Schweiz
Auf einem Gebiet, das von den alpinen Gebirgszügen eher unterteilt als begrenzt wird, ist seit dem Mittelalter eine Nation entstanden, die in sich verschiedene Sprachgemeinschaften, Konfessionen und Mentalitäten vereinigt. Die historisch gewachsenen, sehr unterschiedlich großen Kantone haben dabei ihre Eigenart und auch die politische Autonomie bewahrt. Dank einer flexiblen, exportorientierten Industrie, eines gut ausgebauten Finanzwesens und eines traditionell starken Tourismus gehört die strikter politischer Neutralität verpflichtete Schweiz zu den reichsten Staaten der Erde.
Natur und Klima
Das Binnenland S.Schweiz befindet sich geographisch wie politisch in wichtiger Zwischenlage inmitten Europas. Die S.Schweiz besteht aus drei geograph.geographischen Landschaftseinheiten: den Alpen, dem Mittelland u.und dem Jura. Bei Basel reicht das Staatsgebiet in die Oberrheinebene, im Tessiner Sottoceneri in das oberitalien.oberitalienische Hügelland hinein.
Hochgebirge
Schweiz.sgm
| Offizielle Bezeichnung: | Schweizerische Eidgenossenschaft |
| KFZ-Kennzeichen: | CH |
| Fläche: | 41 277 km2 |
| Einwohner: | 7,6 Mio. |
| Hauptstadt: | Bern |
| Zeitzone: | Mitteleuropäische Zeit |
| Amtssprache(n): | Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch |
| Staatsform: | parlamentarischer Bundesstaat |
| Nationalfeiertag: | 1.8. |
| Währung: | 1 Schweizer Franken = 100 Rappen bzw. Centimes |
Schweiz.sgm country.box
Die Falten- u.und Deckfaltengebirge der Westalpen werden durch die markante Rhein-Rhône-Längstalzone in zwei Teile gegliedert. Der nördl.nördliche Teil umfasst die Glarner, Urner, Vierwaldstätter, Berner u.und Freiburger Alpen. Die beiden letzteren werden auch als Berner Oberland bezeichnet. Der westl.westliche Teil bis zum Lötschenpass gehört zu den Freiburger Alpen (im Wildhorn 3248 m) u.und besteht aus Kreide- u.und Juragestein, der östliche, zur vergletscherten Finsteraarhorngruppe gehörende Teil ist aus Urgesteinen (Gneis, Schiefer, Granit) aufgebaut. Bekannte Berge sind Finsteraarhorn (4274 m), Jungfrau (4158 m), Mönch (4099 m) u.und Eiger (3970 m). Noch höher reichen die Gipfel im südl.südlichen Teil der Westalpen mit den Walliser u.und Tessiner Alpen. Berühmtester Berg ist wohl das 4478 m hohe Matterhorn mit seiner unverwechselbaren Pyramidenform. Zweithöchstes Bergmassiv der gesamten Alpen nach dem Mont Blanc ist der Monte Rosa (in der Dufourspitze, dem höchsten Gipfel der S.Schweiz, 4634 m).
Neben tiefen, oft steilwandigen Tälern, hoch ragenden Gipfelfluren u.und Seen gehören vor allem die Gletscher zum alpinen Formenschatz. Mächtigster (87 km2) u.und längster (24 km) Gletscher der Alpen ist der Aletschgletscher am Südabfall der Berner Alpen. Wie die meisten Alpengletscher wird auch er ständig kleiner.
Kernraum Mittelland
Nach NWNordwesten schließen sich an die Alpen die Kalksteinketten u.und Kalkstöcke der Voralpen an, die in das tiefer gelegene, flach zertalte, hügelige Mittelland übergehen. Molasserücken aus dem Abtragungsschutt der Alpen, Moränen u.und zertalte Schotterebenen prägen das Landschaftsbild. Dieser 40-60 km breite u.und 400-600 m hohe Landstrich zwischen Genfer See u.und Bodensee ist der fruchtbarste u.und am dichtesten besiedelte Landesteil. Mit seinem gut ausgebauten Verkehrsnetz bildet er das wirtschaftl.wirtschaftliche Kerngebiet der SSchweiz.
