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LEXIKON

Vereinigte Staaten von Amerika

Der flächenmäßig drittgrößte Staat der Welt ist wirtschaftlich, politisch und militärisch die globale Führungsmacht. Das größte Einwanderungsland der Erde wurde im 19. und 20. Jahrhundert für Millionen Europäer zur neuen Heimat. Heute sind es überwiegend Asiaten und Lateinamerikaner, die es auf der Suche nach individueller Freiheit und wirtschaftlichem Aufstieg in die USA zieht. Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Kluft zwischen reicher und armer Bevölkerung zunehmend größer wird. Die USA, deren Einsatz in beiden Weltkriegen entscheidend war, sehen sich nach den Anschlägen vom 11. 9. 2001 im Krieg gegen den internationalen Terrorismus. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die Interventionen in Afghanistan und im Irak, mit denen dort demokratische Verhältnisse etabliert werden sollten, zu bewerten. Weitere außenpolitische Herausforderungen des 21. Jahrhunderts für die USA bilden die machtpolitische Renaissance Russlands und der wirtschaftliche Aufstieg der Volksrepublik China, der zu einem weltweiten Wettbewerb um Energie- und Rohstoffe geführt hat. In der Innenpolitik gab es 2008 eine historische Zäsur. Mit Barack Obama konnte erstmals ein afroamerikanischer Politiker die Präsidentschaftswahlen gewinnen. Bei den Wahlen 2012 konnte er diesen Erfolg wiederholen.

Natur und Klima

Vereinigte_Staaten_von_Amerika.sgm
Offizielle Bezeichnung:
Vereinigte Staaten von Amerika
KFZ-Kennzeichen:
USA
Fläche:
9 629 091 km2
Einwohner:
317,6 Mio.
Hauptstadt:
Washington
Zeitzone:
Zeitzonen: Mitteleuropäische Zeit -6 Std. bis -11 Std.
Amtssprache(n):
Englisch
Staatsform:
präsidiale Republik
Nationalfeiertag:
4. 7.
Währung:
1 US-Dollar = 100 Cents
Vereinigte_Staaten_von_Amerika.sgm country.box
Das nordamerikan.nordamerikanische Land, das sich über 4500 km vom Pazifik bis zum Atlantik erstreckt, ist fast 2,5-mal größer als alle EU-Staaten zusammen. Die beiden jüngsten US-Staaten Alaska u.und Hawaii sind räumlich vom übrigen geschlossenen Kerngebiet der USA getrennt: Alaska, der flächenmäßig größte US-Staat, liegt nordwestlich von Kanada, Hawaii, der 50. Bundesstaat der USA, im Pazifischen Ozean. Zu den Vereinigten Staaten von Amerika zählen auch die Überseebesitzungen Puerto Rico, die Marianen, die US-amerikan.US-amerikanischen Jungferninseln, Amerikanisch-Samoa sowie Guam. Ferner unterstehen mehrere kleinere Inseln im pazifischen u.und karib.karibischen Raum der US-amerikan.US-amerikanischen Verwaltung.
Das nordamerikan.nordamerikanische Kerngebiet gliedert sich in drei Großeinheiten: Im OOsten liegen Mittelgebirge, im Zentrum weite Ebenen u.und im WWesten Hochgebirge mit Plateaus u.und Becken. Hauptflüsse sind der Hudson, der Mississippi mit Missouri u.und Ohio im OOsten sowie der Columbia, der Snake u.und der Colorado im WWesten.

Atlantikküste und Mittelgebirge im Osten

Die teilweise versumpfte atlant.atlantische Küstenebene erstreckt sich von New York bis zur mexikan.mexikanischen Grenze. Im NNorden ist die Küstenebene schmal u.und löst sich in eine buchtenreiche Küste auf, der zahlreiche Inseln wie Nantucket, Marthas Vineyard u.und Long Island vorgelagert sind. Weiter südlich folgen die großen Buchten der Delaware Bay u.und der Chesapeake Bay sowie die Hatteras-Nehrung. Im SOSüdosten erreicht die Küstenebene ihre größte Breite u.und dehnt sich bis über die Halbinsel Florida aus, vor deren Südküste sich eine Kette von Koralleninseln (Florida Keys) weit ins Meer erstreckt. Westlich von Florida schließt sich die Golfküste an, an der der Mississippi ein breites Mündungsdelta bildet.
Im NNorden erhebt sich westlich der Küstenebene das Piedmontplateau, das wellige Vorland des Appalachengebirges. Küstenebene u.und Piedmont werden von der an Stromschnellen reichen „Fall Line“ getrennt, einer nur wenige Kilometer breiten, stark ausgeprägten Geländestufe. Parallel zur Atlantikküste erhebt sich auf einer Länge von 3400 km das Gebirge der Appalachen. Das geologisch alte Mittelgebirge baut sich aus mehreren parallelen Tälern u.und Gebirgskämmen auf, die durch die Abtragung unterschiedlich harter geolog.geologischer Schichten entstanden sind. Den höchsten Punkt bildet der 2037 m hohe Mount Mitchell. Westlich des Hauptkamms liegt das teils stark zerschnittene Appalachenplateau.

Ebenen in Zentrum

Schüsselförmig eingewölbt fällt das Land von den Appalachen landeinwärts in mächtigen Schichtstufen ab. Größtenteils junge Ablagerungen bauen im Zentrum des Landes die weiten Inneren Ebenen auf. Die Great Plains, die sich zwischen dem Mississippi u.und dem Fuß der Rocky Mountains auf einer Breite von etwa 700 km erstrecken, steigen nach WWesten allmählich auf 1600 m Höhe an u.und werden durch die ostwestlich verlaufende Pine Ridge in zwei Teile gegliedert: Im NNorden erstreckt sich das Missouri Plateau, im SSüden die höher gelegenen High Plains. Auf dem Missouri Plateau liegen zwischen den Flüssen Cheyenne u.und White River die Badlands, die sich durch Erosion in unzählige Schluchten u.und Kämme aufgelöst haben. Am westl.westlichen Gebirgsrand fächern sich die Ebenen in steil aufgerichtete Schichtkämme (Hogbacks) auf. Im äußersten SSüden fallen sie mit einer bis zu 300 m hohen Bruchstufe zur Golfküste ab.
Der größte Teil der Inneren Ebenen wird durch den Mississippi sowie dessen Nebenfluss Missouri entwässert. Nur ein kleiner Teil entwässert nach NNorden zu den Großen Seen. Dieses junge Seengebiet, das die größte Süßwasserfläche der Erde bildet, entstand erst während der Eiszeit. Während sich der Michigansee vollständig auf dem Staatsgebiet der USA befindet, liegen der Obere See, der Huronsee, der Eriesee u.und der Ontariosee auf der Grenze zu Kanada. Die Seen sind durch Flüsse u.und über Wasserfälle miteinander verbunden; am bekanntesten sind die z. T. auf kanad.kanadischem Staatsgebiet liegenden 51 m hohen Niagarafälle.

