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LEXIKON

Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

  • Erscheinungsjahr: 1910
  • Veröffentlicht: Österreich
  • Verfasser:
    Rilke
    , Rainer Maria
  • Deutscher Titel: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
  • Genre: Tagebuchroman
Beim Insel Verlag in Leipzig erscheint der in Tagebuchform gehaltene Roman »Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« von Rainer Maria Rilke (* 1875,  1929). Das Werk gilt als der erste Roman der »Moderne« in der deutschsprachigen Literatur, weil hier zum ersten Mal die aus dem 19. Jahrhundert überkommene Erzählhaltung völlig aufgebrochen wird aufgrund der Disharmonie zwischen Individuum und Gesellschaft. Rilke bzw. das fiktive Ich Malte Laurids Brigge ein 28-Jähriger dänischer Adliger, der in Paris wohnt, heimatlos, absichtslos, besitzlos, der Letzte seines Stammes erzählt keine Fabel, sondern setzt an die Stelle einer überschaubaren, nachprüfbaren Handlung Impressionen, Erinnerungen und Reflexionen, wobei die Grenzen zum Essay und zum Gedicht unscharf sind. Die Umwelt ist keine objektive Gegebenheit, sondern ein bloßer Gegenstand, verfremdet durch die Beobachtung des erzählenden Ich. Erzählt werden Bilder von Elend, Krankheit, Tod und Verfall, Dekadenz und Untergang beherrschen das Geschehen. Die »Stadt« wird zum Symbol der Enthumanisierung, zum Inbegriff des Bösen, des Nichtzubewältigenden.
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