Jura
Etwa 10% der Landesfläche umfasst der bis 1679 m hohe Schweizer Jura, der nach WWesten in den Französischen Jura übergeht. Das bewaldete, größtenteils stark gefaltete Mittelgebirge besteht aus Kalkstein u.und gliedert sich in mehrere parallele Ketten. Nach SOSüdosten fällt es wie eine schroffe Mauer zum Schweizer Mittelland ab.
Flüsse und Seen
Als Zentrum des mitteleurop.mitteleuropäischen Flussnetzes wird die S.Schweiz durch den Rhein zur Nordsee, durch die Rhône zum westl.westlichen Mittelmeer, durch Po u.und Etsch zur Adria u.und durch den Inn über die Donau zum Schwarzen Meer entwässert.
In den von den eiszeitl.eiszeitlichen Gletschern ausgehobelten Zungenbecken an beiden Alpenrändern liegen große Seen: Genfer, Thuner, Brienzer, Vierwaldstätter, Zuger, Zürich- u.und Bodensee im NNorden, Lago Maggiore u.und Luganer See im SSüden.
Feuchtgemäßigtes Klima
Durch die großen Höhenunterschiede ist das Klima in der S.Schweiz sehr differenziert. Die nach WWesten exponierten Hochlagen der Alpen erhalten hohe Niederschläge (bis zu 4000 mm im Jahr), während die Täler u.und das Mittelland wesentlich trockener u.und milder sind. Das Klima auf den Jurahöhen ist bes.besonders rau, in Kaltluftsenken können die Temperaturen im Winter auf -40 °C fallen. Mediterrane Einflüsse sind dagegen in den nach SSüden geöffneten Tälern der Tessiner Alpen spürbar.
Bevölkerung
Drei Viertel der Bevölkerung konzentrieren sich im Mittelland zwischen Alpen, Oberrhein u.und Jura. Hier liegen auch die großen städt.städtischen Zentren Genf, Lausanne, Bern u.und Zürich. Im Alpenraum leben nur etwa 15% der Bevölkerung, wobei große Gebirgsareale völlig siedlungsleer sind. Bes.Besonders dünn besiedelt ist der klimat.klimatische Ungunstraum Jura. Seit etwa zehn Jahren stagniert das Bevölkerungswachstum der S.Schweiz wegen zurückgehender Geburtenraten.
Viersprachige Schweiz
Schweiz: Sprachen (nach Gebieten) img
Schweiz: Sprachen (in %)
| Kanton | deutsch | französisch | italienisch | rätoromanisch | sonstige |
| Aargau | 85,7 | 0,9 | 4,9 | 0,2 | 8,3 |
| Appenzell-Außerrhoden | 88,6 | 0,3 | 2,9 | 0,2 | 8,0 |
| Appenzell-Innerrhoden | 91,7 | 0,2 | 1,7 | 0,1 | 6,3 |
| Basel-Landschaft | 86,1 | 1,7 | 4,6 | 0,1 | 7,5 |
| Basel-Stadt | 78,6 | 2,7 | 6,4 | 0,1 | 12,2 |
| Bern | 83,8 | 7,8 | 2,8 | 0,1 | 5,5 |
| Freiburg | 29,7 | 61,0 | 1,9 | 0,1 | 7,3 |
| Genf | 5,5 | 70,5 | 5,3 | 0,1 | 18,6 |
| Glarus | 83,6 | 0,3 | 6,8 | 0,2 | 9,1 |
| Graubünden | 65,3 | 0,5 | 11,0 | 17,1 | 6,1 |
| Jura | 4,8 | 87,8 | 2,5 | 0,1 | 4,8 |
| Luzern | 88,6 | 0,6 | 2,8 | 0,1 | 7,9 |
| Neuenburg | 5,2 | 80,2 | 4,8 | 0,1 | 9,7 |
| Nidwalden | 93,1 | 0,5 | 1,7 | 0,2 | 4,5 |
| Obwalden | 92,8 | 0,4 | 1,4 | 0,1 | 5,3 |
| St. Gallen | 87,2 | 0,5 | 3,6 | 0,3 | 8,4 |
| Schaffhausen | 86,7 | 0,6 | 4,0 | 0,1 | 8,6 |
| Schwyz | 89,4 | 0,4 | 3,1 | 0,2 | 6,9 |
| Solothurn | 87,1 | 1,1 | 4,7 | 0,1 | 7,0 |