Hochgebirge und Pazifikküste im Westen

Das westl.westliche Drittel der USA wird von dem bis zu 1700 km breiten Gebirgssystem der Kordilleren eingenommen. Der Gebirgskomplex gliedert sich von OOsten nach WWesten in das Felsengebirge der Rocky Mountains, die Westkordillere mit dem Kaskadengebirge im NNorden u.und der Sierra Nevada im SSüden sowie die Küstenkordillere.
Die Hebung der Rocky Mountains setzte zu Beginn des Tertiärs (vor 65 Mio. Jahren) ein. Vulkane wie der Mount Rainier (4392 m), der Mount Adams (3751 m) u.und der Mount Hood (3425 m) zeugen von der gleichzeitig einsetzenden vulkan.vulkanischen Aktivität. Auch der Crater Lake in Oregon, mit rd.rund 600 m tiefster See der USA, u.und die Geysire im Yellowstone National Park sind Zeugen des teils bis heute andauernden Vulkanismus.
Mit der Hebung der Rocky Mountains entstanden zugleich zahlreiche Durchbruchstäler u.und Canyons. Eingebettet zwischen den einzelnen Hochgebirgsketten liegen weite Hochplateaus u.und Becken wie das aus bis zu 1200 m mächtigen Lavadecken aufgebaute Columbia Plateau im NNorden, das trocken-heiße Große Becken (Great Basin) u.und das Colorado Plateau im SSüden. Im östl.östlichen Abschnitt des Great Basin bildet der abflusslose Große Salzsee (Great Salt Lake) die Reste des einstigen riesigen glazialen Süßwassersees Lake Bonneville. Der auch als das „Tote Meer Amerikas“ bezeichnete Great Salt Lake weist einen Salzgehalt von 25-27% u.und eine durchschnittl.durchschnittliche Tiefe von 5 m auf.
Am südwestl.südwestlichen Rande des Great Basin erstreckt sich das bis zu 86 m unter dem Meeresspiegel liegende wüstenhafte Tal des Todes, das Death Valley. Südlich des Great Basin schließt sich das Colorado Plateau an, ein aus mehreren Hochebenen aufgebautes Gebiet von der Größe Deutschlands. Der Colorado River hat auf seinem Weg durch das Plateau den 1800 m tiefen Grand Canyon eingeschnitten.
Death Valley
Death Valley
Das Death Valley, eine heiße Vollwüste, ist seit 1933 National Monument und seit 1994 Nationalpark (California, USA).
Death Valley img
Die Hochbecken werden nach WWesten vom Kaskadengebirge (Mount Rainier 4392 m), weiter südlich durch die nach OOsten hin steil abfallende Pultscholle der Sierra Nevada (Mount Whitney 4421 m) begrenzt. Flankiert von diesen Ketten im OOsten u.und der Küstenkordillere im WWesten erstreckt sich im NWNordwesten das Willamette- u.und Puget-Sound-Längstal u.und im SWSüdwesten das Kalifornische Längstal. Das 650 km lange u.und durchschnittlich 80 km breite Kalifornische Längstal wird auf der Basis künstl.künstlicher Bewässerung intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Wälder und Naturschutz

Etwa ein Viertel der Staatsfläche ist bewaldet. In den nördl.nördlichen Rocky Mountains wachsen dichte Nadelwälder, an den Großen Seen u.und in den Appalachen stehen Mischwälder. Im beidseitigen Vorland der Appalachen kommen auch reine Laubwälder vor, an der Golfküste wachsen subtrop.subtropische Nadelbäume (Sumpfzypressen). Die Küste Floridas wird z. T. von Mangroven gesäumt. Im Bereich der pazif.pazifischen Küstenkordillere gibt es ausgedehnte Redwoodbestände u.und in der Sierra Nevada zahlreiche Mammutbäume. Im Landesinneren dominiert das offene Grasland der Prärie, das nur an den Flüssen von Galeriewäldern unterbrochen wird. Während die trockenen Hochbecken im WWesten von Dorn- u.und Zwergstrauchsteppen eingenommen werden, wachsen im südl.südlichen Pazifikgebiet mediterrane Hartlaubgewächse. Nach SSüden wird die Vegetation dürftiger bis hin zur Salzsteppe u.und Vollwüste (Death Valley, Mojave Desert).
85 Nationalparks schützen die unterschiedl.unterschiedlichen Naturlandschaften des Hochgebirges, der Seen, der Wüste u.und des Meeres. Ältester Nationalpark ist der 1872 gegr.gegründete Yellowstone National Park mit über 3000 Geysiren u.und heißen Quellen. Der Sequoia u.und der Kings Canyon National Park in Kalifornien sind bekannt für ihre bis zu 100 m hohen Mammutbäume.

Vulkane, Erdbeben und Hurrikane

Der WWesten der USA liegt in einem tektonisch höchst aktiven Gebiet. Der Ausbruch des im NWNordwesten gelegenen Vulkans Mount St. Helens im Mai 1980 zählt zu den größten Vulkanausbrüchen des 20. Jh Jahrhunderts. Der Vulkan warf über 1,2 km3 Material aus, der anschließende Ascheregen ging über elf US-Bundesstaaten nieder.
Kalifornien ist durch seine Lage an der San-Andreas-Verwerfung, der Nahtstelle zwischen der Pazifischen u.und der Amerikanischen Platte, bes.besonders stark durch Erdbeben gefährdet. 1906 zerstörte ein Beben der Stärke 7,8 auf der Richterskala große Teile der Stadt San Francisco. Ein weiteres schweres Erdbeben traf die Stadt 1989.
Auch heftige Stürme führen immer wieder zu Verwüstungen. Jahr für Jahr wüten rd.rund 1200 Tornados im mittleren WWesten u.und im SSüden der USA. An der Karibikküste u.und am Golf von Mexiko richten Hurrikane bisweilen große Schäden an. Extrem katastrophal war der Hurrikan Katrina, der 2005 mehrere Deiche von New Orleans zerstörte u.und dadurch fast die gesamte Stadt unter Wasser setzte.

Überwiegend gemäßigtes Klima

Die klimat.klimatische Gliederung der USA entspricht der Ost-West-Abfolge des Großreliefs. Im OOsten ist das Klima gleichmäßig feucht; nördlich der Linie New York-Kansas City ist das Klima kühlgemäßigt, südlich davon warmgemäßigt. Während die Durchschnittstemperatur in Boston (Massachusetts) 9,3 °C beträgt, liegt sie im fast 800 km südlich gelegenen Richmond (Virginia) bei 14,4 °C; weitere 900 km südlich beträgt sie in Jacksonville (Nord-Florida) 20,8 °C. Im südl.südlichen Florida herrscht ein randtrop.randtropisches Klima, die Durchschnittstemperatur in Orlando beträgt 22,4 °C.
Die häufigen Hurrikane bringen dem SOSüdosten hohe Niederschlagsmengen: in Miami fallen 1520 mm Regen u.und in Teilen Floridas gibt es jedes Jahr 70-80 Gewittertage. Eine weitere Zone starker Niederschläge bildet die Olympia-Halbinsel im NWNordwesten mit 2500 mm Regen. Dagegen weist die südl.südliche Pazifikküste ein subtrop.subtropisches Winterregenklima auf. Von den 529 mm Niederschlag, die in San Francisco fallen, gehen fast 90% zwischen Oktober u.und März nieder. Im Windschatten des Kaskadengebirges, der Sierra Nevada u.und auch der Rocky Mountains ist es dagegen sehr trocken u.und heiß: Das Death Valley gehört zu den Gebieten mit den höchsten gemessenen Temperaturen (56,7 °C) u.und in Las Vegas fallen im Laufe eines Jahres lediglich 104 mm Niederschlag.
Das Fehlen eines ostwestlich verlaufenden Gebirgszuges ermöglicht einen raschen Luftmassenaustausch zwischen kalter Luft aus dem NNorden u.und warmer Luft aus dem SSüden. Die gefährl.gefährlichen Kaltlufteinbrüche (Northers), die auch der subtrop.subtropischen Golfküste u.und Kalifornien Fröste bringen können, führen im NNorden häufig zu katastrophalen Schneestürmen, den Blizzards. Andererseits gelangen warme Golfwinde nach NNorden bis in das Gebiet der Großen Seen.

