den Königstitel an u.und begründete damit die staatl.staatliche Eigenständigkeit Portugals. 1147 wurde Lissabon eingenommen, bis Mitte des 13. Jh. Jahrhunderts konnten die Araber auch aus Südportugal verdrängt werden. Die Übereinkunft von Badajoz schrieb 1267 die bis heute gültige Grenze mit Spanien fest. Unter der Regierung von König Dinis (1279-1325) erlebte P.Portugal eine erste Blütezeit.
Koloniale Expansion
Nachdem mit dem Tod Ferdinands I. (1367-1383) die burgund.burgundische Linie ausgestorben war, gelangte mit Johann I. (1385-1433) die Nebenlinie Avis auf den Thron. Johann setzte seine Herrschaft mit engl.englischer Unterstützung (Windsorvertrag von 1386) gegen kastil.kastilische Ansprüche durch. Heinrich der Seefahrer organisierte nach der Eroberung Ceutas 1415 Entdeckungs- u.und Eroberungsfahrten längs der Westküste Afrikas. Zu dieser Zeit begann auch die portugies.portugiesische Besiedlung Madeiras, der Azoren u.und der Kapverdischen Inseln. Unter Emanuel I. (1495-1521) erreichte die portugies.portugiesische Expansionspolitik ihren Höhepunkt. Nachdem Bartolomeu Diaz 1487/88 das Kap der Guten Hoffnung erreicht hatte, gelangte Vasco da Gama 1497/98 über den Seeweg nach Indien. Im Vertrag von Tordesillas 1494 teilte P.Portugal mit Spanien die überseeischen Interessensgebiete auf. 1500 erweiterte sich der Kolonialbesitz um Brasilien. Durch die Einnahme von Ceylon (1518) u.und den Molukken (1512-1529) wurde P.Portugal führende Handelsmacht im Indischen Ozean. Nach dem Aussterben der Avis-Dynastie herrschten die span.spanischen Könige 1580-1640 in Personalunion über PPortugal. Erst Johann IV. (1640-1656) aus dem Hause Bragança stellte die Unabhängigkeit wieder her, doch waren inzwischen große Teile des Kolonialreichs an die Niederlande u.und England verloren gegangen.
Entdeckungsgeschichte bis um 1500 img
Reformen und Republik
Der Marquês de Pombal baute unter Joseph I. (1750-1777) das durch ein Erdbeben 1755 zerstörte Lissabon wieder auf u.und führte im Zeichen des aufgeklärten Absolutismus weit reichende Reformen durch. 1807 floh das Königshaus vor Napoleon I. nach Brasilien; erst 1821 kehrte es zurück. Ein Jahr später wurde Brasilien unabhängig. Innenpolitisch standen die nächsten Jahre im Zeichen heftiger Konflikte zwischen Liberalen u.und Reaktionären. Auf die Ermordung von Karl I. 1908 folgte 1910 der Sturz von Emanuel II. Das Land wurde Republik. Im 1. Weltkrieg stand P.Portugal auf Seiten der Alliierten. Der Krieg verschlechterte die ohnehin angespannte wirtschaftl.wirtschaftliche Situation des Landes weiter. Die Handelsflotte erlitt durch dt.deutsche U-Boote schwere Verluste. Auch innere Konflikte erschütterten die junge Republik, allein zwischen 1911 u.und 1926 gab es 44 Regierungen. Nach dem Militärputsch von 1926 übernahm General António Oscar de Fragoso Carmona die Macht.