| Tessin | 9,8 | 1,9 | 82,8 | 0,1 | 5,4 |
| Thurgau | 86,2 | 0,4 | 4,4 | 0,2 | 8,8 |
| Uri | 93,2 | 0,2 | 1,9 | 0,2 | 4,5 |
| Waadt | 6,0 | 77,1 | 4,4 | 0,1 | 12,4 |
| Wallis | 29,4 | 59,7 | 3,0 | 0,1 | 7,8 |
| Zug | 85,0 | 1,1 | 3,7 | 0,3 | 9,9 |
| Zürich | 82,5 | 1,5 | 5,9 | 0,3 | 9,8 |
| insgesamt | 64,0 | 19,0 | 7,6 | 0,6 | 8,8 |
Schweiz: Sprachen (in ) standard.tables
Die Verteilung der beiden großen christl.christlichen Konfessionen ist gleichmäßiger als die der Sprachen. Eine knappe Hälfte ist kath.katholisch, weniger als 40% sind protprotestantisch. Beide Konfessionen sind in den Sprachgebieten etwa gleichmäßig vertreten.
Hoher Ausländeranteil
Mehr als 20% der Bevölkerung sind Ausländer, bei der Erwerbsbevölkerung liegt der Anteil durch die vielen Grenzpendler sogar bei einem Viertel. Die wichtigsten Herkunftsländer der Ausländer sind Italien, Serbien, Portugal u.und Deutschland. Aus religiösen oder polit.politischen Gründen Verfolgte haben in den letzten Jahrhunderten immer wieder in der S.Schweiz eine neue Heimat gesucht, von den französ.französischen Hugenotten des 17. Jh. Jahrhunderts bis zu den Asylsuchenden unserer Zeit. Schon früh wurden ausländ.ausländische Arbeitskräfte ins Land geholt, die für die Industrialisierung der schweiz.schweizerischen Wirtschaft notwendig waren.
Wer heute als Ausländer in die S.Schweiz eingebürgert werden will, hat einen beschwerl.beschwerlichen Weg vor sich. Frühestens nach einem zwölf Jahre langen Aufenthalt in der S.Schweiz u.und einem mehrjährigen in einer Gemeinde kann der Einbürgerungsantrag gestellt werden. Dann folgt ein mindestens zwei Jahre lang dauerndes, kostspieliges Verfahren, in dem geprüft wird, ob der Bewerber sich genügend in das gesellschaftl.gesellschaftliche Leben der S.Schweiz integriert hat. Manche Gemeinden entscheiden sogar noch in einem Referendum über die Einbürgerung.
Bildung
Das schweiz.schweizerische Bildungswesen kennt 26 (allerdings sehr ähnliche) Schulsysteme, denn die Schulhoheit liegt ganz überwiegend bei den Kantonen u.und wird nur durch den Bund koordiniert. Obligatorisch ist nach der freiwilligen Vorschule der insges.insgesamt neunjährige Besuch der Primarstufe u.und der Sekundarstufe I. Die Primarstufe umfasst je nach Kanton vier bis sechs Jahre, die Sekundarstufe I drei bis fünf Jahre mit unterschiedl.unterschiedlichen Leistungsanforderungen. Wiederum freiwillig ist der Besuch der Sekundarstufe II, die in einen gymnasialen Zweig, der zur Maturität (Abitur) führt, u.und mehrere berufsbildende Zweige gegliedert ist. Der Besuch staatl.staatlicher Schulen ist kostenfrei; es gibt in der S.Schweiz auch zahlreiche renommierte Privatschulen. Bund u.und Kantone teilen sich die Zuständigkeit für das Hochschulwesen. In der S.Schweiz gibt es zehn kantonale Universitäten sowie die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) in Zürich u.und Lausanne.