Bevölkerung

Die USA sind bis heute das größte Einwanderungsland der Welt. Zwischen 1820 u.und Ende des 20. Jh. Jahrhunderts wanderten rd.rund 63,1 Mio. Menschen ein. Die erste große Einwanderungswelle brachte bis 1890 Immigranten aus England, Irland, Deutschland u.und Skandinavien, mit der zweiten großen Welle (1890-1910) kamen überwiegend Süd- u.und Osteuropäer ins Land. Die heutigen Einwanderer stammen größtenteils aus Lateinamerika u.und Asien. 11% der im Jahr 2000 legal in den USA lebenden Ew.Einwohner wurden im Ausland geboren. Von den geschätzten 12 Mio. illegal in den USA lebenden Immigranten stammen bis zu 70% aus Lateinamerika. Durch den Ausbau der Grenzanlagen zu Mexiko versuchen die USA, dem illegalen Einwandererstrom Herr zu werden.
Am dichtesten besiedelt sind Neuengland, die mittelatlant.mittelatlantischen Staaten, das Gebiet der Großen Seen sowie Teile von Texas u.und Kalifornien. Dagegen sind die Trockengebiete der Rocky Mountains, deren nordöstl.nordöstliches Vorland sowie Alaska kaum besiedelt. Heute zieht es viele Bewohner des kühlen Nordostens in den Sun Belt des Südens. Eine weitere Wanderbewegung führt aus dem großstädtischen u.und auch aus dem ländl.ländlichen Raum in die Kleinstädte. Heute leben mehr als drei Viertel der Bevölkerung in Städten, von denen fast 40 Agglomerationen die Millionengrenze überschritten haben.
Die Schere zwischen Reich u.und Arm vergrößerte sich in den letzten Jahren erheblich. Das reichste Fünftel der US-Amerikaner verfügt über mehr als die Hälfte des Nationalvermögens, das ärmste Fünftel dagegen lediglich über rd.rund 3,5%. 12% aller Ew.Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze; jeder vierte Afroamerikaner u.und jeder fünfte Hispano-Amerikaner, aber nur jeder zehnte Weiße gelten als arm.
Wie in anderen westl.westlichen Industrieländern leidet die amerikan.amerikanische Gesellschaft an einer zunehmenden Überalterung. Seit dem Babyboom zwischen 1940 u.und 1960 ging die Geburtenrate kontinuierlich zurück; das Durchschnittsalter lag 2006 bei 36,5 Jahren, die über 65-Jährigen stellten ca. 13% der Bevölkerung - mehr als doppelt so viel wie 1940.

Multiethnische Gesellschaft

Drei Viertel der Ew.Einwohner sind Weiße überwiegend europ.europäischer Abstammung; rd.rund 12% sind Afroamerikaner. 12,5% aller US-Amerikaner sind lateinamerikan.lateinamerikanischer Abstammung u.und ihr Anteil nimmt ständig zu. Kleine Minderheiten bilden Asiaten u.und Indianer. Noch heute lebt rd.rund die Hälfte aller Afroamerikaner in den Südstaaten - 1850 waren es 97%. Die meisten Hispano-Amerikaner kommen aufgrund der politischen u.und wirtschaftl.wirtschaftlichen Instabilität ihrer Heimatstaaten in die USA, zwei Drittel stammen aus Mexiko. In Los Angeles stellen die Hispano-Amerikaner fast die Hälfte aller Ew.Einwohner, in New York rd.rund ein Viertel. Auch die meisten Amerikaner asiat.asiatischer Abstammung leben in den Großstädten Kaliforniens u.und in New York - sowie auf Hawaii. Der Anteil der asiat.asiatischen Minderheit stieg zwischen 1980 u.und 2006 auf mehr als das Zweieinhalbfache an.
Die kleinste Minderheit bildet mit etwa 1% die indian.indianische Urbevölkerung, die sich aus über 500 Stämmen u.und „Nationen“ zusammensetzt. Die meisten von ihnen leben in über 300 selbst verwalteten Reservationen. Von allen ethn.ethnischen Gruppen sind die Indianer die mit der größten Armutsrate u.und der höchsten Arbeitslosenquote.
Über die Hälfte der US-Amerikaner sind Protestanten (vor allem Baptisten), ein Fünftel gehört der röm.-kath.römisch-katholischen Kirche an, daneben gibt es rd.rund 250 weitere Religionsgemeinschaften, darunter zahlreiche Sekten. Jeder zehnte US-Amerikaner gehört keiner Religionsgemeinschaft an.

Bildung

Die Schulpflicht beginnt in der Regel mit sechs Jahren u.und endet mit dem 16. Lebensjahr. Auf die meist sechsjährige Elementary School baut die jeweils dreijährige Junior High School u.und Senior High School auf. Ist die Elementary School achtjährig, folgt ihr eine vierjährige High School. Das Bildungswesen liegt überwiegend in öffentl.öffentlicher Hand, 2005 besuchten nur 11,5% aller Schüler Privatschulen. Der Besuch der öffentl.öffentlichen Schulen, an denen es im Übrigen keinen Religionsunterricht gibt, ist kostenlos. Sämtliche Belange des Erziehungs- u.und Bildungswesens unterstehen den Einzelstaaten. Die mehr als 14 000 Schuldistrikte finanzieren sich überwiegend über die Grundsteuer; dadurch gibt es in den reichen Schulbezirken gut ausgestattete Schulen, während die Qualität der Schulen der armen Schulbezirke wesentlich schlechter ist. 2002 wurde ein Bildungsreformgesetz (No Child Left Behind Act) verabschiedet, das die teils mangelhafte Qualität des öffentl.öffentlichen Bildungssystems - 20 Mio. Kinder gelten trotz Schulbesuchs als funktionale Analphabeten - verbessern soll.
Auch an den über 4000 Universitäten u.und Colleges bestehen hohe Qualitätsunterschiede. Die zweijährigen Junior Colleges bieten eine Berufsausbildung an oder lehren den Stoff der ersten beiden Jahre der vierjährigen Colleges. Die überwiegend privaten Colleges führen zu einem Bachelor-Abschluss (Bachelor of Arts, B. A., u.und Bachelor of Science, B. Sc.). Sie sind entweder selbständig oder an eine Universität angeschlossen. Der überwiegende Teil der Studierenden ist an einer der großen Staatsuniversitäten oder einer der kostenpflichtigen Privatuniversitäten eingeschrieben. Renommierte private Hochschulen wie Stanford, Duke, Yale, Columbia u.und Chicago werden aufgrund der hohen Gebühren nur von wohlhabenden Studierenden besucht. Die älteste u.und bis heute renommierteste Universität ist die 1636 gegr.gegründete Harvard-Universität. An den Universitäten können neben dem Bachelor-Abschluss auch der Masterabschluss (M. A. oder M. Sc.) u.und der Doktortitel erlangt werden.

