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LEXIKON

Schnitzler

Arthur, österreichischer Dramatiker und Erzähler, * 15. 5. 1862 Wien,  21. 10. 1931 Wien; Arzt; kultivierter, sensibler Schilderer der melancholisch-genussfreudigen, dekadenten Wiener Gesellschaft um die Jahrhundertwende, die er am Beispiel des Einzelmenschen analysierte. Theaterstücke: „Anatol“ 1893; „Liebelei“ 1895; „Der grüne Kakadu“ 1899; „Reigen“ 1900; „Der einsame Weg“ 1903; „Die Schwestern“ 1919; „Zug der Schatten“ (Fragment, postum 1970); Erzähltes: „Lieutenant Gustl“ 1901; „Der Weg ins Freie“ 1908; „Casanovas Heimfahrt“ 1918; „Fräulein Else“ 1924; „Spiel im Morgengrauen“ 1927; „Therese“ 1928. Briefwechsel mit O. Brahm 1953, Nachtrag 1958, G. Brandes 1956, H. von Hofmannsthal 1964.
Schnitzler, Arthur
Arthur Schnitzler
  • Erscheinungsjahr: 1900
  • Veröffentlicht: Österreich
  • Verfasser:
    Schnitzler
    , Arthur
  • Deutscher Titel: Reigen
  • Genre: Zehn Dialoge
Die als »Reigen« betitelten zehn Dialoge des österreichischen Dramatikers und Erzählers Arthur Schnitzler (* 1862,  1931) werden wegen ihrer angeblichen Unsittlichkeit von der Zensur verboten. Das im Winter 1896/97 geschriebene Werk erscheint ohne Ortsangabe als Privatdruck; die erste Buchausgabe wird 1903 in Wien und Leipzig veröffentlicht. In zehn Dialogen gestaltet Schnitzler die Gespräche von Paaren vor und nach dem Geschlechtsakt. Jede der zehn Personen nimmt mit einem Partner an zwei »davor« und »danach« geführten Gesprächen teil, bis sich beim Zusammentreffen der letzten mit der ersten Person der »Reigen« schließt. Die zehn Personen entstammen den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten: Dirne und Soldat, Soldat und Stubenmädchen, Stubenmädchen und junger Herr, junger Herr und junge Frau, junge Frau und Ehemann, Ehemann und süßes Mädel, süßes Mädel und Dichter, Dichter und Schauspielerin, Schauspielerin und Graf, Graf und Dirne. Je nach Person und Umständen des Zusammentreffens unterscheiden sich die Dialoge, in denen Schnitzler Verhaltensklischees vorführt. Der formalen Gleichheit der Situationen entspricht eine substanzielle: die völlige Abwesenheit von Liebe, von jeder menschlichen Beziehung, die über den rein sexuellen Kontakt hinausgeht.
  • Erscheinungsjahr: 1920
  • Veröffentlicht: Österreich
  • Verfasser:
    Schnitzler
    , Arthur
  • Deutscher Titel: Reigen. Zehn Dialoge
  • Genre: Komödie
20 Jahre nach dem ersten Erscheinen erlebt die Komödie »Reigen« von Arthur Schnitzler (* 1862,  1931) ihre deutschsprachige Erstaufführung. Einzelne Szenen waren bereits 1903 uraufgeführt worden, die Premiere des gesamten Zyklus findet am 23. Dezember im Kleinen Schauspielhaus in Berlin statt. In zehn Dialogen gestaltet Schnitzler die Gespräche von Paaren vor und nach dem Geschlechtsakt. Jede der zehn Personen nimmt mit einem Partner an zwei »davor« und »danach« geführten Gesprächen teil, bis sich beim Zusammentreffen der letzten mit der ersten Person der »Reigen« schließt. Die zehn Personen stammen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten: Dirne, Soldat, Stubenmädchen, Dichter, Schauspielerin, Graf, Ehefrau usw. Der formalen Gleichheit der Situation entspricht die substanzielle: die völlige Abwesenheit von jeder über den sexuellen Kontakt hinausgehenden Beziehung.
  • Erscheinungsjahr: 1908
  • Veröffentlicht: Österreich
  • Verfasser:
    Schnitzler
    , Arthur
  • Deutscher Titel: Der Weg ins Freie
  • Genre: Roman
Vielfach als skandalös empfunden wird der als Schlüsselroman der Wiener Künstlergesellschaft gelesene Roman »Der Weg ins Freie« von Arthur Schnitzler (* 1862,  1931), der beim Verlag Fischer in Berlin erscheint. Erzählt wird mit einer Fülle an Episoden und zeitkritischen Einblendungen die Geschichte eines jungen, einem Ästhetizismus ungebundener »Freiheit« huldigenden Künstlers, der gleichgültig schwankt zwischen Lebensmüdigkeit und Lebenshunger.
  • Erscheinungsjahr: 1924
  • Veröffentlicht: Österreich
  • Verfasser:
    Schnitzler
    , Arthur
  • Deutscher Titel: Fräulein Else
  • Genre: Erzählung
Die Erzählung »Fräulein Else« von Arthur Schnitzler (* 1862,  1931), die beim Verlag Zsolnay in Berlin erscheint, zählt zu den frühesten Werken der deutschsprachigen Literatur, in denen der innere Monolog konsequent durchgeführt wird. Die 19-jährige Else, Tochter eines wohlhabenden jüdischen Advokaten, wird während eines Urlaubs in den Dolomiten plötzlich durch einen Eilbrief ihrer Mutter aufgefordert, die Ehre ihrer Familie zu retten und bei einem ebenfalls in den Dolomiten weilenden Geschäftsfreund des Vaters Geld zu leihen, andernfalls müsste ihre Vater wegen Betrugs und anderer Delikte ins Gefängnis. Der Geschäftsfreund verlangt, Else eine Viertelstunde lang nackt sehen zu dürfen. Auf dem Weg zu diesem Rendezvous bricht Else zusammen.
  • Erscheinungsjahr: 1928
  • Veröffentlicht: Österreich
  • Verfasser:
    Schnitzler
    , Arthur
  • Deutscher Titel: Therese
  • Genre: Roman
Der österreichische Dramatiker und Erzähler Arthur Schnitzler (* 1862,  1931) schildert in dem drei Jahre vor seinem Tod beim Verlag S. Fischer in Berlin erschienenen Roman »Therese. Chronik eines Frauenlebens« die Geschichte eines Mädchens, das sich nach dem Auseinandergehen der Familie in verschiedenen Stellungen als Gouvernante und schlecht bezahlte Privatlehrerin durchschlägt. Sie erfährt Demütigungen und Enttäuschungen; wechselnde Männerbekanntschaften bringen nicht das ersehnte dauerhafte Glück. Von einem ihrer Liebhaber wird sie verlassen, als sie schwanger ist, ein Abtreibungsversuch misslingt, das Kind Franz kommt zur Welt und wird zu Bauern zur Erziehung gegeben. Franz entwickelt sich zum Dieb und Zuhälter und erschlägt seine Mutter, als sie ihm einmal Geld verweigert.
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