Staat und Politik
Nach der am 1. 1. 2000 in Kraft getretenen Verfassung ist die S.Schweiz ein demokrat.demokratischer Bundesstaat. Die Gesetzgebung liegt bei der Bundesversammlung, die sich aus dem Nationalrat u.und dem Ständerat zusammensetzt. Der Nationalrat wird aus 200 direkt gewählten Abgeordneten des schweiz.schweizerischen Volkes gebildet. Wahlsystem ist das Verhältniswahlrecht. Gewählt wird alle vier Jahre. Der Ständerat als föderatives Organ besteht aus 46 Mitgliedern (2 für jeden Kanton, 1 für jeden früheren Halbkanton). Die Ständeräte werden unmittelbar von den Kantonen nach dem System der Mehrheitswahl gewählt, in den meisten Kantonen auf vier Jahre.
Die schweiz.schweizerische Regierung, der Bundesrat, hat 7 Mitglieder, die von der Bundesversammlung auf vier Jahre gewählt werden. Der aus den Mitgliedern des Bundesrates jährlich im Dezember gewählte Bundes-Präs.Bundespräsident vertritt die Eidgenossenschaft nach außen. Der Bundesrat ist vom Vertrauen der Bundesversammlung nicht abhängig. Er ist eine Art gemeinsam regierender Ausschuss.
Die Parteienlandschaft weist eine große Vielfalt auf. Im Bundesrat vertretene Parteien sind die Schweizerische Volkspartei (SVP), die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS), die FDP.Die Liberalen (entstanden 2009 aus der Fusion von Freisinnig-Demokratischer Partei und Liberaler Partei der Schweiz), die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) und die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP; 2008 von der SVP abgespalten). Daneben spielen u. a. die Grüne Partei der Schweiz (GPS), die Grünliberale Partei (GLP), die Evangelische Volkspartei (EVP), die Partei der Arbeit (PdA) und die Christlich-soziale Partei (CSP) eine Rolle.
Die Gesetzgebung wird vom Volk durch die Einrichtung des Referendums kontrolliert. Bei jedem gesetzgeber.gesetzgeberischen Beschluss des Parlaments - ausgenommen der Bundeshaushalt - kann die Abhaltung eines Referendums verlangt werden, wenn dies 50 000 Bürger oder acht Kantone unterstützen; eine Volksinitiative zur Verfassungsänderung benötigt 100 000 Unterschriften. Für die Annahme einer Verfassungsänderung ist ein Referendum obligatorisch.
Schweiz: Verwaltungsgliederung
| Kanton | Beitritt zur Eidgenossenschaft | Fläche (in km2 ) | Einwohner (in 1000) | Hauptstadt |
| Aargau | 1803 | 1 404 | 600 | Aarau |
| Appenzell-Außerrhoden1 | 1513 | 243 | 53 | Herisau |
| Appenzell-Innerrhoden1 | 1513 | 173 | 16 | Appenzell |
| Basel-Landschaft1 | 1501 | 518 | 273 | Liestal |
| Basel-Stadt1 | 1501 | 37 | 188 | Basel |
| Bern | 1353 | 5959 | 974 | Bern |
| Freiburg | 1481 | 1671 | 273 | Freiburg |
| Genf | 1815 | 282 | 451 | Genf |
| Glarus | 1352 | 685 | 39 | Glarus |
| Graubünden | 1803 | 7105 | 192 | Chur |
| Jura | 1979 | 839 | 70 | Delémont |
| Luzern | 1332 | 1494 | 373 | Luzern |
| Neuenburg | 1815 | 803 | 172 | Neuenburg |
| Nidwalden1 | 1291 | 276 | 41 | Stans |
| Obwalden1 | 1291 | 491 | 35 | Sarnen |
| Sankt Gallen | 1803 | 2026 | 474 | Sankt Gallen |
| Schaffhausen | 1501 | 299 | 76 | Schaffhausen |
| Schwyz | 1291 | 908 | 145 | Schwyz |
| Solothurn | 1481 | 791 | 253 | Solothurn |
| Tessin | 1803 | 2813 | 336 | Bellinzona |
| Thurgau | 1803 | 991 | 245 | Frauenfeld |
| Uri | 1291 | 1077 | 35 | Altdorf |
| Waadt | 1803 | 3212 | 701 | Lausanne |
| Wallis | 1815 | 5225 | 307 | Sitten |
| Zug | 1352 | 239 | 111 | Zug |
| Zürich | 1351 | 1729 | 1352 | Zürich |
| 1 Halbkanton | ||||
Schweiz: Verwaltungsgliederung standard.tables
Wirtschaft und Verkehr
Das rohstoffarme Land verfügt über eine sehr vielfältige u.und leistungsstarke Wirtschaft. Gemessen am Bruttonationaleinkommen je Ew.Einwohner gilt die S.Schweiz als drittreichster Staat der Erde (nach Luxemburg u.und Norwegen, aber vor den USA u.und Japan). Seit einigen Jahren wächst die Wirtschaft aber nur noch schwach oder stagniert u.und die Arbeitslosigkeit hat sich bei Quoten zwischen 3% u.und 4% eingependelt.