Staat und Politik

USA: Staatsorgane
USA: Staatsorgane
USA: Staatsorgane img
USA: Präsidenten
USA: Präsidenten
NameParteizugehörigkeitAmtszeit
George WashingtonFöderalist1789-1797
John AdamsFöderalist1797-1801
Thomas JeffersonDemokrat1801-1809
James MadisonDemokrat1809-1817
James MonroeDemokrat1817-1825
John Quincy AdamsDemokrat1825-1829
Andrew JacksonDemokrat1829-1837
Martin Van BurenDemokrat1837-1841
William Henry HarrisonWhig1841
John TylerWhig1841-1845
James K. PolkDemokrat1845-1849
Zachary TaylorWhig1849-1850
Millard FillmoreWhig1850-1853
Franklin PierceDemokrat1853-1857
James BuchananDemokrat1857-1861
Abraham LincolnRepublikaner1861-1865
Jefferson Davis (Präsident der Konföderierten Staaten)1861-1865
Andrew JohnsonDemokrat1865-1869
Ulysses S. GrantRepublikaner1869-1877
Rutherford B. HayesRepublikaner1877-1881
James A. GarfieldRepublikaner1881
Chester A. ArthurRepublikaner1881-1885
Grover ClevelandDemokrat1885-1889
Benjamin HarrisonRepublikaner1889-1893
Grover ClevelandDemokrat1893-1897
William McKinleyRepublikaner1897-1901
Theodore RooseveltRepublikaner1901-1909
William H. TaftRepublikaner1909-1913
Woodrow WilsonDemokrat1913-1921
Warren G. HardingRepublikaner1921-1923
Calvin CoolidgeRepublikaner1923-1929
Herbert HooverRepublikaner1929-1933
Franklin D. RooseveltDemokrat1933-1945
Harry S. TrumanDemokrat1945-1953
Dwight D. EisenhowerRepublikaner1953-1961
John F. KennedyDemokrat1961-1963
Lyndon B. JohnsonDemokrat1963-1969
Richard M. NixonRepublikaner1969-1974
Gerald R. FordRepublikaner1974-1977
Jimmy (James E.) CarterDemokrat1977-1981
Ronald W. ReaganRepublikaner1981-1989
George BushRepublikaner1989-1993
Bill (William Jefferson) ClintonDemokrat1993-2001
George W. BushRepublikaner2001-2009
Barack Hussein ObamaDemokrat2009-
USA: Präsidenten standard.tables
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine präsidiale Bundesrepublik. Grundlegende Prinzipien bilden die Gewaltenteilung (separation of powers) u.und die Gewaltenbalance (checks and balances). Die Verfassung von 1787 erhielt bis heute 27 Zusätze (amendments), einschl.einschließlich eines Grundrechtekatalogs (Bill of Rights).
An der Spitze der Exekutive steht der Präsident. Er ist Staatsoberhaupt, Regierungschef sowie Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Mitglieder des Kabinetts werden vom Präsidenten mit Zustimmung des Senats ernannt. Der Präsident wird nicht direkt, sondern von Wahlmännern (electoral college, 538 Mitglieder; aus jedem Staat eine der Zahl seiner Kongressabgeordneten entspr.entsprechende Zahl u.und drei Vertreter des District of Columbia) für vier Jahre gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist zulässig. Bei Tod, Rücktritt oder Amtsenthebung des Präsidenten geht sein Amt auf den Vize-Präs.Vizepräsidenten über.
Die Gesetzgebung wird vom Kongress ausgeübt, der aus Senat (100 Senatoren, für sechs Jahre gewählt, zwei aus jedem Bundesstaat) u.und Repräsentantenhaus besteht (435 Abgeordnete, die sich auf die einzelnen Bundesstaaten nach ihrer Einwohnerzahl bei der jeweils letzten Volkszählung verteilen; jeder Staat entsendet jedoch mindestens einen Abgeordneten ins Repräsentantenhaus). Alle zwei Jahre stehen ein Drittel der Senatorensitze sowie sämtl.sämtliche Repräsentantenhaussitze zur Wahl. Der Präsident hat das Recht, Gesetzen des Kongresses seine Zustimmung zu verweigern (veto-competence). Der Kongress benötigt Zweidrittelmehrheiten in beiden Häusern, um das Veto des Präsidenten zu überstimmen. Der Präsident ist dem Kongress nicht unmittelbar verantwortlich. Er kann nur durch eine gerichtsförmige Anklage des Repräsentantenhauses vom Senat abgesetzt werden (Impeachment). Für die Anklageerhebung ist im Repräsentantenhaus die absolute Mehrheit der Stimmen nötig, für die Amtsenthebung im Senat Zweidrittelmehrheit.
Demokraten (Democratic Party) u.und Republikaner (Republican Party) prägen das amerikan.amerikanische Zweiparteiensystem. Sie unterschieden sich über längere Phasen des 20. Jahrhunderts weltanschaulich kaum voneinander und waren programmatisch auch nicht so festgefügt wie europ.europäische Parteien. Seit den 1970er Jahren setzte hier ein Wandel ein, der zu einer stärkeren Polarisierung zwischen den beiden Parteien führte, wobei sich die Republikaner auf ein konservatives und die Demokraten auf ein eher liberales Wählermilieu stützen.
Der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) als höchstes Organ der Rechtsprechung besteht aus neun Richtern, die vom Präsidenten mit Zustimmung des Senats ernannt werden, u.und zwar im Prinzip auf Lebenszeit.
Vereinigte Staaten von Amerika: Unionsstaaten
Vereinigte Staaten von Amerika: Bundesstaaten
StaatAbkürzungFläche (in km2 )Einwohner (in Mio.)Hauptstadt
AlabamaAla.135 7754,60Montgomery
AlaskaAlas.1 700 1380,67Juneau
ArizonaAriz.295 2766,17Phoenix
ArkansasArk.137 7422,81Little Rock
CaliforniaCalif.424 00236,46Sacramento
ColoradoColo.269 6184,75Denver
ConnecticutConn.14 3583,50Hartford
DelawareDel.6 4480,85Dover
FloridaFla.170 31418,09Tallahassee
GeorgiaGa.153 9529,36Atlanta
HawaiiHi.28 3131,29Honolulu
IdahoId.216 4561,47Boise
IllinoisIll.150 00712,83Springfield
IndianaInd.94 3286,31Indianapolis
IowaIa.145 7542,98Des Moines
KansasKans.213 1112,76Topeka
KentuckyKy.104 6654,21Frankfort
LouisianaLa.134 2754,29Baton Rouge
MaineMe.91 6531,32Augusta
MarylandMd.32 1345,62Annapolis
MassachusettsMass.27 33710,10Boston
MichiganMich.250 4659,94Lansing
MinnesotaMinn.225 1825,17Saint Paul
MississippiMiss.125 4432,91Jackson
MissouriMo.180 5465,84Jefferson City
MontanaMont.380 8500,94Helena
NebraskaNebr.200 3581,77Lincoln
NevadaNev.286 3672,50Carson City
New HampshireN.H.24 2191,31Concord
New JerseyN.J.22 5908,72Trenton
New MexicoN. Mex.314 9391,95Santa Fé
New YorkN.Y.141 08019,31Albany
North CarolinaN.C.139 3978,86Raleigh
North DakotaN.D.183 1230,64Bismarck
Ohio-116 10311,48Columbus
OklahomaOkla.181 0483,58Oklahoma City
OregonOreg.254 8193,70Salem
PennsylvaniaPa.119 29112,44Harrisburg
Rhode IslandR.I.4 0021,07Providence
South CarolinaS.C.82 9024,32Columbia
South DakotaS.D.199 7440,78Pierre
TennesseeTenn.109 1586,04Nashville-Davidson
TexasTex.695 67623,51Austin
UtahUt.219 9022,55Salt Lake City
VermontVt.24 9030,62Montpelier
VirginiaVa.110 7927,64Richmond
WashingtonWash.184 6726,40Olympia
West VirginiaW.Va.62 7591,82Charleston
WisconsinWis.169 6435,56Madison
WyomingWyo.253 3490,52Cheyenne
Bundesdistrikt: District of ColumbiaD.C.1770,58Washington
USA: Unionsstaaten standard.tables
Die 50 Bundesstaaten haben eigene Zweikammerparlamente (außer Nebraska mit nur einer Kammer). Die Exekutivgewalt der Bundesstaaten haben die Gouverneure inne, die alle zwei oder vier Jahre direkt gewählt werden. Der District of Columbia hat den Sonderstatus eines Bundesterritoriums u.und untersteht dem Kongress direkt.

Wirtschaft und Verkehr

Weltwirtschaft: Regionen
Weltwirtschaft: Regionen
Weltwirtschaft: Regionen img
Die stärkste Volkswirtschaft der Erde, die ein Fünftel des jährl.jährlichen Welteinkommens erwirtschaftet, stützt sich auf einen enormen Binnenmarkt u.und auf ein liberales Wirtschafts- u.und Handelssystem; der Anteil der Staatsausgaben beträgt in den USA weniger als ein Drittel. Die Konjunkturabschwächung Ende der 1990er Jahre mündete in eine Rezession. Mitverantwortlich dafür war auch der Einbruch in der New Economy, die die Branchen Computer, Software, Internet, Telekommunikation u.und Neue Medien umfasst. Die Terroranschläge vom 11. September  2001 führten zu einem vorübergehenden Börsencrash u.und brachten Wirtschaftszweige wie die Luftfahrtbranche in starke Bedrängnis. Heute zeigt die Wirtschaft einen erneuten Aufschwung, der durch die Folgen der Hurrikanschäden 2005 u.und durch das gestiegene Handelsbilanzdefizit nur leicht abgeschwächt wurde. Auch die Arbeitsmarktlage hat sich verbessert - die Arbeitslosenquote sank zwischen 2003 u.und 2005 von 6,0% auf 5,5%. Die USA bilden den weltweit größten Importmarkt u.und stehen als Exporteur hinter Deutschland an zweiter Stelle der Weltrangliste.

