Total votes: 6
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
wissen.de Artikel

Männerkosmetik: Adonis Erben

Lange war Kosmetik reine Frauensache. Echte Kerle hielten es nicht für nötig, ihren gestählten Körper einzucremen. Das ist zum Glück jetzt anders: Der Mann von heute verbringt täglich bis zu drei Stunden im Bad. Scheinbar hat sich rumgesprochen, dass Frauen auf glatte und gepflegte Männerhaut stehen. Dazu ist allerdings eine Pflege notwendig, die speziell auf Männerhaut zugeschnitten ist. Denn Männerkosmetik ist kein Gag der Beauty-Industrie, sondern tatsächlich anders als das weibliche Pendant.

Bild 1 von 3
Bild 2 von 3
Bild 3 von 3

Hormongeschichte: Die Haut der Männer

Hormone sind dafür verantwortlich, dass sich die Haut von Männern ganz wesentlich von Frauenhaut unterscheidet. Männerhaut ist insgesamt dicker und hat ein höheres Vermögen, Wasser zu binden. Das lässt die Haut fester und straffer erscheinen. Männerhaut neigt weniger zu Falten, als die dünnere Haut der Frauen. Die Falten, die beim Mann auftauchen, gelten eher als männlich markant. Außerdem zeigen sie sich erst deutlich später als bei Frauen.

Die erhöhte Talgproduktion der Männerhaut hat auch positive Auswirkungen auf den Hydrolipidfilm, den Oberflächenfilm, der die Haut vor äußeren Einflüssen schützt. Er regelt den Wassergehalt der tiefer gelegenen Schichten und wirkt feuchtigkeitsbewahrend. Leider kommt es infolge der erhöhten Talgproduktion aber auch zu Hautirritationen. Der hohe Fettanteil der Haut kann zu Mitessern führen. Ein Grund, warum gerade jüngere Männer häufiger unter stärkerer Akne leiden als junge Frauen.


Eine Frage der Pflege: Der Hauttyp

Normale Haut: Glücklich darf sich schätzen, wer mit einer frischen, glatten und unkomplizierten Haut gesegnet ist. Das bedeutet aber nicht, dass auf tägliche Pflege verzichtet werden kann. Die normale Männerhaut sollte mit einer leichten, feuchtigkeitshaltigen Creme verwöhnt werden. Viele Produkte sind mit zusätzlichen Vitaminen angereichert, die die Haut bei der Regeneration unterstützen.

Trockene und sensible Haut: Wenn die Haut spannt, rau und spröde ist, dann handelt es sich um trockene und sensible Haut. Wasser, Kälte und trockene Luft setzen ihr besonders zu, sie reagiert gereizt und zeigt Rötungen. Beim Rasieren ist sie besonders empfindlich und neigt zu Brennen. Diese Haut muss selbstverständlich mit speziellen Produkten gepflegt werden. Eine rückfettende und Feuchtigkeit spendende Creme hilft ihr wieder ins Gleichgewicht zu kommen und beugt Rötungen vor. Empfehlenswert sind vor allem milde Rezepturen mit natürlichen Inhaltsstoffen und möglichst ohne Alkohol.


Tägliches Muss: Pflege von innen

Die Haut kann auch von innen gepflegt werden. Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung tut dem Körper und damit auch der Haut gut. Wichtig ist vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. 1,5 Liter sollten es täglich schon sein, um gesund und schön zu bleiben. Ganz wichtig ist auch ausreichender Schlaf. Denn während wir träumen, arbeitet die Haut auf Hochtouren. Vielfach schneller als am Tag produziert sie neue Zellen und repariert die alten. Ist diese Regenerationsphase zu kurz, altert die Haut schneller.


Eine Glaubensfrage: Die perfekte Rasur

Nass oder trocken, für viele Männer gibt es nur entweder oder. Manche stehen auf das Gefühl von Frische und Gründlichkeit, das sie nur mit Wasser und Schaum erreichen. Andere erledigen den Job eher nebenbei im Auto und schwören auf bequeme Trockenrasur. Wie Mann es macht – oder machen sollte, hängt vom Zustand der Haut ab. Bei starker Akne oder endzündlicher Haut empfiehlt sich eher die Trockenrasur.

Die Trockenrasur sollte vor der Dusche erfolgen. Denn das Barthaar muss für die Elektrorasur hart sein. Vor der Rasur sollte das Gesicht gereinigt werden, um Entzündungen vorzubeugen.

Der Vorteil der Nassrasur liegt in ihrer Gründlichkeit - kein Elektrorasierer kann da mithalten. Wichtig dabei ist, immer in Wuchsrichtung der Haare zu rasieren. Nach der Rasur die Haut nicht trocken rubbeln, sondern vorsichtig abtrocknen, damit sie nicht zusätzlich gereizt wird. Wenn es zu Blutungen kommt, hilft kaltes Wasser, die Blutung zu stillen. Als Alternative bei kleineren Verletzungen kann man auch einen blutstillenden, antibakteriellen Stift aus der Apotheke verwenden. Nach der Rasur braucht die Haut eine beruhigende Pflege.


Eingewachsene Barthaare sind oft die Folge von verhornter Haut. Die Haare können nicht durch die Oberfläche wachsen und weichen daher nach innen aus. Wer öfter damit zu kämpfen hat, sollte regelmäßig ein Peeling anwenden. Das befreit das Gesicht von abgestorbenen Hautzellen. Manchmal ändern Haarfollikel aber auch einfach die Wuchsrichtung und wachsen schräg in die Haut hinein. So lange diese Stelle nicht entzündet ist, kann man vorsichtig versuchen, das Haar mit einer Pinzette zu entfernen. Wächst sich die Stelle jedoch zu einer größeren Entzündung aus, ist der Gang zum Hautarzt die bessere Wahl.


Eine häufige Rasur hat übrigens keinen schnelleren Bartwuchs zur Folge. Diese Weisheit gehört in den Bereich der Sagen und hält keiner wissenschaftlichen Betrachtung stand.

Melanie Ulrich
Total votes: 6
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.