Effektive Landwirtschaft
Die Landwirtschaft nutzt 24% der Fläche als Acker-, Wiesen- u.und Rebland u.und 13% als Almweiden. Mehr als 80% des Produktionswertes erwirtschaftet die Viehzucht, die sich vor allem auf die Milchproduktion spezialisiert hat u.und auch auf den Gebirgsalmen u.und in den Hochtälern betrieben wird. Allerdings werden zunehmend Höfe in Gebirgslagen aufgegeben oder zu Großbetrieben zusammengelegt. Die subventionierte Landwirtschaft kann fast zwei Drittel des Nahrungsmittelbedarfs decken, nur bei Getreide, Zucker u.und Fetten ist sie zur Hälfte auf Importe angewiesen. Der Getreideanbau beschränkt sich auf das Mittelland u.und wenige Täler. Obst, Gemüse u.und Wein beherrschen die günstigsten Hang- bzw. Tallagen bzw. Seeufer. Europas höchster Weinberg liegt auf 700-1200 m im Wallis.
Die Wälder, die knapp ein Drittel der Fläche einnehmen, sind durch Massentourismus (Abholzung für Skipisten) u.und den stark angestiegenen Alpentransitverkehr (hoher Abgasausstoß) geschädigt. Sie können den Holzbedarf der S.Schweiz nicht decken, zumal sie als Schutz gegen Lawinenabgänge u.und Bergrutsche nur begrenzt geschlagen werden dürfen.
Energiewirtschaft und Industrie
Mit Ausnahme von Salz, Kalk u.und Bausteinen gibt es keine abbauwürdigen Bodenschätze in der SSchweiz. Die Energieversorgung beruht auf importierten Brennstoffen sowie bei der Elektrizitätserzeugung vorwiegend auf der Wasserkraft. Rund 40% der elektr.elektrischen Energie stammen aus fünf Kernkraftwerken.
Mittelständische Unternehmen dominieren die breit gefächerte Industrie, die ihren Schwerpunkt in der hoch spezialisierten Veredlungsindustrie hat. Vor allem die Uhren-, Schmuck- u.und Textilbranche hat eine alte Tradition. Zentren der Uhren- u.und feinmechan.feinmechanischen Industrie sind La Chaux-de-Fonds u.und Le Locle im Jura. Weitere wichtige Branchen sind die elektrotechnische, medizintechnische, pharmazeutische u.und chem.chemische Industrie, der Maschinen- u.und Fahrzeugbau, die Druck- u.und Papierindustrie sowie die Nahrungs- u.und Genussmittelindustrie (Schokolade).
Banken und Tourismus
Die große Bedeutung des Dienstleistungssektors basiert in der S.Schweiz vor allem auf der Kapitalwirtschaft (Banken u.und Versicherungen). Zürich, Basel u.und Genf gehören zu den größten Bankenzentren Europas. Wichtige Einnahmen erhält die S.Schweiz außerdem aus dem Transitverkehr.
Auch der gut entwickelte Tourismus trägt zu den hohen Umsatz- u.und Beschäftigtenzahlen im Dienstleistungssektor bei. Mondäne Wintersportgemeinden u.und Kurorte wie Davos, Sankt Moritz u.und Arosa in Graubünden, Lugano, Locarno u.und Ascona im Tessin, Zermatt, Leukerbad u.und Saas-Fee im Wallis, Montreux u.und Vevey am Genfer See, Interlaken, Grindelwald u.und Gstaad im Berner Oberland, Luzern u.und Einsiedeln in der Zentralschweiz, locken wie auch die Großstädte Zürich, Genf, Lausanne, Basel u.und Bern das ganze Jahr Touristen ins Land. Der Großteil der rd.rund 6,5 Mio. Auslandsgäste pro Jahr stammt aus Deutschland.
