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LEXIKON

Sinkel

Bernhard, deutscher Filmregisseur, Autor und Produzent, * 19. 1. 1940 Frankfurt am Main; Rechtsanwalt; 19701972 beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel beschäftigt; arbeitete als Regisseur mit A. Brustellin (* 1940,  1981) zusammen; Hauptwerke: „Lina Braake“ 1975; „Berlinger“ 1975; „Der Mädchenkrieg“ 1977; „Taugenichts“ 1977; „Kaltgestellt“ 1980; „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ (Fernsehfilm) 1981; „Der Kinoerzähler“ 1993; schrieb die Romane „Bluff“ 2003 und „Der dritte Sumpf“ 2005.
  • Deutscher Titel: Der Mädchenkrieg
  • Original-Titel: DER MÄDCHENKRIEG
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1977
  • Regie: Alf Brustellin, Bernhard Sinkel
  • Drehbuch: Alf Brustellin, Bernhard Sinkel
  • Kamera: Dietrich Lohmann
  • Schauspieler: Adelheid Arndt, Katherine Hunter, Antonia Reininghaus, Matthias Habich
Das erste Bild zeigt die drei Schwestern bei ihrer Ankunft in Prag 1936, ausgelassen und fröhlich. Das Letzte zeigt sie bei der Abreise 1946, ein Zug von Bitterkeit liegt auf den Gesichtern. In den zehn Jahren, von denen der Film erzählt, werden die Töchter des Bankdirektors Sellmann erwachsen. Alle drei scheitern bei dem Versuch, ihr persönliches Glück zu verwirklichen an den politischen Verhältnissen, aber auch am eigenen Verhalten: Christine (Antonia Reininghaus) lebt in einer unglücklichen Ehe mit einem tschechischen Fabrikanten und hat viele Liebhaber. Sophie (Adelheid Arndt) geht aus verzweifelter Liebe ins Kloster, und Katharina (Katherine Hunter) sucht ihr Glück im politischen Kampf.
Für über drei Millionen Mark verfilmen Brustellin und Sinkel den gleichnamigen Roman von Manfred Bieler. Die in Prag gedrehte emotionale Geschichte überzeugt vor allem durch ihr authentisches Zeitkolorit.
  • Deutscher Titel: Kaltgestellt
  • Original-Titel: KALTGESTELLT
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1980
  • Regie: Bernhard Sinkel
  • Drehbuch: Bernhard Sinkel, Alf Brustellin
  • Kamera: Dietrich Lohmann
  • Schauspieler: Helmut Griem, Angela Molina, Martin Benrath
Die Bespitzelung von sog. Verfassungsfeinden im öffentlichen Dienst durch bundesdeutsche Geheimdienste und das Berufsverbot für vermeintliche Gesinnungstäter ist Thema von Bernhard Sinkels Film »Kaltgestellt«.
Erzählt wird die Geschichte des Lehrers Brasch, der in den Verdacht politischer Radikalität gerät und darüber seine Existenz verliert: Nach dem Selbstmord eines Schülers erfährt Brasch, dass dieser von einem V-Mann des Verfassungsschutzes angeworben wurde, um Lehrer und Schüler zu bespitzeln. Die Veröffentlichung der Machenschaften bringen den V-Mann Körner in Konflikt mit seinem Auftraggeber, dem Landesamt für Verfassungsschutz. Körner versucht nun über den Lehrer an Informationen über eine Schülergruppe zu kommen, was Brasch jedoch empört ablehnt. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern hat für Brasch einschneidende private und berufliche Konsequenzen: Er wird vom Schuldienst suspendiert, verliert die Wohnung und seine Frau erhält das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter.
Die filmische Aufarbeitung des brisanten Themas bleibt leider an der Oberfläche. Es gelingt Sinkel nicht, die politischen Hintergründe, das gesellschaftliche Klima oder die zwischenmenschlichen Bezüge deutlich und glaubhaft darzustellen.
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