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LEXIKON

Quinn

Anthony, US-amerikanischer Schauspieler mexikanischer Herkunft, * 21. 4. 1915 Chihuahua (Mexiko),  3. 6. 2001 Boston; gab 1936 sein Bühnen- und Filmdebüt; zu Beginn nur in Nebenrollen besetzt, meist als exotischer Draufgänger; 1954 internationaler Durchbruch mit F. Fellinis „La Strada“; weitere Filme: „Viva Zapata“ 1952; „Vincent van Gogh“ 1956; „Der Glöckner von Notre Dame“ 1956; „Alexis Sorbas“ 1964; „Fluchtpunkt Marseille“ 1974; „Der alte Mann und das Meer“ 1989; „Mama, ich und wir zwei“ 1990; „Dem Himmel so nah“ 1995.
Quinn, Anthony
Anthony Quinn
Der Schauspieler Anthony Quinn in einer Szene in dem Film »La Strada«.
  • Deutscher Titel: Lawrence von Arabien
  • Original-Titel: LAWRENCE OF ARABIA
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1962
  • Regie: David Lean
  • Drehbuch: Robert Bolt, nach der Autobiografie von T. E. Lawrence
  • Kamera: Freddie Young
  • Schauspieler: Peter O„Toole, Omar Sharif, Anthony Quinn, Alec Guinness
  • Auszeichnungen: Oscars 1963 für Film, Regie, Kamera, Musik, Ausstattung, Ton, Schnitt; British Academy Award 1962 für Film, Hauptdarsteller (Peter O„Toole)
David Lean stellt mit »Lawrence von Arabien« einen Monumentalfilm vor, der ein riesiger Kassenerfolg wird.
Der britische Offizier T. E. Lawrence (Peter O„Toole) ist im Ersten Weltkrieg in Ägypten stationiert und wird nach einem misslungenen Wüstentransport von dem eigensinnigen arabischen Stammesführer
El
Sherif (Omar Sharif) aufgenommen. Lawrence vereint die Stämme in einem erfolgreichen Aufstand gegen die Türken.
Lean kombiniert in dem optischen Meisterwerk einzigartige Farbaufnahmen aus der Wüste mit intensiven Studien einer Männerfreundschaft. Die unbekannten Schauspieler O„Toole und Sharif werden damit weltweit bekannt.
Kritiker bemängeln die Glorifizierung des Helden in der Geschichte, welche ihrer Meinung nach die historische Problematik außer Acht lässt. Als künstlerisches Epos findet der Film, der Ende der 80er Jahre als Remake von Robert Harris und Jim Painten in die Kinos kommt, breite Anerkennung.
  • Deutscher Titel: La Strada Das Lied der Straße
  • Original-Titel: LA STRADA
  • Land: Italien
  • Jahr: 1954
  • Regie: Federico
    Fellin
    i
  • Drehbuch: Tullio Pinelli, Federico
    Fellin
    i
  • Kamera: Otello Martelli
  • Schauspieler: Giulietta Masina, Anthony Quinn, Richard Basehart
  • Auszeichnungen: Oscar 1957 für ausländischen Film, Silberner Löwe Venedig 1954 für Film, Preis der deutschen Filmkritik 1956 für Film
Federico
Fellin
is poetischer Film »La Strada Das Lied der Straße« wird mit internationalen Preisen überhäuft.
Der Wanderartist Zampano (Anthony Quinn) kauft für 10 000 Lire die naive Gelsomina (Giulietta Masina), damit sie ihn durch das Land begleitet und ihm bei den Auftritten hilft. Dank hört sie nie, Zampano behandelt sie wie eine Sklavin. Als sie beim Seiltänzer Il Matto Gefühl und Wärme erfährt, ist sie glücklich. Doch im Streit tötet Zampano Il Matto. Er jagt Gelsomina fort, da sie ihm lästig ist. Jahre später erfährt er von ihrem Tod. Zunächst voller Wut, dann mit bitterem Schmerz, merkt er, welche Gefühle ihn mit ihr verbanden.
Fellin
i wird vorgeworfen, er wende sich vom Neorealismus ab; seine Schilderung des Zusammenlebens völlig verschiedener Menschen trägt jedoch neorealistische Züge.
  • Deutscher Titel: Viva Zapata
  • Original-Titel: VIVA ZAPATA
  • Land: USA
  • Jahr: 1952
  • Regie: Elia Kazan
  • Drehbuch: John Steinbeck
  • Kamera: Joseph MacDonald
  • Schauspieler: Marlon Brando, Jean Peters, Anthony Quinn, Joseph Wiseman
  • Auszeichnungen: Oscar 1953 für Nebendarsteller (Anthony Quinn), Filmfestspiele Cannes 1952 für Hauptdarsteller (Marlon Brando)
Elia Kazan verfilmt den historischen Abenteuerstoff, benutzt die Geschichte des mexikanischen Bürgerkriegs, um den Kreislauf von Gewalt und Macht zu thematisieren.