Passstraßen und Tunnel
Die S.Schweiz verfügt in ihrer Funktion als wichtiges Transitland über ein gut ausgebautes, dichtes Straßen- u.und Autobahnnetz sowie ein voll elektrifiziertes Eisenbahnnetz. Die Alpen werden von zahlreichen Passstraßen überquert, die zum Teil schon in der Antike benutzt wurden. Über einige von diesen sind auch Bahnen geführt worden (u. a. Oberalp u.und Bernina), andere werden von Eisenbahntunneln (Simplon, Sankt Gotthard, Lötschberg, Albula) oder Straßentunneln (Sankt Gotthard, Großer Sankt Bernhard, San Bernardino) unterquert. Aus Gründen des Umweltschutzes wird eine Beschränkung des Lastkraftwagenverkehrs zu Gunsten der Eisenbahn angestrebt. In diesem Zusammenhang ist auch der Bau des neuen, 57 km langen Eisenbahntunnels unter dem Sankt Gotthard zu sehen. Parallel wird ein zweiter Eisenbahntunnel unter dem Lötschberg gebaut. Die zahlreichen Berg- u.und Seilbahnen dienen vorrangig dem Tourismus. Basel besitzt einen bedeutenden Rheinhafen.
Geschichte
Von der Römerzeit bis zur Entstehung der Eidgenossenschaft
Die im schweiz.schweizerischen Mittelland sesshaften kelt.keltischen Helvetier, von denen die S.Schweiz ihre latein.lateinische Namensform herleitet, wanderten um 100 v. Chr. zwischen Jura u.und Alpen ein; sie wurden 58 v. Chr. von Cäsar unterworfen u.und dem Römischen Reich eingegliedert. 15 v. Chr. wurden auch die in den Ostalpen lebenden Rätier unterworfen. Um 445 eroberten die Burgunder von SWSüdwesten her das Wallis u.und das Gebiet bis zur Aare, wurden aber von der einheim.einheimischen Bevölkerung assimiliert; auch im Tessin u.und in Graubünden konnte sich die bisherige Bevölkerung halten, während das übrige Land von den Alemannen besiedelt u.und germanisiert wurde; aus dieser Zeit stammen die späteren Sprachgrenzen. Im 6. Jh. Jahrhundert wurde das heutige Staatsgebiet dem Fränkischen Reich angegliedert; 843 kam die Ostschweiz an das Deutsche Reich, im 11. Jh. Jahrhundert auch die Westschweiz. Daneben entfalteten sich mehrere Territorialherrschaften. Gleichzeitig erkämpften sich die Länder Uri u.und Schwyz sowie einzelne Städte die Reichsfreiheit.
Die Eidgenossenschaft entstand durch den Zusammenschluss der 3 Urkantone Uri, Schwyz u.und Unterwalden 1291 im so genannten „Ewigen Bund“. Der Ewige Bund wurde 1332 um Luzern, 1351 um Zürich, 1352 um Glarus u.und Zug u.und 1353 um Bern vergrößert. 1389 mussten die Habsburger die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft anerkennen, die ihr Territorium allmählich erweiterte. In mehreren Schlachten wurde 1474-1477 Karl der Kühne von Burgund besiegt. 1481 wurden innere Konflikte zwischen den eidgenöss.eidgenössischen Ländern u.und Städteorten durch das Stanser Verkommnis beigelegt u.und die Städteorte Freiburg u.und Solothurn in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Durch den Sieg der Eidgenossen im Schwabenkrieg gegen Kaiser Maximilian I. kam es zur endgültigen Loslösung vom Deutschen Reich, die aber erst im Westfälischen Frieden 1648 bestätigt wurde. Mit dem Beitritt von Basel u.und Schaffhausen 1501 u.und Appenzell 1513 wurde der Bund zur Eidgenossenschaft der Dreizehn Orte. Nach 1519 wurde die Reformation in der deutschsprachigen S.Schweiz von Zürich aus durch Huldrych Zwingli, in der welschen S.Schweiz von Genf aus durch den Franzosen Jean Calvin eingeführt.