Die Ära Salazar und die Nelkenrevolution
Carmona ernannte 1932 seinen Finanz-Min.Finanzminister António de Oliveira Salazar zum Min.-PräsMinisterpräsidenten. Dieser proklamierte auf der Basis einer ständisch-autoritären Verfassung einen „Neuen Staat“ (Estado Novo) u.und unterdrückte jegl.jegliche Opposition. Am 2. Weltkrieg nahm P.Portugal nicht teil, 1949 trat es der NATO u.und 1955 den Vereinten Nationen bei. Salazars Nachfolger Marcello Caetano (1968-1974) setzte dessen repressive Politik fort. Seit den 1960er Jahren führte P.Portugal gegen die Unabhängigkeitsbewegungen in seinen afrikan.afrikanischen Besitzungen einen verlustreichen Kolonialkrieg, der auf zunehmende Kritik bei der Bevölkerung u.und bei Teilen der Armee stieß. Die überwiegend von jungen linken Offizieren getragene „Bewegung der Streitkräfte“ (MFA) stürzte am 25. 4. 1974 in der unblutigen „Nelkenrevolution“ das Regime. Das Kolonialreich konnte nun aufgelöst werden. Nach inneren Turbulenzen wählte die Bevölkerung 1976 General António Ramalho Eanes zum Präsidenten, der sich gemeinsam mit dem sozialist.sozialistischen Regierungschef Mario Soares der Festigung der jungen Demokratie verschrieb.
Europäische Integration
1986 wurde P.Portugal Mitglied der Europäischen Gemeinschaft u.und Soares Staatspräsident. Seit 1987 konnte sich die PSD-Regierung unter Aníbal Cavaco Silva - als Erste seit dem Sturz der Diktatur - auf eine absolute Mehrheit im Parlament stützen. 1992 stimmte die Volksvertretung dem Maastrichter Vertrag über die Europäische Union zu. Die europ.europäische Integration beflügelte die portugies.portugiesische Wirtschaft. Die Parlamentswahlen von 1995 gewannen die Sozialisten, deren Minderheitsregierung unter António Guterres in den Wahlen 1999 bestätigt wurde. Auch die Präsidentschaftswahlen von 1996 gewann mit Jorge Sampaio ein Sozialist. 1999 übergab P.Portugal seine Kolonie Macau an China. Nach einer schweren Niederlage der Sozialisten bei Kommunalwahlen trat Guterres 2001 zurück. Die 2002 angesetzten Neuwahlen gewann der PSD unter seinem Vorsitzenden José Manuel Durão Barroso. Er bildete mit der nationalkonservativen Volkspartei eine Koalition. 2004 wurde Barroso zum Präsidenten der Europäischen Kommission berufen. Innenpolitische Auseinandersetzungen führten 2005 zu vorgezogenen Neuwahlen, bei denen die Sozialisten (PS) die absolute Mehrheit im Parlament gewannen. Ihr Spitzenkandidat José Sócrates wurde Min.-PräsMinisterpräsident. 2006 wurde der ehem.ehemalige Regierungschef Cavaco Silva neuer Staatspräsident.
Die Regierung Sócrates schlug einen strikten Reformkurs ein, so setzte sie das Renteneintrittsalter herauf und modernisierte denj öffentlicher Dienst und das Bildungssystem. Gegen die Reformpolitik der Regierung kam es wiederholt zu Massenprotesten. Während der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft konnte 2007 der Vertrag von Lissabon unterzeichnet werden. Bei den Parlamentswahlen 2009 verloren die Sozialisten die absolute Mehrheit. José Sócrates blieb aber Regierungschef an der Spitze eines Minderheitskabinetts, das zur Bekämpfung der Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2010 ein umfangreiches Maßnahmebündel verabschiedete. Das harte Sparprogramm und drastische Steuererhöhungen lösten am 24. 11. 2010 einen Generalstreik aus. Am 23. 1. 2011 bestätigte die Bevölkerung Cavaco Silva im ersten Wahlgang im Präsidentenamt. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der politischen Entwicklung manifestierte sich am 12. 3. 2011 in Großdemonstrationen in Lissabon und Porto. Nachdem ein weiteres Sparprogramm der Regierung am 23. 3. 2011 keine parlamentarische Mehrheit fand, erklärte Sócrates seinen Rücktritt. Am 7. 4. 2011 beantragte das Land Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm. Aus vorgezogenen Neuwahlen am 5. 6. 2011 ging die von P. Passos Coelho geführte bürgerliche PSD als stärkste Kraft hervor. Sie gewann 108 von 230 Parlamentsmandaten. Die Sozialistische Partei verlor 23 Mandate und kam nur noch auf 74 Sitze.










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