Strukturwandel in der Landwirtschaft

Ein Fünftel der Staatsfläche dient als Ackerland, ein Viertel als Wiesen u.und Weiden. Die amerikan.amerikanische Landwirtschaft wird von Automatisierung, dem Einsatz von Agrochemie u.und in jüngster Zeit von gentechnolog.gentechnologischen Anbaumethoden geprägt. Die hoch mechanisierten Großbetriebe des Agrobusiness, die sämtl.sämtliche Produktionsprozesse bis hin zur Nahrungsmittelherstellung kontrollieren, haben die jahrzehntelang dominierenden Familienbetriebe u.und mittelgroßen Farmen verdrängt. Damit lösten sich auch die so genannten Belts auf - traditionelle, relativ einheitl.einheitliche Landwirtschaftszonen, die auf ein Hauptprodukt spezialisiert waren. Die Landwirtschaft zeigt heute ein differenzierteres Bild, wobei im OOsten weiterhin der Regenfeldbau u.und die intensive Viehwirtschaft, im WWesten Trockenfeldbau, Bewässerungswirtschaft u.und extensive Weidewirtschaft überwiegen.
Etwa die Hälfte der Ackerfläche dient dem Getreideanbau, wobei der größte Teil auf Futtermais u.und Weizen fällt. In den letzten Jahren sind die USA zum weltweit größten Erzeuger von Sojabohnen aufgestiegen. Bei Weizen, Reis u.und Tabak zählen die USA zu den weltweit größten Exporteuren. Zudem liefern die USA etwa ein Fünftel der weltweiten Baumwollernte; ein Drittel davon wird in Texas angebaut, ein weiteres Drittel in Arizona u.und Kalifornien. Der Anbau von Südfrüchten, Obst, Gemüse u.und Sonderkulturen erfolgt schwerpunktmäßig in klimatisch begünstigten Zonen wie Kalifornien (dort auch Wein), der Golfküste u.und Florida sowie rund um die für den Absatz wichtigen Städte der Ostküste u.und an den Großen Seen.
Noch höhere Erträge als der Ackerbau liefert die Viehzucht mit Rindern, Schweinen u.und Schafen. Im NONordosten liegt der Schwerpunkt auf der Milchwirtschaft, im Zentrum u.und NNorden auf der Haltung von Fleischvieh u.und in den Rocky Mountains u.und Texas auf Schafen. Die größten Schlachtviehmärkte liegen in Omaha u.und Chicago. Trotz ihres bedeutsamen Fischfangs müssen die USA Fisch importieren.
Ein knappes Viertel der Landesfläche ist bewaldet, damit besitzen die USA nach Russland u.und Brasilien den weltweit drittgrößten Waldbestand. Die Nadelwälder im pazif.pazifischen NWNordwesten liefern die Grundlage für die größte Sägeindustrie der Erde, die vor allem Bauholz liefert. Dagegen dient der Holzeinschlag der Kiefern- u.und Mischwälder im SOSüdosten der Papier- u.und Celluloseherstellung. Bes.Besonders bedeutsam ist die Holzwirtschaft in Alaska, wo sie nach der Fischverarbeitung die wichtigste Branche darstellt.

Rohstoffreichtum

Die USA gehören mit ihren reichen Lagerstätten zu den wichtigsten Bergbauländern der Erde. Wichtigster Rohstoff ist Erdöl, das überwiegend in Texas, in Louisiana u.und am Golf von Mexiko, in den Appalachen sowie in Kalifornien u.und in Alaska gefördert wird. Aufgrund des immensen Eigenbedarfs sind jedoch zusätzlich hohe Ölimporte erforderlich. Die Kohlelagerstätten der USA zählen zu den größten der Erde, die bedeutendsten liegen in den Appalachen zwischen Pennsylvania u.und Alabama, zwischen dem Mississippi u.und dem unteren Ohio, zwischen Texas u.und Iowa sowie in den Rocky Mountains. Die größten Eisenerzförderstätten befinden sich am Oberen See, im NNorden der Appalachen u.und in den Kordilleren, die wichtigsten Kupfererzlagerstätten liegen in Utah. Bedeutsam ist ferner der Abbau von Gold, Silber, Blei u.und Zink sowie Molybdän, Uran, Schwefel, Phosphat u.und Kalisalzen. Doch selbst die reichen Lagerstätten können die hohe Nachfrage nach Rohstoffen nicht abdecken, neben Erdöl werden vor allem Eisen- u.und Kupfererze importiert.
Zur Deckung des Energieverbrauchs - die USA haben den weltweit höchsten Pro-Kopf-Verbrauch - dienen überwiegend Erdgas u.und Erdöl; jeweils ein Fünftel stammt aus Kohle- u.und Wasserkraftwerken. Elektrizität wird zu einem Fünftel aus Kernkraft gewonnen.

Vielseitige Industrie

Der Industriesektor hat in den letzten Jahrzehnten zugunsten des Dienstleistungssektors erheblich an Bedeutung verloren. Arbeiteten in den 1980er Jahren noch ein Viertel der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe, so sind es heute nur noch rd.rund 13%. Der Abbau der Arbeitsplätze ist einerseits eine Folge der Rationalisierung u.und Automatisierung, andererseits der Verlagerung der Produktion in asiat.asiatische Billiglohnländer.
Die größten Industriegebiete liegen im Manufacturing Belt, einem Streifen zwischen Boston-Baltimore im OOsten u.und Chicago-Saint Louis im WWesten. Weitere traditionelle Industriegebiete befinden sich am Osthang der Appalachen, an der texan.texanischen Küste u.und in Kalifornien. Pittsburgh ist das weltweit wichtigste Stahlzentrum, Detroit der Schwerpunkt der Autoindustrie. Neue Standorte der Eisen- u.und Stahlindustrie sind auf der Basis von importierten Eisenerzen an der Atlantikküste u.und in Texas entstanden. Die Golfküste hat sich aufgrund reicher Erdölvorkommen zum Schwerpunkt der petrochem.petrochemischen Industrie entwickelt. Seit den 1960er Jahren wurde im Manufacturing Belt die Schwerindustrie durch moderne Industriezweige wie die Software-Industrie ersetzt; gleichzeitig entstanden neue Zentren der Elektronik- sowie der Luft- u.und Raumfahrtindustrie an der Pazifikküste, vor allem im Silicon Valley bei Los Angeles, in San Francisco u.und in Seattle. Heute siedeln sich viele Industrien bevorzugt im Sun Belt an, einem Streifen, der von North Carolina im OOsten über Texas bis an die Westküste Kaliforniens reicht. Neben der Hightech- u.und Rüstungsindustrie zählen dazu auch viele nicht standortgebundene Branchen wie die Nahrungsmittel-, Elektronik-, Textil- u.und Bekleidungsindustrie.

Wachsender Dienstleistungssektor

Heute arbeiten über drei Viertel aller Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor. Sie erwirtschaften fast vier Fünftel des Bruttoinlandsproduktes. Jeder fünfte Erwerbstätige arbeitet im Banken-, Versicherungs- u.und Immobiliengeschäft, etwas mehr als jeder achte im Handel; ein Achtel aller Erwerbstätigen ist im öffentl.öffentlichen Sektor beschäftigt.
In den letzten Jahren gewinnt der Tourismus immer mehr an Bedeutung, die Terroranschläge von 2001 brachten nur einem kurzfristigen Einbruch. Die meisten Touristen stammen aus dem eigenen Land, dazu kommen über 40 Mio. ausländ.ausländische Touristen. Ein Großteil von ihnen stammt aus Kanada, doch auch viele Briten, Japaner u.und Deutsche besuchen das Land. Hauptattraktionen sind die verschiedenen Nationalparks, die Großstädte an der Ostküste u.und in Kalifornien sowie Las Vegas. Beliebt sind insbes.insbesondere die Stätten des UNESCO-Welterbes, von denen die USA 20 aufweist. Dazu zählen u. a. Nationalparks wie der Yellowstone u.und der Yosemite National Park, die Sümpfe der Everglades in Südflorida, die Schlucht des Grand Canyon u.und die Regenwälder des Redwood National Parks. Zu den acht Stätten des Kulturerbes gehören u. a. die Freiheitsstatue im Hafen von New York, die Unabhängigkeitshalle in Philadelphia u.und das Indianerdorf Taos in New Mexico.