Anfang der Eidgenossenschaft
Anfang der Eidgenossenschaft
Im August 1291 leisten die Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden einen Eid. Ihr Bund gilt als Beginn der Schweizer Geschichte:
Schweizer Geschichte"Im Namen Gottes Amen. Man sorgt für Ehrbarkeit und ist auf das öffentliche Wohl bedacht, wenn man Bündnisse zu gebührendem Bestand der Ruhe und des Friedens bekräftigt.
1. Es mögen alle wissen, dass die Leute des Tales Uri und die Landsgemeinde des Tales von Schwyz und die Gemeinde der Waldleute des unteren Tales in Anbetracht der Arglist der Zeit, ...in guten Treuen versprochen haben, sich gegenseitig beizustehen ...
2. Sie haben hierüber einen leiblichen Eid geleistet, dies ohne Hintergedanken zu halten und den alten eidlich bekräftigten Inhalt des Bundes durch Gegenwärtiges zu erneuern...
4. Wir haben auch in gemeinsamem Ratschlag und mit einhelligem Beifall einander gelobt, beschlossen und verordnet, dass wir in den genannten Tälern keinen Richter, der dies Amt um irgendeinen Preis oder irgendwie um Geld erkauft hätte oder der nicht unser Landsmann wäre, irgendwie anzunehmen oder anerkennen zu wollen."
Anfang der Eidgenossenschaft
Helvetische Republik und Bundesverfassung
1798 wurde die S.Schweiz von französ.französischen Truppen besetzt. Die alte Eidgenossenschaft brach zusammen. Der neu entstandenen Helvetischen Republik wurde eine Verfassung oktroyiert. Die S.Schweiz wurde zunächst Einheitsstaat, die einzelnen Kantone Verw.-Bez.Verwaltungsbezirke. Durch die Mediationsakte von 1803 wurde die S.Schweiz wieder ein Staatenbund von 19 souveränen Kantonen, neben den 13 Alten Orten kamen Sankt Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Waadt u.und Tessin hinzu. Auf dem Wiener Kongress von 1814/15 erlangte die S.Schweiz die Anerkennung dauernder Neutralität; mit dem Beitritt der 3 letzten Kantone Wallis, Neuenburg u.und Genf u.und der Übernahme des ehem.ehemaligen Bistums Basel durch Bern (Berner Jura) erreichte das schweiz.schweizerische Territorium seinen heutigen Bestand. Verfassungskämpfe führten 1830/31 in 10 Kantonen zu demokrat.demokratischen Verfassungen mit Volkssouveränität, Rechtsgleichheit u.und Trennung der Gewalten. Als auf eidgenöss.eidgenössischer Ebene eine radikale Bewegung mit Gewalt die Umwandlung des Staatenbunds in einen Einheitsstaat plante, schlossen sich 1845 die konservativen Gegner, 7 kath.katholische Kantone, zu einem „Sonderbund“ zusammen. Der Sieg der eidgenöss.eidgenössischen Truppen im Sonderbundskrieg (1847) stellte die Einheit des Landes wieder her. Die liberale Verfassung von 1848 schrieb die Umwandlung des bislang lockeren Bundes souveräner Kantone in einen Bundesstaat fest. Gleichzeitig wurde mit Bern erstmals eine Hptst.Hauptstadt bestimmt.
20. und 21. Jahrhundert
Im 1. Weltkrieg bewahrte die S.Schweiz strenge Neutralität, übernahm aber in großem Umfang die Aufgaben zur Ermittlung von Vermissten u.und Kriegsgefangenen, Austausch von Schwerverwundeten, Beförderung der Gefangenenpost. Nach dem Krieg wurde sie unter Wahrung ihrer militär.militärischen Neutralität Mitglied des Völkerbunds, der seinen Sitz in Genf nahm. Auch im 2. Weltkrieg behielt die S.Schweiz ihre Neutralität bei. Für innere Konflikte sorgten die Asylgewährung sowie die im Rahmen kriegsbedingter Sondervollmachten eingeschränkte Pressefreiheit.