Emiliano Zapata (Marlon Brando) ist ein mittelloser mexikanischer Indianer. 1909 klagt er bei Präsident Diaz gegen die Beschlagnahmung von Ackerland. Als Diaz sein Anliegen ablehnt, beschließt Zapata, gegen das Regime zu kämpfen. Er schließt sich den Rebellen unter Madero an und wird bald Leiter der Streitkräfte. Nach der Flucht des Präsidenten übernimmt Madero das Amt. Der starke Mann im Hintergrund ist aber Armee-Chef Huerta, der Madero ermorden lässt. Zapata nimmt den Kampf erneut auf und siegt. Gegen seinen Willen wird er zum Präsidenten gewählt.
Wenig später speist er Bittsteller so ab, wie Diaz es mit ihm getan hat. Entsetzt über seine Veränderung kehrt er in sein Heimatdorf zurück und gibt sein Amt auf. Seine Mitstreiter lassen ihn 1911 ermorden.
Obwohl Kazan und Drehbuchautor Steinbeck das tatsächliche Geschehen in Mexico entschärfen und die Schattenseiten der Person Zapatas ignorieren, bleibt der Film einer der herausragenden Revolutionsfilme. Die Darstellung der sozialen Situation ist realistisch, und den Zwiespalt zwischen revolutionärem Anspruch und Wirklichkeit inszeniert Kazan ohne Pathos. Marlon Brando stellt den bäuerlichen Volkshelden mit großer Intensität dar. Er ist ein Mensch, der Schwierigkeiten hat, anderen Menschen auf der Sprachebene zu begegnen.
  • Deutscher Titel: Vincent van Gogh Ein Leben in Leidenschaft
  • Original-Titel: LUST FOR LIFE
  • Land: USA
  • Jahr: 1956
  • Regie: Vincente Minnelli
  • Drehbuch: Norman Corwin, nach dem Roman von Irving Stone
  • Kamera: Freddie Young
  • Schauspieler: Kirk Douglas, Anthony Quinn, James Donald, Pamela Brown
  • Auszeichnungen: Oscar 1957 für Nebendarsteller (Anthony Quinn), Golden Globe 1957 für Hauptdarsteller/Drama (Kirk Douglas)
In der leuchtenden Farbgebung Vincent van Goghs verfilmt Vincente Minnelli das Leben des Malers, sorgfältig angelehnt an die Biografie des Künstlers, seine unerfüllte Liebe, seine Freundschaften und seine vom Perfektionismus getragene Arbeit, die zu Lebzeiten keine Anerkennung fand. Er schildert van Gogh (Kirk Douglas) als genialischen Maler, der aus seinem persönlichen Unglück die Kraft zieht, seinem inneren Schmerz durch die Kunst zumindest für kurze Momente zu entfliehen. In einem seiner immer wiederkehrenden selbstzerstörerischen Anfälle verstümmelt van Gogh sich selbst.
Minnelli gelingt es, mit der Kamera Bilder der südfranzösischen Landschaft festzuhalten, die quasi in die Gemälde van Goghs einzufließen scheinen. Dadurch vermittelt er dem Zuschauer einen lebendigen Eindruck von der impressionistischen Arbeitsweise des Künstlers.
Anthony Quinn wird für seine kraftvolle Darstellung des van-Gogh-Freundes und Malers Paul Gauguin mit dem Oscar ausgezeichnet. Uneingeschränktes Lob der Kritiker und Zuschauer geht aber auch an den überragenden Kirk Douglas, der als van Gogh seine darstellerisch stärkste Rolle spielt.
  • Deutscher Titel: Alexis Sorbas
  • Original-Titel: ZORBA, THE GREEK
  • Land: Griechenland
  • Jahr: 1964
  • Regie: Michael Cacoyannis
  • Drehbuch: Michael Cacoyannis, nach einem Roman von Nikos Kazantzakis
  • Kamera: Walter Lassally
  • Schauspieler: Anthony Quinn, Alan Bates, Irene Papas, Lila Kedrova
  • Auszeichnungen: Oscars 1965 für Nebendarstellerin (Lila Kedrova), Kamera, Ausstattung
Das New-Yorker Publikum feiert Hauptdarsteller Anthony Quinn für seine kraftvolle Darstellung des »Alexis Sorbas«. Der »Sirtaki«, den er tanzt, erlebt einen Siegeszug um die Welt. Der englische Schriftsteller Basil (Alan Bates) lernt in einem mazedonischen Dorf den Bergmann Alexis Sorbas kennen. Sorbas ist ein Original, in dessen Leben sich wie in der wilden Landschaft Griechenlands das Temperament des Volkes spiegelt. Basil ist beeindruckt, aber er lernt auch eine andere Mentalität kennen, die mit seiner Denkart und seinen Konventionen unvereinbar ist. So nehmen die erzürnten Dörfler nach dem Selbstmord eines Jünglings grausam Rache an der Dorfschönen, die sich ihm verweigerte. Die Bilder faszinieren das Publikum, obwohl Abgründe und Widersprüche des griechischen Lebens nicht verleugnet werden.
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