Gut ausgebautes Verkehrsnetz

Trotz der riesigen Dimensionen verfügt das Land über ein gut ausgebautes, dichtes Verkehrsnetz. Fast ein Viertel des weltweiten Schienennetzes befindet sich in den USA. Wichtigster Eisenbanknotenpunkt ist Chicago. 85% des Personenverkehrs erfolgen über den Autoverkehr, zudem steht ein dichtes Netz an Fernbuslinien zur Verfügung. Insges.Insgesamt gibt es über 6 Mio. km Straßen, von denen fast 75 000 km Autobahnen sind. Auch das Binnenschifffahrtsnetz ist gut ausgebaut, bes.besonders auf dem Mississippi. Bedeutsam ist der Schiffsverkehr auf den Großen Seen, die seit 1959 über den dafür ausgebauten Sankt-Lorenz-Schifffahrtsweg für größere Seeschiffe zugänglich sind. Weiterhin sehr wichtig ist der zum Jahreswechsel 1999/2000 an Panama übergebene Panamakanal, der eine Durchfahrt zwischen der Atlantik- u.und Pazifikküste ermöglicht. Steigende Bedeutung kommt zudem den Pipelines zum Transport von Erdöl u.und Erdgas zu. Die großen Entfernungen haben das Flugzeug zu einem wichtigen Verkehrsmittel werden lassen. Atlanta u.und Chicago sind die größten Flughäfen der Welt.

Geschichte

Kolonialzeit und Unabhängigkeitskampf

Im 17. Jh. Jahrhundert wurden mit Hilfe engl.englischer Handelskompanien an der Ostküste Nordamerikas fünf Freibriefkolonien gegr.gegründet: 1607 Virginia, 1620 Plymouth, 1630 Massachusetts, 1635 Connecticut, 1636 Rhode Island. Zudem verliehen brit.britische Könige einflussreichen Persönlichkeiten sog. Eigentümerkolonien: Maryland, Carolina, Pennsylvania, Georgia. Die engl.englische Krone selbst gewann durch Zurücknahme von Freibriefen u.und Eroberung Kolonialbesitz. Südlich der sog. Neuengland-Kolonien (Plymouth, Massachusetts, Connecticut, Rhode Island, New Hampshire) entstanden die Neuniederlande u.und Neuschweden. Die Holländer unterwarfen 1655 das schwed.schwedische Territorium, doch fiel ihre erweiterte Kolonie in zwei Seekriegen 1664 u.und 1688 den Briten zu, die sie New York nannten u.und New Jersey u.und Delaware davon abtrennten. Diese 13 Kolonien bildeten den Kern der späteren USA.
Während der SSüden von der mit Sklaven betriebenen Plantagenwirtschaft, häufig in der Hand von Nichtengländern, mit den Monokulturen Tabak, Rohrzucker, Baumwolle u.und Indigo bestimmt wurde, dominierte in den Neuenglandstaaten eine fast rein engl.englische Bevölkerung, die als Gewerbetreibende u.und Industriepioniere, aber auch als freie Bauern tätig war. Die Kolonien wurden bald in Machtkämpfe zwischen England, Frankreich, Spanien u.und den Niederlanden hineingezogen. Im Siebenjährigen Krieg 1756-1763 verlor Frankreich alle seine nordamerikan.nordamerikanischen Festlandsbesitzungen. Kanada u.und Louisiana (bis zum Mississippi) fielen an England; den Rest bekam Spanien. England versuchte, seine Kriegsschulden auf die Kolonien abzuwälzen. Die Kolonisten forderten vom Mutterland polit.politische Gleichberechtigung; sie wollten im Londoner Parlament vertreten sein (no taxation without representation, „keine Steuern ohne [parlamentarische] Vertretung“).
Stempelsteuerkongress
Stempelsteuerkongress
27 Abgeordnete aus neun nordamerikanischen Kolonien wandten sich am 25. 10. 1765 mit einer Entschließung gegen das britische Stempelsteuergesetz, das sie in einer geschickten Argumentation als unrechtmäßig bezeichneten. Sie fordern vom Mutterland, dass es ihr Recht auf parlamentarische Vertretung anerkenne.

I. Dass die Untertanen Seiner Majestät in diesen Kolonien der Krone Großbritanniens die Ergebenheit schulden, die für seine innerhalb des Reichs geborenen Untertanen Pflicht ist, und dass sie der erhabenen Körperschaft des Parlamentes von Großbritannien alle schuldige Unterordnung zu leisten haben ... III. Dass es ein unzertrennlicher Bestandteil der Freiheit eines Volkes und das unzweifelhafte Recht von Engländern ist, dass ihnen Steuern nur mit ihrer eigenen, persönlich oder durch die Vertreter erteilten Zustimmung auferlegt werden. IV. Daß die Bevölkerung dieser Kolonien im Unterhaus von Großbritannien nicht vertreten ist und wegen der räumlichen Entfernung nicht vertreten sein kann. V. Dass die Vertreter der Bevölkerung dieser Kolonien nur Personen sein können, die daselbst von ihr selbst gewählt wurden, und dass ihr niemals Steuern auferlegt wurden, noch verfassungsmäßig auferlegt werden können, außer durch ihre entsprechenden gesetzgebenden Körperschaften. VI. Da alle Geldbewilligungen für die Krone freie Spenden des Volkes sind, ist es unbegründet und unvereinbar mit den Grundsätzen und dem Geist der britischen Verfassung, wenn das Volk von Großbritannien Seiner Majestät das Eigentum der Kolonisten bewilligt."

Stempelsteuerkongress
Die Konfrontation spitzte sich durch die „Boston Tea Party“ 1773 (Vernichtung von Tee durch Kolonisten) zu u.und gipfelte in der Konstituierung des 1. Kontinentalkongresses der Kolonien 1774 in Philadelphia. Der Einsatz brit.britischer Streitkräfte führte zum Unabhängigkeitskrieg 1775-1783. Die von Thomas Jefferson entworfene Unabhängigkeitserklärung (4. 7. 1776) des Kongresses zerschnitt das Band zwischen den Kolonien u.und England endgültig. Auf einem Verfassungskonvent wurde 1787 die bis heute gültige Verfassung der USA beschlossen.

Expansion und Sezessionskrieg

Bereits unter dem ersten Präsidenten G. Washington (1789-1797) setzte die räuml.räumliche Expansion ein: 1792 traten Kentucky u.und 1796 Tennessee in die Union ein. 1803 erwarben die USA das Louisiana-Gebiet u.und Ohio. 1819 kauften sie Florida von Spanien. Die Monroe-Doktrin 1823 sollte einer mögl.möglichen Rekolonialisierung des Kontinents entgegenwirken. Unter der Präsidentschaft von Andrew Jackson (1829-1837) beförderten Wahlrechtsreformen die Demokratisierung des Landes. Gegenüber den Indianern betrieb Jackson eine schonungslose Umsiedlungspolitik. Die Aufnahme von Texas in die Union führte zum Krieg mit Mexiko 1846-1848, bei dem die USA das Gebiet der späteren Bundesstaaten New Mexico, Arizona, Colorado, Utah, Nevada u.und Kalifornien eroberten. Der Gadsden-Kauf 1853, in dem Mexiko weiteres Gebiet veräußerte, ergänzte diese neue Expansion durch einen Grenzstreifen im SW. Damit umfassten die USA mit den Ausnahmen Alaskas u.und Hawaiis fast das gesamte Territorium der heutigen Nation. Die Zahl der Ew.Einwohner hatte sich seit dem Unabhängigkeitskrieg verzehnfacht.
Die rasche Entwicklung u.und Erweiterung der USA verschärfte den Gegensatz zwischen NNorden u.und SSüden in der Sklavenfrage. Als Abraham Lincoln, ein Gegner der Sklaverei, zum Präsidenten gewählt wurde, erklärte South Carolina am 20. 12. 1860 seinen Austritt aus den USA (Sezession). Bis Mitte Mai 1861 folgten zehn weitere Südstaaten. Sie bildeten die Konföderierten Staaten von Amerika. Lincoln verweigerte ihnen die Anerkennung. Mitte April 1861 kam es zum Sezessionskrieg, der am 9. 4. 1865 mit der Kapitulation der Südstaaten endete. Nach der Ermordung Lincolns durch einen Südstaatler verzögerten radikale polit.politische Bewegungen, Rachejustiz u.und Korruption zunächst die Rekonstruktion, also die Wiedereingliederung der Südstaaten in die Union. Nach der Abschaffung der Sklaverei erlangten die Schwarzen das Wahlrecht; ihre gesellschaftl.gesellschaftliche Integration wurde jedoch durch rassist.rassistische Gruppierungen wie den Ku Klux Klan weiterhin behindert.