1960 wurde das Land EFTA-Mitglied, 1963 auch Mitglied des Europarates. 1978 wurde durch Volksabstimmung aus französischsprachigen Teilen des Kantons Bern der Kanton Jura geschaffen. Den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) lehnte die Bevölkerung 1992 in einem Referendum mit knapper Mehrheit ab, nachdem der Bundesrat ein formelles Beitrittsgesuch an die EG gerichtet hatte. Durch die seit Mitte der 1990er Jahre geführten Debatten über „nachrichtenlose Vermögen“ u.und „Raubgold“ geriet das Verhalten der S.Schweiz während des 2. Weltkriegs in die internationale Diskussion. Am 1. 1. 2000 trat die neue Bundesverfassung in Kraft. In einem Referendum sprach sich eine Mehrheit der Stimmbürger u.und Kantone des Landes für einen Beitritt zu den Vereinten Nationen aus, der 2002 vollzogen wurde.
Bei den Nationalratswahlen 2003 gewann die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) die meisten Mandate. Daraufhin wurde die parteipolit.parteipolitische Zusammensetzung der Regierung nach 44 Jahren den neuen parlamentar.parlamentarischen Kräfteverhältnissen angeglichen. Die SVP erhielt zulasten der Christlichdemokrat. Volkspartei einen weiteren Kabinettsposten. Die seit 1959 geltende sog. „Zauberformel“, nach der die vier größten Parteien die Regierungsmitglieder im Verhältnis 2:2:2:1 stellten, wurde damit zugunsten der SVP modifiziert. Der SVP-Politiker Christoph Blocher zog in den Bundesrat ein. In der Außenpolitik stärkten bilaterale Abkommen in verschiedenen Sektoren (u. a. Verkehr, Landwirtschaft, Forschung) die Zusammenarbeit mit der EU. In Volksentscheiden wurden außerdem 2005 der Beitritt der S.Schweiz zum Schengener Abkommen (vollzogen im Dezember 2008) sowie 2006 Unterstützungszahlungen für die neuen EU-Mitglieder bewilligt. Gleichwohl blieben die Europapolitik u.und auch die Asyl- bzw. Ausländerpolitik innenpolitisch umstritten. Die rechtspopulistische Zuspitzung dieser Themen durch die SVP, die damit Befürchtungen innerhalb der Bevölkerung hinsichtlich der negativen Folgen von Globalisierung u. Migration aufgriff, im Vorfeld der Nationalratswahlen 2007 polarisierte die schweizerische Öffentlichkeit. Die SVP konnte bei diesen Wahlen ihre starke Stellung im Nationalrat ausbauen u.und erzielte das beste Ergebnis einer Partei seit Einführung der Verhältniswahl 1919. Nachdem die Bundesversammlung im Dezember 2007 den bisherigen SVP-Bundesrat Blocher nicht im Amt bestätigte und statt seiner die SVP-Politikerin Eveline Widmer-Schlumpf zur Bundesrätin wählte, kündigte die SVP-Fraktion die Mitarbeit in der Regierung auf. Die SVP-Bundesräte Samuel Schmid und Widmer-Schlumpf wurden aus der Fraktion ausgeschlossen. Sie traten 2008 der von der SVP abgespaltenen BDP bei. Damit endete zunächst auch die personelle Vertretung der SVP in der Bundesregierung. Im Dezember 2008 kehrte die SVP in die Regierungsverantwortung zurück, als Ueli Maurer zum Nachfolger von Samuel Schmid als Bundesrat gewählt wurde. Vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise sah sich die Regierung 2008/09 zu zahlreichen wirtschaftspolitischen Maßnahmen gezwungen. Außerdem legte der Bundesrat umfangreiche Konjunkturpakete auf. In einem von der SVP gestützten Referendum sprach sich eine Mehrheit der Stimmbürger am 29. 11. 2009 für ein Verbot des Baus weiterer Minarette in der Schweiz aus. Bei den Nationalratswahlen am 23. 10. 2011 wurde die SVP zwar wieder stärkste Partei, musste aber Stimmeneinbußen hinnehmen. Sie verlor 8 ihrer 62 Mandate.












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