Aufstieg zur Weltmacht und Zeit der Weltkriege

Der Sezessionskrieg hatte den wirtschaftl.wirtschaftlichen Kräften im NNorden starken Auftrieb gegeben u.und neue Industriezentren entstehen lassen. Die zunehmende Einwanderung beschleunigte das wirtschaftl.wirtschaftliche Wachstum, das auch die außenpolit.außenpolitische Machtentfaltung begünstigte. Aktionsfelder dieser Politik wurden bes.besonders der Pazifik u.und das Karibische Meer. Eine Flottenexpedition 1852-1854 hatte bereits die Öffnung japan.japanischer Häfen erzwungen. 1867 kauften die USA Alaska von Russland. Eine transkontinentale Bahnlinie verband 1869 den OOsten u.und den WWesten der USA.
Im Krieg gegen Spanien 1898 eroberten die USA Kuba, Puerto Rico u.und die Philippinen. Parallel dazu annektierten sie Guam u.und Hawaii. Dem republikan.republikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt (1901-1909) gelang die Abtrennung Panamas von Kolumbien u.und dadurch die Einnahme des für den Bau des Panamakanals vorgesehenen Gebietes.
Im 1. Weltkrieg blieben die USA zunächst neutral. Die dt.deutsche Proklamation des uneingeschränkten U-Boot-Kriegs führte allerdings 1917 zur Kriegserklärung an das Deutsche Reich. Seine Kriegsziele legte der US-amerikan.US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson in den Vierzehn Punkten fest. Auf der Versailler Friedenskonferenz 1919 (Versailler Vertrag) konnte er mit diesem Programm nur teilweise durchdringen. Isolationistische republikan.republikanische Politiker wandten sich gegen die vorgesehene Mitgliedschaft der USA im Völkerbund. Der Versailler Vertrag wurde vom Kongress nicht ratifiziert. 1921 schlossen die USA einen Sonderfrieden mit Deutschland.
Der steile wirtschaftl.wirtschaftlichen Aufschwung der 1920er Jahre fand mit der Weltwirtschaftskrise 1929 ein jähes Ende. Präsident Franklin D. Roosevelt (1933-1945) leitete mit dem New Deal eine neue Wirtschafts- u.und Sozialpolitik ein, unter der sich das Land langsam erholte. Außenpolitisch verfolgte er zunächst eine neutrale Politik, änderte jedoch angesichts der von Deutschland, Italien u.und Japan ausgehenden Politik seinen Kurs. Nach Kriegsausbruch 1939 hielt Roosevelt die USA dem Kampfgeschehen zwar zunächst fern, half aber England u.und China auf vielerlei Weise. Seinen Höhepunkt erreichte dieser „unerklärte Krieg“ mit dem Lend-Lease (Leih-und-Pacht-Gesetz) 1941, dessen Lieferungen zu 2/3 der UdSSR zuflossen. Mit dem japan.japanischen Überfall auf Pearl Harbor am 7. 12. 1941 u.und der anschließenden Kriegserklärung Deutschlands u.und Japans wurden die USA direkt in den Krieg hineingezogen. Roosevelt starb am 12. 4. 1945; sein Nachfolger wurde Vize-Präs.Vizepräsident Harry S. Truman. Die Kapitulation Deutschlands beendete den Krieg in Europa, u.und der Abwurf von zwei amerikan.amerikanischen Atombomben auf Hiroshima u.und Nagasaki erzwang das Kriegsende in Ostasien.

Der Ost-West-Konflikt

Die sowjet.sowjetische Expansionspolitik nach Kriegsende veranlassten Truman u.und dessen Nachfolger, den Republikaner Dwight D. Eisenhower (1953-1961), zu vielseitigen Abwehrmaßnahmen. Die vom Kommunismus bedrohten Länder wurden finanziell unterstützt; die wirtschaftl.wirtschaftliche Gesundung Westeuropas wurde durch den Marshallplan gefördert. Mit der Truman-Doktrin bekannten sich die USA zu einer weltweiten demokrat.demokratischen Verantwortung. Militärische Bündnisse wie die NATO, der ANZUS-Pakt u.und die SEATO wurden abgeschlossen. Die starken Gegensätze zwischen den Weltmächten entluden sich indirekt in begrenzten Waffengängen (Korea-Krieg 1950-1953, Laos-Konflikt 1961/62 u.und Vietnam-Krieg 1965-1973) u.und führten zur Ära des Kalten Krieges. Innenpolitisch hatte der Kalte Krieg in den 1950er Jahren eine massive Kommunistenverfolgung unter der Ägide Joseph R. McCarthys zur Folge.
Mit der Präsidentschaft des Demokraten John F. Kennedy spitzte sich mit dem Bau der Berliner Mauer (1961) u.und der Kuba-Krise (1962) der Ost-West-Konflikt weiter zu. Nach Kennedys Ermordung im November 1963 versuchte Lyndon B. Johnson (1963-1969), dessen innenpolit.innenpolitisches Programm fortzuführen (Bürgerrechtsgesetz, „Feldzug gegen die Armut“). Die polit.politische Szenerie wurde aber nun zunehmend vom Krieg in Vietnam überschattet. Die innenpolit.innenpolitischen Gegensätze eskalierten in Rassen- u.und Studentenunruhen. Die Morde an Martin Luther King u.und Robert Kennedy erschütterten das Land.
Der republikan.republikanische Präsident Richard M. Nixon (1969-1974) konnte 1973 das US-amerikan.US-amerikanische Engagement in Vietnam beenden. Er normalisierte das Verhältnis zur Volksrepublik China u.und bemühte sich um weltpolit.weltpolitische Zusammenarbeit mit der UdSSR. Die Watergate-Affäre zwang ihn 1974 zum Rücktritt. Nachfolger wurde Vize-Präs.Vizepräsident Gerald Ford.
Der 1976 zum Präsidenten gewählte Demokrat James E. Carter nahm diplomat.diplomatische Beziehungen zu China auf u.und vermittelte den ägyptisch-israel.ägyptisch-israelischen Frieden. Die Geiselhaft US-amerikan.US-amerikanischer Botschaftsangehöriger in Teheran 1979-1981 bedeutete eine Demütigung der USA u.und trug 1980 zur Wahlniederlage Carters gegen den Republikaner Ronald Reagan bei, der als Präsident einen wirtschaftl.wirtschaftlichen Aufschwung herbeiführte u.und gegenüber der UdSSR eine Politik der Stärke verfolgte. Den kubanisch-sowjet.kubanisch-sowjetischen Einfluss im lateinamerikan.lateinamerikanischen Raum suchte er durch die militär.militärische Besetzung Grenadas 1983 u.und durch die Unterstützung regimefeindl.regimefeindlicher Kräfte in Nicaragua zurückzudrängen. 1987 schloss die US-Regierung mit der UdSSR ein Abkommen über die Beseitigung aller in Europa stationierten US-amerikan.US-amerikanischen u.und sowjetischen nuklearen Mittelstreckenwaffen.
Reagans Nachfolger wurde 1989 der Republikaner George H. Bush. Während seiner Präsidentschaft (1989-1993) intervenierten die USA militärisch in Panama u.und führten im Golfkonflikt 1990/91 die militärischen u.und polit.politischen Maßnahmen zur Befreiung Kuwaits an. Der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa u.und die Auflösung der Sowjetunion 1991 markierten das Ende des Ost-West-Konfliktes u.und machten die USA zur alleinigen globalen Führungsmacht.

In einer neuen Weltordnung

Bei den Präsidentschaftswahlen 1992 siegte mit Bill Clinton der Kandidat der Demokraten. Er versuchte nach seinem Amtsantritt 1993, neue wirtschafts- u.und sozialpolit.sozialpolitische Schwerpunkte zu setzen. Am 1. 1. 1994 trat das Abkommen mit Kanada u.und Mexiko über die Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA) in Kraft. Die Regierung Clinton beendete den militär.militärischen Einsatz in Somalia u.und erzwang die Wiedereinsetzung des 1991 gestürzten haitian.haitianischen Präsidenten Aristide. 1995 vermittelten die USA ein Friedensabkommen zwischen den Kriegsparteien des ehem. Jugoslawien. Bei den Präsidentschaftswahlen 1996 gewann Clinton das Mandat für eine zweite Amtszeit. Private Skandale (Lewinsky-Affäre) führten 1998 zur Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den Präsidenten, das jedoch an der fehlenden erforderl.erforderlichen Mehrheit im Senat scheiterte. Nach der Kosovo-Krise übernahmen die USA die Führung der NATO-Militäraktion gegen das Belgrader Regime u.und beteiligte sich an den anschließenden Friedensverhandlungen. Zur Jahreswende 1999/2000 ging die Souveränität über die Panamakanalzone von den USA auf Panama über.
Die Präsidentschaftswahlen 2000 gewann der Republikaner George W. Bush, ein Sohn des früheren Präsidenten George H. Bush. Am 11. 9. 2001 zerstörten Terroristen mit entführten Flugzeugen das World Trade Center in New York völlig u.und das Pentagon in Washington teilweise. Die Bush-Regierung proklamierte in der Folge einen Krieg gegen den Terrorismus (war on terrorism). Die USA machten den islam.islamischen Extremisten Osama Bin Laden u.und seine Organisation Al Qaida für die Anschläge verantwortlich u.und führten mit einer militär.militärischen Offensive gegen Afghanistan den Sturz des mit Bin Laden verbündeten Taliban-Regimes herbei. Zur Stärkung der inneren Sicherheit verabschiedete der US-amerikanische Kongress neue Anti-Terror-Gesetze. Bei den Kongresswahlen 2002 bestätigten die Wähler den Kurs der Regierung. Die Republikanische Partei konnte ihre Mehrheit im Repäsentantenhaus ausbauen und im Senat zurückgewinnen. Im Rahmen einer neuen Nationalen Sicherheitsstrategie gegen den internationalen Terrorismus u.und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen setzte die Bush-Administration 2002 eine verschärfte UNO-Resolution über Waffeninspektionen im Irak durch. Nach monatelangen Kontroversen im UN-Sicherheitsrat über die Einhaltung der Resolution gingen die USA gemeinsam mit Großbritannien 2003 militärisch gegen Irak vor u.und beendeten dort die Herrschaft Saddam Husseins. Das US-amerikanische Vorgehen im Irakkonflikt belastete die Beziehungen mit Deutschland und Frankreich. Weitere Schwerpunkte der Außen- und Sicherheitspolitik bildeten die Auseinandersetzungen über die Atompolitik Irans und Nordkoreas sowie neue Bemühungen zur Lösung des Nahostkonflikts. Im Innern verwirklichte Präsident Bush ein umfangreiches Steuersenkungsprogramm zur Belebung der Konjunktur. Dadurch sowie durch die hohen Militärausgaben wuchs das Haushaltsdefizit der USA.
Bei den Präsidentschaftswahlen 2004 konnte sich Bush gegen den demokrat.demokratischen Herausforderer John F. Kerry durchsetzen. Die Republikaner bauten gleichzeitig ihre Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses aus. Innenpolitische Kontroversen entzündeten sich in der Folgezeit am Thema der rechtlichen u.und gesellschaftl.gesellschaftlichen Behandlung der illegalen Einwanderer. Gleichzeitig nahm die Kritik an der Irakpolitik der Regierung zu. Bei den Kongresswahlen 2006 konnten die Demokraten die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Um die Sicherheitsprobleme im Irak zu lösen, entschloss sich die Bush-Administration 2007 dazu, dort die Truppen zu verstärken. Gleichzeitig verschlechterte sich auch die Sicherheitslage in Afghanistan. Die Beziehungen zu Russland wurden im selben Jahr durch Pläne belastet, osteuropäische Staaten in ein Raketenabwehrsystem einzubeziehen. Im Kaukasuskonflikt 2008 unterstützten die USA politisch die Position Georgiens.
Die Innenpolitik wurde 2007/08 von der Subprime-Krise überschattet. Zur Rettung des Finanzsystems richtete die Regierung u. a. einen 700-Milliarden-Dollar-Fonds ein. Die Finanzkrise bestimmte auch die Schlussphase des Präsidentschaftswahlkampfs zwischen dem Republikaner John McCain und dem demokratischen Bewerber Barack Obama. Die Wahlen am 4. 11. 2008 konnte Obama mit deutlichem Vorsprung bei den Wahlmännerstimmen für sich entscheiden. Damit gewann erstmals in der Geschichte der USA ein afroamerikanischer Politiker die Präsidentschaftswahlen. Die Demokraten konnten auch die Kongresswahlen für sich entscheiden und ihre Position in Senat und Repräsentantenhaus ausbauen. Obama wurde am 20. 1. 2009 als neuer Präsident vereidigt. Bereits im Februar 2009 brachte Obama zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise ein Stimulusprogramm im Umfang von 787 Mrd. US-$ durch den Kongress, weitere Maßnahmen folgten. In der Außenpolitik standen weiter die Krisenherde Irak und Afghanistan sowie der Atomstreit mit Iran im Mittelpunkt. Im Dezember 2009 erhielt Obama in Oslo den Friedensnobelpreis. 2010 unterzeichnete er gemeinsam mit dem russischen Präsidenten Medwedjew in Prag einen neuen START-Vertrag. In der Innenpolitik konnte die Obama-Administration gegen starke Widerstände die Verabschiedung eines Gesundheitsreformgesetzes realisieren. Die Explosion einer Ölbohrinsel löste eine Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko aus (April 2010). Zum 31. 8. 2010 wurde der Kampfeinsatz im Irak, bei dem seit 2003 über 4 400 US-Soldaten ihr Leben verloren hatten, für beendet erklärt. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage, die sich in hohen Arbeitslosenzahlen manifestierte, nahm die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierungspolitik zu. In der Tea-Party-Bewegung sammelte sich die rechtskonservative Opposition gegen den Präsidenten, dessen Partei, die Demokraten, bei den Kongresswahlen im November 2010 ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Republikaner verlor. Im März 2011 beteiligten sich die USA an Militäraktionen zur Durchsetzung einer Flugverbotszone in Libyen. Bei einer Kommandoaktion von US-Spezialeinheiten wurde im Mai 2011 Osama Bin Laden in Pakistan getötet. Zum beherrschenden Konfliktthema der Innenpolitik entwickelte sich die ausufernde Staatsverschuldung. Um eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Landes abzuwenden, einigten sich Demokraten und Republikaner nach wochenlangen Streitigkeiten im August 2011 auf eine zweistufige Erhöhung der geltenden Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar um mindestens 2,1 Billionen Dollar bis Ende 2012 und auf damit verbundene Ausgabenkürzungen von 2,4 Billionen Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren. Gegen die Fehlentwicklungen in der Finanzwirtschaft und im Bankensystem und die damit verbundenen negativen sozialen Auswirkungen für große Teile der Bevölkerung kam es seit September 2011 in zahlreichen Städten zu Protestaktionen der Occupy-Wall-Street-Bewegung. Die letzten im Irak verbliebenen Truppen wurden bis Dezember 2011 abgezogen. Im Januar 2012 verkündete Präsident Obama eine neue Militärstrategie, die eine Schwerpunktsetzung auf den Pazifikraum beinhaltete. Der republikanische Herausforderer Mitt Romney konnte sich bei den Wahlen am 6. 11. 2012 nicht gegen Obama durchsetzen, der sich die Mehrheit der Wahlmännerstimmen für die Präsidentschaftswahl sicherte.
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